Added: May 17, 2014 – Last updated: October 3, 2015

TITLE INFORMATION


Author: Birgit Beck

Title: Wehrmacht und sexuelle Gewalt

Subtitle: Sexualverbrechen vor deutschen Militärgerichten 1939-1945

Translation: German Army and Sexual Violence: Sexual Crimes before German Military Courts 1939-1945

Place: Paderborn

Publisher: Ferdinand Schöningh

Year: 2004

Pages: 370pp.

Series: Krieg in der Geschichte 18

ISBN-10: 350671726X – Find a Library: Wikipedia, WorldCat

Language: German

Keywords: 20th Century | European History: German History | Prosecution: Trials; Types: Wartime Rape / Second World War



FULL TEXT


Link: Digi20 (Free Access)



ADDITIONAL INFORMATION


Author: Birgit Beck-Heppner, Fachstelle für Weiterbildung, Universität Zürich (University of Zurich)

Contents:

  Vorwort zur Reihe (p. 9)
  Vorwort (p. 11)
  Einleitung: Ein Fall von sexueller Gewalt (p. 13)
  I. Sexuelle Gewalt im Krieg (p. 17)
    1. Vergewaltigungen als Kriegsstrategie? Zum Forschungsstand (p. 17)
    2. Sexuelle Gewalt im Krieg: Ein historischer Überblick (p. 33)
      Sexuelle Gewalt in der Frühen Neuzeit (p. 34)
      Sexuelle Gewalt zur Zeit der Antinapoleonischen Kriege (p. 37)
      Sexuelle Gewalt während des Amerikanischen Bürgerkriegs (p. 38)
      Sexuelle Gewalt im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 (p. 40)
      Sexuelle Gewalt im Ersten Weltkrieg (p. 41)
      Sexuelle Gewaltverbrechen während des japanischen Krieges in Ostasien 1937 bis 1945 (p. 44)
      Sexuelle Gewalt in Deutschland bei Kriegsende 1945 (p. 48)
      Sexuelle Gewalt während des Vietnamkrieges (p. 55)
      Sexuelle Gewalt während des Bürgerkrieges im ehemaligen Jugoslawien (p. 58)
    3. Sexuelle Gewalt als Kriegsverbrechen: Zur Entwicklung des Völkerrechts (p. 62)
  II. Sexualverbrechen deutscher Soldaten 1939-1945 (p. 69)
    1. Zum Forschungsstand (p. 69)
    2. Fragestellung und methodische Überlegungen (p. 91)
    3. Quellenbasis (p. 94)
    4. Quellenproblematik: Grenzen und Möglichkeiten bei der Auswertung von Militärgerichtsakten (p. 100)
  III. Sexualität, Prostitution und Wehrmacht (p. 105)
  IV. Die Militärgerichtsbarkeit und sexuelle Straftaten nach dem Reichsstrafgesetzbuch (p. 117)
    1. Justiz und Rechtsauffassung im Dritten Reich (p. 117)
    2. Die Militärgerichtsbarkeit der Wehrmacht (p. 126)
      2.1 Inhaltliche Zielsetzungen der Militärjustiz: Zum Forschungsstand (p. 126)
      2.2 Die rechtlichen Grundlagen (p. 130)
      2.3 Das Strafverfahren (p. 133)
      2.4 Die Strafen (p. 139)
      2.5 Der Strafvollzug (p. 143)
        Wehrmachtsgefängnisse (p. 144)
        Emslandlager (p. 145)
        Feldstraflager und Feldstrafgefangenenabteilungen (p. 146)
        Bewährungstruppe 500 und Bewährungstruppe 999 (p. 147)
      2.6 Die zentralen militärischen Straftaten (p. 149)
    3. Sexuelle Straftatbestände nach dem Reichsstrafgesetzbuch (p. 154)
  V. Sexualverbrechen und ihre Ahndung durch Militärgerichte 1939-1945 (p. 166)
    1. Deutsche Herrschaftsstrukturen in den besetzten Ländern (p. 166)
    2. Von der Anzeige eines Sexualverbrechens bis zur Anklageverfügung (p. 170)
    3. Die Bedeutung des Gerichtsbarkeitserlasses "Barbarossa" für die gerichtliche Verfolgung von Sexualverbrechen (p. 177)
    4. Zivile Zeugen vor dem Kriegsgericht (p. 186)
      4.1 Die Glaubwürdigkeit auf dem Prüfstand (p. 186)
      4.2 Objektive und subjektive Kriterien für den Nachweis eines Sexualverbrechens (p. 197)
      4.3 Physische und psychische Folgen sexueller Gewalt (p. 205)
    5. Deutsche Soldaten vor dem Kriegsgericht (p. 217)
      5.1 Täter und Tatumstände (p. 217)
      5.2 Sexualverbrechen mit tödlichem Ausgang (p. 230)
      5.3 "Kameradschaft" der besonderen Art: Gruppenvergewaltigungen (p. 236)
      5.4 Verteidigungsstrategien der Angeklagten (p. 241)
    6. Die Bedeutung von Sexualverbrechen aus Sicht der Wehrmachtrichter (p. 247)
      6.1 Das "Ansehen der Wehrmacht" (p. 251)
      6.2 Heeresführung und Sexualverbrechen (p. 260)
      6.3 Alkohol als Strafmilderungsgrund (p. 266)
      6.4 Die "Geschlechtsnot" der Soldaten (p. 272)
      6.5 Sexualverbrechen und "Rassenschande" (p. 277)
      6.6 Exkurs: Doppelte Moral an der "Heimatfront" (p. 281)
      6.7 Die "Geschlechtsehre" der Frauen (p. 285)
      6.8 Abschreckung und Prävention (p. 292)
      6.9 Die Beurteilung der Angeklagten (p. 297)
    7. Urteilsbestätigung und Strafvollstreckung (p. 301)
    8. Todesurteile (p. 308)
  VI. Duldung, Bagatellisierung, Bestrafung: Der Umgang der Wehrmacht mit sexueller Gewalt (p. 326)
  Abkürzungsverzeichnis (p. 336)
  Quellen- und Literaturverzeichnis (p. 339)
    1. Ungedruckte Quellen (p. 339)
    2. Gedruckte Quellen (p. 340)
    3. Veröffentlichungen vor 1945 (p. 342)
    4. Veröffentlichungen nach 1945 (p. 343)
    Zeitungsartikel/Andere Medien (p. 368)
  Personenregister (p. 369)

