Kind und Hund

Immer wieder ist in den Medien zu lesen, dass ein Kind von einem Hund 

schwer oder sogar tödlich verletzt wurde.

Mancher Hundeexperte nutzt die Medienwirkung solcher Ereignisse, um 

pauschale Ratschläge zu geben und mancher Politiker macht aus diesem 
wichtigen Thema eine Wahlkampfposse.

Bei solchen Themen lassen die Extreme auch nicht lange auf sich warten. 

Manche fordern die Ausrottung aller Hunde, während die anderen immer wieder betonen, wie harmlos diese kleinen Fellnasen doch sind.

Bilder drohender Hunde und verletzter Kinder in den Medien heizen die Stimmung an.

Für Eltern ist es schwierig vernünftige Informationen zu bekommen. Falsche 

und teilweise gefährliche Ratschläge zum Thema "Kind und Hund" geistern in 
den Medien und den Köpfen der Menschen rum.

Wie hoch ist die Gefahren, die von einem Hund ausgeht

Schon kleine Hunde können ein Kleinkind lebensgefährlich verletzen. Selbst 

bei "harmlosen" Angriffen können lebenslangen Probleme, durch Vernarbungen 
im Gesicht auftreten.

Statistisch sind Kinder im Grundschulalter stark gefährdet. Häufig  ist der angreifende Hund, ein dem Kind vertrautes Tier. Die Rasse spielt, wenn überhaupt, eine untergeordnete Rolle.

Obwohl jedes verletzte Kind ein verletztes Kind zu viel ist, sollte hier auch erwähnt werden, dass Beißunfälle selten sind. Dabei darf auch nicht verschwiegen werden, dass es wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer gibt.

Um die tatsächliche Gefahr bewerten zu können, sind umfangreiche  Untersuchungen nötig. Experten fordern schon lange die Meldepflicht von  Beißunfällen und eine wissenschaftliche Betrachtung, um verwertbare  Ergebnisse zu bekommen.

Mögliche Ursachen

Auch wenn nach jedem Beißunfall, die Experten spekulieren und Ihre Meinung  in die Medien bringen, fehlen in der Regel nötige Fakten, um den Einzelfall bewerten zu können. Viele der Medienanalysen sind einfach unseriös.

Größte Sorge haben Eltern, die ein Kind erwarten. Wie wird der Hund  reagieren und wo wird es Probleme geben. "Bringen Sie schon mal Windeln aus  dem Krankenhaus mit und lassen Sie den Hund schnüffeln", rät so mancher Hundeexperte. Auch wenn mancher Ratschlag in mancher Situation bei mancher Mensch-Hund Beziehung sinnvoll sein kann, sind Pauschalisierungen bei einem solchen wichtigen Thema nicht angebracht.

Für einige Eltern ist ein Baby eine außergewöhnliche Belastung. Schlafmangel und ständig schreiende Säuglinge können auch bei den stärksten Müttern und Vätern eine aggressive Grundstimmung hervorrufen.  Aggressionen, die teilweise auch gegen das eigene Kind gerichtet werden. Über dieses Thema sprechen Eltern nur ungern. An dieser Stelle muss die Frage gestellt werden, ob solche Emotionen auf den Hund übertragen werden. Unabhängig von einem Hund, sollte es gesellschaftsfähig werden, dass Eltern sich in  Extremsituationen Hilfe holen. Ärzte, Hebammen aber auch die eigene Familie mit Oma und Opa sollten überforderte Eltern entlasten. Was den Hund in der Familie betrifft, kann dieser unter Umständen auch für die nötige Entspannung sorgen. Einfach mal raus mit ihm, ist vielleicht nicht der schlechteste Ratschlag.

Ein beliebtes Spiel bei Hundetrainern ist das "Oh, was hab ich denn hier  Spiel". Dabei nimmt der Trainer einen Gegenstand, dreht sich vom Hund immer wieder weg, versteckt den Gegenstand und will dadurch die Aufmerksamkeit des Hundes bekommen. Das klappt besonders bei jungen Hunden sehr gut. Manch ein Hund dreht dabei richtig auf und bellt und springt den Besitzer an, um die unbekannte "Beute" zu bekommen.
 
