Anti-Mobbing-Theater 2018

„Mobbing – wenn Ausgrenzung einsam macht!“ 

Elternbeirat der Mittelschule finanziert Theaterstück

                                                                                                                                                          

Frontenhausen. Kürzlich gastierte das Theater Weimarer Kulturexpress in der Aula der Mittelschule. Das von den Schauspielerinnen Sonja-Elisabeth Martens und Michaela Beer gespielte Stück „Mobbing – wenn Ausgrenzung einsam macht!“, sensibilisierte nicht nur alle Schüler für das Thema, sondern bot auch Erklärungsansätze und Lösungen an. Die Aufführung wurde vom Elternbeirat finanziert.

Die Inszenierung zeigte durch die realitätsnahe Darstellung, was Mobbing für das Opfer bedeutet und welche Auswirkung psychische Terrorisierung haben kann. Das Stück wurde für sämtliche Klassen der Mittelschule in Frontenhausen aufgeführt. Die Mittelschule widmete sich damit einem Thema, das sich durch alle Altersklassen und sozialen Schichten zieht.

Die Situation

Die Darbietung handelt von zwei Schülerinnen, Laura und Franziska, die zum ersten Mal die gleiche Klasse besuchen und Sitznachbarinnen sind. Laura war im vorangegangenen Schuljahr Jahrgangsstufenbeste, was zwischen ihr und Franziska einen Konkurrenzkampf auslöst, da Franziska lediglich den Rang der Zweitbesten einnimmt. Bei beiden Schülerinnen liegt der Fokus auf den zu erreichenden Noten. Franziska wird bald eifersüchtig auf die Noten und die Leichtigkeit wie die Brillanz, mit der Laura ihre Leistungen erzielt. Sie ist auch eifersüchtig auf die Geborgenheit und den familiären Rückhalt, den Laura genießt. So keimt hinter der selbstischeren Fassade der allseits Beliebten zunächst Neid, dann bricht regelrechter Hass hervor. Aus harmlosen Neckereien werden Streiche, dann boshafte Scherze, Sachbeschädigungen und schließlich gipfelt die Auseinandersetzung in einem steigernden Feuerwerk von Psychoterror, üblen Nachreden und Ausgrenzungen, das sich vor allem des Cybermobbings über Facebook und WhatsApp bedient.

Wie kann es soweit kommen?

Schnell wurde klar, dass Mobbing immer in Eskalationsschritten und auf mehreren Ebenen abläuft; je weiter man bereits geschritten ist, desto schwieriger wird seine Beendigung. Physische Angriffe gehören dabei zu den direkten Formen, die regelrecht bösartig sind, die indirekten und latenten Formen, entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sich das Mobbing-Opfer nicht mehr wehren kann. Gerüchte streuen, Intrigen schmieden, Unterstellungen verbreiten sind alles Maßnahmen, die das Mobbing-Opfer meist erst dann erreichen, wenn es bereits zu spät ist. 

Lösungsansätze

Die beiden Schauspielerinnen glänzten nicht nur darstellerisch in dem klug aufgebauten Drama, sondern forderten in der anschließenden Diskussion dazu auf, Erklärungs- und Lösungsansätze für das Gesehene zu finden und Stellung zu beziehen. Die Schülerinnen und Schüler ergriffen so Partei für eine der beiden Mädchen – entweder indem sie sich auf die Seite der mobbenden Franziska schlugen oder betroffen mit der gemobbten Laura sympathisierten. Am Ende leuchteten zwei Lösungsansätze ein: Wichtig ist es, sich als Mobbing-Opfer schnell jemandem anzuvertrauen, noch besser ist es, anderen klare Grenzen zu setzen. Und: Im echten Leben gibt es keine echten Zuschauer, denn jeder, auch derjenige, der nichts tut und wegsieht, trägt etwas zur Verschärfung der Situation bei. Hinsehen, fragen, helfen – nur das sind die ersten Schritte, um dem Mobbing keine Chance zu geben. Rektorin Claudia Gärtner und die Sozialpädagogin der Mittelschule, Andrea Schmid, dankten den Schauspielerinnen für die großartige Darbietung und den Schülern fürs Mitdiskutieren.                                                                                                                                                        



    
    

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