Handwerk und Kirche

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Kardinal Woelki gedenkt der Anschlagsopfer von Paris

veröffentlicht um 14.01.2015, 17:13 von Jack Hauswald

Kardinal Woelki gedenkt der Anschlagsopfer von Paris

„Gewalt niemals religiös zu rechtfertigen“ – Gottesdienst im Dom

Köln. Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat im Kölner Dom der Opfer des Terroranschlags in Paris und ihrer Angehörigen gedacht. In seiner Predigt zum Gottesdienst für die Karnevalisten führte Woelki am Abend aus, dass für viele Menschen das Leben nie ein Fest sei. Dazu zählten die „unzähligen Menschen, die auf der Flucht vor menschenunwürdigen Bedingungen genau solche bei uns vorfinden. Und kein Fest ist das Leben, wird es vielleicht nie mehr sein, für die Angehörigen und Betroffenen des verbrecherischen Anschlags in Paris, die wir in dieser Stunde in unser Gebet einschließen wollen“, so Woelki. Gewalt sei „niemals und nirgendwo religiös zu rechtfertigen“, ebenso wenig wie „andere Formen von Ausgrenzung und Stimmungsmache gegen andere“, betonte der Erzbischof.

Karneval bedeute einen Seiten- und Perspektivwechsel, der lehre, die Dinge mit anderen Augen zu sehen und zu „lernen, was wirklich wichtig ist. Wirklich wichtig ist das, worauf uns das heutige Evangelium so eindringlich verweist: dem Hungernden Essen, dem Dürstenden Trinken zu geben, dem Fremden Aufnahme zu schenken, den Nackten zu bekleiden und die Gefangenen zu besuchen“, so der Kardinal. Denn auch wenn es an Karneval nie gelingen werde, die Welt zu ändern oder zu verbessern, gehe es darum, „den Blick zu weiten, die Verhältnisse aufs Korn zu nehmen, den Gedemütigten eine Stimme und den Armen Macht zu geben. Wer richtig Karneval feiert, nimmt davon etwas mit in den Alltag, in die anderen vier Jahreszeiten, in denen das Recht des Stärkeren und die Macht des Geldes den Ton angeben.“

Zu Beginn der Karnevalssession feiert der Kölner Erzbischof traditionell einen Gottesdienst mit den Karnevalisten. (PEK 150108)

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„Zum eingeschlagenen Weg der Ökumene gibt es keine Alternative“

veröffentlicht um 12.11.2014, 13:54 von Jack Hauswald


Kardinal Marx gratuliert neuem Ratsvorsitzenden der EKD

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat heute dem neu gewählten Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, zum Amt gratuliert. In einem Glückwunschschreiben übermittelt Kardinal Marx die Segenswünsche der Deutschen Bischofskonferenz.

In seinem Brief an den Landesbischof schreibt Kardinal Marx: „Ich bin zuversichtlich, dass mit Ihrem neuen Leitungsamt für die EKD auch das gute ökumenische Miteinander seinen Fortgang findet. Vor den Synodalen in Dresden habe ich noch einmal ausgedrückt, was mich zutiefst überzeugt und was das Zweite Vatikanische Konzil uns als Auftrag mitgibt: Zum eingeschlagenen Weg der Ökumene und der Versöhnung, um die eine Kirche Jesu Christi sichtbar zu machen, gibt es keine Alternative und kein Zurück. Diesen Weg möchte ich in der uns beiden nun übertragenen Verantwortung gemeinsam mit Ihnen gehen und hoffe, dass wir in Ihrer Amtszeit als Ratsvorsitzender der EKD gute Schritte vorankommen.“ Das gelte, so Kardinal Marx, auch für das gemeinsame Bestreben, „das Reformationsgedenken 2017 als geschichtliches Moment beider Kirchen in Deutschland zu sehen.“

Kardinal Marx zeigte sich dankbar für das gute ökumenische Miteinander von EKD und Deutscher Bischofskonferenz in den vergangenen Jahren: „Gerade der Austausch im Kontaktgesprächskreis zeigt, wie sehr uns an diesem Miteinander gelegen ist. Lassen Sie uns den Weg fortsetzen, um als EKD und Bischofskonferenz ein kräftiges ökumenisches Zeugnis in unserem Land nach außen und innen zu vertreten.“ Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz fügt in seiner Gratulation hinzu: „Für die vor Ihnen liegenden Aufgaben wünsche ich Ihnen nochmals Gottes reichen Segen und das Versprechen, dass die Deutsche Bischofskonferenz als verlässlicher Partner des ökumenischen Dialogs an Ihrer Seite steht.“


Deutsche Bischofskonferenz - Pressestelle

Kaiserstraße 161
53113 Bonn

Heinrich Bedford-Strohm neuer EKD-Ratsvorsitzender

veröffentlicht um 12.11.2014, 13:12 von Jack Hauswald


7. Tagung der 11. Synode der EKD endete mit feierlichem Gottesdienst 

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Unteren Frauenkirche ist am Mittwoch die Tagung des evangelischen Kirchenparlaments in Dresden zu Ende gegangen. In dem Abendmahlsgottesdienst wurde der am Dienstag gewählte Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, in sein Amt eingeführt. Die Predigt hielt sein Amtsvorgänger Nikolaus Schneider, der am Sonntag aus seinem Amt ausgeschieden war. In seiner Predigt ging Schneider auch auf das Schwerpunktthema der Synodentagung „Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Welt ein“. Das Evangelium reagiere nicht allergisch auf Bits and Bytes, sondern entfalte seine Kraft auch in der Cloud ganz souverän, sagte Schneider. „Die Wertschätzung von Vergangenheit und Zukunft darf uns nicht zu einer Geringschätzung der Gegenwart führen. Weder dem christlichen Glauben noch unserer Kirche kann es darum gehen, mit musealem Kult und abgehobenen Zukunftsträumen aus der gegenwärtigen Realität zu flüchten.“


