Naturverträgliche und rücksichtsvolle Touren


Siehe auch: www.respektiere-deine-grenzen.ch des Bundesamts für Umwelt (BAFU) und des Schweizer Alpen Club (SAC).

Schneeschuhwanderungen bei Vollmond sind der absoluter HIT. Aber hier gilt: nur auf häufig begangene Routen gehen, denn quer durch Felder und Wälder bedeutet heufig der Tod für manche Wildtiere, wegen Fluchterschöpfung im Schnee, oder gar Kraftverlust zum Nahrung finden.

Ich organisiere aus diesem Grund KEINE Vollmond-Schneeschuhwanderungen.

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„Nur gerade drei Meter vor mir sprang das Reh aus dem Gebüsch. Ich sah es ganz nah vor mir“, erzählte eine Schneeschuhläuferin am Abend in der Hütte begeistert im Kreis der gemütlichen Tischrunde. Was sie und viele andere Tourengänger nicht wissen: Dieses besondere Naturerlebnis bedeutete für das Reh möglicherweise den Tod. Denn die Flucht hat das Tier lebenswichtige Energiereserven gekostet.

Viele Wildtiere machen keinen Winterschlaf und müssen sich zur kalten Jahreszeit ihr Futter mühsam zusammensuchen. Im Frühjahr, Sommer und Herbst braucht ein Reh etwa zwei bis vier Kilo Nahrung pro Tag. Im Winter muss es mit einem Bruchteil davon auskommen.

Deshalb fallen Rehe und Hirsche im Winter zeitweise in eine Art Kältestarre. Sie stehen still im Wald, lassen sich zum Teil sogar einschneien oder bewegen sich sehr langsam. In diesem Ruhezustand sparen die Tiere enorm viel Energie. Mit der Ruhe ist es allerdings schnell vorbei, wenn sich den Tieren plötzlich eine Gruppe plaudernder Schneeschuhläufer – möglicherweise sogar mit einem frei laufenden Hund mit Jagdinstinkt – nähert. In wilder Flucht versuchen sie der vermeintlichen Gefahr zu entkommen.

Nicht nur Rehe und Hirsche, auch die in der Schweiz immer seltener vorkommenden Birkhühner werden oft durch unachtsame Schneeschuhläufer gestört. Die Vögel fressen im Winter vor allem Flechten und Blätter, die sie an schneefreien Orten finden. Werden sie von Menschen aufgeschreckt, fliegen sie auf und verharren nach der Landung bis zu einer halben Stunde regungslos, um sicher zu sein, dass die Gefahr vorbei ist. Die Folge: Regelmässig aufgescheuchte Birkhühner können weniger fressen und haben damit auch geringere Chancen, den Winter zu überleben.

Kein Wunder, sind Naturschutz-Organisationen vom Schneeschuhlaufen nicht restlos begeistert. Für Schneeschuhtouren braucht es zwar keine planierte Pisten und neue Skilifte. Doch mit Schneeschuhen dringen die Menschen plötzlich vermehrt in flache und stark bewaldete Gebiete vor, die bisher im Winter einsam und den Tieren vorbehalten waren.

Jede Schneeschuhläuferin, jeder Schneeschuhläufer muss sich deshalb stets bewusst sein: In der verschneiten und scheinbar unbelebten Berglandschaft halten sich viele Wildtiere auf: Rehe, Gämsen, Schneehasen, Schnee-, Auer- und Birkhühner. Zu Gesicht bekommt man die Tiere kaum. Doch im Schnee entdeckt man meistens deren Spuren.

Schneeschuhtouren sollte man wenn immer möglich in bekanntem Gebieten und auf bestehenden, häufig begangenen Routen planen, zum Beispiel auf Sommerwanderwegen. Solche Wege sind den Wildtieren schon als Ort der Bewegung und des Lärms bekannt. Sie geraten nicht in Stress und müssen nicht unvorbereitet fliehen. Schneeschuh-Touren dürfen nicht durch Wild- und andere Schutzgebiete führen. Auf den Skitourenkarten der Swisstopo sind diese Gebiete markiert. Im Zweifelsfall kann man sich auch beim örtlichen Tourismusbüro über Schutzgebiete informieren.


