Das Heimatmuseum

30 Jahre Dorfmuseum in der Linnenschmidt’schen vorm. Landesherrlichen Mühle zu Venne

Wann haben Sie das letzte Mal mit offenen Augen das Venner Dorfmuseum in der Linnenschmidt’schen vormals Landesherrlichen Mühle zu Venne besucht? In den vergangenen 30 Jahren besuchten über 50.000 stets willkommene Gäste diese sehenswerte Einrichtung. Und dieses Jahr ist das wiederum in den Monaten Mai bis September jeden Sonntag 14.00-17.00 Uhr möglich. Und anschließend lädt das Cafe Pferdestall auf der Mühleninsel zur Einkehr ein.

Seit nun 30 Jahren ein nicht alltägliches Dorfmuseum im ständigen Wandel, denn immer noch eingehende neue Ausstellungsstücke, die jeweils in einen lehr- bzw. lernhaften Kontext gestellt werden können, vermögen auch Ihnen immer wieder Neues und Wissenswertes nicht nur über oder aus Venne zu vermitteln. Und das ist nur möglich, weil großzügige Gönner der vom Kulturausschuss des Heimat- und Wandervereins betreuten Einrichtung immer wieder Schenkungen oder Leihgaben zukommen lassen.

Das äußerlich eher unscheinbare Gebäude ‚Venner Mühle’ bietet in seinem Inneren über vier Geschosse hinweg eine erstaunliche Vielfalt für ein sogenanntes und als beschaulich gefürchtetes Heimat- oder Dorfmuseum.
Nach dem Betreten der Kerngebäudesubstanz aus dem Jahre 1725 fällt Ihnen als erstes ein seinerzeit vom Freizeitclub Schiebkarre gefertigtes Mühlenmodell ins Auge. Und, wenn Sie andere Mühlen des Osnabrücker Landes kennen, wird Ihnen sehr schnell klar, dass es sich bei der Linnenschmidt’schen vormals Landesherrlichen Mühle zu Venne um eine baulich vergleichsweise große Mühle handelt. Sie bietet also ausreichend Platz für so einiges.
Im Erdgeschoss erfolgen Darstellungen zur Venner Wassermühle, nicht nur auf die ehemaligen Wasserräder, auch auf die jüngeren Antriebskräfte kommen entsprechende Hinweise vor, zumal sich einige von ihnen bis in die Jetztzeit erhalten haben.
Ein vermeintlicher Baustein mit den Initialen des Osnabrücker Fürstbischofs Ernst August II erinnert an das Baujahr der Mühle: 1725.
Neben dem Osnabrücker Müllereid finden sich die Hinweise auf das von der Müllerinnung geführte Wappen und den Müllergruß: Glück zu.
Was gelangt an Getreidearten in eine Mühle und was macht der Müller daraus? Ein Schaukasten führt es gekonnt vor Augen.
Eine Kopie des Erbzinsvertrages von 1777 leitet über in die Geschichte der seitdem Linnenschmidt’schen vormals Landesherrlichen Mühle zu Venne und ihrer besonderen Vorrechte. Weiterhin erfolgen Hinweise auf die seit dem Mittelalter wechselvolle Geschichte der Mühle, ihre Eigentümer, ihre Rechteinhaber und ihre wirklichen Nutzer. Und da sie in steter Konkurrenz zu den anderen Mühlen im alten Amt Hunteburg stand, erfolgen auch Querverweise auf diese. Neu dabei: drei Abbildungen der alten Langelager Windmühle.
Eine Modellabfolge zeigt in Abwandlung der Devise: Venne vom Berge bis zum Moore: vom Getreideacker zum Brot, einst und jetzt.
Was erwächst aus einem Saatkorn, unter einem Erntedankkranz können Sie es erfahren.
Und endlich weist Ihnen eine große Venner Karte die kurvenreichen Wege und Stege: Venne, vom Berge zum Moore.
Im Mittelpunkt des Erdgeschosses befindet sich das Wesentliche, das Herzstück jeder Mühle, die Mühlsteine, Lager- und Läufersteine in ihren hölzernen Mahlbütten, der mit Scheffelmarken versehenen Schütttrichter aus dem Jahre 1775, der Mühlstein nach Franzosenart im Mühlsteinwendebaum mit den zugehörigen Schärfwerkzeugen.

