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„What did you learn in school today?”


– Ein Rückblick auf 2 Jahre bilingualen Geschichtsunterricht (2014-2016)

K. Lochon-Wagner, C. Dehne; Redaktion: Lea Pauling 

Mit Beginn der Sommerferien gehen für 20 Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse zwei Jahre bilingualer Geschichtsunterricht zu Ende. In den folgenden Auszügen geben sie einen Einblick in die gemeinsame Arbeit:



„In den vergangenen zwei Jahren hatten wir die Chance, unser bilinguales Geschichtswissen weit anzureichern – Alles begann mit den „Pilgrims“, die mit der „Mayflower“ Großbritannien auf Grund religiöser Motive ihr Heimatland verließen und hofften, in der „Neuen Welt“ ein besseres Leben zu führen.

Doch lernten wir auch, dass es im weiteren Verlauf zu Konflikten kam: zwischen den Bewohnern der gegründeten Kolonien, die ihre Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien forderten und schließlich auch durchsetzten, aber auch zwischen den „Native Americans“ und den weißen Siedlern. Wir lernten, dass die Ureinwohner in Reservate ziehen mussten und wie schlecht ihre Lebensbedingungen bis heute sind.



Der Blick in die Geschichte Großbritanniens des 19. Jahrhunderts richtete sich auf Königin Viktoria und das nach ihr benannte viktorianische Zeitalter, welches einerseits durch Fortschritt (u.a. In Technik und Kommunikation, Massenproduktion in der Textilindustrie) und die Ausdehnung des „British Empire“ geprägt war, die auch Schattenseiten hatte: Kinderarbeit, Verelendung und Ausbeutung der neu entstandenen Arbeiterschicht in Fabriken und im Bergbau sowie Imperialismus und der daraus resultierende übersteigerte Nationalismus und schwellende militärische Konflikte.“



„Wenn wir auf die zwei Jahre bilingualer Geschichtsunterricht zurückschauen und uns alle Themen durch den Kopf gehen lassen, denken wir, dass der Unterricht über Martin Luther King am lehrreichsten gewesen ist. Er war eine starke Persönlichkeit, da er trotz Todesdrohungen nicht von seinem Traum abgewichen ist und so alle Steine, die ihm in den Weg gelegt worden sind, überwand und für alle Afroamerikaner Großartiges leistete. Durch das Anhören und die Analyse seiner bekannten Rede „I have a Dream“ wurde uns bewusst, warum er und seine Worte für die Gleichberechtigung der Afroamerikaner in den USA so berühmt wurden.“



„Eine der spannendsten Stunden hatten wir zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, bei dem uns in einem Simulationsspiel deutlich wurde, wie aufgeheizt und explosiv das Verhältnis zwischen den beteiligten Nationen Deutsches Reich, Russland, Frankreich, Großbritannien am Vorabend des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges war. Die Brutalität dieses ersten modernen Krieges und seine Brutalität wurde durch selbst verfasste Gedichte über die verlorene Jugend („doomed youth“) Ausdruck verliehen.“

„Im Rahmen des Ersten Weltkriegs beschäftigten wir uns vor allem mit verschiedenen Arten der Erinnerung und des Gedenkens, was wir mit dem Zweiten Weltkrieg und der Erinnerung an den Holocaust fortsetzten. Am Computer sahen wir uns die virtuelle Rekonstruktion der Dortmunder Synagoge an, die von Studenten der TU Darmstadt basierend auf alten Fotos, Zeichnungen und Zeitzeugenschilderungen so wieder aufgebaut wurde. Im Anschluss diskutierten wir über Chancen, und mögliche Problematiken virtueller Erinnerungskultur.“



„Das für mich wichtigste Thema war der Kalte Krieg, da Deutschland darin so eine zentrale Rolle spielte und auch sozusagen mittendrin im Geschehen war. Wir beschäftigten uns mit seinem Verlauf, den Folgen und der Frage, ob wir uns zur Zeit in einem „neuen Kalten Krieg“ befinden.“



„Wir hörten uns das Lied „We didn’t start the fire“ von Billy Joel an, in dem er für ihn wichtige Ereignisse und Personen im Zeitraum von 1949 bis 1989 aufzählt. Wir schrieben wir eigene Strophen für die Zeit von 1990 bis heute und thematisierten, welche Ereignisse und Personen für uns persönlich bedeutend sind.“


„Wir analysierten Bilder, Propagandaposter, Karikaturen, Lieder (z.B. „Rule Britannia“ oder „We didn’t start the fire“) und sogar Gedichte (Anthem for Doomed Youth). Dazu wurden zu einzelnen Themen Mind Maps und Concept Maps im Unterricht erstellt.“



„Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist der internationale Holocaustgedenktag (27. Januar). Die Tatsache, dass es einen solchen Gedenktag gibt, war fast keinem von uns bekannt. Wir erarbeiteten die Motive hinter dem Gedenktag in Deutschland und diskutierten, inwiefern wir den 27. Januar als angemessene Form des Erinnerns und Gedenkens erachten.“



„Der Gebi Unterricht hat mir die Geschichte von Deutschland, aber auch von Großbritannien und den USA von einer ganz neuen Seite nahegebracht.“



Creative corner


Poems based on “Anthem for Doomed Youth”


As the choirs started to sing the anthem
The other people lit candles and put flowers on the graves.
The candles are glimmering in the dusk.
Many of the dead soldiers were killed by shells.
Some of them died like cattle.
One can see the pallor in the faces of the people.
The passing-bell rings – a speech is pattered out.
The graveyard is a voice of mourning –
The doomed youth makes mockeries.
Now we are stumbling here in black clothes.
While I am listening to the funeral prayer,
I think of my little brother who died
like cattle in this war.

I will never forget that!
I put down flowers and look at the candle – glimmering.
I remember the dusk,
the rapid rattle outside the house.
I went out and said, he shouldn’t go out.
As soon as I saw the soldiers, it was too late.
I heard a shell.
The sound of my brother’s scream became a voice of mourning.
My face was pale .
Now I hear the passing-bell and the children are singing in choirs.
It was a doomed youth.

Everywhere in Europe was rapid rattle
And the soldiers died as cattle.
After so many wailing shells
They only heard the passing-bells.
To their sons they said good-bye
And when the returned they said: “Oh, hi!”
But some never returned because they burnt.
For these sad shires
There were many choirs.
All men had to fight
Although everyone knew it wasn’t right.



Lyrics based on „We didn’t start the fire“


Michael Jordan retires from the NBA
Kurt Cobain shoots his brain
World Wide Web, World Trade Center was attacked,
Windows, Apple, Saddam Hussein
Facebook went insane...
We didn’t start the fire...

Jurassic Park, Versace dead, Pokemon and Ebola,
L.A. riots, 9/11, Hurricane hits Florida,
Di split, Tupac shot, Euro and 3D game,
Black Hawk Down, Nintendo, Prince changed his name.
We didn’t start the fire....

Putin, Merkel, Barack Obama and Mandela
AIDS, Titanic, earthquakes and Kathrina,
Millennium, Potter, Matrix, boom –
And then water on the moon.
We didn’t start the fire...