Die 126 Delegierten aus den 20 Gliedkirchen der EKD hatten am letzten Tag der Synodentagung eine öffentliche Erklärung zum Schwerpunktthema verabschiedet. Darin bekräftigte die Synode, die evangelische Kirche werde sich künftig verstärkt  in die medienethischen Debatten um die Gestaltung der digitalen Gesellschaft einbringen. Dabei gehe es unter anderem um die Respektierung der Privatheit als Ausdruck der Würde jedes einzelnen Menschen, erklärte die EKD-Synode. Eine christliche „Ethik des Digitalen“ habe das Wohl des Menschen und eine freie und gerechte Gesellschaft zum Maßstab, heißt es in dem Papier.

Neben dem Schwerpunktthema und der Wahl des neuen Ratsvorsitzenden wurden auf der Synode das Reformationsjubiläum 2017 behandelt sowie der Haushalt 2015 und verschiedene Kirchengesetze und Regelungen zur innerevangelischen Struktur beschlossen.

Die Präses der Synode, Dr Irmgard Schwaetzer, unterstrich: „Die Kundgebung zum Schwerpunktthema ermutigt die Kirche, neue Wege in der Verkündigung des Evangeliums zu gehen. Ich bin sicher: Die Frohe Botschaft wird auch im 21. Jahrhundert gelesen, gehört und gelebt werden“.

Heinrich Bedford-Strohm dankte der Präses für Ihre Arbeit als Vorsitzende des Präsidiums der  Synode. Sie habe das Amt in einer bewegten und herausfordernden Zeit übernommen. „In atemberaubender Schnelligkeit und Souveränität haben Sie die komplexen Strukturen durchschaut, neue Strukturen geschaffen und die Verhandlungen in der Synode und zwischen den Synoden mit einer Ruhe und Klarheit geführt, die sehr beeindruckt. Es tut dieser Synode gut, Sie an ihrer Spitze zu wissen“, so der Ratsvorsitzende.

Mit der Tagung in Dresden endete die letzte Tagung der 11. Synode. Im Mai 2015 wird sich die 12. Synode der EKD mit einer Sitzung in Würzburg konstituieren.

 

Dresden, den 12. November 2014

 

Über die Synode der EKD: Zusammen mit dem Rat und der Kirchenkonferenz gehört die Synode zu den drei Leitungsgremien der EKD. Sie besteht aus 126 Mitgliedern, davon mehr als die Hälfte Nicht-Theologen. 106 Synodale wurden durch die Synoden der Gliedkirchen gewählt, 20 Mitglieder beruft der Rat unter besonderer Berücksichtigung von Persönlichkeiten, die für das Leben der Gesamtkirche und die Arbeit der kirchlichen Werke Bedeutung haben. Die Synode wird jeweils für die Dauer von sechs Jahren gebildet, die aktuelle Legislaturperiode läuft von 2009 bis 2015. An ihrer Spitze steht ein siebenköpfiges Präsidium. Die Synode der EKD kommt an wechselnden Orten in der Regel einmal im Jahr zu einer mehrtägigen Tagung zusammen. Die Plenarsitzungen sind öffentlich.

Seit der konstituierenden Tagung der 11. Synode im Frühjahr 2009 werden die Tagungen als verbundene Tagungen der Synode der EKD, der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) durchgeführt. Die VELKD-Generalsynode tagte vom 6. bis 8. November, die Vollkonferenz der UEK fand am 7./8. November 2014 statt.

 

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VELKD sieht Römisch-katholische Kirche im Aufbruch

veröffentlicht um 08.11.2014, 11:13 von Jack Hauswald   [ aktualisiert: 08.11.2014, 11:58 ]


Erster Synodenbericht des Catholica-Beauftragten Karl-Hinrich Manzke

Hannover/Dresden. Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (i.Bild/Bückeburg), hat in seinem Bericht vor der in Dresden tagenden Generalsynode die gegenwärtig zu beobachtenden Aufbrüche in der katholischen Kirche gewürdigt. Dazu gehörten insbesondere die diesjährige außerordentliche Bischofssynode zu Fragen von Ehe und Familie sowie das päpstliche Sendschreiben „Evangelii gaudium“. Darin beeindrucke insbesondere, „dass der Papst mit den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils den Reformbegriff innerhalb der katholischen Kirche rehabilitiert und ihm ein großes und bemerkenswertes Gewicht gibt“. Hinzu komme der ausdrückliche Bezug auf Christus als Zentrum kirchlich-theologischer Reformen. „Es beeindruckt mich, dass der Bischof von Rom in wünschens­werter Deutlichkeit in seinem Sendschreiben jede Gestalt von Kirche und alle Äußerungen des kirchlichen Lebens daran messen will, inwieweit sie das christliche Zeugnis in der Welt – im Sinne einer überzeugenden und den Menschen zugewandten Liturgie und Diakonie – klar zur Geltung bringen.“ In diesem Zusammenhang sei ein erneuertes Missionsverständnis wahrzunehmen, das die evangelisch-lutherischen Kirchen weltweit und die römisch-katholische Kirche miteinander verbinde. Es sei gut, auf „prophetische und markante Stimmen aus der weltweiten Kirche“ zu hören, so Manzke. So sei es durchaus gerechtfertigt, die Probleme der Weltwirtschaft „aus der Perspektive der globalen Ausgrenzung“ und nicht nur der deutschen sozialen Marktwirtschaft zu beurteilen.

