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Aktuell


Ein offenes Wort zur Akutbehandlung:

veröffentlicht um 04.04.2017, 00:32 von mindfull ness

So wird es in der Presse dargestellt:

“In der Sprechstunde kann auch geklärt werden, ob in solchen dringenden Fällen eine sogenannte Akutbehandlung erforderlich ist. In diesem Fall kann ohne langes Antragsverfahren mit der Krankenkasse rasch eine Behandlung des Patienten begonnen werden. Sie erfolgt als mindestens 25-minütige Einzelbehandlung, bis zu 24-mal je Krankheitsfall. Mit einer Akutbehandlung soll verhindert werden, dass die Patienten nicht mehr zur Arbeit oder Schule gehen können oder in ein Krankenhaus müssen und die psychische Erkrankung chronisch wird. Patienten sollen so also kurzfristig stabilisiert werden. – Quelle: http://www.rundschau-online.de/26288820 ©2017”


So sehe ich es:

Zunächst einmal, ich werde keine 25 -minütigen Behandlungs Termine abhalten. In einer solch kurzen Zeit kann man Pommes Currywurst bestellen und essen, aber keine Psychotherapie machen. Wir werden uns nicht durch 25 Minuten hetzen. Das entspricht wohl der üblichen Rationalisierung in der Wirtschaftswelt, immer schneller, immer kürzer, viel durchschleusen, wenig Qualität. Bei mir bleibt es bei einer Sitzung im Umfang von 50 Minuten pro Woche.


Weiterhin, es bleibt dabei, dass ich (wie viele Kollegen auch) nur wenige späte Termine (Ich arbeite schon an 2 Tagen bis 20.00 Uhr!) anbiete, denn ich möchte ja auch mal abends nach Hause gehen. Da es demnach so wenige späte Termine gibt, warten berufstätige Patienten auf einen Therapieplatz leider noch länger als die, die zeitlich flexibel sind. Also Abhilfe für “dass die Patienten nicht mehr zur Arbeit oder Schule gehen können” wie soll das gehen, wenn diese Patienten erst ab 16 oder 17 Uhr in die Praxis kommen können?


Dann noch folgende Überlegung: Für jeden, den ich ganz schnell in die Akutbehandlung nehme, brauche ich einen Therapieplatz für 12 Stunden (von 40, die ich in der Woche anbiete - mehr darf ich gar nicht). Was geschieht dann mit denen, die auf der Warteliste sind und schon seit mehreren Monaten auf einen Therapieplatz warten? Soll Patient x, der eigentlich dran wäre wenn ein Platz frei wird, nun noch mal 12 Wochen länger warten? Und wie entscheide ich, wer ganz schnell in Therapie darf und wer auf die Warteliste kommt, nach Schweregrad der Störung, danach wer sich besser in seinem Leid darstellen kann oder nach der Länge der Arbeitsunfähigkeit, damit die Kassen sich besser aus der Zahlung von Krankengeld herauswinden können? Die Verknüpfung der Arbeitsunfähigkeit mit der psychischen Störung ist nicht eindimensional. Manchmal macht die Arbeit krank, dann beheben wir nicht isoliert die psychische Erkrankung (i.S. einer Reparaturmedizin) und schicken den Patienten wieder zurück an die Front.  Zum Krankengeld für psychisch Kranke siehe auch https://goo.gl/qH1zSu


Fazit: Solange nicht mehr Therapeuten zugelassen werden, nützt uns leider auch die Möglichkeit der Akutbehandlung nicht viel.


Was noch dahinter steckt: Für diese Behandlung gibt es weniger Geld. Etwa 3,5 % weniger. Wenn mehr Therapeuten diese Behandlung statt der Richtlinientherapie abhalten, müssen also die Krankenkasse für die Versorgung weniger bezahlen. Ich möchte mal sehen was Politiker, Krankenkassen Vorstände, Funktionäre und alle anderen, die uns die Änderungen als Fortschritt in der Versorgung verkaufen, davon halten wenn wir Ihnen mal eben das Gehalt um 3,5 % kürzen.


Neue Regeln für Psychotherapie ab 2017

veröffentlicht um 23.03.2017, 00:46 von mindfull ness   [ aktualisiert: 02.04.2017, 01:46 ]

Der Gesetzgeber hat vorgeschrieben, dass der Zugang zu Psychotherapie neu geregelt werden muss. Die Änderungen treten ab April 2017 in Kraft. Aus Sicht der Praktiker bringen die neuen Regelungen keine Verbesserung. Es wird nicht _ein_ neuer Therapeut zugelassen um die Versorgung zu verbessern. Statt mehr Therapieplätze zu schaffen ,werden es eher weniger, weil Therapeuten z.B. gezwungen sind bis 4 Stunden telefonische Erreichbarkeit sicher zu stellen: Nur um den Anrufern weiterhin sagen zu müssen, dass es keine freien Therapieplätze gibt und die Wartezeiten sehr lang sind. Aus meiner Sicht dienen die Änderungen nicht der Verbesserung, sondern einer Selektion (Auswahl). Es soll Trennungen geben zwischen denen, die “eine Therapie nötig” haben und anderen, die in andere Massnahmen geleitet werden könne, wie Reha (die oftmals nicht genehmigt wird) oder Psychiatrie oder Selbsthilfegruppen, etc.