Im Kellergeschoss, dort sollte die Aufmerksamkeit auch dem sehr stabilen Zimmerwerk des Jahres 1725 gelten, erhielt sich die Antriebstechnik für solch ein ausgeklügeltes Mühlentechniksystem.
Die oberschlächtigen Wasserräder fanden Ersatz durch eine funktionstüchtige liegende Francisturbine, die die Wasserkraft umsetzt und mittels einer Transmission auf ein gusseisernes Vorgelegegetriebe überträgt. Entweder über eine Zahn-, Kammradtechnik oder aber über Transmissionen per Riemen und Riemenscheiben kommt es zum Antrieb der Mühlsteine und umfangreichen sonstigen Mühlentechniken.
Die Sackstühle unter den Mehlpfeifen erinnern an die beschwerlichen Zeiten der einst mit zwei Zentnern gefüllten Getreide- und Mehlsäcke.
Eine Kornreinigungsmaschine, eine Gerstenschälmaschine, Stichwort Graupen oder Schillegassen, und eine Hofmühle weisen auf transmissionsgetriebene Maschinen hin.
Und im Keller des Anbaus dann der Einzylinder Deutz Dieselmotor, der bei wasserarmen Zeiten herhalten musste und heute noch betriebsbereit ist. Und aus Notzeiten dann noch ein leistungsstarker Elektromotor, der ebenfalls das gesamte Werk in Gang setzen und in Betrieb halten konnte.
Hier sei eingeflochten, die ganze Mühlentechnik ist noch betriebsbereit, wird aber zum Mahlen nicht genutzt, da ansonsten die musealen Ausstellungen in den Obergeschossen zu oft einstaubten ... und überhaupt lebensmittelrechtliche Hindernisse bestehen.

Im Erdgeschossanbau eine Reihe: Venne in alten Karten. Hierbei wird Bezug genommen auf Kopien alter Karten des Fürstbistums Osnabrück und die darin enthaltenen Hinweise auf Venne. Dabei ist die Ausfertigung zu den Kartendarstellungen aus der Du Plat’schen Landesaufnahme von 1787 ortskundlich am interessantesten.