Menschen die ein Baby  auf dem Arm haben, das in eine Decke gewickelt ist, nehmen eine  vergleichbare Körperhaltung ein und spielen dieses Spiel ungewollt mit ihrem Hund. "Ich hab hier was, was Du nicht hast!",  kann in diesem Fall ein gefährliches Spiel werden. Vermeiden Sie, dass Ihr Hund ein Baby mit einem neuen Spielzeug verwechselt. Sinnvoll ist es, dem Hund klar zu zeigen, dass nicht alles was der Mensch schützend hält ein ganz tolles Spielzeug für ihn ist. Häufig würde das Problem schon aufhören, wenn der Mensch das Baby nicht wie eine wertvolle Beute  beschützen würde.
 
Bei allen Überlegungen hier, sollte im Zweifel, die Situation unbedingt von einem Profi bewertet werden. Dabei ist es notwendig individuell den Fall zu  analysieren. Pauschale Ratschläge können gefährlich sein.

Beim derzeitigen Wesenstest werden Hunde häufig in die Nähe eines Kinderwagens gebracht, aus dem die Tonbandgeräusche  eines schreienden Kindes zu hören sind.  Mancher Hund findet dieses Geschrei so spannend, dass er auf  Erkundungsreise geht. Der Kinderwagen wird dann angesprungen und der Hund zerreißt den Inhalt, um die "Beute" zu finden. Noch größer wird der Reiz sein, wenn sich der Kinderwagen auch noch leicht bewegt. Ein Hund, der seltsame Geräusche und Bewegungen in einem Blätterhaufen bemerkt und sich auf diesen stürzt handelt ganz normal. Vergleichbare Situation mit einem Kind im Kinderwagen oder einem Kind unter einer Decke ist sehr gefährlich.

Eltern müssen realisieren, dass jeder Hund Verhaltensweisen zeigen kann, die einem Kind gefährlich werden können. Hier geht es nicht immer um Aggression.
 
Der Hundehalter hat die Aufgabe den Hund entsprechend zu sichern, wenn ein gefährliches Verhalten durch Training nicht abzustellen ist. Besondere intensiv sollte das Beutefangverhalten beobachtet werden. Beim Training kann eine kompetente Hundetrainerin oder ein kompetenter Hundetrainer helfen.
Wird ein Kind erwartet kann es, je nach häuslicher Situation, notwendig sein, dem Hund neue Regeln zu vermitteln. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sind Abbruchsignale wie "Lass es!" oder "Vergiss es!" sehr nützlich. Der Hund sollte auch lernen entspannt am Kinderwagen zu gehen. Kommandos wie "Bleib da liegen", "Geh aus dem Weg", können auch sehr hilfreich sein. Hier  sollte sich jeder Hundehalter seine eigenen Gedanken machen und entscheiden, was für ihn nützlich ist. Die Schwangerschaft gibt genug Zeit, um gewünschte Veränderungen langsam zu erarbeiten.
 

Ruhe

 
Spätestens, wenn das Kind anfängt zu krabbeln ist der Zeitpunkt gekommen, dem Hund die Möglichkeit zu geben, sich zurückzuziehen. Dabei muss natürlich auch beachtet werden, dass ein Hund, der ständig seinem Besitzer folgt sich ungern freiwillig zurückziehen wird. Unter Umständen muss der Hundehalter dann für Ruhe sorgen. Vergleichbar ist es mit einem Kind, dass nicht schlafen will und deshalb ständig unter Strom steht. Ein deutliches: "Nun wird geschlafen!", hat schon manchem Kind geholfen.
 
Auch wenn das Kind noch nicht krabbelt, sollte darauf geachtet werden, dass der Hund genug Ruhe bekommt. Hunde, die wegen dem Geschrei des Kindes nicht schlafen können, sind vielleicht irgendwann nicht mehr entspannt und gelassen genug.
 
Ein Ruhebereich, wo der Hund notfalls auch hingeschickt wird, kann auch hier sehr hilfreich sein.
 

