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Freilaufflächen in Mönchengladbach

In der Stadt Mönchengladbach gibt es seit dem 22. März 2010 offiziell 17 Freilaufflächen für Hunde.

 

Liste der Freilaufflächen:

 

 

Bezirk Nord:

 

  • Hettweg (hinter der ehemaligen Kaserne) 20.863 qm
  • Spielkaulenweg (ehemaliger Stadionparkplatz) 11.243 qm
  • Vituspark (Wiese oberhalb der Rheydter Straße) 3.775 qm

 

 

Bezirk Ost:

 

  • Ahrener Feld (Wäldchen) 20.615 qm
  • Hansastraße (gegenüber der Kirche) 1.740 qm
  • Kruchenstraße / Trimpelshütte (neben Parkplatz Kruchenstraße) 12.161 qm
  • Zillkeshütte (Nähe Loosenweg) 8.241 qm

 

 

Bezirk Süd:

 

  • Bellermühlepark (hinter der Tennishalle) 3.400 qm
  • Bruchstraße / Eickes Mühle (südlich des Weihers) 5.831 qm
  • Dahlener Straße / Sperberstraße (Hocksteiner Heide) 3.396 qm
  • Hubertusstraße, (gegenüber des Elisabeth-Krankenhaus) 13.416 qm
  • Rostocker Straße (zwischen Friedhof und Sportplatz) 2.157 qm
  • Schützensstraße (Wiese hinteren kleinen Weiher) 6.423 qm
  • Stockholtweg (gegenüber der Feuerwehr) 3.883 qm

 

 

Bezirk West:

 

  • Gladbacher Straße (hinter dem Borussen Fan-Shop) 8.578 qm
  • Neukircher Weg (südlich des Parkplatz von Schloss Wickrath) 17.869 qm
  • Vogtsgarten (an der Pauenstraße) 5.368 qm

 

Quelle: Meldung der Stadt Mönchengladbach

 
 

Weiterhin ist der Freilauf auch auf Wirtschaftswegen in Mönchengladbach erlaubt.

 

 

Tipps für die Nutzung der Freilaufflächen

 

Die Hundelobby Mönchengladbach hat am 29.03.10 einen Vortrag über das Verhalten auf Freilaufflächen / Hundewiesen gehalten. Die Referentin Nina hat mir Ihre Unterlagen zur Verfügung gestellt. Die Informationen von Nina fließen teilweise bei diesen Tipps mit ein. Dafür: Besten Dank!

 

 

  • Neuankömmlinge (Fremdhund) auf der Hundewiese

Auf neu eintreffende Hunde sollte nach Möglichkeit auch nicht gleich ein ganzer Pulk losgelassen werden. Dies wirkt auf den Neuling sehr bedrohlich und kann zu Missverständnissen führen.

 

Das Zusammenführen fremder Hunde sollte mit der nötigen Ruhe und Sorgfalt geschehen. (Notfalls unter Absicherung mit einer Schleppleine oder/ und einem Maulkorb)

 

Bei Ankunft eines „Neuankömmlings“ zu einer bereits spielenden Gruppe, sowie bei Anzeichen für Spannungen innerhalb der Gruppe, ist es äußerst ratsam, dass sich die Besitzer in Bewegung setzen und den gesamten Raum der Freilauffläche nutzend über das Gelände laufen. Dies kann helfen die Situation zu entspannen.

 

Betritt ein angeleinter Hund die Hundewiese oder geht an der Hundewiese vorbei, sind die eigenen Hunde heranzurufen und gegebenenfalls anzuleinen.

 

 

  • Kinder auf der Hundewiese

 

Sollten in der Nähe von der Eltern bleiben. Ein Kind sollte nie alleine mit dem Hund die Hundewiese besuchen.

