Added: February 4, 2017 – Last updated: February 4, 2017

TITLE INFORMATION


Author: Frank Bührmann-Peters

Title: Ziviler Strafvollzug für die Wehrmacht

Subtitle: Militärgerichtlich Verurteilte in den Emslandlagern 1939 - 1945

Thesis: Dissertation, Universität Osnabrück

Advisor: Rüdiger Griepenburg

Year: 2002

Pages: 316pp.

OCLC Number: 150145243 – Find a Library: WorldCat

Language: German

Keywords: Modern History: 20th Century | European History: German History | Offenders: Punishments / Prison; Types: Wartime Sexual Violence / Second World War



FULL TEXT


Link: Institutionelles repOSitorium der Universität Osnabrück (Free Access)



ADDITIONAL INFORMATION


Abstract: »Ziel der Untersuchung ist es, die bislang weitgehend vergessene Opfergruppe der wehrmachtgerichtlich Verurteilten sowie der SS- und polizeigerichtlich Bestraften in den emsländischen Strafgefangenenlagern wissenschaftlich zu beleuchten. Die Dokumentation der historischen Fakten steht hierbei im Mittelpunkt. Vorangestellt wird ein – weitgehend chronologisch gehaltener – allgemeiner Überblick über die Geschichte der Emslandlager von den Anfängen im Sommer 1933 bis zum Kriegsende im April 1945, in dem die verschiedenen Lagerfunktionen – Stichwort: Konzentrations­, Strafgefangenen-, Kriegsgefangenenlager – ebenso wie die zahlreichen Häftlingskategorien erläutert werden. Nachfolgend wird untersucht, warum überhaupt militärgerichtlich Verurteilte in die Emslandlager geschickt wurden. Hierbei ist von zentraler Bedeutung, dass zu Zuchthausstrafen verurteilte Soldaten automatisch „wehrunwürdig“ und somit aus der Wehrmacht bzw. SS und Polizei ausgestoßen wurden. Die unter die „Verordnung über die Vollstreckung von Freiheitsstrafen wegen einer während des Krieges begangenen Tat“ vom 11.06.1940 fallenden Straftäter wurden in aller Regel in die Emslandlager eingewiesen. Die dafür vorliegenden Motive der beteiligten Institutionen werden eingehend diskutiert. Im Anschluss wird der Frage nachgegangen, weshalb die einzelnen straffällig gewordenen Soldaten ins Emsland kamen. Der Untersuchung der verschiedenen Straftatbestände werden zahlreiche Fallbeispiele verurteilter ehemaliger Wehrmachtssoldaten an die Seite gestellt. Es wird ebenfalls analysiert, welche der Delikte als „politisch“ einzustufen sind. Der dritte Block befasst sich mit der konkreten Ausprägung des Strafvollzugs in den Strafgefangenenlagern des Emslandes. Die Alltagserfahrungen der Häftlinge waren vor allem durch ihren Arbeitseinsatz bestimmt; die Tätigkeiten und Arbeitskommandos werden intensiv erörtert. Die Behandlung der Insassen durch Wachpersonal und „kommandierte“ Mitgefangene sowie die weiteren Existenzbedingungen offenbaren vollends die KZ-ähnlichen Zustände in den Emslandlagern.« (Source: Institutionelles repOSitorium der Universität Osnabrück)

Contents:

