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Schuljahr 2009/10

Bildungsreise besonderer Art

An der neuen Grundschule in Schönbrunn feierten Schüler, Lehrer und Eltern das erste Schulfest.

Schönbrunn - "Sie haben bei der Wanderung durch die Orte festgestellt: Die Mundart lebt noch", sagte Schulleiterin Ines Annemüller an die zahlreichen Besucher gewandt, am Ende eines tollen Programms zum ersten Schulfest der neuen Grundschule Schönbrunn.

Von Kurt Lautensack

*       ngschulfest_140610Jetzt geht es los, hieß es beim Start der Reise mit Liedern, Gedichten und Geschichten aus allen Orten des Einzugsbereichs der Grundschule Schönbrunn. Und alle waren mit Begeisterung bei der Sache. Fotos: K.Lautensack

 

*       kl_Schulfest4Auswander_1406Viel Applaus bekam auch Amerika-Auswanderer Amadeus alias Max Gehring.

 

Jetzt geht es los, hieß es beim Start der Reise mit Liedern, Gedichten und Geschichten aus allen Orten des Einzugsbereichs der Grundschule Schönbrunn. Und alle waren mit Begeisterung bei der Sache. Fotos: K.Lautensack

 

Schönbrunn - "Sie haben bei der Wanderung durch die Orte festgestellt: Die Mundart lebt noch", sagte Schulleiterin Ines Annemüller an die zahlreichen Besucher gewandt, am Ende eines tollen Programms zum ersten Schulfest der neuen Grundschule Schönbrunn. Mehr noch, denn es waren auch die kleinen Geschichten oder Ortshymnen, die wieder lebendig und allgegenwärtig waren. "Jetzt geht es los", hieß es, als die Schüler singend und tanzend von Schönbrunn aus zu ihrer Rundreise starteten nach dem Motto: "Unsere Schulorte stellen sich vor".

Nur einige Flügelschläge entfernt landeten die kleinen Sängerinnen und Sänger in Gießübel, wo sie das bekannte Lied der Taubenzüchter vom "Blauen Vogel" sangen, der doch schnell in den Heimatschlag zurückkehren möge. Dazu ein Mundartgedicht von Oma Trude Michaelis - vorgetragen von ihrer Enkelin. "Wir sind die Masserberger . . . wir lieben unseren Wald und unsere Berge" war anschließend zu hören, nachdem man ohne große Mühen die Rennsteighöhen erklommen hatte. Nur ein paar Kilometer ging es bergab zur nächsten Station und die hieß Fehrenbach. Unterstützt von ihren Klassenkameraden sangen die Jungs ihre "Fehrenbacher Hymne". Da immer wieder Ortstypisches aufgegriffen wurde, war unschwer zu erkennen, wie köstlich sich das Publikum bei allen Darbietungen amüsierte.

Wie die Heubacher zu ihrer Ortsflur kamen, darüber berichtete die Laienspielgruppe des Hortes in dem Stück "Der Schulze von Heubach". Zwar musste der Schulze sein Leben lassen, doch bewahrte er seine Heubacher vor Krieg und Zerstörung und rettete Gut und Leben. Ein Gedicht über die Heubacher und ihre (einstigen) Luftschnapper war ebenso erheiternd wie das bekannte "Schnetter Lied", gesungen und gespielt von der Klasse 1. "Ich handle mit Kuchelöffel und Zwirbel, mei Heimat ist die Schnett, bei uns gibt Schnippele und Suppen, da wär me im Labe net fett", so heißt es im Lied, zu dem es natürlich auch immer die passenden Figuren gab.

Für Abwechslung zwischendurch sorgte unter anderem die Frauentanzgruppe der AWO-Begegnungsstätte Schönbrunn mit Gießübler Trachten. Seit etwa zehn Jahren pflegen die Frauen den thüringischen und heimatlichen Volks- und Trachtentanz und tragen so wie die Grundschüler bei ihrem ersten Schulfest zur Erhaltung und Pflege von Traditionen bei. Ebenfalls mit viel Beifall bedacht wurde die Akkordeongruppe der Grundschule, betreut von Michael Peschke von der Musikschule Fröhlich. In ihm hätten sie einen guten Partner für die musische Bildung in der Freizeit gefunden, so die Musiklehrerin und stellvertretende Schulleiterin Anke Leipold.

Eine besondere Geschichte zur "Biberschlager Nationalhymne" hatte sich Opa Jürgen Hanft mit den Kindern, darunter sein Enkel Fritz und Schulkamerad Max Gehring als Amerika-Auswanderer, ausgedacht. "Quatschkeskuche is mei Lam und a fatzen Mensch danam", heißt es im Lied, das bei der Auswanderergeschichte eine ganz besondere Rolle spielte. Vom "trauten Dorf im Schleusegrund, von dem gesungen noch kein Mund" handelte das Gedicht über Waldau.

Mit den Reimen vom "Pfeufla" war man schließlich gemeinsam wieder in Schönbrunn angekommen. Begleitet auf ihrer Rundreise durch die Schulorte wurden die Zuschauer von den beiden Moderatorinnen aus der Klasse 4, Julia Eberlein aus Waldau und Roxana Hofmeister aus Gießübel. Als "ganz tolle Idee" werteten das Programm auch Karin Löffler, Referentin für die Grundschulen im Schulamt Neuhaus, und Werner Lautensack, Leiter der Schulverwaltung im Landratsamt Hildburghausen. Das Thema sei gut gewählt, so Lautensack, weil es wichtig für die Integration aller Orte sei, deren Kinder gemeinsam in Schönbrunn lernten.

Mit viel Anerkennung und Lob von Schulleiterin Ines Annemüller wurden auch die Eltern und Mitglieder des Fördervereins der Grundschule Schönbrunn bedacht. Erst im Januar gegründet habe sich der Verein sich bei der Organisation und Durchführung des Schulfestes schon bestens bewährt. Die Mitglieder des Fördervereins übernahmen die komplette Versorgung, DJ Marko übernahm nach dem Programm der Kinder die musikalische Unterhaltung

 

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