Indisches Springkraut bekämpfen

Das massenhafte Auftreten des Indischen Springkrauts und anderer nicht heimischer Pflanzenarten verändert zunehmend unsere einheimische Pflanzenwelt. Maßnahmen zur Bekämpfung sind jetzt am wirksamsten.

Sie sind wunderschön anzusehen: Die auffällig weiß bis leuchtend rosafarbenen Blüten des Indischen Springkrauts (lat. Impatiens glandulifera) ziehen gerade in dieser Jahreszeit viele Blicke auf sich. Kommt man dem Gewächs etwas näher, steigt einem ein eigenartiger Geruch in die Nase. Diese Pflanze ist ein Neophyt, so bezeichnet man die Einwanderer unter den Pflanzen, von denen sich die meisten bei uns eher unauffällig integrieren. Manche aber, wie zum Beispiel die Herkulesstaude und die Kanadische Goldrute, sind in ihrer Überlebensstrategie unverwüstlich. Sie breiten sich immer mehr aus und verdrängen unsere einheimischen Pflanzenarten. So eben auch das bis zu zwei Meter hohe Indische Springkraut.

Im Landkreis Starnberg ist die Pflanze inzwischen weit verbreitet. Ein einzelnes Exemplar produziert um die 4000 Samen, die alle etwa sechs Jahre lang keimfähig sind. Insbesondere über Bachläufe, an dessen Ufern das Feuchtigkeit liebende Kraut oft wächst, werden die Samen transportiert und siedeln sich bachabwärts neu an. Auch Feuchtflächen, wie Verlandungszonen und Schilfröhrichte, sind bedroht. In Wäldern verhindert sie das Aufkommen junger Bäume und Sträucher. „Viele Menschen haben einfach noch nicht von der Problematik gehört. Wegen ihrer auffälligen Blüten werden Neophyten sogar in manchen Gärten gepflegt", so Jürgen Ehrhardt von der Unteren Naturschutzbehörde.

Was kann man tun?

Um eine weitere Verbreitung und vor allem ein Eindringen der Pflan-zen in geschützte Biotope zu verhindern, ist der richtige Zeitpunkt der Bekämpfung entscheidend. Die zwischen Juli und August blühenden Pflanzen sollten vor der Bildung der Samenkapseln ausgerissen oder gemäht werden. „Dafür ist jetzt die ideale Zeit", erklärt Ehrhardt. Wichtig ist, das Mähgut zu entfernen. Dabei können kleine Mengen in die Biotonne wan-dern oder bis zu einem Kubikmeter kostenfrei in den Wertstoffhöfen abgegeben werden. Größere Mengen können idealerweise vor Ort gemulcht werden. An den Bachufern kann die Motorsense eingesetzt werden, dann sollte das Grüngut jedoch fachgerecht entsorgt werden. Da sich häufig noch viele Samen im Boden befinden, ist es in der Regel nötig, die Flächen zu kontrollieren und die Maßnahmen zu wiederholen.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen im Landratsamt Starnberg die Landschaftspflegeberaterin, Petra Gansneder, unter der Telefonnummer 08151 148-418 zur Verfügung.

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