Aufbruch und Christusbezogenheit seien auch für die ökumenische Gestaltung des Reformationsjubiläums 2017 leitend. „Genaues Hinhören ist für den Weg auf 2017 hin für uns evangelische Kirchen, die wir die ökumenischen Partner, besonders auch aus dem Katholizismus, als Gäste dabei haben wollen, eine ganz wichtige Grundhaltung.“ Auf evangelischer Seite sei zu klären, „wozu und in welcher Form der Gemeinschaft die ökumenischen Partner für 2017 eingela­den sind“. Auf katholischer Seite gebe es „ermutigende Beispiele“ für das ökumenische Miteinander. Dazu gehörten die Einladung der katholischen deutschen Bistümer zur gemeinsamen Feier anlässlich 50 Jahre Ökumenismus­dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils am 21. November, die Einrichtung einer Projektstelle „Ökumene vor dem Reformationsgedenken 2017“ bei der katholischen Deutschen Bischofskonferenz sowie ein in diesem Jahr in Erfurt durchgeführtes Symposium unter dem Titel „Luther. Katholizität und Reform“.

In diesem Zusammenhang wies Manzke auf das ökumenische Internetprojekt www.2017gemeinsam.de hin. Das Projekt, das auf dem Dialog-Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames lutherisch/katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017“ basiere, gebe zum ersten Mal die Möglichkeit, „dass ein ökumenischer Text auf einer so breiten Basis ökumenisch kommentierbar ist und dass evangelische und katholische Christen gemeinsam um ihre Meinung gefragt werden“, so der Catholica-Beauftragte. Noch bis Ende November könne das Dokument online gelesen, kommentiert und diskutiert werden. Die Ergebnisse sollen im Dezember an den Lutherischen Weltbund und den Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen überreicht werden.

Zum Abschluss gab Manzke der Hoffnung Ausdruck, dass die Kirchen voneinander lernen können, um aus ihrer Selbstbezogenheit herauszukommen. „So werden sie wirklich gemeinsam und vertrauensvoll miteinander unterwegs sein können, damit angesichts des bevorstehenden 500. Jahrestages der Reformation das Evangelium von Jesus Christus ganz im Mittelpunkt ihres gemein­samen Zeugnisses steht.“

Es war der erste Bericht von Karl-Hinrich Manzke als Catholica-Beauftragter vor der Generalsynode der VELKD und Gästen aus der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK).

Weitere Informationen unter www.velkd.de. Der Text des Catholica-Berichts steht dort zum Download zur Verfügung.

Wahl des Leitenden Bischofs der VELKD

Gerhard Ulrich geht in zweite Amtsperiode

Hannover/Dresden. Die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat am heutigen Freitag, 7. November 2014, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin) als Leitenden Bischof der VELKD wiedergewählt. Eine Wahl des Leitenden Bischofs findet alle drei Jahre statt. Ulrich wurde 2011 zum ersten Mal zum Leitenden Bischof gewählt.

Gerhard Ulrich dankte den Synodalen und sagte: „Ich danke Ihnen für ihr großes Vertrauen, das sie mir in den zurückliegenden drei Jahren und nun erneut bei der heutigen Wahl entgegengebracht haben. Ich freue mich, dass ich die vielfältige und vielschichtige Aufgabe des Leitenden Bischofs für eine weitere Amtsperiode wahrnehmen darf. Zugleich hoffe ich, dass ich den Erwartungen und Ansprüchen, die nicht nur von ihnen, sondern auch von anderen Seiten an mich herangetragen werden, soweit wie möglich gerecht werden kann.“ Ein Schwerpunkt seiner Arbeit werde weiterhin die theologische Ausrichtung der VELKD sein. „Ich habe mich immer dafür eingesetzt, die theologischen, liturgischen, gemeinde-pädagogischen und ökumenischen Arbeitsbereiche der VELKD stark zu machen.“ Zudem sei die evangelisch-lutherisch ausgerichtete Arbeit der VELKD notwendig, „um ein gesundes Maß an protestantischer Pluralität in Deutschland nicht nur wahrnehmen, sondern auch aufrecht erhalten zu können“, so Ulrich. „Durch unsere Beziehungen zu den lutherischen Kirchen in anderen Ländern sind wir an der Vernetzung beteiligt, für die auch die Arbeit des Lutherischen Weltbundes steht.“

Gerhard Ulrich (63) studierte an der Universität Hamburg Evangelische Theologie. Nach Pfarrstellen in Barsbüttel und Hamburg-Wellingsbüttel war er als Mentor in der Vikariatsausbildung tätig. 1991 wurde er Direktor des Prediger- und Studienseminars in Preetz, fünf Jahre später Propst des Kirchenkreises Angeln. 2008 wurde Ulrich zum Bischof im damaligen Sprengel Schleswig und Holstein gewählt. In der Zeit von 2009 bis 2011 war er stellvertretender Leitender Bischof der VELKD. Seit Juni 2013 ist er erster Landesbischof der Nordkirche und Vorsitzender der Ersten Kirchenleitung.

