Alltag auf der Hütte

Was ist das Wichtigste an jedem Morgen? Brennt der Ofen noch oder müssen wir neu einheizen? Das lodernde Feuer bringt nicht nur Wärme in die Küche, nein, es bedeutet gleichzeitig auch warmes Wasser und warme Zimmer im ersten und zweiten Stock.

Also geht es morgens immer als Erste in die Küche zum großen Holzofen. Ist noch Glut da, brauchen wir nur etwas trockenes Holz und schon brennt das Feuer wieder.

An den Ofen ist ein Heizsystem angeschlossen, gefüllt mit Wasser und Frostschutzmittel. Die Rohre gehen in jedes Zimmer und fließen dort in Heizkörper, die mit einem Thermostaten geregelt werden können. Also, fast wie zuhause!

Auch warmes Wasser bekommen wir nur, wenn der Ofen brennt. Wir stellen dann rieseige Kessel, die bis zu 100 Liter fassen auf die Herdplatte.

Das Feuer bringt diese im Laufe des Tages zum Kochen und so haben wir warmes Wasser zum Abwaschen und zur täglichen Pflege.

Das Waschen funktioniert nur fast wie zuhause. Mit Schöpfeimern holen wir uns das warme Wasser aus den Kesseln, oft müssen wir es noch etwas abkühlen mit kaltem Wasser. Dann bri
ngen wir das Wasser nach oben in den Waschraum und schütten es in unsere Waschschüssel. Mit einem Waschlappen geht es dann dem Dreck an den Kragen. Sind wir fertig, schütten wir das Wasser in einen riesigen Bottich, denn wir brauchen es noch ein zweites Mal, wenn wir vom Lokus kommen und spülen wollen...

Es gibt übrigens doch fließend Wasser auf der Hütte, aber nur aus einem einzigen Hahn in der Küche. Dieser wird direkt von einer Bergquelle oberhalb der Hütte gespiesen, daher ist das Wasser eiskalt. Aber auch unheimlich lecker!

Kaum sind wir mit dem Waschen fertig, wird auch schon das Frühstück vorbereitet, Kaffee oder Tee gekocht und die Glocke geläutet, wenn alles fertig ist.

Und dann geht es auch schon raus zum Skifahren!

Nachmittags können wir drinnen spielen oder draußen, meist entscheidet das das Wetter...
Abends kochen wir, und das Tolle ist, auch wenn wir wirklich weit weg von der Zivilisation sind, wir können alles auf den Speiseplan bringen, was das Herz begehrt: Spaghetti Bolognese, Putengeschnetzeltes oder auch Schweinebraten mit Kartoffeln und Rotkohl, alles ist möglich!

Die Lebensmittel werden von Luggi morgens eingekauft und mit einem Skidoo zur Hütte gebracht.
Wer Luggi ist? Das ist Ludwig Unterdorfer, der Bauer, dem die Hütte in 3. Generation gehört. Die Familie Unterdorfer betreibt in Radstadt einen Bauernhof mit ca. 25 Milchkühen. Außerdem sind sie die Jagpächter im Gebiet rund um die Hütte (so weit das Auge reicht...) Am 5. September 1970 hatte sein Vater Ludwig Unterdorfer sen., oder einfach "der Lug", einen Pachtvertrag, zunächst mit dem Ehemaligenverein des Johanneums und später dann mit dem eigens gegründeten Hödhüttenclub geschlossen. Der Anfang einer großartigen Zusammenarbeit!

Und nach dem Essen? Wird gespielt, gesungen, gelacht, es werden Geschichten erzählt oder Bücher vorgelesen. Wir machen eine Nachtwanderung und bewundern den Sternenhimmel oder...oder...oder...

Manchmal kommt auch Achim...
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