Sanatorium Dr. Römpler

Dr. Th. Römplers Heilanstalt zu Görbersdorf/Schl.
heute Specjalistyczny Szpital Chorób Płuc Biały Orzeł, ul. Parkowa 3 (Webseite der Klinik)

"Im Waldenburger Bergland gelegen, eingebettet zwischen die Kämme des Riesen- und Eulengebirges, vereinigt Görbersdorf in landschaftlicher Beziehung stille Lieblichkeit mit großartiger Schönheit. Vulkanischen Ursprungs sind hier durch die Natur in überraschender Fülle große und kleine Kuppen und Kegel, schroff abstürzende Wände und zierliche Erhebungen zur Begrenzung der von raschen Bächen durchwühlten Täler und Schluchten und tiefeingeschnittenen Gründe und Kessel aufgestellt In einer Seehöhe von 560 m, von Bergen bis zu über 900 in Höhe eingeschlossen, liegt Görbersdorf abgeschieden von dem lebhaften Treiben der Welt und eignet sich, bequem erreichbar, ganz vorzugsweise zum Aufenthalt von Kranken und Erholungsbedürftiger: nicht nur für den Sommer, sondern wegen der günstigen Schnee- und Witterungsbedingungen in gleicher Weise auch für den Winter.

Die Anstalt, die schon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf ihren jetzigen Umfang angewachsen ist und später nur durch Erweiterung der Nebenbauten grundlegende Veränderungen erfahren hat, ist im letzten Jahrzehnt wesentlich modernisiert und den jetzt geltenden Anforderungen an Hygiene und Komfort angepaßt worden. Ungefähr 200 Morgen
Park- und Waldbesitz umschließen die Anlage, den Kranken mannigfache Gelegenheit zu abwechslungsreichen Spaziergängen gewährend. Zwei kleinere, zur Anstalt gehörende aber getrennt von ihr liegende Bauerngüter haben für einwandfreie Milch zu sorgen. Die Anstalt selbst gewährt in den beiden zur Unterbringung von Kranken bestimmten Gebäuden, dem Kurhause und der
etwa 3 Minuten davon entfernten Villa Römpler 85 Patienten Aufnahme. Das Kurhaus liegt auf einer der Sonnenbestrahlung gut ausgesetzten, nach Südsüdwest orientierten Terrasse; an das Kurhaus schließt sich, die Verbindung mit der sog. Turmvilla herstellend, der Speisesaalbau, dem nach Süden der Wintergarten vorgelagert. Die Turmvilla beherbergt Souterrain die Küchen- und Wirtschafts-, im hochgelegenen Erdgeschoß die medizinischen- und im ersten Stock die Gesellschaftsräume. Diese Trennung der eigentlichen Krankenräume von den Wirtschafts- und Gesellschaftsräumen ist ein besonderer Vorzug der ganzen Anlage. Im Kurhause sind 72 Patientenzimmer, verschieden in Lage und Größe, in 4 Stockwerken untergebracht. Ein hydraulisch betriebener Personenaufzug vermittelt neben 2 Treppen den Verkehr im Hause. An die Ostfront schließt sich die große Liegehalle an, die auch von der obersten Etage aus direkt zu erreichen und in nach Süden offenem Bogen in den Park hineingehaut ist.

Für Kranke, die es vorziehen abgeschlossener zu wohnen, und einen Balkon zur Liegekur zur Verfügung zu haben, ist die schon oben erwähnte Villa Römpler bestimmt, die 12 Gäste aufnehmen kann und im Parterre auch die Wohnung des zweiten Arztes enthält. Sämtliche Patienten und Gesellschaftszimmer, wie überhaupt alle Räume der Anstalt haben modern-hygienische Ausstattung (Linoleum, abwaschbare Tapeten resp. abwaschbaren Anstrich, Klappfenster und Zentralheizung).

Möbel und Ausstattungsgegenstände sind nach hygienischen Grundsätzen zum Teil nach eigenen Angaben angefertigt, jedoch mit Rücksicht auf die Behaglichkeit der Kranken, die bei den meist notwendigen monatelangen Kuren die Gemütlichkeit des eigenen Heimes sehr entbehren. Teppiche sind natürlich ganz vermieden, sämtliche Polstermöbel mit abwaschbarem Stoff bezogen. Daß alle Räume mit elektrischem Licht versehen sind, braucht nicht betont zu werden. Für die Unterhaltung der Kranken steht ein Musik- und Billardzimmer, zur Veranstaltung von Konzerten und Vorträgen ein kleiner Saal zur Verfügung. Eine möglichst mit den neuesten literarischen Erscheinungen ausgestattete Bibliothek ist für die Patienten zur unentgeltlichen Benutzung vorhanden.

Von ganz besonderem Werte ist der ausgedehnte Park, der unter herrlichen Baumbeständen manch seltenes Exemplar auswärtiger Pflanzen enthält. Dem Bedürfnis der Kranken entsprechend sind die Wege, die schließlich aus dem Park direkt in den Hochwald führen, in verschiedener Steigung angelegt; mehrere Pavillons und ein kleines. im Winter herizbares Schweizerhaus bieten ebenso wie eine große Wandelbahn bei ungünstiger Witterung Schutz. Ganz besonders reizvolle Bilder schaffen zwei Teichanlagen, von denen die größere im Winter zum Einlauf benutzt wird. Im Parkgebiete stehen auch die evangelische und russische Kapelle. (Der Bau eines katholischen Gotteshauses ist in Aussicht genommen.)

Die Ausstattung der medizinischen Räume hat in den letzten Jahren eine wesentliche Bereicherung erfahren, dureh Einrichtung eines ganz modernen Röntgenkabinetts (Idealapparat Reiniger, Gebbert und Schall) und eines durch die seit 3 Jahren aufgenommene Lungenkollapstherapie nach Professor Brauer notwendig gewordenen eigenen Operationszimmers; für die Erkrankungen der oberen Luftwege. die spezialistischer Behandlung unterliegen, steht schon seit längerer Zeit ein Einzel- und Gesellschaftsinhalatorium zur Verfügung.

Die Anstalt ist ihrem Charakter als Heilanstalt entsprechend vornehmlich zur Aufnahme leicht Erkrankter bestimmt. Die ärztliche Leitung ruht seit 1911 in den Händen des seit 1904 als zweiter Arzt an der Anstalt tätig gewesenen Dr. Bruno Birke, dem als zweiter Arzt Dr. Weiß zur Seite steht. Die Kurkosten, es besteht nur eine Verpflegungsklasse, betragen pro Tag ungefähr 10 bis 12 M" (Obenstehende Bilder und Text aus: Nietner, 1913).


aus: Nietner, 1913



aus: Nietner, 1913


Links: Russische Kapelle im Anstaltspark,
Oben: Röntgen- und OP-Einrichtungen 
Alle vorstehenden Abbildungen aus Nietner, 1913







Aktuelle Fotos von April 2013:






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