Hier noch eine Aussage des Präsidenten der Bundespsychotherapeutenkammer dazu:

Dass der Terminservice hier Abhilfe schaffen kann, sieht BPtK-Präsident Dr. Dietrich Munz ambivalent: "Patienten mit besonders dringendem Behandlungsbedarf können systematisch besser versorgt werden", lobt er. Jedoch betont er, dass die KVen nur Termine für Sprechstunde sowie Akutbehandlung vermitteln. "Für die anderen Patienten wird es weiterhin zu wenige Behandlungsplätze geben." Für Sprechstunde und Akutbehandlung benötigten Therapeuten gar zusätzliche zeitliche Ressourcen, sodass sich die Wartezeiten für die Richtlinientherapie laut Munz eher noch verlängern werden. "Um das Kapazitätsproblem in der ambulanten Psychotherapie zu lösen, ist eine grundlegende Reform der Bedarfsplanung notwendig."(jk)


Es wird nicht besser

veröffentlicht um 12.09.2016, 23:42 von mindfull ness

Demnächst kommen einige Änderungen auf uns Psychotherapeuten zu. Die Psychotherapie Richtlinien wurden überarbeitet, um "die Versorgung zu verbessern". Meiner Ansicht Augenwischerei, um es mal in der Öffentlichkeit unverfänglich auszudrücken. Ich halte es eher damit: „Das Hauptproblem mit der Psychotherapie sind nicht die Wirksamkeit oder Kosten“, sagt Silvia Schneider. „Es ist die mangelnde Verfügbarkeit." Zitat von  Prof. Dr. Silvia Schneider Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität Bochum

Ehrlich alt geworden

veröffentlicht um 01.06.2016, 06:04 von mindfull ness

Habe mal das Foto gewechselt. So wie auf dem vorigen sah ich schon Jahre nicht mehr aus.

Übung hinzugefügt

veröffentlicht um 01.05.2016, 23:42 von mindfull ness

Ich habe eine Übung zur Akzeptanz von Gefühlen im Download hinzugefügt.

Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch

veröffentlicht um 21.12.2015, 03:48 von mindfull ness

Liebe Patienten, Kollegen, Ärzteteams und Nachbarn, liebe Mitarbeiter der Krankenkassen und der KV,
ich wünsche ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches neues Jahr.
Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber soviel kann ich sagen: Es muß anders werden, wenn es gut werden soll. (Georg Christoph Lichentberg)


Etwas zu späten Terminen, d.h. 17, 18, oder 19 Uhr

veröffentlicht um 10.02.2015, 21:55 von mindfull ness   [ aktualisiert: 09.10.2015, 01:24 ]

Ich werde auch immer wieder nach der Möglichkeit eines späten Termines für einen Therapieplatz gefragt. Das ist in Ordnung, fragen Sie ruhig. In der Regel werde ich damit jedoch nicht dienen können. Als Vertragsbehandler habe ich einen Versorgungsauftrag. Ich nehme diesen Auftrag ernst d.h. ich bin Vollzeit tätig und ich möchte auch Berufstätige als Patienten haben und diesen helfen. Da ich jedoch auch auf meine Gesundheit achten muss, (Stichwort Burn-Out) will ich nicht jeden Tag bis in die Nacht hinein arbeiten. Es gibt einige Tage an denen ich bis 20:00 Uhr arbeite. Aber ich habe wenige Möglichkeiten für 17, 18 oder 19:00 Uhr Termine. Wenn einer dieser Termine frei wird, hat entweder jemand schon sehr lange darauf gewartet, oder ich belege ihn mit jemandem der zeitlich flexibel ist. So habe ich die Möglichkeit zu reagieren, wenn einer der Patienten der schon bei mir in Behandlung ist, wegen einer Veränderung, zum Beispiel dass er Arbeit bekommen hat, auf einen späteren Termin wechseln muss. Dieses System hat sich über Jahre bewährt. In Ausnahmefällen und weil ich auch für mich selbst Flexibilität als eine wichtige Fähigkeit betrachte, belege ich aber auch späte Termine mit neuen Patienten. Wie gesagt, das kann ich nur sehr selten machen. Bitte verstehen Sie also, wenn wir es leider immer mit Einschränkungen zu tun haben. Eine davon ist, dass es die Wartezeiten gibt und die Warteliste, um sie kurz zu halten von mir immer wieder geschlossen wird, eine weitere ist, dass neue Patienten leider kaum eine Möglichkeit haben auf einen der späten Termine zu kommen.

Ich wünsche Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr

veröffentlicht um 22.12.2014, 06:09 von mindfull ness

allen Suchenden, Wartenden und denen die bei mir waren und sind...

Mal wieder was zur allgemeinen Wartezeit

veröffentlicht um 04.10.2014, 23:50 von mindfull ness   [ aktualisiert: 22.12.2014, 06:04 ]

Wartezeiten in der Psychotherapie kümmern Bundesregierung nicht

Während die Wartezeiten-Diskussion sich gesetzlich niederschlagen wird, scheint die Bundesregierung keinen Handlungsbedarf dahingehend zu sehen, die Wartezeiten für psychisch kranke Menschen zu verkürzen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung au eine Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hervor.

Quelle: http://www.gesundheitsstadt-berlin.de/wartezeiten-in-der-psychotherapie-kuemmern-bundesregierung-nicht-4692/

Neues ACT Buch

veröffentlicht um 08.04.2014, 02:55 von mindfull ness

steht hier auf der Seite unter Literatur Tipps:
Raus aus der Glücksfalle: Ein Umdenk-Buch in Bildern von Russ Harris

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