  1. Einleitung (p. 3)
  1.1 Problemstellung (p. 3)
  1.2 Forschungsstand (p. 4)
  1.3 Quellenlage (p. 10)
  2. Überblick: ELL 1933 - 1945 (p. 12)
  2.1 Von den frühen Konzentrationslagern bis zum Beginn des Krieges (p. 12)
  2.2 Die verschiedenen Häftlingsgruppen im Emsland während des Zweiten Weltkriegs (p. 22)
  2.3 Der „Fall Herold“ und das Ende der ELL (p. 29)
  3. Wehrmacht und Strafvollzug (p. 31)
  3.1 Die Entwicklung der Militärjustiz 1872 - 1945 (p. 31)
  3.2 Die wehrmachteigenen Erziehungs- und Strafeinrichtungen (p. 33)
  3.3 Die Bedeutung der ELL für die Wehrmacht (p. 40)
  4. Weshalb kamen die einzelnen Soldaten in die ELL? (p. 47)
  4.1 Der Weg von der Verhaftung bis zur Einweisung in die ELL (p. 47)
  4.2 Legale Wege aus dem Emsland-Strafvollzug heraus (p. 51)
  4.2.1 Verlegung in andere Vollzugseinrichtungen (p. 51)
  4.2.2 Entlassung nach Hause (p. 54)
  4.2.3 Wiedereingliederung in die Wehrmacht (p. 55)
  4.3 Die unterschiedlichen Straftatbestände der Militärjustiz anhand von rechtlichen Grundlagen und Fallbeispielen (p. 65)
  4.3.1 Desertion (p. 65)
  4.3.1.1 Unerlaubte Entfernung (p. 68)
  4.3.1.2 Fahnenflucht (p. 77)
  4.3.2 „Zersetzung der Wehrkraft“ (p. 90)
  4.3.2.1 Äußerungen von Ärger über Führer, Staat u. a. (p. 92)
  4.3.2.2 „Selbstverstümmelung“ (p. 100)
  4.3.2.3 Wehrdienstentziehung und Kriegsdienstverweigerung (p. 104)
  4.3.2.4 Weitere „wehrkraftzersetzende“ Aktivitäten und politische Delikte (p. 111)
  4.3.3 Andere ‚rein‘ militärische Straftaten (p. 116)
  4.3.4 Kriminelle Vergehen (p. 130)
  4.3.5 Sittlichkeitsdelikte (p. 147)
  4.3.5.1 Homosexuelle Handlungen (p. 147)
  4.3.5.2 Vergewaltigung und Anderes (p. 151)
  4.3.6 Weitere Tatbestände (p. 154)
  4.3.7 Zum Zahlenverhältnis der einzelnen Delikte (p. 155)
    Delikt-Statistik (p. 159)
  4.3.8 Bewertung der Straftaten hinsichtlich ihres politischen Gehalts (p. 160)
  4.4 Besondere Häftlingsgruppen (p. 168)
  4.4.1 Zwangsrekrutierte aus von Deutschland annektierten Territorien (p. 168)
  4.4.2 Zeugen Jehovas (p. 180)
  4.4.3 Von Militärgerichten verurteilte Zivilisten (p. 185)
  4.4.4 ‚Rückkehrer‘ aus Torgau und von den Bewährungsbataillonen (p. 188)
  4.4.5 SS- und Polizei-Angehörige (p. 190)
  4.4.6 Nicht in den ELL inhaftierte Gefangene trotz militärgerichtlich verhängter Zuchthausstrafe (p. 192)
  5. Wie gestaltete sich der Strafvollzug in den ELL? (p. 198)
  5.1 Arbeit der Gefangenen (p. 198)
  5.1.1 Die Phasen des Arbeitseinsatzes (p. 199)
  5.1.2 Arbeitseinsatz in den verschiedenen Wirtschaftsgebieten (p. 204)
  5.1.2.1 Beschäftigung im öffentlichen Auftrag (p. 204)
    5.1.2.1.1 Moorkultivierung und damit zusammenhängende Arbeiten (p. 204)
    5.1.2.1.2 Tätigkeiten für die Reichsumsiedlungsgesellschaft (p. 212)
    5.1.2.1.3 Baumaßnahmen (p. 215)
    5.1.2.1.4 Arbeiten für weitere Behörden und Staatsbetriebe (p. 220)
  5.1.2.2 Tätigkeiten in der privaten Landwirtschaft (p. 224)
  5.1.2.3 Arbeiten für die Privatwirtschaft (p. 228)
    5.1.2.3.1 Beschäftigung in der Torfindustrie (p. 228)
    5.1.2.3.2 Arbeiten für die Rüstungsproduktion (p. 233)
    5.1.2.3.3 Weitere Tätigkeiten (p. 239)
  5.1.2.4 Die größten Außenkommandos (p. 240)
    5.1.2.4.1 „Lager Nord“ (p. 240)
    5.1.2.4.2 „Kdo. X“ bzw. „Lager West“ (p. 249)
  5.1.2.5 Außenkommandos zur Beseitigung der Schäden des Bombenkrieges (p. 253)
    5.1.2.5.1 Osnabrück (p. 254)
    5.1.2.5.2 Weitere Städte (p. 260)
    5.1.2.5.3 Militärflugplätze (p. 262)
  5.1.2.6 Tätigkeiten innerhalb des Lagers (p. 265)
    5.1.2.6.1 Funktionsgefangene (p. 265)
    5.1.2.6.2 Typische Lageraufgaben (p. 271)
    5.1.2.6.3 Produktions- und Sortierarbeiten (p. 273)
  5.2 Behandlung der Häftlinge durch das Bewachungspersonal (p. 276)
  5.3 Bezahlung und Einkaufsmöglichkeiten (p. 281)
  5.4 Verpflegung der Gefangenen (p. 282)
  5.5 Fluchtmöglichkeiten aus den ELL (p. 285)
  6. Schlussbetrachtung (p. 290)
  Abkürzungsverzeichnis (p. 296)
  Quellen- und Literaturverzeichnis (p. 300)
    1. Quellen (p. 300)
      1.1 Akten und Archivalien (p. 300)
        1.1.1 StA OS (p. 300)
        1.1.2 StA OL (p. 300)
        1.1.3 BA-ZNS (p. 300)
        1.1.4 Stadtarchiv Menden (p. 300)
        1.1.5 Archiv des DIZ Emslandlager, Papenburg (p. 300)
      1.2 Gedruckte Quellensammlungen (p. 300)
      1.3 Publizierte Berichte von und über ehemalige ELL-Häftlinge und -Wachleute (p. 301)
      1.4 Interviews mit sowie Berichte und Briefe von Moorsoldaten (p. 303)
    2. Literatur (p. 304)

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