Heileurythmie

 

Hier finden Sie eine kurze chronologische Zusammenfassung der Geschichte der Heileurythmie bis zum Gründungsjahr unseres Berufsverbandes im Jahre 1969. Die Zusammenfassung ist aus unserer Methodenidentifikation entnommen.

Seit 1900 zeigt Rudolf Steiner in Schriften und Vorträgen Forschungsresultate aus der neuen anthroposophischen Geisteswissenschaft auf, von denen fruchtbare Impulse für viele Aspekte des menschlichen Lebens und der Kulturerneuerung, Pädagogik, Heilpädagogik, Kunst, Landwirtschaft, und nicht zuletzt für die Medizin ausgehen.

1912 entwickelt Rudolf Steiner die Bewegungskunst Eurythmie („sichtbare Sprache und sichtbarer Gesang“) und gibt sehr bald auch Angaben für die pädagogische und therapeutische Anwendung einzelner eurythmischer Elemente.

1920 Im Rahmen des ersten Ärztekurses findet eine Eurythmiedemon-stration für die teilnehmenden Ärzte statt. Rudolf Steiner erwähnt die differenzierte Wirkung von eurythmischen Vokal- und Konsonantenbe-wegungen auf die verschiedenen Funktions-bereiche des Menschen.

1921 Rudolf Steiner hält in Dornach vor Ärzten, Medizinstudenten und einigen Eurythmistinnen den Heileurythmiekurs im Rahmen des zweiten Ärztekurses. Die Eurythmistinnen Frau E. Wolfram und Frau E. Baumann demonstrieren dabei die eurythmischen Laute und ihre Metamorphose zur Heileurythmie.

Bald nach dem Kurs wird die heileurythmische Arbeit von Frau E. Wolfram, Frau E. Baumann und Frau Dr. med. M. Glas aufgenommen und in der ersten Waldorfschule in Stuttgart eingeführt.

Frau Dr. med. Ita Wegman eröffnet in Arlesheim das Klinisch Therapeutische Institut, das auf medizinisch-anthroposophischer Grundlage arbeitet. In engem Zusammenhang mit dieser Klinik erfolgt später die Eröffnung des heilpädagogischen Heimes Sonnenhof in Arlesheim. An diesen Institutionen wird von Anfang an Heileurythmie eingesetzt, teilweise mit Hinweisen Rudolf Steiners zu einzelnen Patienten.

1924 Innerhalb der Entwicklung der anthroposophischen Heilpädagogik werden heileurythmische Laute und Lautreihenfolgen in Verbindung mit einzelnen Kindern und Krankheitsbildern von Rudolf Steiner angegeben (Siehe Heilpädagogischer Kurs GA 317).

1925  Erster Ausbildungskurs für Heileurythmie in Arlesheim unter der Leitung von Frau Dr. med. M. Kirchner-Bockholt. In der Folgezeit finden regelmässige Ausbildungs- und Fortbildungskurse in verschiedenen Ländern statt. Bis heute sind weltweit weitere neue Heileurythmie-Ausbildungen gegründet worden.

Es gibt heute Ausbildungen in folgenden Ländern: Brasilien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Niederlande, Russland, Schweiz, Ungarn, USA. In verschiedenen Ländern haben sich Heileurythmisten zu Berufsverbänden zusammengeschlossen.

1969 erfolgte die Gründung des Verbandes diplomierter Heileurythmisten in der Schweiz, als erster Berufsverband mit heute ca. 180 aktiven Mitgliedern. Weltweit gibt es circa 1600 Heileurythmisten.

Die Heileurythmie wurde von Rudolf Steiner als Bestandteil der Anthroposophischen Medizin entwickelt. Diese versteht sich als ein integrales Konzept, das die naturwissenschaftliche Medizin durch zusätzliche diagnostische Fragestellungen und therapeutische Verfahren erweitert. Diese anthroposophisch erweiterte Medizin steht in Beziehung zu traditionellen medizinischen Konzepten wie z. B. klassische Verfahren der Naturheilkunde oder der Homöopathie.
 
 
Ursprungstext vom Berufsverband der Heileurythmisten Schweiz