 

Kinder müssen lernen, dass nicht alle Hunde wie die eigenen reagieren und das Streicheln fremder Hunde zusammen mit den Eltern und den Besitzern der Hunde abzusprechen oder zu unterlassen. Das Kind sollte nicht an den Spielen der Hunde untereinander teilnehmen oder sich bei Raufereien einmischen.

 

 

  • Umgang mit anderen Hunden

 

Fremde Hunde sollten nicht gefüttert, gestreichelt, gelockt gelobt oder getadelt werden. Ausnahmen sind Situationen, wo sie eingreifen müssen, weil der Besitzer des anderen Hundes nicht eingreifen kann oder eingreifen will.

 

 

  • Spielzeug

 

Spielzeug (auch Futterbeutel oder Reizangel etc.) sollte in der Tasche bleiben, wenn mehrere Hunde anwesend sind. Noch besser ist es, Futter nicht mitzuführen, um erst gar nicht zu riskieren, dass es, rein durch den Geruch, zu Konflikten kommt. Das Wurfspiel mit Stöcken birgt eine enorme Verletzungsgefahr auch außerhalb der Hundefreilaufflächen. (Eine gute Alternative zum Stock ist ein Stück Gartenschlauch.)

 

 

  • Geschirre und Halsbänder

 

Alles was der Hund an sich trägt kann zu Verletzungen beim Spiel führen. Die beste Empfehlung ist, den Hund nur "nackt" spielen zu lassen oder zumindest ein Geschirr auszuziehen.

 

 

  • Läufige Hündinnen

 

Sollte für die Zeit der Läufigkeit keine Hundewiese besuchen. Auch dann nicht, wenn sonst keine Hunde anwesend sind, um zu vermeiden, dass es durch den Geruch einer läufigen Hündin zu Konflikte auf den Freilaufflächen kommt.

 

 

  • Kot

 

Sollte unbedingt beseitigt werden. Dies auch, weil in solchen "Ballungszentren" der Kot des Hundes Krankheitsüberträger sein kann.

 
 
  • Jagd

 

Jagdverhalten kann in einer Hundegruppe verstärkt gezeigt werden. Achten Sie besonders auf Ihren Hund, wenn befahrene Straßen in der Nähe sind.

 

 

  • Konflikte

 

Vieles regeln Hunde unter sich und brauchen dafür NICHT die Unterstützung Ihrer Menschen.
 
Konflikte werden auch häufig nur durch reine Drohungen, wie Luftschnappen oder Knurren ausgetragen. Allerdings kann es auch zu Kämpfen kommen, die mit kleinen Verletzungen enden. Seltener kommt es zu Ernstkämpfen mit schweren Verletzungen.
 
Wie hoch die Gefahr ist, dass es zum Ernstkampf kommt ist schwer einzuschätzen. Dabei spielt es eine Rolle, wie hoch die Hundedichte auf der Freilauffläche ist, wie gut die Hunde sozialisiert sind, welche Gerüche vorhanden sind usw.
Das Verhalten des Menschen spielt eine weitere Rolle. Angespannter Mensch führt zu angespannten Hunden. Bei drohenden Auseinandersetzungen wird häufig geraten, sich zu entfernen! Ob dieser pauschale Rat aber grundsätzlich der richtige Ratschlag ist, bezweifel ich! 
 
Innerlich ruhig bleiben ist wahrscheinlich das oberste und einzige Gebot, was auch pauschal Gültigkeit hat.

 

Nicht alles, was wie ein drohender Konflikt aussieht ist auch einer. Es kann sich auch um ein harmloses entspanntes Spiel handeln!

Umgekehrt gilt auch: Nicht jedes vermeintliche Spiel ist wirklich ein solches. Spiel ist dadurch erkennbar, dass Hunde ihre Mimik übertrieben einsetzen. (Häufig ist ein Spielgesicht zu beobachten.) Bei Rennspielen (Nachlaufen) wechselt Verfolger und Verfolgter häufig die Rolle. Eine Hundemeute, die hinter einen einzelnen her läuft könnte eine ernste Situation sein, wo der Mensch eingreifen (Rückruf der Hunde) sollte.

