Förderausschüsse

Was ist ein Förderausschuss?

Früher gab es die sogenannten "Verfahren zur Überprüfung und Feststellung des Sonderpädagogischen Förderbedarfs" (VÜF). Diese Verfahren gibt es seit dem Schuljahr 2011 / 12 nicht mehr.

Vermuten die Lehrerinnen und Lehrer der Regelschule oder die Eltern nun einen Anspruch auf sonderpädagogische Förderung, so melden sie diese Vermutung wie bisher zum 15. Dezember eines Jahres dem regionalen Beratungs- und Förderzentrum. Diese Meldung beinhaltet auch Angaben zur Art des vermuteten Förderbedarfs. Es gibt die Förderschwerpunkte Lernen, emotionalen und sozialen Entwicklung, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Sprache, Hören, Sehen sowie Kranke.

In Rücksprache mit dem Staatlichen Schulamt beauftragt das regionale Beratungs- und Förderzentrum einen Förderschullehrer mit der Erstellung einer förderdiagnostischen Stellungnahme. Diese Stellungsnahme geht zurück an die meldende Regelschule, die je nach Ergbnis der Stellungsnahme einen Förderausschuss einberuft.

Wer nimmt an einem Förderausschuss teil?

Die meldende Regelschule lädt 10 Tage vor dem geplanten Termin schriftlich zum Förderausschuss ein. Teilnehmer sind natürlich die Eltern oder Erziehungsberechtigten. Hinzu kommen die Schulleiterin oder der Schulleiter der Regelschule, die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer und eine Lehrkraft des Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) als Leiterin oder Leiter des Förderausschusses. Sofern eine geplante Art der Beschulung (z.B. inklusive Beschulung eines körperbehinderten Schülers, Betreuung eines Schülers mit Berdarf im Bereich der eomotionalen und sozialen Entwicklung) zusätzliche Kosten verursacht, kommt auch ein Vertreter des Kreises zum Förderausschuss hinzu, da diese Kosten ja bewilligt werden müssen.
Diese Teilnehmer haben jeweils eine Stimme bei der Beschlussfassung des Förderausschusses. Auch wenn beide Eltern zum Förderausschuss erscheinen, haben sie nur eine gemeinsame Stimme.
Außerdem können eine Reihe von weiteren Personen zum Förderausschuss eingeladen werden, nehmen jedoch nur mit beratender Stimme daran teil. Dies können beispielsweise Übersetzer, Psychologen die mit dem Kind gearbeitet haben oder Beratungslehrerinnen und -lehrer der Regelschule sein.

Wie läuft ein Förderausschuss ab?

Während der Sitzung des Förderausschusses ist zunächst die Beschlussfähigkeit zu prüfen. Diese ist gegeben, wenn mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder anwesend ist.
Der Leiter des Förderausschusses (rBFZ-Lehrkraft) stellt noch einmal die gesetzlichen Grundlagen dar und erötert das weitere Vorgehen mit den Anwesenden. Ziel ist dabei stets eine einvernehmliche Lösung im Interesse des Kindes.
Dementsprechend werden nun die Förderbedürfnisse des Kindes dargestellt und die förderdiagnostische Stellungnahme erörtert.
Es folgt die Beratung über den Anspruch auf sonderpädagogische Förderung wobei Art und Organisation dieses Förderbedarfs erörtert werden.
Bei der anschließenden Beschlussfassung sind zwei Möglichkeiten denkbar:
Ist der Beschluss des Förderausschusses einstimmig, entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter der Regelschule nach Genehmigung durch das Staatliche Schulamt über die künftige sonderpädagogische Förderung.
Ist der Beschluss nicht ein einstimmig, entscheidet das Staatliche Schulamt nach erneuter Anhörung der Eltern.

Wer leitet die Förderausschüsse?

Förderausschüsse im Einzugsbereich der Helmut-von-Bracken-Schule Friedberg werden seit dem Schuljahr 2017 / 18 von den an den Schulen eingesetzten rBFZ-Lehrkräften geleitet.