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Neues vom Projektkurs Naturschutz: Schüler retten Heide und Moor in zwei Einsätzen

In zwei landschaftspflegerischen Einsätzen im Oktober erlebten die Schülerinnen und Schüler des Projektkurses Naturschutz informativen, aber auch schweißtreibenden Unterricht. Unter Leitung ihrer Lehrern Ulrike Walter und gemeinsam mit Mitgliedern des Natur- und Vogelschutzvereins Haltern entkusselten sie Heide- und Moorflächen, um so die für Heide und Moor typischen Tiere und Pflanzen zu schützen. 

Protokoll: Westruper Heide 2016

Von: Vivien Piechowitz

Nachdem jeder Einzelne sich an einem Samstagmorgen aus dem Bett gequält hatte um sich am Wanne-Eickel Hauptbahnhof mit der kompletten Gruppe des Biologieprojektkurses zu treffen, schwang die schlechte Laune wegen des Schlafentzugs schnell in Gelächter um. Nach der amüsanten Zugfahrt nach Sythen trafen wir auf Herr Fleuster am Bahnhof in Sythen. Von dort aus ging es in die Westruper Heide Und da fing das Erlebnis auch schon an...

Wir schauten uns als Erstes einen Lageplan an und bekamen Handschuhe, um später die Heide von jungen Kiefern und Birken befreien zu können und so Naturschutz zu betreiben.

Wir lernten eine junge Dame kennen, welche sich als 'Heide-Marie' vorstellte. Sie erzählte uns von der Entstehung der Heide. Starke landwirtschaftliche Nutzung seit dem Mittelalter drängte den ursprünglichen Mischwald durch Brennholznutzung und Viehweidung zurück und reduzierte die Humusschicht durch Abplaggen. So wurde der Boden nur noch von genügsamen Pflanzen wie Besenheide oder Wacholder bewachsen.

Wir folgten 'Heide-Marie' durch die Heide und lernten, dass die Besenheide ihren Namen von ihrer Nutzung zur Herstellung von Besen hatte. Zudem schauten wir uns für die Heide typische Gewächse an wie die Wacholder, Moose und Flechten. Während wir durch die Heide wanderten und uns umguckten, bemerkten wir schnell einige Gerätschaften, welche im Mittelalter zur Erhaltung der Heide verhelfen sollten. 

Foto 5.1: Becherflechten, blühend 

Zunächst fanden wir eine Schafsscher, welche dafür da war die Heidschnucken zu scheren. Heidschnucken sind nicht nur gut darin, die Heide durch ihren Hunger zu erhalten - ihr Vließ ist ebenfalls sehr gut zu gebrauchen!
Bei dem zweiten gefundenen Instrument handelte es sich um eine Sichel. Hiermit wurde die Heide im früher gemäht.
Uns wurde erklärt, dass die Heide für Nährstoffe in Brand gesteckt wird. Daraufhin fanden wir eine Plaggenhacke, mit welcher wir dann auch versuchen durften zu plaggen. 



Foto 1.1: Heidemarie erklärt das frühere Leben in der Heide: Plaggenhieb 

Als wir dem Pfad folgten trafen wir auf einen Bienenstock. Die Bienen der Heide besorgen ihren Honig im August. Den Heidehonig durften wir dann auch tatsächlich probieren und der Geschmack war nicht nur unbeschreiblich sondern auch unbeschreiblich lecker! 

Foto 2.1: Honigverkostung 

'Heide-Marie' ließ uns jeweils drei Zeitzeugenberichte über die Heide vorlesen und veranschaulichte uns wie wenig Heide, verglichen zu der Zeit vor der Industrialisierung und der Abholzung der Heidenfläche für den Bergbau, noch übrig geblieben ist.

Nach einem daraufhin sehr holprigen Weg durch viele Bäume und Büsche schauten wir uns dann eine Wacholder an. Aus vielen Feinkosten, die man aus der Wacholder erhalten kann, durfte man das Gewürz der Wacholder probieren, was ziemlich süß schmeckte. 

