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Plattdeutsch-AG




2013 Plattdeutsch lernen an der Grundschule Höner Mark Dinklage 
Mit der Vermittlung der plattdeutschen Sprache an den Schulen in Südoldenburg war es lange Zeit so: Jede Schule vermittelte die Sprache nach eigenem Ermessen. Einige Schüler konnten Platt von zu Haus, andere nicht, in der Schule wurde hin und wieder gesungen oder für den plattdeutschen Vorlesewettbewerb geübt. So war es auch an der Grundschule Höner Mark. 
Seit in Deutschland im Jahr 1999 die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen in Kraft trat, ist es mit der Freiwilligkeit ein Stück weit zu Ende. Ziel der Charta ist es, Minderheitensprache, wie das Plattdeutsch vor dem Aussterben zu schützen und ihren Gebrauch unter anderem in Schulen und Medien auszuweiten .Dazu gehört ein umfangreicher Maßnahmenkatalog und Deutschland verpflichtete sich, diese zu einem gewissen Anteil umzusetzen. 

Eine Sprache ist wertvoll
Das Kultusministerium hat zum 1. August 2011 den Erlass "Die Region und ihre Sprachen im Unterricht" herausgebracht.
Dort heißt es, Plattdeutsch gehöre zum Bildungsauftrag des Niedersächsischen Schulgesetzes. Die Schüler sollen fähig werden, „ihre Wahrnehmungs- und Empfindungsmöglichkeiten unter Einschluss des Niederdeutschen zu entfalten". So ist es momentan an der Höner Mark Schule. Das Sprachenlernen und die Sprachanwendung finden integrativ in den AG-Stunden statt. Plattdeutsch gibt es nicht als eigenes Fach, wird aber in vielen Fächern(Sachunterricht, Kunst, Sport, Textil) vermittelt. Auch der Inhalt der AG hat sich dahingehend verändert. Die Hemmschwelle eine andere Sprache zu lernen und zu sprechen, wird kontinuierlich abgebaut. Der Schwerpunkt des Unterrichts liegt nicht im Erzählen und Zuhören, sondern die Schüler sind handelnd tätig, lernen dabei unbewusst Begriffe aus ihrer direkten Umwelt und verinnerlichen diese. Das Lernen der Sprache mit allen Sinnen steht dabei im Vordergrund. Bsp.: Wi backt einen Pannkauken
Gleichzeitig werden die Schüler der AG an plattdeutsche Gedichte und Sketche herangeführt, die dann öffentlich (Heimatabend des Heimatvereins, bunter Nachmittag der Schweger Volkstanzgruppe usw.) präsentiert werden. Kinder wollen stolz zeigen, was sie gelernt haben. Das Selbstbewusstsein der Schüler steigt enorm und sie genießen es, sich öffentlich zu präsentieren. Das Ziel in der Grundschule ist es nicht, dass die Kinder fließend Plattdeutsch sprechen und schreiben. Sie sollen sich an die Sprache gewöhnen und ein gewisses Hörverständnis entwickeln. Es ist wissenschaftlich festgestellt, dass die frühe Mehrsprachigkeit ein effektives Sprachtraining auslöst und den Ausbau des Sprachzentrums in Gehirn positiv beeinflusst.
Bilinguale Erziehung fördert die sprachliche Intelligenz der Kinder.