Krabbelkind und Hund

Kommt das Kind ins Krabbelalter, wird es von manchen Hunden als Bedrohung 
empfunden. Jeder Hund reagiert unterschiedlich! Dies ist auch das Alter, wo viele Hundehalter mit gutem Willen und manchmal irrsinnigen Theorien Hund und Kind miteinander vertraut machen wollen.
Bei vielen dieser wilden Theorien werden Wörter wie Alpha, Rudel, Dominanz, Rangordnung usw. verwendet. Bitte beachten Sie, dass der Hund mit dem Menschen nicht in einem Rudel lebt, ihr Kind wird vom Hund nicht in  eine Rangordnung eingestuft und der Mensch ist auch kein Alpha und wenn er  ein Alpha wäre, dann ist noch zu klären, ob ein Alpha wirklich das ist, was sich der Mensch gerne unter einem Alpha vorstellt. Bitte vergessen Sie ganz schnell, dass Ihr Hund erdulden muss, dass ein Kind auf ihm rumklettert,  weil sie als "Alpha" das wollen. Vergessen Sie auch, dass Ihr Kind im Rudel anerkannt werden muss. Glauben Sie nicht, dass ein Hund, der Ihr Kleinkind  ignoriert sich unbedingt dominant verhält und deshalb eine Bedrohung ist.
In diesem Alter ist der Hundehalter gefragt, die Situation zu kontrollieren und dem Hund zu vermitteln, dass er nichts zu befürchten hat. Achten Sie darauf, dass der Hund keine unangenehme Erfahrung mit dem Kind macht.  Gerade in diesem Alter greifen Kinder unkontrolliert und dies kann beim Hund  Abwehrreaktionen auslösen. Das Kind ist bis zu einer bestimmten Entwicklungsstufe noch nicht in der Lage, zu verstehen, dass ein bestimmtes Verhalten nicht richtig ist.
 
Bei etwas aktiveren Hunden, die leicht aufgedreht werden, sollte der Besitzer für nötige Ruhe sorgen. Abwartende, zurückhaltende oder sogar ängstliche Hunde, dürfen durch das Krabbelkind nicht bedrängt werden.

Kontaktaufnahme durch den Hund sollte positiv gewertet werden. Notfalls kann hier auch der Hausbesuch einer Trainerin / eines Trainers hilfreich sein. Mit einem Experten kann der Hund auch so weit an das Kind gewöhnt werden, dass er es bis zu einem gewissen Grad duldet. Die ist sinnvoll, falls im Trubel das Kind doch mal zum Hund krabbelt. Langsames Vorgehen ist erforderlich, wenn der Hund Probleme mit dem Kind hat.

Was ist, wenn ein Hund das Kind anknurrt

In diesem Fall wissen Sie, dass Sie nun eingreifen müssen, denn ihr Hund ist gerade nicht damit einverstanden, was das Kind da gerade macht. Bedenken Sie bitte, was Dr. Dorit Feddersen-Petersen sagt: "Ein Hund der knurrt ist nicht gefährlich - er kommuniziert!" Beachten Sie solche Warnungen und nehmen Sie die Situation ernst. Im Zweifel sollten Sie immer mit einem Profi sprechen.

Erste Schritte

Spätestens wenn der Nachwuchs die ersten Schritte macht, wird sich die Einstellung des Hundes zum Kind wieder ändern.

Mancher Hund mischt sich auch gerne mal in die Erziehung ein. Beobachten Sie Ihren Hund, wenn ihr Kind besonders wild krabbelt, schreit und tobt! Mancher Hund schaut seinen Besitzer verzweifelt an und versteht nicht, warum dieser nicht für Ordnung sorgt. Aus Hundesicht ist es wirklich verwunderlich, was wir Menschen uns von unseren Kleinkindern so alles gefallen lassen. Manches Tier will da dann auch schon mal die Erziehung übernehmen und das macht ein Hund auf sehr körperliche Weise. Klare Ansagen sollten hier gemacht werden! Der Mensch erzieht und nicht der Hund! Je nach Hund dürfen Sie das auch ganz klar zum Ausdruck bringen und auch mal zeigen, dass der Mensch auch so etwas, wie elterliche Schutzaggression hat. Erziehungsversuche des Hundes sollten auf keinen Fall ignoriert werden.

Auch das oben erwähnte Jagdverhalten kann nun verstärkt gezeigt werden. Je schneller das Kind, umso spannender kann die Ersatzbeute werden. Unterbinden Sie solche Jagdversuche schon im Ansatz. Fragen Sie notfalls einen Experten, wenn Sie nicht wissen, wie Sie ihren Hund wirkungsvoll maßregeln können.

Mit den ersten Schritten und  ersten Worte kommen die ersten Dinge die ein Kleinkind lernen muss. "Leise und Langsam" sollte die erste Lektion sein. Leise und langsam soll das Kind sich dem Hund nähern. Daran sollte es auch immer wieder erinnert werden, wenn es mal wieder schreiend auf den Hund zuläuft. Der Hundehalter sollte spätestens jetzt seinem Hund auch zeigen, dass er die Verantwortung übernimmt, wenn das Kind den Hund bedrängt, wird das Kind weggenommen. Im zweiten Schritt sollte das Kind lernen, dass der Hund es nicht mag, mit Gegenständen "bearbeitet" zu werden. So verständlich  das Verhalten des Kindes auch ist, sollte der Bauklotz nicht dazu dienen, 

den Hund zu kämmen und Plüschtiere ihm nicht ins Maul gedrückt werden.

