Das G1 - Smartphone von Google

eine kleine Analyse 

 

 

Das G1 ist das erste Smartphone von Google. Produziert wird es vom taiwanesischen Unternehmen HTC, welches 1997 gegründet worden ist. Der US- Marktstart war am 22. Oktober 2008. Das Gerät wurde um 179 USD angeboten, dies auf der Basis eines Vertrages über 24 Monate bei einem Datentarif von 25 bis 35 USD pro Monat. Es soll vor allem dem iPhone von Apple Konkurrenz machen, zumal es auch deutlicher billiger ist als dieses. 

 

Die Features des G1 im Detail:

 

  • Touchscreen (3,2 Zoll, 320 x 480 Pixel)
  • ausfahrbare QWERTZ-Tastatur (darin unterscheidet es sich von Apples iPhone, welchem eine Tastatur fehlt; die Tasten des G1 sind zwar klein, haben aber einen sehr guten Druckpunkt); auch für die Ziffern sind eigene Tasten vorhanden. Ein Trackball, welcher das Surfen bequemer macht, ist auch vorhanden. Im Unterschied zum iPhone ist das G1 aber nicht "multitouch"-fähig, eine Steuerung mit mehreren Fingern, etwa um den Bildschirminhalt zu vergrößern oder zu verkelienern, ist also nicht möglich.
  • 3,2-Megapixel-Kamera
  • UMTS, HSDPA, Bluetooth, WLAN- und GPS-fähig, funkt weltweit in alle 4 Netze (GSM Quadband). Es fehlt aber eine Navigationssoftware.
  • Gewicht : 158 Gramm
  • Der Akku hält rund anderthalb Tage.
  • 256 MByte interner Speicher (lässt sich durch micro SDHC-Kärtchen aufrüsten)
  • HTML-Browser (ermöglicht die Betrachtung von Websites im ursprünglichen Zustand; durch Berührung des Bildschirms wird Zoomfunktion ausgelöst zwecks Vergrößerung eines beliebigen Ausschnittes)
  • Gmail, Google Calendar, YouTube, Google Talk, Google Maps und Street View etc. - alles ist vorinstalliert, was nicht verwunderlich ist, will doch Google den ganzen Reigen seiner eigenen Applikationen vorführen. Die Google-Suche befindet sich natürlich direkt auf dem Startscreen. Großer Vorteil: Hat man ein Gmail-Konto, bekommt man eine komfortable Push-Zustellung neuer E-Mails wie beim Blackberry. Es erfolgt auch eine automatische Synchronisation von Kalender und Kontakten.
  • Android Market - jede Menge Software zum Download, also eine "Online-Quelle" für Spiele und Software! Android ist das neue Handy-Betriebssystem von Google. Es ist ein Linux-Derivat, der Programmcode ist größtenteils einsehbar, Lizenzgebühren fallen keine an. Jeder Handyhersteller kann daher Android verwenden. Das Maskottchen der "Open Handset Alliance" ist ein lustiger Roboter namens Android. Google organisierte bereits Android-Programmierwettbewerbe, aus denen einige Geolocation-Anwendungen hervorgegangen sind. Über den zentralen Android Market können sich die User(innen) Software auf das G1 installieren, was auch direkt vom G1 aus möglich ist. Auf über 700 Applikationen kann schon jetzt zugegriffen werden! Man kann zum Beispiel einen "Power Manager" laden, welcher energieintensive Teile des G1 wie GPS, Bluetooth und WLAN automatisch abschaltet, wenn sich ein niedriger Akkuzustand abzeichnet.

 

 

Wer das G1 benutzen will, muss es zuerst aktivieren - dazu braucht man ein Gmail-Konto. Das G1 kann aber auch andere E-Mail-Accounts verwalten. Es ist derzeit nicht möglich, mit dem G1 VoIP-Anwendungen zu nutzen. Beim G1 behält sich Google das Recht vor, Programme per Fernbedienung ("remote kill switch") von den Geräten löschen zu dürfen. Ein interessantes Zusatzprogramm für das G1 ist ShopSavvy, eine Art von "Schnäppchensuche": Wenn man mit der eingebauten Kamera den Strichcode eines Produktes scannt oder alternativ die Produktnummer, also den EAN-Code, über die Tastatur eingibt, wird nach der billigsten Einkaufsmöglichkeit in der näheren Umgebung gefahndet. Ein über den "Android Market" auf das G1 ladbarer elektronischer Reiseführer namens Wikitude berechnet - in Kooperation mit Google Maps -  den Weg zu rund 350.000 Sehenswürdigkeiten auf dem Globus. In einer durch die eingebaute Kamera des G1 betrachteten Gegend werden die Sehenswürdigkeiten automatisch erkannt und mit passenden Informationen versehen.


Ab 30. Jänner 2009 wird das G1 auch in Österreich angeboten werden, und zwar ausschließlich von T-Mobile. Es gibt verschiedene Tarife, die Datenoption ist aber zwingend, weil das G1 immer mit dem Internet verbunden ist. Dieses Vertriebsmodell der exklusiven Bindung an ein einziges Unternehmen ist fragwürdig, weil es die Wahlfreiheit der Konsumenten künstlich einengt. Die Zahl der "Handysurfer(innen)" ist bekanntlich im Steigen begriffen. Und da das G1 die Bedürfnisse dieser Gruppe optimal abdecken kann, insbesondere durch die Integration der wichtigsten Google-Dienste, wird es meines Erachtens ein wirtschaftlicher Erfolg werden.


Wie wird das G1 von Kritikern gesehen?

 

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnete das Erstlings-Handy G1 von Google vor kurzem als "vom Aussehen her wenig spektakulär", es "wecke beim ersten Hinsehen wenig Begeisterung" und sei überdies "recht schwer"; es teile sich mit dem iPhone die negative Eigenschaft, "ein verflixt teures Vergnügen" zu sein (F.A.Z., 24. 01. 2009, Seite T2). Der Hauptvorteil des G1 liegt eindeutig in der Tatsache, dass Android weltweit für Programmierer frei zugänglich ist, was wesentlich bessere Zusatzprogramme als für das iPhone erwarten lässt. Google setzt auf Linux und freie Software, und das ist auch gut so - für Google, weil es mit dem G1 den "Platzhirschen" mit ihren antiqiuert-proprietären Modellen ernsthafte Konkurrenz machen wird, und sich meines Erachtens ihnen gegenüber auch am Handy-Markt durchsetzen wird, und auch für die Open Source-Community, die eine bessere Leistung um weniger Geld erhält.