Im ersten Obergeschoss finden sich dann in verschiedenen Nischen mit lehrreichen Erläuterungen versehene einzelne, in sich geschlossene Ausstellungseinheiten.
Neben den urtümlichen Gerätschaften aus einer Holzschuhmacherei ist da dann die Schusterwerkstatt von Friedrich Schulte, unter dem Motto: Schuster bleib bei Deinen Leisten.
Die bis vor wenigen Jahren erfolgreich betriebene Mühlenküche mit zum Beispiel dem Spülstein aus der alten Wedum, Pastorat, Wealdensandstein aus den Wahlburger Steinbrüchen, der Kupferpumpe, der Kochmaschine, dem Salzkasten aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, dem Drehhahl über der angedeuteten offenen Herdstelle, dem Köppkenbord mit der Irdenware aus dem Osnabrücker wie auch Weserbergland. Pickert: wie lecker, also Pickertplatten, der Hinweis auf einen Borgloher Glaspokal aus den Jahren um 1730, auch erinnerungsschwere Porzellanstücke weisen auf frühere silberne Hochzeiten hin. Eine Vitrine ist aufgrund der Zusammenhänge Elise Meyer zum Vorwalde und ihrem Kaffeegenuss gewidmet. Ein Modell veranschaulicht eine altertümliche bäuerliche Küche im Unnerschlag mit dem Wasch- und Essort.
Die Moorabteilung weist darauf hin, Venne heißt Moor, wobei nicht das heute bekannte Venner Moor Pate stand, sondern das moorige Areal östlich der Ortslage Darpvenne. Wie hier einst, bis vor 50 Jahren, Torf gestochen wurde, ist anhand der Ausstellungsgegenstände nachvollziehbar. Kennen Sie noch einen Torfspaten?
Die Kopie einer Aufschwörungstafel symbolisiert die früheren Holzgrafen der Venner Mark, die Borgwedder von Bar.
In der der Kirchengeschichte gewidmeten Vitrine befindet sich eine bunte Vielfalt: das Modell der alten, 1845 abgebrochenen Venner Kirche, ein dann nicht realisierter Bauplan für den Nachfolgebau, die Hinweise zu dem von Bar’schen Grabstein, und da die Kirche der Heiligen Walburgis geweiht ist, auch zu diesem Themenkomplex einige Darstellungen, eine Kopie des Ablassbriefes aus dem Jahre 1290, die Kleinmodelle der Kirchspielsfahnen erinnern an frühere Ordnungen, eine Buttermodel mit den christlichen Symbolen für Liebe, Glaube und Hoffnung, die Fragmente alter Grabsteine, die alten Bibeln und Gesangbücher und endlich die aus Jubiläumsanlässen geprägten Silbermedaillen mit Bezugnahmen auf St. Walburgis und Venne.
Ein 2010 aufgehängtes hölzernes Kreuzstockfenster, Baujahr 1687, dient als zeittypischer Träger für drei bekannte Venner Fensterbierscheiben, eine im Original, zwei leider nur in Kopie, eben: feste feiern.
Die rund um eine alte Hobelbank gestaltete Zimmereiabteilung reiht nicht nur die Werkzeuge aneinander, sondern veranschaulicht auch die Produktionsvielfalt eines Zimmerers oder auch Sagenschneiders, vom Karrenrad bis hin zum stolzen Vierständerfachwerkbau. Eine Fotofolge führt einige der erhaltenen markanten Venner Fachwerkgebäude vor. Die Zusammenstellung der Fachwerkinschriften rundet das ganze ab.
Daran schließt sich die immer wieder einen neuen Standort in der Mühle findende Einheit ‚Speicher aus vier Jahrhunderten’ an: die Ausführungen zu den Meyer zum Holtkamp’schen Speichern aus den Jahren 1685-87, das Modell und die Baufragmente des Horstmann’schen Speichers von 1790, der von der Wiener Weltausstellung mitgebrachte Bauplan für den Tölkhaus’schen Speicher aus dem Jahre 1874, und moderne Harvestore-speicherdaten, Meyerhof zu Broxten, 1970er Jahre.
Zum Abschluß der Fachwerkabteilung das große Modell des Zweiständerbauwerks der heutigen Stätte Meyer auf der Spitze-Schomborg, einst ein Kotten des Hofes Schütte.
Manches ist eben auch sagenhaft, und so finden auch die vier Venne betreffenden Sagen, ergänzt mit Bildmaterialien, ihren Platz in der Venner Mühle. Zum Süntelstein dann noch ein Trinkglas mit Gravur, eine kleine porzellanene Teufelsfigur und die bislang als älteste bekannte bildliche Darstellung des Süntelsteins aus dem Jahre 1802. Zum Paterstein der Gipspositivabdruck aus den 1930ern, der noch schwach den Nimbus Gottes erkennen läßt, die Hand auf einer Scheibe.