Was Ihr Kind mit Ihrem Hund machen darf, sollte ganz individuell entschieden werden. Es kann sehr sinnvoll sein, wenn das Kind dem Hund Futter gibt. Es  kann aber auch gefährlich sein, wenn ihr Hund sein Futter verteidigt.  Sinnvolle und ungefährliche Spiele für Hund und Kind, sind alle Spiele bei  denen der Hund seine Nase benutzen kann und kontrolliert wird. Futter  verstecken, Ersatzbeute (Spielzeug)  vom Kind auslegen lassen und dabei den Hund ruhig warten lassen, bis er zu seinem Spielzeug geschickt wird.  Gegenstände eingraben und diese ausgraben lassen. Für das Kind werden  solche gemeinsamen Spiele mit dem Hund eine tolle Sache sein. Rennspiele  und Kampfspiele, bei denen ein unruhiger Hund noch mehr aufgedreht wird,  sollten seltener werden und nur unter guter Kontrolle gespielt werden.

Impulskontrolle ist etwas, was der Hund spielerisch lernen sollte.

Ab ca. 3 Jahre sollte das Kind mehr über den eigenen Hund und andere Hunde lernen. Erste Begriffsunterschiede helfen zu begreifen, dass der Hund kein Mensch ist. Ein Kind kann schon früh lernen, dass Mama einen Mund und Hände  hat, der Hund aber eine Schnauze und Pfoten. Das Kind versteht, wenn man  sagt, dass der Hund keine Schokolade essen darf und auf dem Boden schläft und aus dem Napf trinkt. Diese erste begriffliche Unterscheidung hilft zu vermitteln, dass Hundeverhalten kein Menschenverhalten ist. Das Kind  muss auch lernen, dass nicht alle Hunde gleich sind und Hunde auch beißen 
können, ohne automatisch böse Hunde zu sein.
 
Einige Punkte sollten unbedingt vermittelt werden:
 
  • Sich einem Hund leise und langsam nähern.
  • Keine fremden Hunde streicheln ohne den Besitzer zu fragen.
  • Hunde nicht erschrecken
  • Sich dem Hund nicht von hinten nähern
  • Nicht kneifen, an Fell, Schwanz oder Ohren ziehen, nicht die Pfoten anfassen
  • Den Hund nicht mit Gegenständen bedrohen
  • Notfalls etwas, was ein Hund haben will auch abgeben
  • Sich nicht bei spielenden oder kämpfenden Hunden einmischen

...und viele Punkte mehr

Um dieses Wissen kindgerecht zu vermitteln gibt es geeignetes  "Unterrichtsmaterial".

Frau  Dr. Hildegard Jung hat den blauen Hund nach Deutschland gebracht. Der blaue Hund ist eine Zeichentrickfigur mit der Kinder durch ein interaktives Computerprogramm denn richtigen Umgang mit Hunden lernen. "Der blaue Hund" wird von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (e.V.) unterstützt.
 
Weitere Informationen: Der blaue Hund
 
Der Hundetrainer Thomas Baumann hat das Buch "Mein Hund Goldi" geschrieben, mit dem Kinder der richtige Umgang mit Hunden vermittelt werden kann.
 
Hier geht es zum Buch: Mein Hund Goldi (Amazon)
 
Die Schweizer Behörden haben eine kostenlose Broschüren, die bei der Erziehung der Kinder helfen sollen:
 
Tapsi kommt (für Kinder ab 4)
Hier lernt Kind den richtigen und sicheren Umgang mit dem Hund. Dies Broschüre eignet sich wunderbar, um Kindern die Grundregeln im Umgang mit Hunden zu vermitteln. Dies ist nicht nur für Kinder, die mit Hunden leben, empfehlenswert.
 
Neben der Erziehung über Literatur ist die Wissensvermittlung durch  Vorträge in Kindergärten und Schulen ein wichtiger Punkt.

Die Mönchengladbacher Hundetrainerin Anja Schuhmacher besuchte mit ihrem 

Hund eine Schulen im Rahmen einer Projektwoche.

Hier der Bericht: Gassi gehen mit Cody

 

Anja Schumacher ist gerne bereit, weitere Projekte durchzuführen.  Interessenten sollten sich bei Ihr melden. Anja bietet auch Einzelstunden  "Hund und Kind" an.

