Total vergoogelt Nr. 1

Eine Reise durch das Google-Universum

Es begann damit, dass mir ein guter Freund vom "Internetclub Burgenland" (ICB) eine E-Mail-Adresse von Google "spendierte", also mich bei Gmail einlud. Ein Google-Mail-Konto erhielt man früher nur auf Empfehlung eines Google-Mail-Kontobesitzers. In Hinkunft konnte ich also auch unter herbert.gassner@gmail.com kontaktiert werden. Gmail fasst eine E-Mail und die dazugehörigen Antworten automatisch zu einer "Konversation" zusammen: Dadurch kann man später einen E-Mail-Austausch mühelos nachverfolgen. Jede Nachricht lässt sich mit "Labels" versehen. Das sind Stichwörter, die man selbst festlegen kann. Nunmehr kann man sich selbst gratis ein Google-Konto mit Gmail-Funktion bei Gmail-Signup erstellen.


 

Ich legte mir dann selbst ein Google-Konto zu, beworben wird die Kontoeröffnung als "der Schlüssel zur Google-Welt". Achtung! Ein Google-Konto und ein Google-Mail-Konto sind nicht das Gleiche! Das Google-Konto ermöglichte es mir, Nachrichten und Suchergebnisse per E-Mail zu empfangen, Mailinglisten und Diskussionsgruppen zu erstellen etc. Google Groups ist ein kostenloser Service, mit dem Personengruppen per E-Mail und über das Web effektiv miteinander kommunizieren können. Jede Gruppe verfügt über eine von Google gehostete Startseite. Was besonders erfreulich ist: In Google Groups erscheinen weder Pop-ups noch Bannerwerbung! Darüber hinaus kann man mehr als eine Milliarde (!) Mitteilungen im  Usenet-Archiv durchsuchen und lesen. Dieses - weltweit - umfassendste Archiv enthält Usenet-Mitteilungen, die bis zum Jahr 1981 (!) zurückreichen. Mit Google Groups kann man dieses Archiv wie HTML-Seiten im Internet benutzen - ohne dafür zusätzliche Software (Newsreader) zu benötigen. Google hat die Diskussionsbeiträge aus den ca. 30 000 öffentlichen Newsgroups archiviert. Will man eine eigene Online-Community starten, erhält man dabei effiziente Hilfe von Google.

 

Was mich an Google Mail fasziniert: Man kann alle wichtigen Nachrichten, Bilder, Dateien dauerhaft speichern. Die Grundidee besteht darin, dass es niemals erforderlich sein sollte, dies alles zu löschen! Die Suchfunktion ermöglicht es dann, die gewünschte E-Mail bzw. Datei schnell und einfach zu finden. Der integrierte Spamschutz ist ein großer Vorteil: Ausgefeilte Spamfilter, welche einer kontinuierlichen Optimierung unterliegen, sind am Werk. Man kann bei Bedarf unterstützend als User eingreifen, indem man die Schaltfläche "Spam melden" nutzt. Ein weiterer Vorteil: Der gleichfalls integrierte Virenschutz scannt automatisch alle E-Mail-Anhänge und entfernt gefundene Viren. Google Mail verfügt auch über eine integrierte Chatfunktion: Allles funktioniert von selbst, man kann sehen, wenn Freunde online sind und mit ihnen chatten. Bei Google Mail sind Features wie Abwesenheitsnotiz, POP3-Abruf, RSS-Reader vorhanden, eine "Auto-Speichern-Funktion" sichert E-Mails bereits während der Eingabe, sollte der Browser einmal abstürzen. Darüber hinaus kann der Inhaber eines Mail Accounts bei Google als Absender auch eine andere Adresse für seine E-Mails verwenden. E-Mails sind nicht in Ordnern organisiert. Der User kann seine Mails mit einem Stern kennzeichnen und dadurch zwischen wichtigen und weniger relevanten Botschaften unterscheiden. Der "Preis" für die Nutzung eines Mail Accounts bei Google besteht darin, dass die User zielgerichtete Online-Werbung  während der Nutzung ertragen müssen.


 

Mit dem Page Creator von Google kann man sich schnell und gratis eigene Webseiten zusammenbasteln (wie diese hier!): Fotos lassen sich per Mausklick verkleinern oder vergrößern, bearbeiten und mit Effekten versehen etc. Voraussetzung für die Nutzung dieses bequemen WYSIWYG-Editors bzw. Online-Tools ist eine eigene "Google-Mail-Adresse". Man kann aus über 30 Designvorlagen wählen. Die kreierte Webseite kann dann auch gleich auf den Google-Servern platziert werden. Bis zu 100 MByte Speicherkapazität stehen zur Verfügung. Bilder lassen sich auch gleich online bearbeiten (drehen, zuschneiden etc.), Helligkeit und Schärfe können angepasst werden, einige Spezial-Effekte ermöglichen es, die Bilder "aufzupeppen".

 

Sogar Patente suchen kann man mit Google: Patent Search von Google durchforstet die rund 7 Millionen Patente, die das US-Patent-und Markenamt seit 1790 erteilt hat. Außer einer einfachen Schlagwortsuche gibt es noch eine erweitere Suchmöglichkeit mit verschiedenen Feldern, etwa für den Titel einer Patentschrift.

 

Der Weblog-Dienst Blogger wurde von Google im Jahr 2003 übernommen. Es gibt eine gehostete und eine auf dem Server des Users installierbare Variante, beide sind kostenlos. Blogger verfügt über einen komfortablen WYSIWYG-Editor, man kann Co-Autoren beschäftigen ("Multi-Authoring"), der Wechsel des Designs ist problemlos möglich etc. Ich betreibe übrigens selbst unter icb einen Blog bei Blogger zum Thema Linux. Googles Blogging-Tool stammt vom ehemaligen Dotcom-Unternehmen PyraLabs, welches es 1999 als "persönliches Publishing-Werkzeug" entwickelte. Google kann sich mit seiner Marktmacht andere Unternehmen einfach kaufen und dadurch sein eigenes Portfolio an Produkten und Dienstleistungen laufend erweitern. Was viele nicht wissen: Wer bei Blogger bloggt, hat es mit Google zu tun, wer über Skype telefoniert, ist bei Ebay User, wer bei Flickr Photos einstellt, nutzt Yahoo!.


 

In diesem Zusammenhang wichtig: Google Blog Search - die seit September 2005 verfügbare Blog-Suche von Google ermöglicht es, Suchergebnisse auf bestimmte Zeiträume einzugrenzen (zum Beispiel auf die Blog-Einträge der laufenden Woche, des letzten Monats etc.). Das "Definieren von Zeitfenstern" durch den User ist ein sehr nützliches Feature, um sich schnell einen Überblick bei den Blog-Einträgen zu verschaffen, für die man sich tatsächlich interessiert.

Customize Google ist eine sehr nützliche Firefox-Erweiterung, welche u.a. Spam entfernt.