Gedankensammlung

Folgende Gedanken beschäftigen mich:

  • Basisziel
    Mein Ziel ist es die individuelle und gesellschaftliche Situation von Psychiatrie-Erfahrenen zu verbessern. 

  • Partizipation:
    Eigene Erfahrungen mit schweren seelischen Krisen können zur Kompetenz werden, deren Einbindung auf allen Ebenen des psychiatrischen Hilfesystems von großem Nutzen sein kann - sei es im individuellen oder auch im gesundheitspolitischen Bereich. Die Partizipation Psychiatrie-Erfahrener ist die Voraussetzung für eine moderne und hilfreiche Psychiatrie.

  • Projekte und politische Prozesse:
    Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf der Initiierung und Begleitung von Projekten und politischen Prozessen. Die konkrete Hilfe am bedürftigen Menschen entspricht nur in zweiter Linie meinen Fähigkeiten. 

  • Biopsychosozial:
    Ein rein medizinisch ausgerichtetes Behandeln von psychischen Erkrankungen greift zu kurz. Der Mensch kann sich nur im Wechselspiel zwischen seiner Umwelt, seiner Psyche und seiner Biologie entwickeln und verstanden werden.

  • Trialog bzw. Quadrolog:
    Trialog beschreibt die Idee, dass Psychiatriefachleute, Angehörige psychisch Erkrankter und Psychiatrie-Erfahrene gleichberechtigt und auf gleicher Augenhöhe zusammenwirken. Sie verfolgen gemeinsame Ziele, tauschen sich aus, versuchen die Perspektive der jeweiligen anderen Gruppe zu verstehen und wollen voneinander lernen. Unterschiedliche Positionen führen nicht zu einer grundsätzlichen Gegnerschaft und werden gegenseitig respektiert. Quadrolog ist die Erweiterung des Trialogs um die wichtige Gruppe der in der Psychiatrie engagierten Bürger, sogenannte Bürgerhelfer. Der Quadrolog ist eine Basis für mein Engagement in der Psychiatrie. Ich bin der Meinung, dass wir unsere Interessen optimal durchsetzen können, wenn wir mit den Psychiatriefachleuten, den Angehörigen und den Bürgerhelfern eng zusammenarbeiten und so die Stimme der Psychiatrie im gesamten politischen Diskurs stärken. Wenn wir gegeneinander arbeiten, schwächen wir unsere Gesamtpositition. 

  • Ökonomie:
    Um erfolgreich tätig zu sein, sind immer auch ökonomische Zusammenhänge zu beachten. Selbsthilfe bewegt sich nicht nur im ideellen Raum. 

  • Gehirn: 
    Unser Gehirn ist die Grundlage unserer Wirklichkeit, aber dessen Strukturen sind bis ins Alter vielfältig veränderbar. Es ist unwahrscheinlich, dass das Gehirn in seiner Komplexität jemals in Gänze verstanden wird.

  • Weltbild:
    E
    s wird immer Unerklärliches geben, das unsere Existenz beeinflusst. 

  • Psychopharmaka und Pharmaindustrie:
    Psychopharmaka können gegen Symptome von psychischen Erkrankungen wirksam eingesetzt werden. Ziel ist es den Patienten dazu zu befähigen, die Nutzen-Risiko-Abwägung der Einnahme  sinnvoll durchführen zu können. Psychopharmaka sind weit weniger wirkungsvoll, als bisher angenommen.
    Die Macht der Pharmaindustrie ist zu begrenzen, da deren Mittel zur Maximierung des Gewinns äußerst fragwürdig sind. Es scheint, dass das Ziel möglichst viele Psychopharmaka zu verkaufen sich nicht an den Interessen der Patienten ausrichtet. Durch die überwiegende Kontrolle der Forschung, durch finanzielle Einflussnahme  und durch unangemessene Werbeaktivitäten setzt die Pharmaindustrie ihre eigennützige Ziele durch.

  • Zwang und Gewalt:
    Es ist ehrenwert sich für eine gewaltfreie Psychiatrie als Ziel einzusetzen. Solange aber die Psychiatrie neben der Fürsorge für den Patienten auch für den Schutz der Gesellschaft verantwortlich ist, wird es immer auch Gewalt in der Psychiatrie geben. So wie auch der Glaube an eine gewaltfreie Gesellschaft ein Ideal ist, das jeder bisherigen Erfahrung mit dem Menschen widerspricht. Menschen, die eine gewaltfreie Psychiatrie anstreben und Menschen, die Gewalt in der Psychiatrie reduzieren wollen arbeiten im Prinzip an derselben Sache. Es ist umstritten, ob es in der Psychiatrie der zwangsweisen Medikamentengabe (Zwangsbehandlung) bedarf. Aber auch deren Abschaffung macht die Psychiatrie nicht gewaltfrei, sondern führt dazu, dass andere, möglicherweise weniger schädliche Zwangsmaßnahmen zur Anwendung kommen.

  • Beziehungsarbeit
    Jede erfolgreiche soziale Arbeit in der Psychiatrie ist im Wesentlichen Beziehungsarbeit
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