Elke van Hürth, Hundetrainerin aus Krefeld besucht auch mit ihrem Hund  Kindergruppen und vermittelt nötiges Wissen und Vertrauen. Hier sind einige  

Artikel über Ihre Arbeit:

http://www.e-vh.de/RP%20021211.pdf

Wie Verkehrserziehung vor Gefahren im Straßenverkehr schützen kann, wird  Wissensvermittlung auch vor Beißunfällen schützen.

Weitere Gedanken

Es sollte auch beachtet werden, dass immer mehr Rassehunde unter Erbkrankheiten leiden und selbst Mischlinge dieser Rassen vor solchen Krankheiten nicht geschützt sind. Vermehrt zeigen Hunde auch Verhaltensauffälligkeiten. Viele kleinere Hunderassen zeigen übersteigertes Jagdverhalten oder gesteigertes Sexualverhalten. Es ist nicht ganz  auszuschließen, dass die Ursache für manchen Angriff auch psychische Störungen oder körperliche Störungen sein können. Hier sind  Züchter gefragt, das genetische Einerlei (Inzucht unserer Hunde) zu durchbrechen. Wir brauchen wieder gesunde Hunde in unserer Gesellschaft.

Die Haltung des Hundes ist nicht immer artgerecht. Immer noch werden Hunde in Deutschland weitgehend isoliert gehalten, bekommen kaum Auslauf (oder nur Auslauf an der kurzen Leine), keinen Kontakt zu Artgenossen oder dürfen nicht mehr Hund sein. Auch ist es bedenklich, wenn ein Hund in eine Umwelt geholt wird, mit der dieser Hund einfach überfordert wird. Bei den Touristenbegleithunden, die aus Tierschutzgründen aus einem spanischen Tierheim in die Großstadt geholt werden, kann es zu einer Überforderung 

kommen.

Die "moderne" Hundeerziehung, bei dem der Hund keinen Stress mehr haben darf und auch keinen Frust mehr kennenlernen soll, ist ein weiterer Punkt, der für manches Hundefehlverhalten verantwortlich ist. Aber auch die ständige Einflussnahme auf den Hund und das ständige Unterdrücken des Hundes wird auf Dauer Mensch und Hund nicht glücklich machen. Dazu gehören auch versteckte Gewaltanwendungen auf psychischer Ebene, wie das vollständige Isolieren des Hundes durch dauerhaftes Ignorieren.

Dringend notwendig ist die Schulung der Hundehalter, um mögliche Gefahren im Vorfeld zu erkennen und abwehren zu können. Schon lange Zeit fordern Experten einen Hundeführerschein. Besonders notwendig ist die Aufklärung, was die falsche Beschäftigung eines  Hundes betrifft. Fehlgeleitetes Jagdverhalten oder Jagen am falschen Objekt kann durch falsche Beschäftigung gefördert werden. Neben der Unterbeschäftigung, die auch zum Problem führen kann, sollte unbedingt auch beachtet werden, dass ein Hund  viel Ruhe braucht. Besonders der junge aufgedrehte Hund!

Hunde, die von Ihren Haltern zu Waffen gemacht werden und als solche gehalten werden sollten unverzüglich von den Behörden eingezogen werden. Gesetze gibt es genug! Verstöße müssen konsequent geahndet werden.

Kinder müssen mehr über den Umgang mit Tieren lernen. Hier sind die Eltern gefragt aber auch Schulen und Kindergärten.

Es ist zu überprüfen, ob es sinnvoll ist, wenn Hunde schon im Welpenkursen und Junghundegruppen Baby und Kleinkind kennenlernen. Der Realisierung wird sicherlich nicht so einfach! Das Baby in einer Hundegruppe stelle ich mir schwierig vor. Beim Kleinkind können ja auch die Eltern des Kindes von einem Besuch in der Junghunde- oder Welpengruppe profitieren.

Zusammenfassende wichtige Punkte:

  • Gesunde Hunde durch genetische Vielfalt
  • Aufklärung der Halter
  • Potentielle Gefahren kennenlernen
  • Situationen managen
  • Angemessene Erziehung des Hundes
  • Angemessene Beschäftigung des Hundes
  • Wissensvermittlung und Erziehung des Kindes
  • Beratung durch kompetente Hundeschulen
  • Begegnung mit Kleinkind und Baby in Welpen- und Junghundegruppe

Fragen Sie bitte im Zweifel einen guten Hundetrainer /eine gute 

Hundetrainerin und/oder Ihren Tierarzt/Ihre Tierärztin