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Mühlrad der ehemaligen Papierfabrik Haerlin


 
 

Das Gautinger Mühlrad ist ein Überbleibsel der Papierfabrik Gauting. Die ehemalige Gautinger Papierfabrik ist eng mit der Geschichte Gautings verbunden. Über 3 Generationen war deren Schornstein ein markanter Fixpunkt in der Siluette des Ortes.

 
 

Die Haerlinsche Papierfabrik wurde im Jahre 1878 gegründet, als Dr. Julius Haerlin eine Hammerschmiede und das sog. Fischerhaus an der Würm kaufte. Im Areal der Schmiede wurde die Papierfabrik untergebacht, neben dem Fischerhaus wurde einige Jahre später das Mühlrad errichtet. Da es ohne Wehr und eigenem Kanal auskommt, ist es breiter als die meisten anderen Mühlräder. Es muss die normale Strömung des Flusswasser nutzen.
 
1893 erweiterte Haerlin seinen Betrieb durch den Ankauf der sog. Pulverfabrik in der Nähe von Königswiesen. Dort wurde das Holz durch Schleifen in Papierrohstoff verarbeitet. Das alte Wehr bei der Holzschleif erinnert noch daran. Dieser Rohstoff wurde dann zur Fabrik transportiert und dort zum verkaufsfähigen Papier verarbeitet. 
Im Jahre 1901 waren bei Haerlin 82 Menschen beschäftigt; bis 1957 stieg die Beschäftigtenzahl auf 154.
1967 wurde die Produktion stillgelegt.
Die tägliche Ausbringung betrug damals ca. 18 Tonnen Druck- und Schreibpapier.
 
Von der einstigen Papierfabrik sind heute nur noch wenige Spuren zu sehen. Das Areal der Fabrik ist mit der Schlosspark-Wohnanlage bebaut. An der Stelle des alten Fischerhauses in der Schlossstrasse steht heute ein Mehrfamilienhaus. Das Mühlrad wurde etwas versetzt als Denkmal wiedererrichtet. Neben dem Mühlrad stammt auch das etwas flussabwärts gelegene Wehr noch aus der Zeit der Papierfabrik.
 
Ebenso in Besitz von Haerlin war das Gautinger Schloss Fußberg, dass als Fabrikanten-Villa genutzt wurde. Das Schloss wurde 1981 an die Gemeinde verkauft.