Landeshut (Kamienna Góra)

Kaiserin Auguste Viktoria-Volksheilstätte zu Landeshut in Schlesien.
heute: Dolnośląskie Centrum Rehabilitacji
Text: Nietner, Johannes (1913): Deutsche Lungenheilstätten in Wort und Bild. Halle (Saale).
Fotos aus: Kaiserin Auguste Viktoria-Volksheilstätte, Landeshut <Schlesien> 1904-1929 Jubiläumsheft (1929) und Nietner (1913), s.o.

" Die Kaiserin Auguste Viktoria-Volksheilstätte liegt 503,50 m über dem Meeresspiegel im Waldenburger Bergland, einem Vorgebirge des Riesengebirges 4 km von der Stadt Landeshut entfernt in einer nach Süden offenen Talmulde mit herrlichem Blick auf das Kloster Grüssau und das Riesengebirge, nach Norden und Osten geschützt durch den unmittelbar hinter der Heilstätte auf sanft ansteigenden Höhen gelegenen Stadtwald. Eigentümer und Verwalter der Heilstätte ist der Schlesische Provinzial-Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose in Breslau VII, Höfchenstr. 112.


Fotos: Kaiserin-Augusta-Frauenheilstätte (KAF; links), Kaiser-Wilhelm-Kinderheilstätte Landeshut (KWK; rechts)

Die Heilstätte wurde am 15. September 1904 mit 80 Betten in Betrieb genommen. Die Bettenzahl wurde durch Anbau eines zweiten Hauses im Jahre 1907 auf 165, durch den Bau eines besonderen Ärztehauses und Verwendung der bisherigen 3 Ärztewohnungen in der Heilstätte im Jahre 1910 zu Pfleglingszimmern auf 185 Betten erhöht. Die Anstalt hat Zimmer zu 2-5 Betten. Alle Zimmer sind 4,90 in hoch und 6 m tief. Die Zimmer zu 2 Betten sind 3 m, zu 3 Betten 3,45 m, zu 4 Betten 6 m, zu 5 Betten 7,7 m breit. Aufnahme in die Heilstätte finden weibliche Lungenkranke, die mindestens 14 Jahre alt sind, sich im Anfangsstadium der Lungentuberkulose befinden, für eine physikalisch-diätetische Anstaltsbehandlung sich eignen und nicht mit einer anderen ansteckenden oder ekel-erregenden Krankheit behaftet sind. Bei der Aufnahme werden zunächst die Anträge aus der Provinz Schlesien berücksichtigt.

Die Leitung der Heilstätte liegt in der Hand des Chefarztes, dem ein Oberarzt, und ein Abteilungsarzt sowie 9 Schwestern vom Roten Kreuz zur Seite stehen. Die Ärzte sind sämtlich im Hauptamte tätig und wohnen im Ärztehause der Heilstätte. An Personal beschäftigt die Heilstätte 2 Buchhalterinnen, 1 Röntgenassistentin, 1 Laboratoriumsgehilfin, 18 Dienstmädchen, 1. Maschinenmeister, 2 Heizer, 2 Haushälter, 1 Gärtner, 1 Gartengehilfen und 1 Nachtwächter. Der für den Aufenthalt, für vollständige Anstaltskleidung, für ärztliche Behandlung und Verpflegung einschl. Medikamente und Stärkungsmittel zu entrichtende Pflegesatz beträgt 4,30 M. pro Tag und Kopf. Für bedürftige Kranke unterhält der Vorstand eine größere Anzahl ganzer oder Teil-Freistellen. Daneben betätigen sich an der Kostentragung der Pflegegelder in mehr oder minder großem Umfang die Landesversicherungsanstalt Schlesien, die Landes-hauptleute von Schlesien und der Oberlausitz, die Magistrate zahlreicher schlesischer Städte, vaterländische Frauenvereine, Berufsgenossenschaften, Krankenkassen und private Wohltäter.



Die Anstalt ist mit Zentralniederdruckdampfheizung, mit zentraler Lüftungsanlage, elektrischer Beleuchtung und elektrischer Kraft für die mechanische Wäscherei mit Dampfwasch- und Dampfkochküche versehen. Die Wasserversorgung erfolgt aus eigenen Brunnen, für Notfälle ist ein Anschluß an die Landeshuter städtische Wasserleitung vorgesehen. Die Abwässer werden einer 990 m von der Anstalt entfernten Kläranlage nach biologischem Verfahren zugeführt; an die Kläranlage schließt sich ein Rieselfeld mit Teich an. Das der Anstalt eigentümlich gehörende Terrain umfaßt 33,4449 ha; an das Anstalts-terrain schließt sich nach Norden zu der Stadtwald an, von dem 9 ha für die Anstalt auf 35 Jahre gegen einen jährlichen Zins von 5 M. für den Morgen abgepachtet sind. An Gebäuden gehören der Anstalt außer den beiden mit 4 Liegehallen ausgestatteten Hauptgebäuden, in denen die Pfleglinge, die Schwestern und der größte Teil des Personals untergebracht sind, ein in Gestalt einer Doppelvilla gebautes Ärztehaus mit 3 Wohnungen für verheiratete Ärzte, ein Gärtnerhaus mit Gewächshausanlage, ein Eishaus und eine Baude mit kleiner Gastwirtschaft. Die Kosten des Bettes belaufen sich alles in allem auf 6279 M" (Nietner, 1913).


Brücke zwischen Haus 1 und Haus 2 der KAF (links), KAF Haus 2, Südfront (rechts)

Tagesraum in der KAF (links) / KAF Haus 1, Südfront (rechts)

Röntgensaal in der KAF (links) / Ost-Liegehalle im Haus 1 der KAF (rechts)

Ostansicht von Haus 1 der KAF (links) / Operationssaal in der KAF (rechts)

Liegehallen an Haus 2 der KAF (links) / Krankenzimmer (rechts)

Andachts- und Speisesaal der KAF (links) / Heilturnen im Speisesaal (rechts)

Heilturnen im Anstaltspark der KAF

Aktuelle Ansichten von April 2013:




Der Großteil der Grafiken sind dem folgenden Band entnommen:













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