VITAMIN D

Auch im Herbst ist Sommerzeit auf der Michlfarm 20.10.2019

Sogar im Winter kann man hier Vitamin D tanken November 2018



Sonnenbaden im Winter hält gesund

Sonne, Sonne, Sonne! Wer sehnt sie im Winter nicht herbei, wenn es draußen trüb und dauer-dunkel ist? Das schlägt nicht nur auf die Laune, sondern auch aufs Immunsystem. Da hilft nur eines: So oft wie möglich raus ans Tageslicht!

Täglich Sonne tanken: Das ist im Winter besonders wichtig.

Die Sonnenstrahlen stärken das Immunsystem und sind für viele hormonelle Prozesse wichtig. „Die Sonne ist ein simples, aber sehr effektives Mittel zur Verbesserung der körpereigenen Immunabwehr“, erklärt Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Auf der Haut befinden sich Rezeptoren, die eine Vorstufe des Vitamin D herstellen. Sonnenstrahlen regen die Umwandlung dieser Zusammensetzung in das Vitamin an.

„Die meisten Menschen weisen am Ende des Winters und im Frühjahr ein deutliches Defizit an Vitamin D auf, weil sie eben nicht täglich die Mindestdosis an Tageslicht abbekommen haben“, erläutert Froböse. Wer zu wenig davon hat, erkranke deutlich häufiger an Grippe.

Um das zu verhindern, reichten schon 15 bis 20 Minuten täglich im Freien. „Nutzen Sie beispielsweise Ihre Mittagspause“, rät Froböse. „Verlegen Sie außerdem Ihre Sport- und Beweglichkeitseinheit im Winter in die Mittagsbereiche.“ Selbst bei starker Bewölkung oder Regen sollte man nicht auf einen kurzen Spaziergang verzichten, da auch bei diesen Wetterbedingungen noch ausreichend Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke kommen.

Die Sonne fördert zudem gute Laune. „Durch die Sonnenstrahlen wird Serotonin ausgeschüttet, das sogenannte Glückshormon“, erklärt Froböse. „Das befindet sich zum Beispiel auch in Schokolade. Nur in Form von Licht „eingenommen“, ist es gesünder für den Körper.“ Aber Vorsicht vor zu intensiven Sonnenbädern: Auch im Winter hat die Sonne im wahrsten Sinne Strahlkraft. Gerade in Bergregionen besteht die Gefahr eines Sonnenbrandes.


Schon Kinderärzte predigen es:

Vitamin D ist wichtig für die gesunde Knochenbildung. Werden Kinder nicht ausreichend damit versorgt, verformen sich ihre Knochen — sie bekommen Rachitis. Darum bekommen sie das Sonnenvitamin vorsorglich bis zu ihrem zweiten Lebensjahr medikamentös. Doch auch Erwachsene schützt es vor Knochenproblemen, die sich spätestens im Alter in Form von Osteoporose zeigen können. Beobachtungsstudien stellten einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin D-Spiegeln und Morbus Parkinson sowie demenziellen Erkrankungen her. Auch bei der Entstehung chronischer Krankheiten wie Diabetes mellitus, Morbus Crohn, Multipler Sklerose und nicht zu vergessen Krebs, soll es eine Rolle spielen.

Mit Hilfe von UVB-Strahlung wird über die Haut eine Vorstufe des Vitamins gebildet. Leber und Niere wandeln es zu bioaktivem Vitamin D um, das im Körper hormonähnlich wirkt. "Zu 90 Prozent synthetisiert der Körper das Vitamin über die Haut. Zu zehn Prozent nehmen wir es über die Nahrung auf", sagt Dermatologe Jörg Reichrath. Auch wenn man besonders Vitamin D-haltige Nahrungsmittel wie den unbeliebten Lebertran, Hering oder Shitakepilze zu sich nimmt, bleibt ein Dilemma:

Um ausreichend mit Vitamin D versorgt zu sein, kommt man nicht drum herum: Man muss in die Sonne.

Doch Sonnenstrahlung ist auch gefährlich für die Haut, denn sie kann zu Hautkrebs führen, der häufigsten Krebsart überhaupt.


So viel Haut sollte beim Sonnenbad unbedeckt sein

Um eine ausreichende Vitamin-D-Bildung sicher zu stellen, reicht ein kurzer Aufenthalt in der Sonne aus, bei dem Arme, Hände und Gesicht unbedeckt sind, empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz. Spätestens danach sollte man die Haut mit Sonnenschutz versehen.