Unger 2013 Tötungsdelikte

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Author: Marion Unger

Title: Sexuell motivierte Tötungsdelikte in Berlin 1990-2010

Subtitle: -

Thesis: Ph.D. Thesis, Medizinische Fakultät Charité, Universitätsmedizin Berlin

Year: 2013

Pages: 120pp.

Language: German

Keywords: 20th Century, 21st Century | German History | Victims: Homicide



Full Text


Link: Dissertationen Online an der FU Berlin (Free Access)



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Abstract: »Sexualmorde sind nur durch die sexuelle Motivation des Täters von anderen Morden abzugrenzen. In einer retrospektiven Fallanalyse wurden die sexuell motivierte Tötungsdelikte der Jahre 1990 bis 2010 aus Berlin untersucht. Das waren 41 Fälle, 0,1 % aller Homicide. In den 41 Fällen konnten 31 Täter ermittelt werden. In der Regel tötete ein Täter ein Opfer. Unter den Opfern waren 31 Frauen, fünf Männer und fünf Kinder (zwischen fünf und 17 Jahren). 85 % der Opfer waren Deutsche und 15 % Ausländer. Über 75 % der Opfer waren Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 37,8 Jahren. 78 % der Täter waren zwischen 20 und 35 Jahren. Auffallend war der sehr hohe Anteil (46,3 %) an Opfern mit einem, nach Risikoklassifikation, niedrigen Risiko, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden. Etwa die Hälfte (48,8 %) der Opfer und über die Hälfte (54, %) der Täter standen unter Alkoholeinfluss. Die Täter wiesen häufig ungünstige Sozialisationsbedingungen auf. Vor dem Tötungsdelikt waren 18 (58,1%) von 31 Tätern schon einmal strafrechtlich in Erscheinung getreten. In knapp der Hälfte der Fälle, in denen die Täter bekannt waren, kannten sich Opfer und Täter vor der Tat über einen längeren Zeitraum. In 80,5 % der Fälle wurde das Opfer am Tatort gefunden. Mehr als ein Drittel der Opfer wurde in der eigenen Wohnung ermordet. In der Mehrzahl der Fälle waren mehrere verschiedene Verletzungen todesursächlich. Die stumpfe Gewalt war mit 66 % am Häufigsten, gefolgt von den genitalen Verletzungen bei 49 % der Opfer, noch vor den Verletzungen durch scharfe Gewalt mit 46 %, den Halskompressionen mit 44 % und analen Verletzungen. Bei den extragenitalen Verletzungen dominierten Verletzungen im Kopf-Hals-Bereich. Abwehrverletzungen wurden in nur zehn Fällen beschrieben. Nach der Tat führten vier Täter sexuell motivierte Handlungen an dem Leichnam durch. In neun Fällen zeigten die Opfer Verletzungen, die deutlich für ein Übertöten („Overkill“) sprechen. Bei der Begehung eines sexuellen Tötungsdeliktes sprechen bestimmte Verhaltensweisen des Täters wie zum Beispiel das Mitbringen der Tatwaffe, das Übertöten, sexuelle Handlungen postmortem, die Spurenbeseitigung, die Veränderung der Tatortes („Staging“), die emotionale Wiedergutmachung ( „Undoing“) oder die Opferbeseitigung, eine deutliche Sprache. Bei entsprechender Interpretation können diese Verhaltensweisen Aufschluss über den Täter geben.« (Source: Dissertationen Online an der FU Berlin)

Contents:

