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Archaischer Promachos

Eine selten dargestellte Form des frühen Hopliten mit besonders schwerer Panzerung: Es wird ein korinthischer Helm getragen, der Brustpanzer ist ein sogenannter Glockenpanzer. Nicht nur die Unterschenkel, sondern auch Oberschenkel und Arme werden mit Metallschienen geschützt. Daher ist das Gewicht der Rüstung mit rund 30 Kg auch ausserordentlich hoch.

Der Hoplit

Der Hoplit, griechisch ὁπλίτης hoplítēs, abgeleitet von Hoplon, Waffe ist definitionsgemäss ein schwer gepanzerter Infanterist des griechischen Kulturkreises in der archaischen Epoche bis zum Hellenismus. Die Hopliten stellten die Hauptgattung antiker griechischer Heere. Sie kämpften in geschlossener Formation als Phalanx, was damals eine absolute Überlegenheit auch gegen zahlenmässig weit überlegene Heere von Barbarenvölkern bewirkte.

Kämpften Griechen gegen Griechen, versuchte man die Phalanx des Gegners zu zerbrechen und ihn in die Flucht zu schlagen. Da auf der Flucht oft die Schilder weggeworfen wurden, konnte der geschlagene Gegner in der Folge meist den Kampf nicht mehr erneut aufnehmen.

Die Griechen waren „Männer des Speeres“, da der Doru, die Lanze als Hauptwaffe betrachtet wurde, im Gegensatz zu den Römern, welche den Gladius (Kurzschwert) als ihre Hauptwaffe einsetzten, nachdem ihre Pila geworfen worden waren.

Die Ausrüstung der Hopliten wird als πανοπλία, panoplía, „Allbewaffnung“, was eine umfassende, schwere Bewaffnung mit Körperpanzerung zu verstehen ist. Als wichtigste Schutzwaffe diente der Rundschild (ασπίς, aspís) mit etwa 1 Meter Durchmesser. Der Schild wird am Unterarm mit einer Propax gehalten und hat einen Haltegriff in der Nähe des Randes. Dazu kam eine grössere Vielfalt an Helmen, deren häufigste Modelle der Korinthische Helm, der Chalkidische Helm, der Attische Helm und der Phrygische Helm waren. Beinschienen schützen die Unterschenkel, da diese mit dem Schild nicht ausreichend geschützt werden könnten.

Primäre Angriffswaffe war der Doru, die Stosslanze, etwa 2-2,5 Meter lang. In der Zeit von Philipp II. und Alexander III. wurde die Sarissa als ultralange Stosslanze mit 4-7 Metern Länge benutzt (weil sie Beidhändig geführt wurde, musste der Schild verkleinert werden und wurde am Unterarm getragen).

Bei den Schwertern kamen verschiedene Typen zum Einsatz. Der Xiphos war ein Kurzschwert mit gerader Klinge, dem römischen Gladius nicht unähnlich. Daneben gab es ein gebogenes Hiebschwert, kopís oder μάχαιρα genannt. Als „Machete“ lebt der Begriff bis heute weiter, das nepalesische Kukri-Messer scheint sich ebenfalls davon abzuleiten.

Als Körperschutz diente ein verstärkter Leinenpanzer (Linothorax) aus verleimten Stofflagen. Die Schutzwirkung hat sich im experimentalarchäologischen Versuch als wesentlich grösser den erwartet erwiesen. Alternativ wurden auch Brustpanzer aus Bronze benutzt. Auch der Schuppenpanzer, aus dem orientalischen Raum stammend, war den Griechen bekannt. Darstellungen zeigen oft den Leinenpanzer mit Schuppenpanzerverstärkungen.

Die Individualität der meisten Hopliten in der klassischen Periode war sehr gross. da die meisten Stadtstaaten im Milizsystem Bürger zum Wehrdienst aufboten. Die Ausrüstung war, zumindest am Anfang, vom Bürger selbst zu stellen. Daher sind die Hopliten oft sehr heterogen und nicht alle Bürger voll gerüstet (Beinschienen haben nicht alle, auch der Brustpanzer wurde zum Teil weggelassen).

Als Renactmentdarstellung dürften sich die Hopliten der grössten Beliebtheit erfreuen. Für diese Darstellung ist auf dem Markt inzwischen auch Material erhältlich, wenngleich noch immer bescheidener als das Angebot für Legionäre.

Praktisch alle Ausrüstungsgegenstände sind auf dem Reenactmentmarkt erhältlich und mit entsprechenden Modifikationen ausreichend Individualisierbar (Schildmotive einzeln von Hand aufmalen, Verstärkung eines Leinenthorax, sofern nicht selbst gemacht etc).

Die Hypaspisoi (Makedonische Schildträger)

Die Hypaspisoi waren ähnlich wie die früheren Hopliten mit dem grösseren Rundschild und einer kürzeren Lanze, Schwert, Brustpanzer und Helm. Im Alexanderfeldzug dienten sie als „flexibles Gelenk“ zwischen den Kampfgefährten zu Fuss im Zentrum und der Kavallerie an den Seiten. Sie waren etwa 3000 Mann stark.

