Coffey 2010 Soldaten

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Author: Peter Coffey

Title: Afrikanische Soldaten im französisch besetzten Vorarlberg 1945/46

Subtitle: Österreichische und französische Diskurse über Kolonialsoldaten sowie deren Erfahrungen in Österreich und innerhalb der französischen Armee

Thesis: Diplomarbeit, Universität Wien

Year: 2010

Pages: 121pp.

Language: German

Keywords: 20th Century | Austrian History, French History, Moroccan History | Types: Interracial Rape, Wartime Rape / Second World War



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Link: E-Theses - Hochschulschriften-Service, Universität Wien (Free Access)



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Abstract:

»Vorarlberg wurde hauptsächlich von marokkanischen Kolonialtruppen befreit. Bis September 1945 stellte daraufhin die 4. Marokkanische Gebirgsdivision die Besatzungstruppe in Westösterreich und dem französischen Sektor Wiens.
Die vorliegende Arbeit behandelt den Aufenthalt dieser Soldaten in Vorarlberg insbesondere unter dem Aspekt welche Diskurse über diese Soldaten in der Vorarlberger Bevölkerung präsent waren. Daneben gehe ich auch den soziale Hintergrund der marokkanischen Soldaten beleuchtet und auf die Funktionsweise der französischen Kolonialarmee, die von systematischer Diskriminierung gegenüber den kolonisierten Soldaten in allen Bereichen des militärischen Leben geprägt war, ein.
Zunächst gehe ich auf die Entstehungsgeschichte der Kolonialarmee sowie des Protektorats Marokko ein. Danach führe ich die zentrale Rolle, die afrikanische Kolonialsoldaten im zweiten Weltkrieg für Charles de Gaulles Freies Frankreich spielten aus und gehe auf den diskriminierenden mit diesen Soldaten am Ende des Krieges ein.
Die Untersuchung der Diskurse französischer Offiziere über Kolonialsoldaten, anhand von publizierten und unpublizierten Quellen gibt einerseits Einblicke in die Beziehungen innerhalb der Kolonialarmee und ermöglicht zudem einen Vergleich mit Vorarlberger Sichtweisen. In der Analyse zeigt sich eine starke Diskrepanz in den Darstellungen zwischen Publikationen wie Memoiren und Zeitschriften und der internen Kommunikation französischer Offiziere. Während bei ersteren am Ideal der mission civilicatrice festgehalten wird und Frankreich im allgemeinen bzw. die französische Armee im speziellen als Motor der Weiterentwicklung der autochthonen Bevölkerung Afrikas dargestellt wird, kommt in der internen Kommunikation des französischen Generalstabs für Marokko zum Ausdruck, dass eine Weiterentwicklung der Soldaten komplett unerwünscht ist, da man befürchtete, dass jegliche Horizonterweiterung der Kolonialsoldaten den militärischen Wert der Kolonialarmee zerstören konnte. Tatsächlich wurde ab Mitte der 1930er Jahre darüber berichtet, dass die Soldaten vermehrt gleiche Rechte mit ihren französischen Kollegen einforderten und eine Tendenz zeigten Befehle zu hinterfragen.
Die voralberger Sichtweisen über marokkanischen Soldaten zeigen insbesondere zu den internen Diskurs französischer Offiziere starke Parallelen auf. In beiden ist die Infantilisierung der Kolonialsoldaten ein wichtiges Instrument der Konstruktion ihrer eigenen Überlegenheit. Auch die Ablehnung von Beziehungen zwischen marokkanischen Soldaten und französischen bzw. österreichischen Frauen ist in beiden Diskursen stark präsent.« (Source: Thesis)

Contents:

