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Erziehung und Beschäftigung

Noch nie war die Verunsicherung so groß und noch nie gab es so viele Experten, wie heute.
 
Neben der Erziehung des Hundes geht es immer mehr um den Verkauf von Ideologien. Hund ist ein großer Markt geworden und das Maketing fordert Positionierung und Alleinstellungsmerkmale.
 
In Internetforen werden Erziehungsmethoden sehr emotional diskutiert und falsche Experten geben falsche Ratschläge und wahre Experten werden kritisiert, weil deren Meinung nicht zur bevorzugten Ideologie paßt.
 
Es entwickeln sich Personenkulte um einzelne Trainer oder Experten und deren Weg wird als richtiger Weg gepriesen.
Schlimmer ist die Verurteilung der Hundehalter die andere Wege gehen müssen oder einfach gehen wollen.
 
Der Trend in der Hundeerziehung, alles ohne Zwang zu machen, erinnert an Modewellen in der Kindererziehung, wo auch schon über das Antiautoritäre oder auch das Autoritäre als einzig menschliche Erziehungsform nachgedacht wurde.
 
Wer seinen Labrador als Welpen zu sich genommen hat und ihn erfolgreich, ausschließlich durch das Belohnen mit Leckerlie erzogen hat, kann sich wirklich freuen.
 
Hundeindividuen sind aber sehr unterschiedlich im Verhalten und spätestens, wenn der erwachsene Rhodesian Ridgeback seine Halter erzieht, sollte man ernsthaft darüber nachdenken, ob die Fleischwurst die richtige Antwort auf eine solche Entwicklung ist.
 
Der Hundehalter, der seinen Hund auch mal zur Seite schubst, ist nicht automatisch ein schlechter Hundehalter. Er erzieht seinen Hund und nutzt dabei hoffentlich den Weg, der für seinen Hund der richtige Weg ist.
 
Reden und Diskutieren läßt sich viel! Sinnvoll ist es, die Erziehung des Hundes auf ein wissenschaftliches Fundament zu stellen.
Die vielen Methoden lassen sich auf Sinnhaftigkeit prüfen, wenn man nach der wissenschaftlichen Grundlage fragt.
 
Erst einmal reicht es zu verstehen, dass ein Hund ein Hund ist und kein Mensch!
 
Der nächste nützliche Gedankengang soll verstehen lassen, dass der Mensch ein Mensch ist und kein Hund!
 
Weder muß der Hund vermenschlicht, noch der Mensch verhundlicht werden!
 
Der Hund benötigt keine Dauerbeschäftigung, keine Unterdrückung und darf auch kurze Zeit Streß und Frust ertragen. Kommunikation unter Hunden verläuft meist sehr kurz und deutlich. So darf auch die Kommunikation Mensch-Hund verlaufen.
 
Wer sunsicher ist und sich erst einmal einen Überblick verschaffen will, der sollte einen Blick in das Buch von Günther Bloch "Der Hund im Wolfspelz" werfen.
Es gibt in diesem Buch einen guten Überblick zu den verschiedenen "Methoden", die von manchen Trainern als Allheilmittel verkauft werden. Auch räumt Bloch  mit vielen Vorurteilen über Hundeverhalten und Hundeerziehung auf. Dieses Buch ist ein sehr guter Einstieg und informiert umfangreich, ohne zu tief ins wissenschaftliche abzurutschen oder fanatisch und dogmatisch eine Ideologie zu verkaufen.
 
Menschen leben schon sehr lange harmonisch mit Hunden  und das hat vor hunderten Jahren sogar ohne Hundeexperten funktioniert. Wahrscheinlich, ist ein Mensch, der noch mit der Natur verbunden lebt, auch automatisch ein "Hundeexperte", weil er das Wesen des Hundes leichter versteht.
 
Der Hund hatte damals noch feste Aufgaben, geregelte Abläufe und seinen festen Platz in der Familie. Heute muß der Hund teilweise übermenschliches Leisten und hat keine
Chance mehr ein Hund zu sein.
 
Weil die natürlichen Aufgaben wegfallen ist ein künstliches
Beschäftigungsprogramm sinnvoll. Aber auch da sollte der Hund seiner Veranlagung entsprechend und Maßvoll beschäftigt werden.
 
Zunehmend machen Menschen ihre Hunde zu Tiere, die psychisch abhängig sind, von einem Spielobjekt. Hunde, deren Lebensinhalt darin besteht den ganzen Tag ein Bällchen zu bewachen sind nicht sinnvoll beschäftigt, sondern verhaltensgestört.
 
Die Beschäftigung für den Familienhund ist heute zu einer großen Herausfoderung geworden!
 
Welche Beschäftigungsform auch immer gewählt wird, es sollte in einem sinnvollen Rahmen geschehen, in dem Hund und Mensch Freude haben.
 
Abschließend ist zu sagen, dass viel Wissen erforderlich ist, um seinen Hund optimal zu erziehen.
 
Falls der Hundehalter  nicht über dieses Wissen verfügt, sollte er unbedingt eine kompetente Hundeschule fragen.
 
Eine gute Hundeschule vermittelt Ihnen schon beim Welpenkurs und in der Junghundegruppe so viel nötiges Wissen, dass Sie Ihren Hund wirklich verstehen und ihn sicher führen und erziehen können.

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