Der Leitende Bischof ist der erste Geistliche der VELKD. Er hat das Recht, auf allen Kanzeln der Gliedkirchen der VELKD zu predigen. Er führt den Vorsitz in der Kirchenleitung und in der Bischofskonferenz. In Personalunion übt er das Amt des Vorsitzenden des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes aus.

Die Wahl eines stellvertretenden Leitenden Bischofs/einer stellvertretenden Leitenden Bischöfin nimmt die Bischofskonferenz aus dem Kreis ihrer Mitglieder vor. Die Bischofskonferenz hat sich darauf verständigt, im Falle der Wahl von Gerhard Ulrich zum Leitenden Bischof erneut Landesbischöfin Ilse Junkermann (Magdeburg) zur stellvertretenden Leitenden Bischöfin zu wählen.

Gerhard Ulrich ist Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD – www.velkd.de) und Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche – www.nordkirche.de).


EKD-Synode vom 9. bis 12. November in Dresden

veröffentlicht um 08.11.2014, 10:40 von Jack Hauswald

Kirchenparlament tagt ab Sonntag an der Elbe

Logo der EKD Am kommenden Sonntag, 9. November 2014, wird in Dresden die 7. Tagung der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eröffnet. Die 126 Delegierten aus den 20 Gliedkirchen der EKD beraten bis Mittwoch, 12. November, das Schwerpunktthema "Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft“ und werden verschiedene Berichte, Gesetzesvorlagen und Beschlussanträge diskutieren und verabschieden. Dazu kommen die anstehenden Wahlen eines neuen Ratsmitglieds und eines oder einer neuen Ratsvorsitzenden.

Der Eröffnungsgottesdienst, in dessen Mittelpunkt die Erinnerung an den Fall der Berliner Mauer vor genau 25 Jahren steht, wird am Sonntag um 9.30 Uhr in der Kreuzkirche gefeiert und live vom ZDF übertragen. Die Predigt hält der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Jochen Bohl.

Im Mittelpunkt des ersten Vormittags steht der Bericht des scheidenden Vorsitzenden des Rates der EKD, Nikolaus Schneider (i.Bild). Am Nachmittag folgt der Bericht des Präsidiums der Synode, den Präses Irmgard Schwaetzer erstatten wird. Über beide Berichte ist eine Aussprache vorgesehen. Weiter auf der Tagesordnung steht am Sonntag auch die Fortentwicklung des Verbindungsmodells zwischen der EKD, der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Union Evangelischer Kirchen (UEK).

Am Sonntagabend stellt sich der Kandidat für die Nachwahl in den Rat der EKD vor. Zur Wahl vorgeschlagen ist der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge (Berlin). Die Nachwahl ist erforderlich, weil das bisherige Ratsmitglied Nikolaus Schneider auf dieser Synodaltagung aus persönlichen Gründen aus dem Rat ausscheiden wird. Die Wahl ist für Dienstag, 11. November, vormittags angesetzt.

Weil mit Nikolaus Schneider zugleich der Vorsitzende des Rates der EKD ausscheidet, muss auch diese Position neu besetzt werden. Die Wahl für den Vorsitz des Rates der EKD ist für Dienstagnachmittag vorgesehen. Der oder die Ratsvorsitzende wird aus der Mitte der Ratsmitglieder gemeinsam von Synode und Kirchenkonferenz gewählt. Der Rat kann dafür Vorschläge machen.

Beide Wahlen erfolgen für die restliche Amtsperiode des aktuellen Rates, die im November 2015 endet. Dem Rat der EKD gehören für eine Amtszeit von sechs Jahren 15 Mitglieder an, von denen 14 gemeinsam von Synode und Kirchenkonferenz gewählt werden; die Präses der Synode ist 15. Mitglied kraft Amtes.

Am Montag, 10. November, diskutieren die Synodalen das Schwerpunktthema „Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft“. Die Beratungen beginnen mit einer Bibelarbeit von Jugenddelegierten der EKD-Synode. Anschließend referieren zum Thema der Theologieprofessor Christian Grethlein (Münster), die Internetbotschafterin der Bundesregierung und Professorin für Designforschung Gesche Joost (Berlin) und die Professorin für Medienwissenschaften Caja Thimm (Bonn). Der Vorsitzende des Vorbereitungsausschusses für das Schwerpunktthema, Landessuperintendent Detlef Klahr (Emden) bringt „Bausteine“ für eine Kundgebung der Synode ein, die bereits im Vorfeld der Tagung auf www.evangelisch.de diskutiert werden konnten.

Den Haushaltsplan der EKD für 2015 wird am Montagnachmittag das Ratsmitglied Klaus Winterhoff einbringen. Für den Haushaltsausschuss berichtet dessen Vorsitzender Friedrich Vogelbusch. Am Dienstag, 11. November, wird der Bericht des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung durch Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel und Präsident Ulrich Lilie vorgetragen. Über die Vorbereitungen des Reformationsjubiläums 2017 spricht die EKD-Reformationsbotschafterin Margot Käßmann.

Die abschließenden Beratungen der Kirchengesetze, die Verabschiedung des Haushaltes und der Kundgebung zum Schwerpunktthema sowie die Beratung weiterer Beschlussanträge sind für Mittwoch, 12. November vorgesehen. Der abschließende Abendmahlsgottesdienst, in dem auch der oder die neue Vorsitzende des Rates eingeführt wird, findet am Mittwoch um 19.30 Uhr in der Unteren Frauenkirche statt. Die Predigt hält Nikolaus Schneider.