An Waldrändern und unter Baumgruppen halten sich Wildtiere im Winter mit Vorliebe auf. Deshalb sollte man solche Gebiete möglichst meiden – auch wenn sie zum Schneeschuhlaufen besonders attraktiv scheinen.

Waldgebiete durchquert man möglichst auf bestehenden Wegen oder Forststrassen.
Schneeschuhtouren bei Sonnenauf- oder Sonnenuntergang mögen für Menschen stimmungsvoll sein. Für die Tiere sind sie es nicht. Zur Dämmerungszeit sind sie besonders anfällig auf Störungen, weil sie dann meistens auf Nahrungssuche sind.

 

Hat man doch unfreiwillig ein Tier aufgescheucht, darf man ihm keinesfalls entgegengehen. Auch Futterplätze sollte man umgehen. Selbstverständlich ist das Beobachten von Tieren nicht verboten. Aber das sollte aus genügend Distanz geschehen.

Siehe auch: www.respektiere-deine-grenzen.ch des Bundesamts für Umwelt (BAFU) und des Schweizer Alpen Club (SAC).

 
Projekt Mountain Wilderness
 
Die Stille der Berglandschaft gehört zum Erlebnis der Bergwelt. Die motorisierten Sportarten zeigen weder Verantwortung, noch Respekt vor der Natur und missbrauchen die Bergwelt als reine Kulisse für schnellen Naturkonsum. mountain wilderness setzt sich mit seinen Kampagnen zum Thema motorisierter Bergsport und touristische Gebirgsfliegerei für die Erhaltung der Stille in den Bergen ein.

Die Berge zählen zu den aussergewöhnlichsten Landschaften und Lebensräumen; ihre Wildnis, die Unberührtheit, Naturnähe, Stille und Weite berühren und prägen. Doch die Berge, und besonders unsere Alpen, sind dicht besiedelt und werden vielfältig genutzt. Deshalb ist die Wildnis bei uns in den Bergen bedroht.

Die Wildnis in den Bergen muss immer mehr den menschlichen Nutzungen weichen. Damit verliert sie gerade, was wir als Ausgleich zum Alltag in der Zivilisation suchen und was das Erlebnis der Bergwelt ausmacht: die Stille, die Weite und die Abwesenheit von menschlichen Spuren und Eingriffen. Mit unseren Kampagnen setzen wir uns dafür ein, dass diese Qualitäten erhalten bleiben.

Mountain Wilderness ist in drei Bereichen besonders involviert in den Wildnisschutz:

  • Silence: Wer mit Motoren in der Bergwelt unterwegs ist, zeigt weder Verantwortung gegenüber der Umwelt, noch Respekt vor der Natur und missbraucht die Bergwelt als reine Kulisse für schnellen, lärmigen Naturkonsum. mountain wilderness setzt sich mit seinen Kampagnen zum Thema motorisierter Bergsport und touristische Gebirgsfliegerei für die Erhaltung der Stille in den Bergen ein.
  • Rückbau: Wo der Anspruch unserer Gesellschaft auf eine frühere Nutzung nicht mehr besteht oder sich nicht mehr rechtfertigt, soll das Gebiet an die Wildnis zurückgegeben werden. Wo die Natur die menschlichen Spuren nicht selber überdecken kann, braucht es Massnahmen. mountain wilderness setzt sich dafür ein, dass die ungenutzten Anlagen in den Bergen rückgebaut werden.
  • Grenzen: Staumauern, Hotels und Berghütten verändern die Landschaft. Bahnen, Wintersportanlagen, Klettersteige, Wanderwege und Forststrassen erschliessen die Berge. Tourismus, Elektroindustrie und Alpinismus erheben Anspruch auf die Nutzung der Berge. mountain wilderness mahnt zu schonungsvollem Umgang mit der Berglandschaft und setzt sich gegen neue Erschliessungen ein.

                                                                       "Auf einer Entdeckungsreise geht es nicht darum, unbekannte Landschaften zu suchen,
                                                                                                    sondern darum, mit neuen Augen zu sehen"
                                            Parcel Proust
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