Mitten im Raum ein Modell des kleinen Dorfes Venne, gearbeitet nach der Du Plat’schen Kartenaufnahme 1787/88.
Am Elevatorschacht hängen offene und versteckte Hinweise auf herausragende Venner. Konsistorialrat und Pastor zu Venne Metzner ließ sich und seine Familienangehörigen um 1750 porträtieren. Als erster Deputierte der freien Grundbesitzer des Fürstentums Osnabrück vertrat Johann Friedrich Meyer zum Vorwalde bis zu seinem Tode 1825 bäuerliche Interessen in der Hannoverschen Ständeversammlung. Johann Georg Tölkhaus führte bis zu seinem Tode 1738 als vicarius archidiaconaty commissarius ein strenges Kirchenregiment für das Osnabrücker St. Johann Stift. Und Wilhelm Meyer zum Vorwalde=Tölkhaus, -1919, galt als ‚Senior der deutschen Dahlienzüchter’ und ‚Autorität von Weltruf’, was Dahlien anging.
Auch würdigt eine Auflistung die mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichneten Venner der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Und endlich dann in den Schrägen des Dachgeschosses. Überarbeitet und ergänzt werden konnte 2010 die Vitrine zu ‚Rauchersnot macht erfinderisch’. Dort nun in Augenschein zu nehmen: Tabakblätter aus hiesiger Nachkriegsernte, die dazugehörigen Kleinpflanzersteuerzettel, ein Fermentierungsrezept, Kleinpflanzertabakverarbeitung, Tabakschneidemaschine, und in welcher Form auch immer geraucht wird, neben verschiedenen Pfeifen, Zigarrenhinweise, z.B. ‚Perle von Niewedde’ und bunte Zigarettenverpackungen.
Ab und wann mußten Venner Schüler Pflanzen sammeln und Herbarien anlegen, die aus raumklimatischen Gründen leider nicht im Original ausstellbar sind. Das älteste Herbarium stammt aus dem Jahre 1877, dann 1906 und 1966. Die vergleichende Aufarbeitung der Daten liegt einsehbar aus und läßt auch hier den Wandel der Pflanzenwelt in freier Natur zu.
Als reinstes Blau gilt das der Kornblume, eine kleine Vitrine nimmt darauf Bezug.
Zu dem seit einigen Jahren ausgestellten Modell des Kalkbrennofens gesellten sich geologische Hinweise aus der Venner Landschaft: vom Wiehengebirgsquarzit über Sand aus den Steinkamp Sandgruben, Raseneisenstein aus den bruchigen Wiesen bis hin zum Torf aus dem Moor. Was heute die graue Tonne ist, das war früher der Misthaufen. Davon künden unterschiedlichste Scherben, die an einem bis 1860 betriebenen Misthaufenstandort in den vergangenen Jahren aufgelesen werden konnten. Ein sandsteinerner Herdstein mit der Jahreszahl 1701 weist indirekt auf die früheren Steinbrüche vor Ort hin.
Und dann da oben noch: wo Milch und Honig fließen. Vom Melkschemel bis hin zu unterschiedlichen Buttermaschinen ist der Weg vom Euter zur Butter nachvollziehbar. Und in Erinnerung an die einstige Venner Molkerei und ihren bekannten Venner Käse stehen in einer Vitrine verschiedene Labor- und Büroausstattungsgegenstände aus der Molkerei parat. Und auch auf den seinerzeitigen Etikettenschwindel, nämlich wie wurde Venner Käse anderenorts unter welchen Marken auch immer vermarktet, weisen verpackte Käselaibe hin. Eine Fotoreihe veranschaulicht den Venner Käsereibetrieb.
Insbesondere auf der Venner Heide kam es zu emsigen Imkertätigkeiten. Einige Typen von Strohstülpern, durchaus auch noch mit Speilen versehen, verweisen darauf. Und aus der Ausrüstung der Imker finden sich einfachst, aber wirkungsvollst gearbeitete Imkerhauben wie auch eine Imkerpfeife, -schmöker, eine eigentliche Honigpresse wie auch eine zu dem Zweck umfunktionierte Obstpresse und endlich die der Honigverwahrung dienenden Honiggläser.
Und dann befindet sich im Dachgeschoß noch das Mu(h)seum, bestehend aus Teilen der sehr umfangreichen Sammlung Dr. Dr. Brackmann. Die von dem Fachmann aus allen Erdteilen zusammengetragenen Ausstellungsstücke zum Thema Milchvieh füllen mehrere Vitrinen. Neben den eigentlichen Betreuungen der Museumseinrichtungen durch den Kulturausschuß des Heimat- und Wandervereins erfolgt derzeit auch die Teilnahme an dem Projekt ‚Digitalisierung-Qualifizierung-Profilierung’ des Heimatbundes Osnabrücker Land in Zusammenarbeit mit dem Kulturportal Nordwest teil.