Dresden, den 6. November 2014

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

Über die Synode der EKD: Zusammen mit dem Rat und der Kirchenkonferenz gehört die Synode zu den drei Leitungsgremien der EKD. Sie besteht aus 126 Mitgliedern, davon mehr als die Hälfte Nicht-Theologen. 106 Synodale wurden durch die Synoden der Gliedkirchen gewählt, 20 Mitglieder beruft der Rat unter besonderer Berücksichtigung von Persönlichkeiten, die für das Leben der Gesamtkirche und die Arbeit der kirchlichen Werke Bedeutung haben. Die Synode wird jeweils für die Dauer von sechs Jahren gebildet, die aktuelle Legislaturperiode läuft von 2009 bis 2015. An ihrer Spitze steht ein siebenköpfiges Präsidium. Die Synode der EKD kommt an wechselnden Orten in der Regel einmal im Jahr zu einer mehrtägigen Tagung zusammen. Die Plenarsitzungen sind öffentlich.

Seit der konstituierenden Tagung der 11. Synode im Frühjahr 2009 werden die Tagungen als verbundene Tagungen der Synode der EKD, der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) durchgeführt. Die VELKD-Generalsynode tagt vom 6. bis 8. November, die Vollkonferenz der UEK findet am 7./8. November statt.


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Pfadfinder sind ein Kompass in einer komplexen Welt.

veröffentlicht um 08.11.2014, 10:22 von Jack Hauswald



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Papst Franziskus hat die katholischen Pfadfinder gewürdigt: Sie seien für die Gesellschaft in der heutigen Zeit „ein Kompass in einer komplexen Welt“. Das sagte der Papst an diesem Samstagmittag in der Audienzhalle, wo Tausende Mitglieder der italienischen Erwachsenen-Pfadfindervereinigung anwesend waren. Die Pfadfinder stünden für wichtige Werte wie beispielsweise die Achtung der Schöpfung.
„In unserer Zeit dürfen wir die Umweltfrage nicht vergessen, weil sie so wichtig ist für das Überleben des Menschen - aber wir dürfen diese Frage auch nicht auf die Politik zurückdrängen: Umweltschutz betrifft uns alle, und niemand darf sich da raushalten.“

Papst empfängt Pfadfinder

Die Schöpfung sei ein Geschenk Gottes, und deshalb müsse jeder von uns Sorge dafür tragen, fuhr Franziskus fort.
„So nahe mit der Natur zu leben, wie es die Pfadfinder tun, bedeutet aber nicht nur Respekt gegenüber der Schöpfung, sondern auch Einsatz, um jegliche Verschwendung in der Gesellschaft zu unterbinden. Eine Gesellschaft, die ja immer mehr dazu tendiert, Güter wegzuwerfen, welche eigentlich noch brauchbar wären und die man weiter verschenken könnte an jene, die nichts haben.“

Deshalb sehe er die Pfadfinder als „Kompass in der Gesellschaft“, so der Papst.
„In einer komplexen und multikulturellen Gesellschaft können Pfadfinder mit ihrer Einfachheit und Bescheidenheit die Liebe Jesu an alle Menschen bezeugen und so neue Wege der Evangelisierung eingehen, immer in Treue zu Christus. Viele Menschen, die in unseren Städten leben, fühlen sich orientierungslos und haben ihre Hoffnungen aufgegeben, weil sie Gott nicht mehr spüren. Deshalb gilt es, diese Brüder und Schwester die Nähe Gottes wieder spüren zu lassen.“

(rv 08.11.2014 mg)


http://de.radiovaticana.va/news/2014/11/08/papst_empf%C3%A4ngt_pfadfinder/ted-835452
des Internetauftritts von Radio Vatikan

Papst: Bischöfe sollen dienen.

veröffentlicht um 05.11.2014, 10:56 von Jack Hauswald



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Eine Kirche, die nicht einig ist, ist nicht gesund – dies hat der Papst an diesem Mittwoch am Beispiel des Bischofsamtes ausgeführt. Die Mütterlichkeit der Kirche komme vor allem im Bischof zum Ausdruck, so Franziskus im neuesten Teil seiner Katechesen-Reihe über das Wesen der Kirche. Er ging von Mahnungen des Apostels Paulus an seinen Schüler, den Bischof Titus, über die „Tugenden“ eines Bischofs aus. Bischöfe sollten ein „lebendiges Zeichen der Anwesenheit des Herrn“ in den Glaubensgemeinschaften sein, formulierte der Papst.

„Wir verstehen also, dass es sich nicht um eine Position mit Prestige handelt oder um ein Ehrenamt. Das Bischofsamt ist keine Auszeichnung, sondern ein Dienst! Und so hat es Jesus gewollt. In der Kirche darf kein Platz sein für eine weltliche Mentalität, die sagt: ,Dieser Mann hat in der Kirche Karriere gemacht und ist Bischof geworden…‘ Nein, nein! Bischof sein heißt, immer die Augen auf Jesu Beispiel zu richten, der als guter Hirte nicht kam, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben für die Schafe hinzugeben.“

Das Bischofsamt suche und erbitte man nicht, man „kauft es nicht“, fuhr der Papst fort, sondern man empfange es in Demut, um zu dienen.

