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Tierheime

Es gibt häufig Bedenken, einen Hund aus dem Tierheim zu holen, wenn 

seine Vorgeschichte nicht klar ist.
Auch wollen viele Leute auf die wunderbare Welpenzeit nicht verzichten 
und entscheiden sich deswegen gegen einen Tierheimhund.

Folgende Argumente können für einen Hund aus dem Tierheim sprechen:

Die Zuchtmaschinen

Jeder Kauf eines Hundes vom Händler erhöht die Nachfrage.

Bei einem seriösen Züchter ist dies kein Problem. Allerdings gibt es 
mittlerweile Hundevermehrer (die nicht Züchter genannt werden 
sollten), die skrupellos immer wieder neue Welpen auf den Markt werfen. 
Die Tierheime füllen sich und die Welpenmaschine läuft weiter.

Entwicklungsrisiko

Jeder Hund hat einen eigenen Charakter, der nicht nur von der Rasse 

abhängig ist. Das Verhalten des Hundes wird durch viele Dinge 
beeinflusst. Wie war die Welpenzeit? Was hat der Hund alles erlebt? Wie 
wurde ein Verhalten gefördert oder gehemmt? Welche Beziehung hat der 
Hund zu seinen Menschen? Das sind alles Fragen, die sich bei einem 
Tierheimhund nicht unbedingt beantworten lassen. Aber dafür sind beim 
erwachsenen Hund im Vorfeld seine Verhaltensmerkmale erkennbar. Das 
ist ein Vorteil! Wie ein Welpe sich entwickelt, kann nie genau gesagt 
werden.

Alte Hunde

Alte Hunde, die vielleicht aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so 

lange spazieren gehen können, wären gute Hunde für ältere Menschen, 
die dieses Schicksal teilen. Auch kann die Lebenserwartung eine Rolle 
spielen, wenn die Frage im Raum steht, ob man für einen Hund die 
nächsten 10 bis 15 Jahre sorgen kann. Das klingt hart, ist aber ein 
Argument für die Anschaffung eines älteren Hundes.

Problemhunde

Ja, auch das kann ein Argument für einen Tierheimhund sein! Es ist 

möglich, sich im Tierheim einen Hund nach "Schwierigkeitsstufe" 
auszusuchen. Menschen mit einem enormen Wissen und einer enormen 
Erfahrungen im Umgang mit Hunden, können hier sinnvolle Arbeit leisten. 
Wieso sollten sich diese Menschen für den problemlosen, pflegeleichten 
Hund entscheiden? Der wäre doch beim unerfahrenen Hundehalter mit zwei 
Kleinkindern in der Familie besser aufgehoben.
 
Beim Tierheimhund sollte die gleichen Regeln gelten, die auch beim "normalen" Hundekauf gelten:
 
Information vor dem Kauf (Wissensvermittlung durch Bücher, Videos, unabhängiger Beratung eines Tiertrainers.)

Darüber hinaus, können die Mitarbeiter des Tierheims wichtige Informationen über das Verhalten des Hundes geben. Dabei sollte die Vermittlungsabsicht nicht die ehrliche Darstellung beeinflussen.

Der Käufer wird die Möglichkeit bekommen, sich mit dem Tier intensiv zu beschäftigen. Falls der zukünftige Hundebesitzer unsicher ist, kann ein/e Hundetrainer/in bei der Einschätzung behilflich sein.
 
Eventuell können folgende Punkte für den zukünftigen Hundebesitzer wichtig sein:
  • Jagdverhalten des Hundes
  • Rückrufbarkeit in den verschiedenen Situationen
  • Angstauslöser
  • Umgang mit Artgenossen
  • Umgang mit Kindern
  • Umgang mit anderen Tieren (Katzen, Pferde etc.)
  • Alleinsein
  • Aufenthalt in Wohnung oder Garten
  • Zeitaufwand für Beschäftigung
  • Spielverhalten (Objektfixierung)
  • Aggressionsverhalten
  • Autofahrten
  • Stadtbesuche
  • Pflege
  • Krankheiten
  • bekannte Signale (Sitz, Platz, Abbruchsignal etc.)

 

Der zukünftige Hundebesitzer sollte die für ihn wichtigen Punkte mit den Mitarbeitern des Tierheims besprechen und bei Unklarheiten gemeinsam mit einem Experten testen.