Bericht zum Tag der Homöopathie und Gesundheit
„Homöopathie und Ernährung
Bericht zum Tag der Homöopathie und Gesundheit
„Homöopathie und Ernährung
Am 08. November 2025 hat unser Verein einen „Tag der Homöopathie und Gesundheit“ veranstaltet, der unter dem Motto „Homöopathie und Gesundheit“ stand. Dazu hatten wir als Referenten die Dipl.-Ökothrophologin Brigitte Neumann aus Uttenreuth und den Bayreuther Internisten und Homöopathen Dr. Ansgar Schimmöller eingeladen.
Frau Neumann stellte ihr Referat unter den Titel „Braucht es Ergänzungsmittel in unserer Nahrung? Aktuelles Wissen und Erkenntnisse rund um eine ganzheitliche Ernährungsweise“. Ihre Botschaft war ganz klar: Wir brauchen solche Ergänzungsmittel in unserer Nahrung nicht. Dies belegte sie am Beispiel unterschiedlicher Lebensmittel: dem Blumenkohl, Hülsenfrüchten wie der Kichererbse, dem Rindersteak, dem Hühnerei und der Haferflocke. Alle diese Lebensmittel sind reich an Vitaminen und Mineralien, Stoffen also, die der Körper dringend braucht und die ergänzend zu den Nährstoffen zur Verfügung stehen.
Beispiel Hühnerei: neben seinem hohen Gehalt ein Eiweiß enthält es alle Vitamine mit Ausnahme von Vitamin C sowie Eisen, Phosphor, Selen und Jod als Mineralstoffe. Insbesondere die Kombination mit der Kartoffel ist von hohem gesundheitlichem Wert.
Nach einem Exkurs zu den Ursachen von Nährstoffverlusten und Nährstoffmangel ging sie explizit auf den Begriff Nahrungsergänzungsmittel ein. Es handelt sich dabei um Lebensmittel und nicht um Arzneimittel, eine präventive Wirksamkeit ist für sie nicht belegt. Typische Ergänzungsmittel sind Vitamine pflanzlich/tierlicher bzw. synthetischer Herkunft.
Gängig sind weiterhin Omega-3-Fettsäuren sowie Mineralien wie Calcium, Magnesium und Jod. Aber auch sogenannte angereicherte Lebensmittel wie „Fitkost“ z. B. Fruchtkonzentrate, ergänzt mit Vitaminen und Spurenelementen, gehören dazu.
Was Antiooxidantien betrifft, also Moleküle, die die Körperzellen vor freien Radikalen schützen (z. B. sekundäre Pflanzenstoffe), so warnte Frau Neumann vor einer Überdosierung.
Der Titel des Vortrags von Dr. Schimmöller lautete „Gesunder Magen, gesunder Darm – wie Ernährung und homöopathische Behandlung unser Verdauungssystem gesunden lassen“. So war es nur folgerichtig, dass Dr. Schimmöller einen Überblick über die Organe des Verdauungstraktes und ihre Funktion gab. Im Zentrum seiner Ausführungen standen dabei Magen und Darm.
Nach der mechanischen Zerkleinerung der Nahrung in der Mundhöhle und ihrer erstmaligen biochemischen Zerlegung durch Enzyme der Speicheldrüsen gelangt der Nahrungsbrei über die Speiseröhre in den Magen. Dessen bedeutende Funktion besteht in der Eiweißaufspaltung in einem stark sauren Milieu (pH 1- 1,5!). Exemplarisch geht Dr. Schimmöller auf die Gastritis, eine Entzündung der Magenschleimhaut, ein. Eine Ursache dafür kann eine zu hohe Magensäureproduktion sein. Eine therapeutische Antwort darauf sollte aber im Regelfall nicht die Einnahme von sogenannten Protonenblockern sein, die zu einem Säuremangel im Magen mit erheblichen Nebenwirkungen führen kann.
Das Thema Darm bespricht Dr. Schimmöller unter verschiedenen Aspekten. Grundlegend ist die funktionelle Unterscheidung von Dünndarm und Dickdarm.