 

Wissen über Körpersignale des Hundes ist erforderlich, um Situationen richtig zu deuten. Es sollte aber auch unbedingt vermieden werden, jede Bewegung des Hundes zu interpretieren. Gelassenheit ist auch hier Trumpf!

Genaue Aussagen lassen sich sowieso erst machen, wenn Hundeverhalten dauerhaft (möglichst mit Hilfe von Videoaufnahmen) beobachtet wird. Manchmal ist ein gesundes Bauchgefühl der beste Ratgeber.

 

 

  • Gesetze

 

Gesetze sind auch auf einer Hundefreilauffläche nicht aufgehoben. Hat Ihr Hund die Aufflage Leine und / oder Maulkorb zu tragen, so gilt dies auch auf einer Hundewiese.

Sollte Ihr Hund beim Freilauf einen Schaden verursachen, sind sie zur Regulierung des Schadens verpflichtet. Nicht jede Tierhalterhaftpflicht haftet auch für Schäden, die der Hund im Freilauf verursacht. Sollte es zu Bissverletzungen kommen werten die Gerichte den Schaden häufig als normales, tragbares Risiko bei der Hundehaltung. Dies bedeutet, der Hundehalter des geschädigten Hundes, bekommt meist nur die Hälfte des Schadens von der gegnerischen Versicherung ersetzt.

 

 

  • Hundeindividuen
Freilaufflächen sollten für alle Hunde da sein!
Hunde sind aber sehr unterschiedlich im Verhalten!
 
Unterschiedliche Hunderassen verhalten sich unterschiedlich und sogar innerhalb einer Rasse gibt es starke Verhaltensunterschiede, je nach Hundepersönlichkeit.
 
Dies bedeutet, auf den Hundefreilaufflächen könnte der verspielt, kindliche Hund auch auf einen erwachsenen Hund, der sich stark territorial verhält treffen.
 
Auf keinen Fall sollten hier menschliche Vorstellungen von Ethik und Moral bei der Beurteilung von Hunden einfließen. Weder ist der eine Hund lieb, noch ist der andere Hund böse. Es spielt auch eine untergeordnete Rolle, welcher Hund sich unterworfen hat und welcher Hund einen Streit begonnen hat. Die Hundefreilaufflächen sind für alle Hunde da und jeder Hundehalter

ist für seinen Hund verantwortlich. Täter und Opfer bei einem Konflikt zu suchen, ist der falsche Weg.

 

 

  • Welpenschutz

Ein genereller Welpenschutz existiert nicht! Welpen werden häufig durch ihr kindliches Verhalten nicht ernst genommen und deshalb auch nicht angegriffen. Biologisch gesehen, ist ein fremder Welpe für eine bestehende Hundegruppe ein Konkurrent.

 

 

  • Unterwerfung

Unterwerfungsgesten führen nicht grundsätzlich zum Ende eines Angriffs. Darüber hinaus ist nicht jedes “auf den Rücken legen“ eine Unterwefungsgeste.

 

 

  • Rückruf

Guter Rückruf ist das A und O, wenn es darum geht dem Hund mit anderen Hunden in den Freilauf zu schicken.

Besonders ist es dann sehr wichtig, wenn Gefahren in unmittelbarer Nähe sind. Einige Freilaufflächen sind in der Nähe von stark befahrenen Straßen. Trainieren sie den Rückruf Ihres Hundes immer wieder und wenden Sie sich im Zweifelsfall an eine kompetente Hundeschule.

