Homöopathie im Brennpunkt

veröffentlicht um 16.12.2018, 01:34 von Forum Homöopathieverein Bayreuth

Am 25. Oktober 2018 konnten wir wieder einmal den Bayreuther Internisten und klassischen Homöopathen Dr. med. Ansgar Schimmöller zu einem Vortrag begrüßen. Sein Thema: „Homöopathie im Brennpunkt“. Aktuell steht die Homöopathie im Kreuzfeuer  der Kritik. Von bestimmter Seite der konventionellen Medizin als auch der Politik wird ihr jegliche Wirksamkeit abgesprochen, und das, obwohl Tausende von Patienten belegen könnten, dass sie heilend oder lindernd wirkt. Dr. Schimmöller dokumentierte die Tatsache zu Beginn seines Vortrags eindrucksvoll mit einer Reihe von Fallbeispielen. Hier eine Auswahl:

  • Ein 12jähriges Mädchen leidet an Einschlafstörungen, sie braucht viel Ruhe, zieht sich in ihre Bücherwelt zurück, fühlt sich zutiefst allein und hat Ängste. Die Diagnose lautet: Selbstwert- und Bindungsstörung. Sie erhält von Dr. Schimmöller Lithium muriaticum zunächst als C 200, dann als C 1000. Im Verlauf der Therapie wird sie ausgeglichener, verliert ihre abendlichen Ängste, wird selbstbewusst und stabil, die Einschlafdauer normalisiert sich von 2-3h auf 15 Min.
  • Ein 16jähriger Junge leidet an Morbus Basedow, einer Autoimmunkrankheit, bei der sich das Immunsystem gegen die eigene Schilddrüse richtet, was sich in einer Schilddrüsenüberfunktion äußert. Er wird 2 Jahre lang mit dem Schilddrüsen-Blocker Thiamazol behandelt, zuletzt wird von den behandelnden Ärzten empfohlen, die Schilddrüse entfernen zu lassen. Dr. Schimmöller verordnet Secale cornutum C 200 und im Verlauf Secale cornutum täglich in Q-Potenzen, was nach 4 Wochen das Verschwinden der Augenschmerzen, vor allem aber ein Absinken der Schilddrüsen-Antikörper zur Folge hat. Nach einem halben Jahr kann das Allopathikum abgesetzt werden, nach einem Jahr liegt der Antikörperspiegel im Normalbereich, d. h. der Autoimmunprozess gegen die Schilddrüse ist gestoppt.


Gerade das zweite Beispiel zeigt, dass sich durch Homöopathie etwas ereignen kann, was vorher als unvorstellbar gilt, ähnlich dem radikalen Denken Albert Einsteins, dessen zunächst als Spekulation oder gar Spinnerei eingeschätzte Erkenntnisse sich später als wahr erwiesen. 


Nach einem Exkurs in das Wesen von Wissenschaft beschäftigte sich Dr. Schimmöller intensiv mit dem Wirksamkeitsnachweis eines Medikaments in der konventionellen Medizin. Sogenannter Goldstandard sind Randomisierte kontrollierte Doppelblindstudien. Dies bedeutet: Probanden werden zufallsverteilt zwei Gruppen zugeteilt: eine Gruppe erhält das zu testende Medikament, die Kontrollgruppe einen Placebo. Doppelblind heißt: weder Versuchspersonen noch Ärzte wissen, welcher Gruppe ein Proband zugeteilt ist. Ohne den Wert solcher Studien in Frage zu stellen, machte Dr. Schimmöller jedoch deutlich, dass die Bewertung eines Medikaments als für die Therapie geeignet allein auf statistischen Wahrscheinlichkeiten beruht. In der Homöopathie erfolgt die Behandlung dagegen nach individuellen Symptomen. Der Therapieplan zur Heilung basiert auf der Anregung von Selbstregulation. Der Vorwurf der Schulmedizin, Homöopathie wirke nicht, reduziert sich mithin auf die Begründung, dass die Homöopathie keine statistische Medizin ist.

Abschließend belegte Dr. Schimmöller anhand von Fallbeispielen, wie die Praxis in der Homöopathie aussehen kann. Auch hierfür wieder zwei ausgewählte Fälle:

Eine 29 Jahre junge Frau, die sich sehnlichst ein Kind wünscht. Sie leidet an Hormonstörungen und einer Endometriose, psychisch ist sie in schlechter Verfassung. Sie erhält Graphites C 200; nach mehrwöchiger Therapie teilt ihr Mann Dr. Schimmöller mit, dass sie in der 10. Woche schwanger sei.




Nicht immer verläuft eine Therapie so geradlinig:

  • Ein 6jähriges Mädchen leidet unter Warzen an beiden Händen, seit 1 Jahr ist sie schulmedizinisch gesehen therapieresistent. Sie erhält Medorrhinum C 200, was insofern eine Verschlimmerung bewirkt, als die Warzen zu jucken anfangen und es zu einer heftigen Verstärkung ihrer ohnehin explosiven Gemütssymptomatik kommt. Dr. Schimmöller wechselt zu Dulcamara C 200. Die Folge: die Warzen beginnen zu schrumpfen und sind bald verschwunden.


Kein Hokuspokus, sondern ärztliches Können nach den Regeln der Homöopathie. Es schloss sich eine lebhafte, offene Diskussion an, die hoffen lässt, dass manche der Zuhörer zur Homöopathie Vertrauen fassen. Zu danken haben wir Dr. Schimmöller für einen fundierten, lebendigen Vortrag, der trotz seines mitunter hohen theoretischen Anspruchs stets verständlich blieb. 

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