  1 Einleitung (p. 5)
    1.1 Forschungsstand (p. 7)
    1.2 Gliederung (p. 9)
    1.3 Begrifflichkeiten (p. 10)
  2 Die Französische Kolonialarmee (p. 12)
    2.1 Gründung und Besonderheiten der französischen Kolonialregimenter (p. 12)
    2.2 Das französische Protektorat Marokko (p. 14)
      2.2.1 Die Etablierung des Protektorats Marokkos (p. 14)
      2.2.2 Französische Politik und politische Entwicklungen in Marokko bis 1939 (p. 15)
    2.3 Die marokkanischen Kolonialregimenter (p. 17)
    2.4 Stellung der Kolonialsoldaten innerhalb der französischen Armee (p. 20)
    2.5 Bild und propagandistische Bedeutung der Kolonialtruppen in der französischen Öffentlichkeit (p. 21)
  3 Afrikanische Soldaten im 2. Weltkrieg (p. 24)
    3.1 Die Mobilisierug in Afrika (p. 24)
    3.2 Die erste Phase des Krieges bis zur französischen Kapitulation 1940 (p. 25)
    3.3 Massaker der Wehrmacht an afrikanischen Soldaten (p. 25)
    3.4 Die Auswirkungen des Waffenstillstandsvertrags auf Afrika und afrikanische Soldaten (p. 27)
    3.5 Das Freie Frankreich und Afrika (p. 29)
    3.6 Nordafrika nach der Operation Torch (p. 32)
    3.7 Politik des blanchissement (p. 33)
    3.8 Die 4e Division Marocaine de Montagne (p. 37)
  4 Vorarlberg unter französischer Besatzung (p. 40)
    4.1 Aufbau der Militärverwaltung bzw. Militärregierung (p. 40)
    4.2 Französische Besatzungspolitik (p. 42)
    4.3 Vorarlberg als Opfer des Nationalsozialismus (p. 44)
    4.4 Medien- und Kulturpolitik (p. 48)
    4.5 Resümee (p. 50)
  5 Afrikanische Soldaten in Österreich (p. 52)
    5.1 Zusammensetzung der Division und Stationierung in Österreich (p. 52)
    5.2 Hintergrund marokkanischer Soldaten (p. 56)
    5.3 Politische Einflüsse (p. 58)
    5.4 Diskriminierung und Differenz während des Aufenthalts der 4e DMM in Österreich (p. 62)
  6 Französische Offiziere (p. 65)
    6.1 Offizielle und inoffizielle Publikationen der französischen Armee (p. 65)
      6.1.1 L'Armée Française au Combat (p. 65)
      6.1.2 Avec la 4ème Division Marocaine de Montagne (p. 67)
    6.2 Memoiren, historische Schriften und Reden französischer Generäle (p. 68)
      6.2.1 Cinq Années d'espérance (p. 68)
      6.2.2 Memoires de Guerre (p. 70)
      6.2.3 Histoire de la Première Armée Française (p. 74)
    6.3 Interne Korrespondenz französischer Offiziere (p. 75)
    6.4 Widersprüche des Kolonialdiskurses innerhalb der Armee (p. 82)
  7 Bilder von marokkanischen Besatzungssoldaten in Österreich (p. 84)
    7.1 Bild von marrokanischen Soldaten vor und während der Befreiung Vorarlbergs (p. 85)
      7.1.1 Nationalsozialistische Propaganda (p. 85)
      7.1.2 Der Einmarsch der marokkanischen Truppen (p. 87)
    7.2 Darstellungen marokkanischer Soldaten während der Besatzungszeit (p. 88)
    7.3 Stigmatisierung von Beziehungen zu marokkanischen Soldaten (p. 95)
    7.4 Anzeigen wegen Vergewaltigungen durch Besatzungssoldaten (p. 100)
    7.5 Der Der „Fall von Sulz“ (p. 101)
    7.6 Schlussfolgerungen (p. 104)
  8 Kolonialsoldaten nach dem Zweiten Weltkrieg (p. 106)
    8.1 Die 4e DMM nach ihrem Abzug aus Österreich (p. 106)
    8.2 Der Krieg in Indochine (p. 106)
    8.3 Pensionsregelungen für die marokkanischen Soldaten nach 1945 (p. 107)
    8.4 Die Auflösung der marokkanischen Kolonialregimenter (p. 107)
    8.5 Postkoloniale Debatten (p. 108)
      8.5.1 Die “Umwandlung” der Pensionen (p. 108)
      Kolonialsoldaten im kollektiven Gedächtnis Frankreichs und der ehemalien Kolonien (p. 109)
  9 Schlussfolgerungen (p. 111)
    9.1 Die französische Kolonialarmee als diskriminierendes System (p. 111)
    9.2 Französische und österreichische Darstellungen nordafrikanischer Soldaten (p. 112)
  10 Literaturverzeichnis (p. 114)
    Sekundärliteratur (p. 114)
    Publizierte Quellen (p. 117)
    Quelleneditionen (p. 117)
    Archive (p. 117)
    Internetseiten (p. 118)
  11 Anhang (p. 119)
    Abstract (p. 119)
    Curriculum Vitae (p. 121)

Wikipedia: Wartime sexual violence: Allied-occupied Austria, World War II


Added: October 18, 2014 – Last updated: October 18, 2014