 

 

 

Kritik an den Freilaufflächen in Mönchengladbach

 

Ein Blick auf Hundewiesen anderer Städte lässt erkennen, dass sich auf diesen (meist den kleinen) Flächen häufig die gleichen Hundehaltergruppe treffen. Viele Hunde sind sehr welpenhaft und haben Probleme mit Hunden, die sich anders verhalten. Andere Gruppen sind sehr vertraut miteinander und vertreiben jeden Fremdhund beim Annäherungsversuch. Eine Vielzahl unterschiedlicher Hundeindividuen die gemeinsam eine Freilauffläche nutzen, wie es optimal und wünschenswert wäre, ist selten zu beobachten.

 

Hundehalter stehen in kleinen Gruppen, im Gespräch vertieft, auf den Wiesen und die Hunde stehen fast bewegungslos, wie Schafe daneben. Es ist zu befürchten, dass die Hundewiese für diese Tiere zur einzigen Auslauffläche geworden ist und sich die Halter über diese bequeme Gassialternative sehr freuen.

 

Sollte sich das in Mönchengladbach auch so entwickeln, dann wurde mit den Freilaufflächen keine Freilaufmöglichkeit für alle Hunde geschaffen, sondern eine Pipiwiese für eine kleine Gruppe bequemer Hundehalter.

 

Nach Aussage der Bundestierärztekammer braucht ein Hund mindestens eine Stunde Auslauf ohne Leine am Tag. Frau Dr. Dorit Feddersen-Petersen spricht von zwei bis drei Stunden und unterstreicht, dass dies stark vom Hundeindividuum abhängt.
 
Der Auslauf ohne Leine sollte in Form eines Spaziergang stattfinden, bei dem der Hund ein ausreichend großes Gebiet erkunden kann.
 
Viele begegnungen mit Fremdhunden oder den Spaziergang mit einer Hundegruppe zu machen, wäre optimal.
 

Hundewiesen, wie sie in Mönchengladbach geschaffen wurden, können ein

ergänzendes Angebot sein, sollten aber den täglichen Auslauf ohne Leine nicht ersetzen.
 

Das Argument für mehr Freilaufflächen in der Innenstadt, damit auch weniger mobile Leute ihren Hund ohne Leine laufen lassen können ist deshalb auch nur dann verständlich, wenn die Freilaufflächen so groß sind, dass sie einen richtigen Spaziergang mit Hund möglich machen.

 

Experten warnen vor gesteigertem aggressives Verhalten der Hunde auf zu kleinen Auslaufflächen aber auch durch nicht ausreichenden Auslauf ohne Leine.

 

Grundsätzlich sollte eine Hundefreilauffläche ausreichend groß sein und abwechslungsreich gestaltet werden. Bäume, Hügel, Erdmulden, Büsche, Steine, ein kleiner Bach oder See regen zum Spiel an. Eine kleine Wiese als Hundefreilauffläche, ist wie ein Kinderspielplatz ohne Spielgeräte.

 

Sinnvoll für Mönchengladbach wären Multifunktionsflächen, wo nicht nur Hundehalter mit Ihren Tieren spazieren gehen können, sondern auch Reitwege, Spielmöglichkeiten für Kinder etc. vorhanden sind. Das Problem, nicht genügend naturbelassene Freiräume im Stadtgebiet zu haben, beschränkt nicht nur die Hundehalter, sondern alle Menschen.
Erholungsgebiete mit asphaltierten Straßen, eingezäunte Kinderspielplätzen mit vom TÜV geprüften Geräten, Liegewiesen und Grillstationen sind gut gemeint aber nicht wirklich das, was unter naturbelassen zu verstehen ist. Das ein Hund in solchen Entertainmentparks an der Leine geführt werden soll, ist verständlich. Überall da, wo Gebiete noch weitgehend naturbelassen sind sollte (unter Einhaltung weniger Regeln) Hunde frei laufen dürfen.

 

Unabhängig davon, wie Gerichte urteilen oder was Politiker für angemessen halten, ist ein sinnvoller, artgerechter Freilauf für alle Hunde nur in großen Freilaufgebieten möglich.