Während die Hauptaufgabe des Dünndarms in der weiteren enzymatischen Spaltung der Nahrungsbestandteile und deren Resorption in die Blutbahn besteht, werden dem Nahrungsbrei im Dickdarm Wasser und Elektrolyte entzogen.
Die Nährstoffaufnahme im Dünndarm wird am Aufbau der Darmwand vertieft, während bei der Besprechung des Dickdarms die Bedeutung der Darmflora im Vordergrund steht.
In diesem Zusammenhang steht das erste Fallbeispiel:
Eine 43jährige Patientin fasst ihre Beschwerden in dem Satz „Es ist wie im 8. Monat schwanger“ zusammen, d.h. sie leidet unter Blähungen, Bauchschmerzen und Übelkeit nach dem Essen seit ca. 1 Jahr.
Nicht immer ist eine rein homöopathische Therapie zielführend, unsere „moderne“ Lebensweise wird von unserer Darmschleimhaut nicht immer vertragen, so dass diätetische Beschränkungen bisweilen nötig und zielführend sind.
Therapie: Verzicht auf Milchprodukte und glutenhaltige Getreide (die Pat. führt die noch etwas weitergehende Paleodiät durch, eine Ernährungsweise, die sich an den in der Steinzeit verfügbaren Lebensmitteln orientiert); zusätzlich Arsenicum album Q 3, täglich.
Verlauf: Nach 4-5 Tagen stellt sich eine Besserung der Beschwerden um 95% ein, nach wenigen Monaten ist die Patientin beschwerdefrei und beginnt langsam wieder ihre Diät auszuweiten.
Eine Besonderheit des Dickdarms sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut, sog. Divertikel. Sie leiten zu dem nächsten Fallbeispiel über:
Eine 67jährige Patientin leidet an einer akuten Entzündung der Divertikel. Sie klagt über Schmerzen im linken Unterbauch seit 7 Wochen.
Schulmedizinische Therapie: Antibiose seit 5 Wochen ohne Besserung, lt. Pat. sei eine Operation in der nächsten Woche angedacht
Homöopathische Therapie: Pulsatilla C 200
Verlauf: nach 11 Std. (!) Besserung der Beschwerden um 90%, nach wenigen Tagen beschwerdefrei; Nachbeobachtung über 3 Jahre: kein Rezidiv.
Eine besondere therapeutische Herausforderung sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Während es sich bei letzterer um eine chronische Entzündung der Schleimhaut des Dickdarms handelt, ist bei Morbus Crohn der gesamte Magen-Darm-Trakt von der Entzündung betroffen.
Im nächsten Fallbeispiel war eine 51jährige Patientin davon betroffen, und zwar 25 Jahre lang. Sie litt unter 5-8 Durchfällen pro Tag nach einer OP einer Engstelle am Darm.
Therapie: Phosphor Q 3, täglich;
Verlauf: die Häufigkeit der Stuhlgänge verringerte sich um 40-50 %.
Ein weiteres Mittel, Graphites Q 3, bewirkte normalen Stuhlgang innerhalb von 2 Wochen.
Abschließend ging Dr. Schimmöller auf den Einsatz von Homöopathika bei Kindern ein.
Zwei Fallbeispiele:
4jähriger Junge, seit 3 Monaten fehlender Appetit, deutlicher Mundgeruch, familiärer Stress.
Therapie: Pulsatilla C 1000
Verlauf: innerhalb von 4 Tagen Beseitigung der Beschwerden
7jähriges Mädchen (seine Schwester), tägliche Bauchschmerzen, Überforderung in der Schule.
Therapie: Ignatia C 10 000
Verlauf: spürbare Besserung nach einer Woche, nach 3 Wochen beschwerdefrei
Wiederum überzeugend hat Dr. Schimmöller mit diesem Vortrag gezeigt, wie schnell Homöopathie heilen kann, wenn auf der Basis einer ganzheitlichen Anamnese das für den Patienten passende Mittel gefunden werden kann. Ihm wie auch Frau Neumann danken wir für zwei inspirierende Vorträge, die sich in ihrer Grundaussage ideal aufeinander bezogen und deshalb bei den Zuhörern große Zustimmung fanden.