Google vor Gericht (Frankreich)

L´Agence France Press (AFP) vs. Google

Die Agence France Press (AFP) wurde im Jahr 1835 von Charles-Louis HAVAS gegründet und ist die erste und älteste Presseagentur - weltweit!

Im Jahr 2005 brachte sie eine Klage gegen Google wegen "Google News"  ein, zuerst in Frankreich (Streitwert: 2,8 Millionen €), dann auch in den USA (Streitwert: 17,5 Millionen USD). Die Klage war deshalb notwendig geworden, weil Google den Aufforderungen der Agence France Press nicht nachgekommen war, es zu unterlassen, die von ihr stammenden Depeschen und Photos zu benutzen, ohne dafür zu bezahlen. Google hatte letzten Endes alle Texte und Bilder von Agence France Press aus seinem Web-Angebot "Google News" zu entfernen, welches seitdem - im globalen Rahmen - als nicht mehr repräsentativ genug betrachtet werden kann, verfügt die Agence France Press doch über ein sehr engmaschiges Netz an Korrespondenten nicht nur in Frankreich, sondern darüber hinaus insbesondere in allen frankophonen Staaten, hier vor allem in Afrika.

Dass Google "in Echtzeit" Kurzzusammenfassungen von Agentur- und Zeitungsmeldungen zeigt, gefällt den Eigentümern dieser "traditionellen Medien" nicht und pochen sie aus verständlichen Gründen auf ihre bestehenden Urheberrechte. Die World Association of Newspapers - welche an die 18.000 Zeitungen weltweit repräsentiert - fordert die Einrichtung von technischen Barrieren gegen automatisierte Content-Zugriffe.

Google wirbt damit, dass sein Angebot Google News quasi eine eigene "digitale Tageszeitung" ergibt bzw. "zusammenstellt". Der deutschsprachige Ableger des Services Google News bringt die Schlagzeilen aus rund 700 deutschsprachigen Nachrichtenquellen. Google versteht sich nur als so genannter "news aggregator" bzw. als "news aggregation service". Die internationale Ausgabe von Google News durchsucht rund 4.500 verschiedene Nachrichtenquellen (" a computer-generated newspaper that unifies news from online newspapers worldwide") - die "traditionellen Medien" sehen in Google und Yahoo! aber hauptsächlich nur neue, besonders profitgierige Rivalen im Kampf um oft schrumpfende Werbeeinnahmen, die noch dazu ihre Urheberrechte verletzen und an den von ihnen um teures Geld erstellten Inhalten schmarotzen.

Die Agence France Press hat sich Googles Verhalten nicht gefallen lassen, brachte Google vor Gericht- und gewann.

Das Web 2.0 demokratisiert die Verbreitung von Nachrichten: Die Userinnen und User laden diese selbst hoch, eine ständig wachsende Internet-Community stimmt dann darüber ab, was berichtenswert ist und was nicht. Das Motto lautet: "Leser informieren Leser".

Fazit: "Social News" sind besser als "Google News"! Die wichtigsten "Social News"-Portale sind in den USA digg und newsvine, in Deutschland die "Ableger" yigg, webnews und newstube, in der Schweiz pligg - die Zukunft dürfte also ohnehin nicht mehr "Google News" mit seinem proprietären Ansatz gehören!