Seit 2014 besteht eine kleine Unterabteilung im Ächterkiärm oder auch Kammerfach des Mühlenkottens. Da ist die neu geordnete Kammer, darin das altertümliche Bett mit der ‚hohen Kante’, den Hauben und den, wer liebt sie schon, Bettwärmelementen, Schränke dienen der Zurschaustellung von Weißwäschen, eine Truhe, ein Nähtischen und eine Nähmaschine vervollständigen diese Ausstellung hausfraulicher Arbeitswelten.

Wie kam es seinerzeit zu dieser sich stetig entwickelnden Einrichtung?
Vor nun bald 35 Jahren schloss der letzte Mühlenpächter der Linnenschmidt’schen Mühle in Venne, Otto Vallowe, das letzte Mal die Mühle ab. Das in Sichtweite zur Ortsmitte liegende Mühlengebäude drohte mangels einer Nachnutzung in einen Dornröschenschlaf zu verfallen.
Der damals gerade 10 Jahre alte Heimat- und Wanderverein Venne unter seinem Gründungsvorsitzenden Wilhelm Fehrlage beschäftigte sich mit dem Thema, mit den Risiken und Chancen, etwas aus der Mühle zu machen. Es galt, eine große Sache anzupacken und es fanden sich erfreulicherweise viele tatkräftige Mitstreiter. Insbesondere der damalige Gemeindedirektor Walter Sawert half, die Weichen im Sinne des Heimat- und Wandervereins zu stellen. Die Eigentümerin, Emma Linnenschmidt, schloss einen Erbpachtvertrag mit der Gemeinde ab, die wiederum das so erworbene Mühlengebäude im Rahmen eines Nutzungsvertrages dem Verein zur Verfügung stellte.