  1. Einleitung (p. 10)
  2. Zielsetzung (p. 14)
  3. Material und Methode (p. 15)
    3.1. Auswahl des Untersuchungskollektivs (p. 15)
    3.2. Sektionsprotokoll (p. 15)
    3.3. Schwurgerichtsanklage/Ergebnisse vorläfiger Ermittlungen (p. 16)
  4. Ergebnisse (p. 17)
    4.1. Morde im Bundesgebiet und in Berlin (p. 17)
    4.2. Anzahl der Obduktionen in Berlin (p. 18)
    4.3. Opfer (p. 21)
      4.3.1. Herkunft der Opfer (p. 21)
      4.3.2. Alter der Opfer (p. 21)
      4.3.3. Geschlechterverteilung der Opfer (p. 22)
      4.3.4. Toxische Beeinflussung der Opfer (p. 23)
      4.3.5. Beruf/Tätigkeit/sozialer Status der Opfer (p. 24)
      4.3.6. Opferrisiko (p. 24)
    4.4. Täter (p. 25)
      4.4.1. Herkunft der Täter (p. 25)
      4.4.2. Alter der Täter (p. 26)
      4.4.3. Toxische Beeinflussung der Täter (p. 26)
      4.4.4. Sozialer Status/Beruf der Täter (p. 27)
      4.4.5. Vorstrafen der Täter (p. 28)
      4.4.6. Familienstand der Täter (p. 29)
    4.5. Beziehung Täter-Opfer (p. 30)
    4.6. Tathergang (p. 31)
      4.6.1. Tatzeit (p. 31)
      4.6.2. Todesursache (p. 32)
        4.6.2.1. Tötungsarten (p. 32)
        4.6.2.2. Todesursachen (p. 34)
      4.6.3. Tatwerkzeuge (p. 36)
      4.6.4. Täterermittlung (p. 37)
      4.6.5. Tatorte/Fundorte (p. 37)
        4.6.5.1. Auffinde-Situation (p. 38)
      4.6.6. Verletzungsarten (p. 39)
      4.6.7. Lokalisation der Verletzungen (p. 41)
        4.6.7.1. Extragenitale Verletzungen (p. 42)
        4.6.7.2. Genitale Verletzungen (p. 43)
        4.6.7.3. Anale Verletzungen (p. 43)
        4.6.7.4. Abwehrverletzungen (p. 44)
    4.7. Nachtatverhalten (p. 44)
      4.7.1. Opferbeseitigung (p. 44)
      4.7.2. Sexual motivierte Handlungen postmortal (p. 46)
    4.8. Übertöten ("Overkill") (p. 46)
  5. Kasuistiken (p. 47)
    5.1. Fall 1 (p. 47)
    5.2. Fall 1 (p. 51)
    5.3. Fall 1 (p. 54)
    5.4. Fall 1 (p. 58)
    5.5. Fall 1 (p. 63)
    5.6. Fall 1 (p. 68)
    5.7. Fall 1 (p. 72)
    5.8. Fall 1 (p. 74)
  6. Diskussion (p. 78)
    6.1. Herkunft von Opfern und Tätern (p. 78)
    6.2. Opfer (p. 80)
      6.2.1. Alter der Opfer (p. 80)
      6.2.2. Opferprovokation (ö. 80)
    6.3. Täter (p. 81)
      6.3.1. Alter der Täter (p. 81)
      6.3.2. Toxische Beeinflussung der Täter (p. 81)
      6.3.3. Sozialer Status der Täter (p. 82)
    6.4. Beziehung Opfer-Täter (p. 82)
    6.5. Tathergang (p. 85)
      6.5.1. Tatzeit (p. 85)
      6.5.2. Todesursache (p. 86)
      6.5.3. Tatwerkzeuge (p. 86)
      6.5.4. Tatorte/Fundorte (p. 87)
        6.5.4.1. Auffinde-Situation (p. 88)
    6.6. Rechtsmedizinische Befunde (p. 89)
      6.6.1. Verletzungsarten (p. 89)
      6.6.2. Lokalisation der Verletzungen (p. 90)
        6.6.2.1. Extragenitale Verletzungen (p. 90)
        6.6.2.2. Genitale Verletzungen (p. 91)
        6.6.2.3. Anale Verletzungen (p. 92)
        6.6.2.4. Abwehrverletzungen (p. 92)
      6.6.3. Nachtatverhalten (p. 93)
        6.6.3.1. Sexuell motivierte Handlungen postmortal ("Nekrophilie") (p. 93)
    6.7. Übertöten ("Overkill") (p. 96)
  7. Zusammenfassung (p. 97)
  8. Literaturverzeichnis (p. 99)
  9. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis (p. 107)
  10. Anhang (p. 109)
  11. Danksagung (p. 117)
  12. Eidesstattliche Versicherung (p. 118)
  13. Lebenslauf (p. 119)

Added: October 19, 2013 – Last updated: November 30, 2013