Webware


Alles im Browser erledigen!

Wozu noch Software kaufen, wo es doch schon so viele hervorragende Online-Anwendungen gibt, die a) gratis sind und b) die oft sogar noch mehr leisten als die (meist ohnehin zu teuer erstandenen!) kommerziellen Standardsoftware-Produkte?

 

Texte verfassen?

Adobes Flash-Textverarbeitung Buzzword zeigt ganz klar auf, dass "Word-ähnliche" Software auch online benutzt werden kann. Viele Funktionen und verschiedene Formatierungsmöglichkeiten sind vorhanden, man kann Bilder einbetten, Co-Autoren einladen (welche je nach Berechtigung nur mitlesen oder auch mitschreiben können). Fazit: Die Kosten einer einfachen Textverarbeitung à la "Microsoft Works" kann man sich getrost sparen - immerhin sind das auch zwischen 50 und 80 €!  Die Texte, die man mit Buzzword von Adobe erstellt hat, lassen sich praktischerweise bei Adobe Myfiles online auch gleich speichern - 5 Gigabyte stehen für Dokumente gratis bereit. Eine weitere sehr empfehlenswerte Online-Textverarbeitung ist Zoho, mit der sich alle Arten von Office-Formaten bearbeiten lassen. Zusätzlich erhält man noch einen Projektplaner, Kalender, Wiki, Chat, Datenbank, ja selbst ein Mail-Programm. Beim Onlinespeicher Box.net kann man als privater User 1 GByte Daten gratis lagern - bei 10 GByte monatlichem Traffic und einer maximalen Dateigröße von 25 MByte.

 

Präsentieren?

Power corrupts, Microsoft Power Point corrupts absolutely, hat jemand gesagt. Wer eine Präsentation auszuarbeiten hat, kann dies auch mit 280Slides online erledigen. Geboten werden eine Menge fertiger Vorlagen, über Buttons lassen sich Photos, Videos etc. in die Folien einfügen. Ist man fertig, lässt sich die Präsentation (oder auch nur ein Link auf sie) per E-Mail versenden oder - noch dazu in verschiedenen gängigen Formaten! - auf dem eigenen PC abspeichern.Für Schulungen werden oft "Screencasts" angefertigt, welche aus dem, was man auf dem Bildschirm sieht, einen kleinen Film machen - eine sehr gelungene Lösung ist ScreenToaster, zumal dieses Webtool auch gleich eine Plattform bietet, um die erstellten "Screencasts" online zu zeigen.

 

Fotos aufpeppen?

Einfach Photos hochladen, diverse Effekte anwenden und die solcherart "aufgepeppten" Fotos wieder auf dem eigenen PC abspeichern oder gleich per E-Mail verschicken - es gibt  folgende Online-Lösungen:

Fotoflexer

Snipshot

Pixlr 

 

Das ohne Anmeldung funktionierende Flash-Programm Pixlr hat eine beachtliche Anzahl an Funktionen aufzuweisen: Pinsel mit verschiedenen Breiten und Rändern, Menüpunkte zum Schärfen, zum Ändern von Helligkeit oder Sättigung etc. Es gibt Retusche- und Auswahlwerkzeuge. Dieses auch auf Deutsch verfügbare Online-Programm lädt Photos von der eigenen Festplatte und speichert sie dorthin zurück.

 

Es gibt natürlich jede Menge anderer Lösungen auch noch, etwa den Online-Konverter Youconvertit, wenn man Dateien in andere Formate umwandeln möchte. Die Grundidee des Cloud Computing besteht darin, dass alle Anwendungen plattformunabhängig im Web laufen. Der User hat unbestreitbar viele Vorteile: Er muss sich weder teure Hardware noch Softwarelizenzen kaufen, auch braucht er keine Aktualisierungen seines Systems mehr selbst vorzunehmen. Alle Programme und Daten lagern auf Servern und werden je nach Bedarf geladen. Cloud Computing hilft auch bei der Optimierung von Rechnerauslastungen, weil der Kunde nur die tatsächlich von ihm in Anspruch genommenen Leistungen bezahlt, also skalierbare IT-Services nutzt. Definieren könnte man Cloud Computing als das Bereitstellen skalierbarer IT-Services über das Internet für eine potenziell große Zahl externer Kunden; im Gegensatz zu Firmenrechenzentren ist Cloud Computing hoch automatisiert, flexibel und setzt auf Open-Source-Software und Commodity-Hardware. Die für Cloud Computing benötigten Bandbreiten stehen vielerorts schon zur Verfügung. Die Vorteile von Cloud Computing sind nicht von der Hand zu weisen: Kostenersparnis, denn bezahlt wird nur der einzelne Dienst und die jeweilige Nutzungsdauer; Bequemlichkeit, denn Hardware und Software werden jeweils aktuell zusammengestellt und können daher auch nicht veralten. Derzeit steckt Cloud Computing noch in der Anfangsphase, verbunden mit den für solche Phasen typischen Schwierigkeiten: Unternehmen scheuen davor zurück, ihre sensiblen internen Daten amorphen Systemen anzuvertrauen, es herrscht Unsicherheit darüber, welche Daten sich wo in der "Cloud" befinden etc. In den nächsten Jahren wird sich Cloud Computing in bestimmten Bereichen, wo Kostenersparnis und zeitlich begrenzte Einsätze  gefragt sind, aber mit Sicherheit durchsetzen. 

Wie sagte doch gleich Marissa Mayer, Vizepräsidentin von Google, in einem Interview (CHIP 03/2009, S. 20): "Es gibt aber eine interessante Entwicklung: Cloud Computing. Das gibt jedem die Möglichkeit, Dokumente online zu speichern oder zu bearbeiten, jeder kann diese webbasierten Programme innerhalb seines Browsers ausführen. Das bringt für die Kunden viele Vorteile - von der Datensicherheit bis zur Verfügbarkeit."

Sun Microsystems hat vor kurzem das belgische Start-up Q-Layer übernommen, das sich auf Cloud Computing spezialisiert hat. In den nächsten Jahren wird eine eigene Cloud Computing-Sparte entstehen, bei der Rechenzentren in Cloud Computing-Umgebungen mit nutzungsbasierter Abrechnung transformiert werden.