„Es ist traurig, wenn man einen Mann sieht, der dieses Amt sucht und viel unternimmt, um dorthin zu kommen - und der dann, wenn er es innehat, nicht dient, sondern sich aufplustert und nur für seine Eitelkeit lebt.“

Als Jesus seine Apostel berief, wählte er sie zusammen aus, erinnerte der Papst weiter: Er begriff sie als Familie, nicht separat. Das gelte auch heute, so Franziskus, der hier auch auf das Papstamt zu sprechen kam.

„Auch die Bischöfe bilden ein einziges Kollegium, rund um den Papst, der Hüter und Garant der tiefen Einheit ist, die Jesus und seinen Aposteln sehr am Herzen lag. Wie schön ist es, wenn die Bischöfe mit dem Papst diese Kollegialität ausdrücken und versuchen, mehr und mehr, mehr und mehr zu Dienern der Gläubigen zu werden, zu Dienern der Kirche! Wir haben dies vor kurzem bei der Synode zur Familie erlebt.“

Der Papst würdigte Bischöfe in anderen, weit entfernten Teilen der Welt, die sich trotz großer Entfernung und kultureller Unterschiede in Einheit fühlten mit der katholischen Weltkirche, die „in Christus“ einig sei. Und er betonte:

„Es gibt keine gesunde Kirche, wenn die Gläubigen, die Diakone und Pfarrer nicht mit dem Bischof vereint sind. Eine Kirche, die nicht mit dem Bischof einig ist, ist eine kranke Kirche! Jesus hat diese Einheit aller Gläubigen mit dem Bischof gewollt, auch der Diakone und Presbyter.“

Wir alle sind Sünder, fügte der Papst an. Und er bat um das Gebet der Gläubigen für ihre Bischöfe und den Bischof von Rom, damit sich diese den von Paulus formulierten Tugenden des Bischofs annäherten.


Neuregelung von Kardinalsrücktritten

Leiter von vatikanischen Kurienbehörden sind ab sofort gehalten, mit dem Erreichen des 75. Lebensjahres dem Papst ihren Rücktritt anzubieten. Diese Regelung ist Teil einer Neugestaltung des Rechtes zu Bischofs- und Kardinalsrücktritten, die der Vatikan an diesem Mittwoch veröffentlicht hat. Im Allgemeinen wird darin die im Kirchenrecht festgelegte Praxis bestätigt, dass Ortsbischöfe mit 75 Jahren ihren Rücktritt anbieten müssen. Es wird aber ein Artikel angefügt, der besagt, dass es unter besonderen Umständen der zuständigen Autorität – in der lateinischen Kirche also dem Papst – erlaubt ist, einen Bischof zum Einreichen der Rücktrittsbitte aufzufordern.

Neues bringt die von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnete Regelung vor allem für die Leiter und Mitglieder von Kurienbehörden. In Artikel sechs heißt es, dass alle Kardinäle, die ein Dikasterium oder einen Päpstlichen Rat leiten oder ein anderes vom Papst verliehenes Amt bekleiden, gehalten sind, mit 75 Jahren ihren Rücktritt einzureichen.

Kapitel sieben schreibt vor, dass die übrigen Leiter von Dikasterien, die nicht Kardinäle sind, ebenso wie die Sekretäre und andere Bischöfe mit vom Papst vergebenen Ämtern diese automatisch mit der Vollendung des 75. Lebensjahres verlieren. Bislang wurden alle höheren Ämter im Vatikan für jeweils fünf Jahre vergeben, ein so genanntes Quinquennium. Dieses war vom Alter unabhängig. Nach seinem Ablauf musste der Papst jeweils über ein neues Quinquennium oder einen neuen Amtsinhaber entscheiden.

Der automatische Verlust des Amtes gilt ebenfalls für Inhaber eines Amtes, die dieses auf Grund einer besonderen Funktion ausüben: Verlieren sie diese Funktion, sind sie auch nicht mehr Inhaber dieser Amtes.

Änderungen gehen auf Kardinalsrat zurück

Eine ähnliche Regelung gilt auch für Ortsbischöfe: Sollten sie auf nationaler Eben ein Amt als Bischof innehaben, verlieren sie dieses, sobald der Papst ihren Rücktritt angenommen hat. Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch wäre ein solcher Fall gewesen, hätte es diese Regelung vor einem Jahr schon gegeben. Die Annahme seines Rücktritts als Erzbischof hätte automatisch das Erlöschen seines Amtes als Vorsitzender der Bischofskonferenz zur Folge gehabt.

Laut einleitendem Text gehen die Änderungen auf die Beratungen des Kardinalsrates zurück, der den Papst bei der Reform der vatikanischen Kurie unterstützt.

Die Form des Dokumentes, Rescriptum Ex Audientia SS.MI (Sanctissimi), ist eine eher ungewöhnliche Form der Rechtsetzung der Kurie. Es bezeichnet einen mündlich an den Kardinalstaatssekretär erteilten Auftrag oder eine Vollmacht, für die dieser bürgt und die dieser umsetzt sowie zu gegebener Zeit veröffentlicht. Das vorliegende Rescriptum geht auf eine Audienz zurück, die Kardinal Parolin am vergangenen Montag bei Papst Franziskus hatte.
(rv 05.11.2014 pr)

http://de.radiovaticana.va/news/2014/11/05/kurienreform:_neuregelung_von_kardinalsr%C3%BCcktritten/ted-834799

http://de.radiovaticana.va/news/2014/11/05/papst_bei_der_generalaudienz:_bisch%C3%B6fe_sollen_dienen_%E2%80%93_lob_der/ted-834765

Turiner Grabtuch wird wieder ausgestellt.

veröffentlicht um 05.11.2014, 10:19 von Jack Hauswald


Papst Franziskus wird am 21. Juni 2015 Turin besuchen. Das kündigte er an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz an. In der norditalienischen Industriestadt wird er vor dem Grabtuch beten sowie an den Feierlichkeiten für den 200. Geburtstag des heiligen Johannes Bosco (1815-1888) teilnehmen.

