Burgsteiner 2010 Gewalt

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Author: Karin Burgsteiner

Title: Öffentlichkeit und sexuelle Gewalt

Subtitle: Besatzungssoldaten und Österreicherinnen 1945/46

Thesis: Diplomarbeit, Universität Wien

Year: 2010

Pages: 127pp.

Language: German

Keywords: 20th Century | Austrian History, English History, French History, Russian History, U.S. History | Types: Wartime Rape / Second World War



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Link: E-Theses - Hochschulschriften-Service, Universität Wien (Free Access)



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Abstract: »Die Vergewaltigungen in Österreich 1945/46, ausgeübt durch die Besatzungssoldaten sowie andere sexuelle Kontakte und deren Präsenz in der Öffentlichkeit sind Thema der Arbeit. Sexuelle Gewalt im Krieg ist geschlechtsspezifisch und Ausdruck von Aggression. Im kriegerischen Kontext dienen Vergewaltigungen einem Zweck, sie sind immer funktional. Durch einige Hochrechnungen sowie durch Aussagen von Zeitzeugen ist es möglich, die Präsenz der sexuellen Gewalt zu bestätigen. Frauen mussten sich auf ihren Hamsterfahrten sowie während der Bewältigung des schwierigen Nachkriegsalltages der Gefahr von Vergewaltigungen aussetzen. Die Folgen waren für die Gesellschaft spürbar und sichtbar. Über Kinder, Geschlechtskrankheiten und Abtreibungen wurde diskutiert, zumindest in Gesprächen oder Anprangerungen wird darauf hingedeutet. Auch in den westalliierten Zonen kam es zu Übergriffen. Dort standen jedoch zusätzlich auch die Beziehungen im öffentlichen Blickpunkt. Diese waren nicht immer freiwillig, teilweise handelte es sich um Überlebensprostitution. Aus britischer Besatzungszone werden nahezu keine Berichte über Vergewaltigungen geliefert. Diese Ausnahme lässt sich auch auf eine gut organisierte Armee sowie deren Sozialisation zurückführen. Mittels der Diskursanalyse wurde die Wiener Tagespresse auf Aussagen über Vergewaltigungen sowie deren Folgen analysiert. Durch die präsenten Leerstellen können Rückschlüsse auf ein kollektives Wissen über die Vergewaltigungen gemacht werden. Sexuelle Gewalt wurde in der Öffentlichkeit behandelt, jedoch immer im Kontext mit deren Folgen. Durch die Zensur der Besatzungsmächte war eine direkte öffentliche Auseinandersetzung nicht möchlich. Trotzdem gab es eine soziokulturelle Öffentlichkeit für Vergewaltigungen, dies kann durch die Leerstellen in den öffentlichen Texten erklärt werden.« (Source: Thesis)

Contents:

  1 Einleitung (p. 5)
  2 Historischer Aufriss (p. 7)
    2.1 Das Kriegsende und der Wiederbeginn. Das Jahr 1945 (p. 7)
      2.1.1 Militärische Vorstöße der Alliierten (p. 8)
      2.1.2 Politik und Gesellschaft (p. 12)
    2.2 Alliierte in Österreich – Die Besatzungszonen (p. 18)
    2.3 Alltag im Nachkriegsösterreich (p. 24)
  3 Frauenleben nach dem Krieg (p. 26)
    3.1 Wirtschaftliche Not (p. 26)
    3.2 Frauen allein? (p. 28)
    3.3 Sexualität (p. 30)
      3.3.1 Sexualität im Nationalsozialismus (p. 32)
  4 Vergewaltigungen und Krieg (p. 36)
    4.1 Definition (p. 36)
    4.2 Vergewaltigungen im zivilen Kontext (p. 37)
    4.3 Die Bedeutung geschlechtsspezifischer Gewalt (p. 39)
    4.4 Historische Dimension von Vergewaltigungen im kriegerischen Kontext (p. 40)
    4.5 Funktion von Vergewaltigungen im Krieg (p. 42)
      4.5.1 Spielregeln des Krieges (p. 43)
      4.5.2 Sexuelle Gewalt als Teil männlicher Kommunikation (p. 44)
      4.5.3 Die Überhöhung der Männlichkeit im Krieg (p. 44)
      4.5.4 Zerstörung der feindlichen Kultur (p. 46)
      4.5.5 Frauenverachtung (p. 47)
      4.5.6 Zur Funktionalität (p. 47)
      4.5.7 Bedeutung für die Frauen (p. 48)
    4.6 Öffentlichkeit (p. 49)
    4.7 Vergewaltigung im Krieg als Kriegsverbrechen (p. 50)
  5 Sexuelle Gewalt in den Besatzungszonen (p. 52)
    5.1 Russische Besatzungszone (p. 52)
      5.1.1 Vergewaltigungen (p. 52)
      5.1.2 Folgen (p. 61)
        5.1.2.1 Geschlechtskrankheiten (p. 61)
        5.1.2.2 Kinder (p. 63)
        5.1.2.3 Abtreibungen (p. 63)
    5.2 Franzöische Besatzungszone (p. 64)
      5.2.1 Vergewaltigungen und sexuelle Kontakte (p. 64)
      5.2.2. Folgen (p. 68)
        5.2.2.1 Gesellschaftliche Ausgrenzung der Frauen (p. 68)
        5.2.2.2 Geschlechtskrankheiten (p. 69)
        5.2.2.3 Kinder (p. 70)
        5.2.2.4 Abtreibungen (p. 71)
    5.3 Britische Besatzungszone (p. 71)
      5.3.1 Sexuelle Kontakte (p. 71)
      5.3.2 Folgen (p. 73)
        5.3.2.1 Geschlechtskrankheiten (p. 73)
    5.4 Amerikanische Besatzungszone (p. 74)
      5.4.1 Vergewaltigungen und sexuelle Kontakte (p. 74)
      5.4.2 Folgen (p. 77)
        5.4.2.1 Geschlechtskrankheiten (p. 77)
        5.4.2.2 Kinder (p. 78)
        5.4.2.3 Abtreibungen (p. 79)
  6 Bedeutung und Funktion der Nachkriegsverwaltigungen in Österreich (p. 81)
    6.1 Vergewaltigungen der deutschen Wehrmacht in den okkupierten Ländern (p. 81)
    6.2 Feindbild, Organisation und Sozialisation der Truppen (p. 84)
    6.3 Propaganda (p. 86)
    6.4 Öffentlichkeit (p. 88)
    6.5 Kollektives Gedächtnis (p. 90)
  7 Empirischer Teil (p. 93)
    7.1 Methode: Historische Diskursanalyse (p. 93)
      7.1.1 Fragestellungen (p. 95)
    7.2 Kontextanalyse (p. 96)
    7.3 Quellenauswahl, Quellenkorpus (p. 97)
    7.4 Analyse (p. 99)
      7.4.1 Linguistische Analyse und Darstellungsprinzipien (p. 99)
      7.4.2 Phänomenstruktur (p. 108)
      7.4.3 Sequenzanalyse (p. 109)
    7.5 Ergebnisse (p. 111)
      7.5.1 Leerstellen – Interpretation (p. 111)
      7.5.2 Diskurs (p. 111)
  8 Zusammenfassung (p. 113)
  9 Bibliographie (p. 117)
    Quellen (p. 117)
    Literatur (p. 117)
  Lebenslauf (p. 126)
  Abstract (p. 127)

Wikipedia: Wartime sexual violence: Allied-occupied Austria, Soviet war crimes, United States war crimes, World War II


Added: February 22, 2014 – Last updated: October 18, 2014