Description: »Der Zusammenhang von sexueller und kriegerischer Gewalt und ihre gegenseitige Beeinflussung bilden ein Forschungsfeld, das erst in Umrissen abgesteckt ist und dessen Erschließung noch in den Anfängen steht. Um so größere Bedeutung kommt dem Buch von Birgit Beck zu. Sie untersucht erstmals anhand von Verfahren deutscher Kriegsgerichte während des Zweiten Weltkriegs den Umgang der Wehrmacht mit Sexualverbrechen in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten. Ausgehend von den Voraussetzungen der deutschen Straf- und Militärgerichtsbarkeit zeigt die Autorin die rechtlichen Grundlagen für die Verfolgung von Sexualstraftaten deutscher Soldaten auf, beleuchtet im direkten Vergleich zwischen West- und Ostfront die Anklagen sowie die jeweiligen Tatumstände und analysiert die Urteile und die wechselnden Kriterien für die Strafbemessung. Darüber hinaus ermöglicht sie anschauliche Einblicke in den Ablauf der Verfahren: Anhand von ausgewählten Fällen stellt sie dar, wie sich Angeklagte, Opfer und Richter sowie Zeuginnen und Zeugen vor Gericht verhielten, welche Fragen gestellt und welche Antworten gegeben wurden. Bei der Ahndung der Straftaten stand die Frage im Mittelpunkt, inwieweit ein Soldat durch sein Vergehen zum einen die "Manneszucht", also die Disziplin der Truppe, zum anderen das "Ansehen der Wehrmacht" und zum dritten die jeweiligen Ziele der Besatzungspolitik gefährdet hatte. Je nach Kriegsschauplatz, militärischer Situation, besatzungspolitischen Absichten sowie abhängig von der Charakterisierung des Täters und von der Nationalität des Opfers kamen die Kriegsgerichte zu ganz unterschiedlichen Urteilen - ihre Spannweite reichte von Arrest und kurzen Gefängnisstrafen über langjährige Zuchthaushaft bis zur Todesstrafe. Deutlich wird, dass sexuelle Übergriffe besonders im Rahmen des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion bagatellisiert und teilweise sogar geduldet wurden. Das Buch hinterfragt gängige Thesen über die strategische Funktion solcher Taten und zeichnet durch die Berücksichtigung der politischen, militärischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ein differenziertes Bild von Wehrmacht und sexueller Gewalt im Zweiten Weltkrieg.« (Source: Ferdinand Schöningh)

