Patientenverfügung

Mehr als eine Formsache: Die Patientenverfügung

Die Beratungsstelle "Patientenverfügung" des Humanistischen Verbandes Deutschlands ist eine seit 1993 arbeitende unabhängige Einrichtung. Sie ist als kompetente Einrichtung zu den Fragen der Selbstbestimmung am Lebensende anerkannt. Ausführliche und detaillierte Informationen erhalten Sie auf:

www.patientenverfuegung.de

Patientenverfügung (PV) – Was ist das?

Erwachsene Menschen sind meist gewohnt, Entscheidungen im Leben selbst zu treffen. Jeder Volljährige kann mit einer Patientenverfügung dafür sorgen, dass dies für gesundheitliche Fragen auch so bleibt. Dabei geht um Situationen, die wir uns nur schwer vorstellen können: Wenn unsere geistigen Fähigkeiten einmal eingeschränkt oder  verloren gegangen sein sollten – zeitweise oder auch dauerhaft. Zu drängenden Fragen wie Risiko-Chancen-Abwägung oder persönlich unverzichtbarer Lebensqualität liegen dann meist keine Maßstäbe des Betroffenen vor.

Bei einer Patientenverfügung (PV) handelt es sich zivilrechtlich um eine vorsorgliche Willenserklärung. Sie wird wirksam, wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, seine not­wendige Zustimmung oder Ablehnung zu einer Behandlungs­maß­nahme direkt kund zu tun.

Eine PV enthält für konkrete Situationen (z. B. schwere Gehirnschädigungen) Bestimmungen zu medizinischen Behandlungsmaßnahmen. Diese können eingefordert, ein­ge­schränkt oder völlig abgelehnt werden. Daneben sollten in einer PV individuelle Wünsche und Wertvorstellungen zum Ausdruck kommen.

Eine Patientenverfügung muss schriftlich sein, das ist mit Inkraftreten des "PV-Gesetzes" am 1. September 2009 im Betreuungsrecht verankert. Sie ist verbindlich zu befolgen – aber nur dann, wenn die PV sich konkret auf die dann eingetretenen Umstände beziehen läßt (oder absolut geltende Anweisungen enthält).