Kampf der Giganten Nr. 1

Google vs. Microsoft

Windows Live Search ersetzt die bisherige MSN-Suchmaschine. Offenbar lässt sich, vorsichtig formuliert, Microsoft von Google "inspirieren": Bei Windows Live Search empfängt - wie bei Google gesehen - nur eine betont schlicht gehaltene Webseite mit Suchfeld die Userinnen und User. Diese sollen, obwohl die "Trefferqualität" noch nicht an die von Google heranreicht, Google abspenstig gemacht und zu Microsoft gelockt werden.

Microsoft versucht ganz gezielt, Google bei der "Featuritis" zu übertrumpfen: Bei der Spezialsuche nach Bildern etwa werden diese per Mouse-over vergrößert dargestellt, zusätzliche Informationen zu den Bildern werden eingeblendet, die Userinnen und  User können per Drag & Drop einen virtuellen Notizblock mit ihren eigenen Inhalten anreichern etc.

Mit seiner "Live-Strategie" versucht Microsoft, massiv gegen Google vorzugehen, indem Microsoft nunmehr seine eigenen Produkte selbst - wie es Google bereits erfolgreich vorexerziert hat! - zunehmend via Web anbietet.

Ein Beispiel:

Unter Google Scholar kann man eine allgemeine Suche nach wissenschaftlicher Literatur durchführen. Microsofts Gegenschlag nennt sich Live Academic - eine Suche für Lehre und Forschung, die wissenschaftliche Fachzeitschriften auswertet.

Googles Online-Tabellenkalkulation Spreadsheets etwa "erinnert" wiederum stark an Microsofts Excel. Google führt derzeit in mehreren Bereichen Frontalangriffe auf Microsoft durch: Online-Anwendungen entheben Unternehmer und Privatanwender der Notwendigkeit, sich kostspielige und komplizierte Software von Microsoft anschaffen zu müssen!

Google baut ein Arsenal an Online-Anwendungen auf, welches sich immer mehr zu einer brauchbaren und starken Alternative für Microsofts Office entwickelt. Nach dem MS Word und MS Excel-Ersatz durch Google Docs soll jetzt auch noch eine Präsentations-Software mit dem Codenamen "Presently" MS Powerpoint ablösen. Google will offenbar ein kostenloses "Online Office" gegen Microsoft in Stellung bringen! 

Google hat eine Partnerschaft mit dem US-Softwarehersteller Intuit, welcher vorwiegend betriebswirtschaftliche Software ("Quickbooks") produziert. Wenn sich Unternehmen in den Google Maps eintragen, ihre Angebote selbst bei Google Base listen können, dies in Verbindung mit geeigneter betriebswirtschaftlicher Software, könnte es für Microsoft eng werden - und Google hat potenziell mehrere Millionen neuer (Werbe-)Kunden gewonnen, die Produkte von Microsoft nicht mehr benötigen!

Bill Gates hat Google als "völlig überbewertetes" Unternehmen bezeichnet, wohl aus Verärgerung darüber, dass Google und nicht Microsoft den Online-Werbemarkt beherrscht.

Google hat mit  Google Earth mittlerweile Microsoft auch beim Geschäft mit Geodaten übertrumpft: Klugerweise hat Google bei dieser Software hauptsächlich auf Linux gesetzt, obwohl es von ihr  auch Windows- und Mac-Versionen gibt. Durch Googles Öffnung hin zu freier Software werden zahlreiche so genannte "Mash-ups" ermöglicht, die Google-Services mit anderen Angeboten kombinieren, etwa Geowalk , das Verbindungen zu Flickr erzeugt. Platial verbindet Google Maps mit usergenerierten Ortsbeschreibungen nach dem Motto "free collaborative atlas for all".