Reviews:

David, Wolfgang. »Vergewaltigungen im Krieg. Die Historikerin Brigitte Beck untersucht sexuelle Verbrechen der Wehrmacht.« Sächsische Zeitung (August 14, 2004).

Dülffer, Jost. Damals: Das Magazin für Geschichte No. 1 (2005). – Full Text: Damals (Free Access)

Hürter, Johannes. »Keine Straffreiheit. Sexualverbrechen von Wehrmachtsangehörigen 1939 bis 1945.« Frankfurter Allgemeine Zeitung No. 213 (September 13, 2005): 8. – Full Text: FAZ.net (Free Access)

Kühne, Thomas. Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 93(2) (2006): 202. – Full Text: Academia.edu (Restricted Access), DigiZeitschriften (Restricted Access)

Kümmel, Gerhard. Das historisch-politische Buch 53(4) (2005): 424-425.

Lundt, Bea. »Erinnerung spricht. Studien zur sexuellen Gewalt durch SS und Wehrmacht.« Frankfurter Rundschau (September 20, 2004). – Full Text: Frankfurter Rundschau (Free Access)

Meier, Horst. Politische Literatur (October 25, 2004). – Full Text: Deutschlandfunk (Free Access)

Mix, Andreas. »Geringere Geschlechtsehre. Birgit Beck fragt, wie Wehrmachtsgerichte über Vergewaltigungen urteilten.« Berliner Zeitung (October 4, 2004): 26.

Mühlhäuser, Regina. Neue politische Literatur: Berichte über das internationale Schrifttum 49(2) (2004): 356-357.

Nürnberg, Kaspar. Zeitschrift für Politikwissenschaft 14(4) (2004): 1397-1398.

Rass, Christoph. sehepunkte: Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften 4(12) (December 2004). – Full Text: sehepunkte (Free Access)

Schneider, Silke. »Sexuelle Gewalt in Besatzungsalltag und Vernichtungskrieg.« querelles-net: Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung No. 15 (March 2005). – Full Text: querelles-net (Free Access)

Schneider, Silke. H-Soz-u-Kult (May 17, 2005). – Full Text: H-Soz-u-Kult (Free Access)

Süß, Gustav A. Informationen für den Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrer No. 69 (2005): 98-99.

Syring, Enrico. Militärgeschichtliche Zeitschrift 65(1) (June 2006): 278-280. – Full Text: De Gruyter Online (Restricted Access)

Timm, Anette. Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus 21 (2005): 255-258.

von Leesen, H.-J. »Kampf der Diffamierung: Historikerin belegt, daß Vergewaltigungen durch Wehrmachtsangehörige hart bestraft wurden.« Preußische Allgemeine Zeitung (December 31, 2005): 4. – Full Text: Preußische Allgemeine Zeitung (Free Access)

Ziemann, Benjamin. Zeitschrift für Genozidforschung 5(2) (2004): 144-145.

Wikipedia: Wartime sexual violence: German war crimes, War crimes of the Wehrmacht, World War II