Foto 3.1: Informationen zur Wacholderheide 

Auf dem weiteren Weg kamen wir an einer kleinen Hütte an. An der Wand der Hütte war eine Karte abgebildet, welche die Heide zeigte. 'Heide-Marie' verteilte Zettel mit Lebewesen der Heide, die wir nun der Karte zuordnen sollten. Als das geschafft war diskutierten wir in einer Zahnraddiskussion darüber, ob man die Heide erhalten sollte und aus welchen Gründen man dies tun oder sein lassen sollte. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass man die Heide erhalten sollte, damit die Lebewesen der Heide einen Ort zum leben haben, an den sie angepasst sind und wir nicht noch den kleinen Rest an Heide in Deutschland verlieren, damit unsere Nachwelt die Möglichkeit hat zu erfahren, was genau eine Heide ist. 

Mit diesem Ergebnis verabschiedeten wir uns von der 'Heide-Marie' und machten uns auf an die Arbeit...

Um die Heidenlandschaft vor einer Verwaldung und somit vor dem Tod vieler für die Heide typischer Tiere und Pflanzen zu bewahren, rupften wir junge Kiefern und Birken aus dem Boden. Diese vielleicht so leicht erscheinende Arbeit ist schwerer als man vielleicht glauben mag, denn viele Pflanzen haben riesige Wurzeln, die manchmal eine Person selbst nicht rausziehen kann. 


Foto 4.1: Entfernte Kiefern 

Nach der guten und schweren Arbeit in der prallen Sonne konnten wir dann schließlich noch einen leckeren Imbiss genießen, denen wir den Mitgliedern des Halterner Vogel- und Naturschutzvereins verdanken. Abschließend ein herzliches Dankeschön für den Imbiss und die Zusammenarbeit!

Moorausflug

Von Jessica Ziemski

Am Mittwoch, den 06.Okotber 2016 stand die zweite Exkursion für uns Schüler des Projektkurses bevor.
Wir trafen uns am Wanne Eickel - Hauptbahnhof und fuhren schließlich um 13.30 Uhr mit dem Zug in Richtung Sythen zum Wasag Moor.

Zu Beginn, wurde uns noch einiges über die Geschichte des Moors erzählt. 


Foto 1.2: Einführung ins Moor 

So wurden wir darauf hingewiesen, dass das Moor wie wir es an diesem Tag sahen, sich erst sehr stark negativ entwickelt hat, da man sich in den vergangenen Jahren nur sehr wenig darum kümmerte.

Vor ca. 100 Jahren, soll dieses Moor wohl viel stärker bewaldet gewesen sein, wie man uns verdeutlichte. Ein ähnliches Bild vom Moor konnte nun schon annähernd durch sehr viel Arbeit regeneriert werden.

Zudem findet man heutzutage wieder Pflanzen, die man für verschwunden gehalten hat, da sich noch einige Samen im Boden befanden.

Außerdem ist man sehr erfreut darüber, dass es sich bei diesem Moor seit wenigen Wochen um ein Naturschutzgebiet handelt und so möchte man dieses Gebiet unter Naturschutzbedingungen noch weiter optimieren.

Aus dem Grund haben wir uns als Kurs dazu entschlossen dem Ziel etwas näher zu kommen, indem wir dabei halfen das unerwünschte Gehölze und störende Pflanzen aus dem Moor zu entfernen.

Foto 2.2: Ausschwärmen zum Arbeiten 

Foto 5.2: Entfernen von Birken 

Foto 6.2: Geschafft 

Diese entziehen den typischen Moorpflanzen nämlich viel Wasser und schaden ihnen dementsprechend. Typische Moorpflanzen, die wir auch finden konnten und schützen wollen sind neben dem Torfmoos auch pflanzen wie schmalblättriges Wollgras, Glockenheide, Sonnentau, fleischfressende Pflanzen, Farnen, Sporenpflanzen und Pfeifengras. 

Foto 3.2: Reiche Ernte 

Foto 4.2: Sonnentau (seltene Pflanze) 

Dem hinzufügend konnten wir auch einen Grün- oder Wasserfrosch fangen und eine Allergien-hervorbringende Raupe beobachten. 


Den Abschluss bildeten noch ein gemeinsames Kuchenessen und die Rückfahrt gegen 18 Uhr.

So bedanken wir uns letztlich noch einmal an die Mitglieder dieses Vereins dafür, dass sie uns solche Einblicke in die Natur ermöglicht haben und uns mit neuen Informationen darüber bereicherten!Fotos vom Mooreinsatz: 


Fotos: Ulrike Walter