Papst besucht Turiner Grabtuch am 21. Juni 2015

Bei der Generalaudienz begrüßt wurden vom Papst der Erzbischof von Turin, Cesare Nosiglia, und der Bürgermeister samt einer Delegation, die zur Ankündigung nach Rom gekommen waren. Bei der anschließenden Pressekonferenz im Vatikan sagte Nosiglia:

„Die Ankündigung, die wir heute bei der Generalaudienz direkt vom Munde des Papstes hörten, hat uns sehr tief berührt und gefreut. Der Papst kommt als Pilger des Glaubens und der Liebe. Zwei Elemente gehören zu diesem Besuch dazu: Einerseits will er das Grabtuch ehren und andererseits kommt er, um bei dieser Reliquie zu beten. Das Grabtuch wird vom 19. April bis zum 24. Juni für alle zugänglich sein und im Turiner Dom ausgestellt.”

Weiter bemerkte der Turiner Erzbischof, dass der Papstbesuch in einer Gegend stattfinde, die eingentlich die Heimat der Familie des Papstes sei: die norditalienische Region Piemont. Franziskus' Vorfahren sind im 20. Jahrhundert aus dem Piemont nach Argentinien ausgewandert.

„Dieser Besuch findet in einer sehr schweren Zeit für unsere Region statt. Unsere Stadt erlebt derzeit eine sehr schwere wirtschaftliche und soziale Krise. Es gibt viele Arbeitslose und etliche Jugendliche, die keine geregelte Arbeitsstelle haben. Viele erhoffen sich deshalb von Franziskus, dass er ihnen Mut und Hoffnung schenken wird.“

Zum Grabtuch selber hatte Papst Franziskus bereits in einer Video-Botschaft aus Anlass der Ausstellung des Turiner Grabtuchs am Karsamstag, dem 30. März 2013, gesprochen. Er ging auf die Bedeutung der Reliquie ein.

„Dieses in das Tuch eingedrückte Bild spricht zu unserem Herzen und drängt uns, den Kalvarienberg hinaufzugehen, das Holz des Kreuzes zu schauen, uns in das beredte Schweigen der Liebe zu versenken. Lassen wir uns also von diesem Blick berühren, der nicht unsere Augen sucht, sondern unser Herz. Hören wir, was er uns im Schweigen sagen will, der über den Tod selbst hinausgeht.“

Das Grabtuch wird normalerweise alle zehn Jahre der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, das letzte Mal war dies im Jahr 2010 der Fall. Zu diesem Ereignis war auch Papst Benedikt am 2. Mai nach Turin gereist. Die Ausstellung im kommenden Jahr erfolgt zu Ehren Johannes Boscos, eines Heiligen aus der Stadt Turin. Don Bosco und die von ihm betreuten Kinder spielten eine Rolle bei der Ausstellung des Grabtuches 1842, auch in seinen Schriften bezieht er sich öfter darauf. Das Stück Stoff wird als das Tuch verehrt, in das Jesus nach seinem Tod gewickelt und ins Grab gelegt wurde.

(rv 05.11.2014 mg)


http://de.radiovaticana.va/news/2014/11/05/papst_besucht_turiner_grabtuch_am_21._juni_2015/ted-834820

Es ist so schwer, auf die Worte Jesu und auf Gott zu hören!

veröffentlicht um 04.11.2014, 09:18 von Jack Hauswald


Papstpredigt: „Gottes Geschenk gibt’s umsonst“

RealAudioMP3 Gott schenkt immer alles umsonst. Daran erinnerte der Papst an diesem Dienstag bei der Frühmesse in der Casa Santa Marta. Der Mensch sei aber „manchmal so egoistisch, dass er nicht mal zum Fest beim Herrn“ gehe, so Franziskus unter Bezug auf das Gleichnis vom Festmahl im 14. Kapitel des Lukas-Evangeliums. Dabei sei Gottes Fest „kostenlos“. Doch jene, „die nicht zu viel von Gott“ haben möchten, scheuten vor seiner Einladung zurück.

„Die meisten hatten eine Entschuldigung. Hätte der Einladende gesagt, dass beim Fest auch noch zwei oder drei Geschäftsleute aus dem Ausland da sein würden, um ein Geschäft zu vereinbaren, dann hätte wohl niemand eine Entschuldigung vorgebracht. Sie hatten jedoch Angst vor dem kostenlosen Geben des Einladenden. Einer unter vielen zu sein… da spielt einem der Egoismus einen bösen Streich, weil man doch viel lieber im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sein will. Es ist so schwer, auf die Worte Jesu und auf Gott zu hören! Vor allem ist es dann schwierig, wenn man sich ständig dreht und merkt, dass es keinen Horizont gibt, weil man selber der Horizont ist. Gott ist so groß, dass wir uns vor ihm fürchten, obwohl er uns umsonst beschenkt!“

Vielleicht liege unsere Furcht aber auch daran, dass die Geschenke Gottes so viele sind, dass man es kaum wahrhaben möchte, sinnierte Franziskus weiter.

