Geschlecht(er) und Narration(en)

Gender-Collage?

Gender-Muster?

Gender-Er-zählung?

 

Français

Internationale und interdisziplinäre Tagung

13.-14. März 2009

EHESS − Université Paris 3
 

Organisatoren :
Cécile Chamayou-Kuhn M.A. (Université Paris 3)
Dr. Patrick Farges (Université Paris 3)
Perin Emel Yavuz M.A. (EHESS-CRAL/DFKG) 

Programm
13. März 2009
14. März 2009

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Teilnehmer
Abstracts 

Praktische Informationen

Kontakt


Colloques "Junior" 

Conseil Scientifique 
EA 4223 – Centre d’études et de recherches sur l’espace germanophone (CEREG)


UMR 8566 − Centre de recherches sur les arts et le langage

 


 

 

Sind Gender-Fragen in der französischen Forschung ziemlich spät aufgetaucht, so sind sie doch in Deutschland weiter vorangeschritten und stellen somit eines der analytischen Fundamente kultureller und gesellschaftlicher Strukturen dar.  Abgesehen von den verschiedenen nationalen Kontexten und universitären Traditionen gehen die Gender und Queer Studies generell von dem Postulat aus, dass Geschlechter sich performativ denken lassen : Geschlechterkonstruktionen sind demnach als Resultate diskursiver und u.a. auch narrativer Akte aufzufassen. Die französische Übersetzung der Texte Judith Butlers, in denen Gender-Theorien im Mittelpunkt stehen, fällt außerdem zeitlich mit einer neuen Phase ihres philosophischen Schaffens zusammen : Wie die Übersetzung ins Französische ihres Buches Le récit de soi (2007) es nahelegt, wird dabei nunmehr das Augenmerk auf den Prozess des Sich-Erzählens gerichtet. In Anbetracht dieses “Verspätungsphänomens”, das der französischen Butler-Rezeption eigen ist, erscheint es als durchaus angebracht, sich mit den Ergebnissen deutschsprachiger Wissenschaftler auseinanderzusetzen.
Von dieser doppelten Feststellung ausgehend, zielt die deutsch-französische Tagung darauf ab, der Problematik “Geschlecht(er) und Narration(en)” auf den Grund zu gehen und somit verschiedene Ausdrucksmodi von Gender zu untersuchen (spielerische, mimetische, experimentierende, normative und subversive Ausdrucksmodi). Paul Ricoeur hat diesbezüglich schon darauf verwiesen, dass “[d]ie Geschichte eines Lebens [...] durch all die wahren oder fiktiven Geschichten, die ein Subjekt über sich erzählt, [ständig refiguriert wird.] Die Refiguration macht das Leben zu einem Gewebe erzählter Geschichten.” Diese Refiguration ist dann also eine für das Selbst signifikante Art und Weise, die eigene Erzählung mit Blick auf die anderen zu re-artikulieren, und zwar sowohl durch Masken als auch – so ließe sich hinzufügen – durch Travestierungsmechanismen.