Innerhalb der Hypaspisten gab es Eliteeinheiten, die Argyraspiden („Silber-Schilder“, da sie ihre Schilde mit Silber dekorierten). In der Diadochenzeit entstanden weitere Eliteeinheiten, die Chrysaspiden („Gold-Schilder“), Chalkaspides („Bronze-Schilder“) und Leukaspides („Weiss-Schilde“).

Der offizielle Name der Einheit war „Die Hypaspisten der Kameraden“. Da sie einerseits flexibel sein mussten, andererseits für den Nahkampf eingesetzt wurden, dürfte ihre Ausrüstung ein Kompromiss zwischen Leichtbewaffnet aber schnell und Schwergepanzert für den Nahkampf gewesen ein. Ein grosser Hoplitenschild, Lanze, Helm und eine Sekundärwaffe sind auf jeden Fall anzunehmen, vermutlich auch der etwas leichtere Linothorax (Brustpanzer aus Bronze dagegen dürften zu schwer sein um wirklich flexibel zu sein). Die Hypaspisoi sollen auch Stiefel getragen haben.

Die Publikation „The Army of Alexander the Great“ (1984) geht von einer leichtern Ausrüstung aus, während die Publikation „Macedonian Warrior, Alexander’s elite infantrymen“ (2006) die Hypaspisoi als deutlich schwerer gerüstet zeichnet.

Als Schildmotiv diente der Stern von Vergina, die Helme waren in dieser Zeit Phrygische oder hellenistisch-attische Modelle.

Praktisch alle Ausrüstungsgegenstände sind auf dem Reenactmentmarkt erhältlich und mit entsprechenden Modifikationen ausreichend Individualisierbar wie beim Hopliten (Schildmotive einzeln von Hand aufmalen, Verstärkung eines Leinenthorax, sofern nicht selbst gemacht etc). Die Helme phrygischen und hellenistisch-attischen sind etwas schwieriger erhältlich.

Die Pezhetairoi (Makedonische Kampfgefährten zu Fuss)

Die Makedonischen Pezhetairoi („Kampfgefährten zu Fuss“) waren etwas anders ausgerüstet, wenngleich die Phalanxtaktik ähnlich war. Als Hauptwaffe diente die Sarissa, welche deutlich länger war und lediglich zum Stossen, nicht aber zum Stechen im Nahkampf geeignet war. Der Schild war kleiner, oft mit Bronzeüberzug und dem Stern von Vergina als Motiv, die Helme waren in dieser Zeit meist Phrygische oder hellenistisch-attische Modelle.

Alexander III. setzte sie auf dem Feldzug gegen die Perser im Zentrum ein, wo sie dieses zu halten hatten, bis die Makedonische Kavallerie und die hoplitenartigen Hypaspisoi die Perser umzingelt hatten.

Das Heer von Alexander verfügte über rund 9000 Pezhetairoi, unterteilt in 6 Bataillone (taxeis) mit jeweils 3 lochoi à 500 Mann. Die makedonische Phalanx war enger gestaffelt und mit 16 Phalangiten auch tiefer. Die makedonische Phalanx führte 338 v. Chr. zum Sieg über die Griechen und wurde auch in der hellenistischen Zeit beibehalten. Sie galt als allen anderen Infanterietaktiken als überlegen, bis die Römer die Makedonen 168 v. Chr. mit der neuen Manipel-Taktik und dem Pilum vernichteten.


Die Reenactmentdarstellung der Pezhetairoi ist bereits entschieden schwieriger und erfordert mehr Geld und Handwerk: Der kleinere makedonische Schild, gegebenenfalls mit Bronze überzogen und mit der Sonne von Vergina verziert ist nicht erhältlich und muss wie die Sarissa selbst hergestellt werden.


Hellenistische Thurephoroi

Dieser spezielle Typus des leichten Infanteristen entstand in der Zeit der Diadochen. Diese Truppengattung trug leichte Speere, ein Schwert, einen Helm, keine Rüstung und einen ovalen Schild wie ihn die Kelten benutzten. Auch die Thrakischen Söldner, in dieser Zeit sehr beliebt in der Anwerbung, benutzten solche ovalen Schilde. Den Namen erhielten die Thurephoroi („Thureos-Träger“) vom ovalen Schild, der Thureos genannt wurde. Sie konnten sowohl die Rolle von Plänklern übernehmen, aber auch eine leichtgerüstete Phalanx bilden. 


Hellenistische Thorakites

Dieser Typ ähnelt den Thurephoroi, war aber schwerer gerüstet und trug einen Brustpanzer griechischer Art oder ein keltisches Kettenhemd. Als Schild wurde ebenfalls der ovale Thureos verwendet.