„Wir fühlen uns in unseren Sünden und Grenzen viel sicherer als bei Gott, weil wir uns in den Sünden zuhause fühlen, während man bei Gott hinausgehen, also sozusagen das traute Heim verlassen muss. Zu Gott zu gehen zusammen mit anderen Menschen? Das macht vielen Angst. Alle Christen haben davor Angst! Man ist schon ganz gerne ein Christ, aber nicht zuviel - oder man hat Vertrauen zum Herrn, aber nicht zuviel. Dieses „nicht zuviel“ kennzeichnet unser Leben und macht uns klein.“

Der Gastgeber im Tagesevangelium gehe soweit, dass er am Schluss Arme und Krüppel einlade, damit der Festsaal voll werde. Gott müsse dies auch mit uns „manchmal machen“, sobald wir der Einladung Gottes nicht folgen, so der Papst.

„Das Herz und die Seele zu zwingen, dass Gott uns umsonst beschenkt - darum geht es. Die Rettung durch Gott kann man nicht kaufen, das ist ein großartiges Geschenk. Seine Liebe ist unübertrefflich! Und dann denken wir, dass wir, um heilig zu werden, weiß Gott was machen müssen. Doch die Heiligkeit und die Rettung sind kostenlos!“

(rv 04.11.2014 mg)


http://de.radiovaticana.va/news/2014/11/04/papstpredigt:_%E2%80%9Egottes_geschenk_gibt%E2%80%99s_umsonst%E2%80%9C/ted-834585

Reformationsbotschafterin: „Bilder geben Lebensweisheit weiter“

veröffentlicht um 01.11.2014, 13:27 von Jack Hauswald


Martin-Luther-Medaille an Renate Schmidt verliehen

Mit einem Gottesdienst in der Hamburger Christianskirche, der Verleihung der Martin-Luther-Medaille und einem Festakt ist am heutigen Reformationstag das Themenjahr „Reformation – Bild und Bibel“ eröffnet worden. „Bilder sind mächtig heute wie damals, wenn auch noch auf ganz andere Weise in Zeiten von Fotografie, bewegtem Bild und Internet“, sagte Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017.

In ihrer Predigt im Festgottesdienst erinnerte Margot Käßmann an das zweite Gebot im Alten Testament der Bibel: „Gott bleibt ein Geheimnis, unverfügbar für den Menschen – das drückt das Bilderverbot aus. Und doch müssen die Glaubenden irgendwie von Gott reden.“ Luthers nüchterner Umgang mit der Bilderfrage zu seiner Zeit sei auch für uns heute sehr hilfreich, so die Reformationsbotschafterin. „Wir können mit Luther Bilder wahrnehmen, anschauen als das, was sie sind: Darstellungen wichtiger Ereignisse oder Erzählungen in der je individuellen Interpretation der Künstler.“ Aber auch heute dürften Bilder Menschen anrühren. „Denn Bilder geben auch Lebensweisheit weiter. Sie können vom Glauben erzählen.“

Mit Blick auf den Missbrauch von Bildern warnte Margot Käßmann davor, Bildern zu viel Macht zu geben und sich von der Suggestivkraft hinreißen zu lassen. „Die Bilder selbst dürften nie zu Gott und damit zu Götzen werden“, so die Reformationsbotschafterin der EKD.

Mit der Martin-Luther-Medaille des Rates der EKD wurde die ehemalige Bundesministerin und langjährige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Renate Schmidt ausgezeichnet. Der Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider, betonte in seiner Eröffnungsrede zur Verleihung: „Sie, liebe Frau Schmidt, leben und gestalten in ihrem öffentlichen Wirken die Mündigkeit eines Christenmenschen mit einer überzeugenden und wegweisenden Lebenshaltung.“ Er würdigte das Engagement der Politikerin Schmidt für die, „die in einer Gesellschaft leicht überhört und übersehen werden.“

Auch Laudator Günther Beckstein, Vizepräses der Synode der EKD, zollte Renate Schmidt Respekt für ihren langjährigen Einsatz für die Belange von Familien: „Sie hat wegweisende Konzepte für die Familienpolitik entwickelt und ist selbst stets ein Modell für die Gleichberechtigung. Voller Charme und Energie hat sie sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Elternteile eingesetzt.“

Mit einem Festakt im Hamburger Rathaus wird das Themenjahr „Reformation – Bild und Bibel“ im Anschluss offiziell eröffnet. Gemeinsam mit dem Ersten Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, hatte der Ratsvorsitzende der EKD als Vorsitzender des Kuratoriums zur Vorbereitung des

Reformationsjubiläums 2017 nach Hamburg eingeladen. Die Festvorträge halten die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, und der Journalist Dominik Wichmann. Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs spricht ein Grußwort.

Mit der Lutherdekade bereiten sich die evangelische Kirche sowie Bund, Länder und Gemeinden gemeinsam auf das Reformationsjubiläum 2017 vor. In den Themenjahren werden seit 2008 unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. So rückt 2015 unter anderem Lucas Cranach der Jüngere in den Blick, da sich sein Geburtstag zum 500. Mal jährt. Das Themenjahr „Reformation – Bild und Bibel“ erinnert daran, dass die Reformation ihre Wirkkraft mit der Hilfe starker Kommunikationsmedien entfaltet hat.

 

Hannover, 31. Oktober 2014

Pressestelle der EKD

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