Horst Schwebel
 Die Kunst und das Christentum


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Horst Schwebel, Die Kunst und das Christentum. Geschichte eines Konflikts. C.H. Beck, München 2002  [-> Verlags-Info C.H.Beck]

Phasen des radikalen Bilderverbots und des wirkungsvollen Bildgebrauchs prägen die spannungsvolle Beziehung von Christentum und bildender Kunst. Läßt sich die Frühzeit, bestimmt vom Bilderverbot der Kirchenväter, als Reaktion auf die antiken Bildkulte verstehen, so tritt in den nächsten Jahrhunderten das Kultbild wieder hervor - jetzt im Dienst der jungen Kirche. Erneute Phasen der Bilderverneinung markieren der Bilderstreit des 8. und 9. Jahrhunderts, die Epoche der Reformorden sowie der Reformation und begegnen uns bis in die Gegenwart.

Dazwischen liegen Zeiten exzessiven Bildgebrauchs zum Zweck der Glaubensvermittlung: von der Romanik bis zu den gewaltigen Bildprogrammen des Barock als Propaganda fidei, mit denen an die Protestanten verlorenes Terrain wieder zurückgewonnen werden soll.

Der radikale Paradigmenwechsel des 19. Jahrhunderts löst Anspruch und verbindliche Ikonographie der christlichen Bildtraditionen auf. Darüber können weder die historisierenden Rückgriffe auf die christliche Bildkunst vergangener Epochen noch etwa die religiöse Ekstase der Naturmetaphern eines van Gogh hinwegtäuschen. Kunstwerke der Gegenwart schließlich transportieren zwar nach wie vor einen hohen religiösen Anspruch, verstehen sich allerdings nicht mehr "als Magd der Theologie". Dieses Buch entwirft die Geschichte der 2000-jährigen konfliktreichen Beziehung von Christentum und Kunst, nennt Forderungen und Vorstellungen und liefert Argumente für den streitbaren Diskurs der Gegenwart. Ausgewählte Bildbeispiele und eine ausführliche Bibliographie runden die Darstellung ab.