Dann begannen die eigentlichen Kärrnerarbeiten. Unterschiedlichste Vorhaben wurden in Angriff genommen und stetig verfolgt. Ein Hauptziel lautete: möglichst viele Bestandteile der alten Mühlentechnik zu erhalten und auch in einen betriebsfähigen Zustand zu versetzen. Dazu kam es zur Entnahme von technischen Einrichtungen des 20. Jahrhunderts. Außerdem waren die ersten groben Raumnutzungsideen dabei zu berücksichtigen. Eine wichtige Frage lautete: wie erschließen wir vier Geschosse über entsprechende Treppen, welche Ein- und Ausblicke wollen wir schaffen? Welche Räume in welcher Etage sollen welche Zwecke erfüllen? Eine große Hilfe bei all diesen Baufragen fand sich in Willi Schomaker, der auch wertvolle Hinweise auf fördernde Geldgeber gab. Gleichzeitig wollten die Verantwortlichen mehr über die Geschichte der Mühle wissen, so dass häufige Besuche im Niedersächsischen Staatsarchiv in Osnabrück anstanden. Die erstaunlichen Realisierungsfortschritte, dann und wann auch mit verständlichen Rückschlägen verbunden, ließen schon sehr bald vorzeigbare Ergebnisse aufweisen. Die Mitarbeit und das auch ehrenamtliche Engagement von ortsansässigen Handwerksmeistern alten Schrots und Korns bedarf ebenfalls der Erwähnung.
Mit als erstes bot der sogenannte Begegnungsraum im Anbau eine Heimstatt für den Vorstand und den zu der Zeit in Anbetracht der 900 Jahr Feier 1987 besonders aktiv werdenden Kulturausschuss. Der traf sich damals unter der Leitung von Heinrich Vallowe regelmäßig, um den Bildband Venne zu kreieren. Da die Idee laut wurde, auch eine Art Heimatmuseum in den Räumen der Mühle einzurichten, gelangten per Schenkung oder auch Leihgabe die ersten Ausstellungsstücke dorthin. Zudem entstand ein gewisser Zeitdruck, der Bildband Venne sollte schon 1985 aus Anlass der 50 Jahrfeier der Siedlung Neuland, Venner Moor, auf den Markt kommen und nicht erst zur 900 Jahrfeier. Somit sollten aber auch die ersten heimatkundlichen Ausstellungen in der Mühle erfolgen. Es zeichneten sich, auch nach einem erforderlichen kleinen Umbau, die Nutzungen der Etagen ab. Die erhaltenen Techniken im Kellergeschoss lenkten die Aufmerksamkeit auf die Transmissionen, das Vorgelegegetriebe, auf die Absackung und natürlich auf den eindrucksvollen Dieselmotor. Das Erdgeschoss mit seinen zwei Mahlbütten, dem Mühlstein, Franzosen; im Wendebaum, die unterschiedlichsten Mahlprodukte im Schaukasten und die mühlengeschichtlichen Hinweise lockten die ersten Besucher. Im Obergeschoss entstand sehr bald eine Ausstellungsecke zum Venner Moor und dann erst einmal ein sonstiges Sammelsurium, auch von ausrangierten landwirtschaftlichen Handgeräten. Mit bescheidensten Vereinsmitteln wagte es der Kulturausschuss unter Udo Thörner dann, die zunehmenden Schenkungen und Leihgaben gekonnt in Kontexte zu bringen, was auf Dauer dann auch durchaus gelang. Die anfängliche Skepsis und somit die Bereitschaft, etwas für das entstehende Dorfmuseum zur Verfügung zu stellen, wich. Denn da tat sich ja etwas, das man auch Gästen mit dem Hinweis: mein Venne ... im Museum bieten konnte. Was aber auch dazu führte, dass das Dachgeschoss zusätzlich als Ausstellungsfläche zu erschließen war, also eine weitere Ausbaumaßnahme bedeutete. In diesen beengten Verhältnissen fanden dann ab 1987 gesonderte Erntedanktagsveranstaltungen und Vorführungen statt, jedes Jahr unter einem anderen Schwerpunktthema, bevor es dann zur Etablierung des Dorfmarktes kam. Hier sei an die Ausstellungen der Hobbykünstler, zum bäuerlichen Leinen, mit Modellautos im Zusammenhang mit einer Oldtimerrallye des MSC, an Hufbeschlag- und Dreschvorführungen erinnert, ein Schülermalwettbewerb fand großen Anklang, jetzt müsste tatsächlich in den Annalen geblättert werden. Auf jeden Fall jeweils Veranstaltungen, die nicht nur Venner sondern auch viele auswärtige Gäste nach Venne lockten. Das gilt insbesondere für das Jubiläumsjahr 1987, als die Mühle ein zentraler und idealer Festort war.
Die erwähnten Platznöte führten sehr bald dazu, dass auf der sogenannten Mühleninsel eine neue Remise für den Museumsbestand an landwirtschaftlichen Geräten errichtet wurde.
Und das dortige Gebäudeensemble erfuhr eine wertvolle Ergänzung, als 1991 das sogar den Vennern unbekannte Tiemann’sche Backhaus von 1694, Dank einer Spende auf Abbruch erworben, ebenfalls einen neuen Standort auf der Mühleninsel fand und 1992 mit einem sehr gelungenen Backtag mit dem eigens kreierten Venner Mühlenbrot im Rahmen des Erntedankfestes wieder in Betrieb genommen werden konnte. In einer ehemaligen Verkaufsvitrine fanden dort interessante Gerätschaften und Maschinen aus der ehemaligen Bäckerei Feuerhake einen neuen Platz. Im Rahmen der Dorferneuerung Venne kam es dann zur Gestaltung der zweiten Mühleninsel, dass hieß allerdings für den Heimat- und Wanderverein eine verbindende Brücke zwischen den Inseln zu bauen. Andererseits bot dieses Areal dann aber Platz für die Errichtung der Düsterberg’schen Bleichhütte. Seit 2009 birgt dieses kleine Gebäude die Ausstellungsstücke zur Leinenweberei im Kirchspiel Venne. Dort entstand auch eine Kopie der Borgwedder Schmiede, im Kern das alte Tölkhaus’sche Backhaus. Die Schmiede ist betriebsbereit eingerichtet und schon so manches Stück Eisen ging den Weg durch das Feuer der Esse und dann über den Amboss. Die Handwerkszeuge eines Schmiedes sind fast vollständig vorhanden und ausgestellt. In einer Ecke steht dann die alte Kirchenuhr, Marke Korfhage, Buer bei Melle. Auf der alten Insel konnten der alte Lagerschuppen zum heutigen Cafe Pferdestall umgestaltet und eine dreiflügelige Remisenanlage errichtet werden. Auch dort geben alte landwirtschaftliche Geräte häufiger zu der Fragestellung Veranlassung: weißt Du noch? Jüngste Baulichkeit ist der 2014 der Öffentlichkeit gewidmete Mühlenkotten, der als kultureller Veranstaltungsort genutzt wird.

Und das wird heute alles von den ehrenamtlichen Mitgliedern und –streitern des Heimat- und Wandervereins Venne erfolgreich bespielt.
Der interessierte Besucher oder auch willkommene Gast der Venner Mühle kann nicht nur eine Vielzahl von Impressionen mitnehmen, er kann auch aus dem reichhaltigen Angebot an Publikationen des Heimat- und Wandervereins Venne aussuchen.