Personen, die mit den Francé persönlich in Verbindung standen - Auswahl



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Einstein Brief Besuch


Raoul H. France und Annie France-Harrar von Siegfried Lübke


Das Wissenschaftlerehepaar Raoul H. Francé und Annie Francé-Harrar bereiste gemeinsam jahrelang die verschiedensten Länder auf allen Kontinenten dieser Erde und untersuchte die Vorgänge ihres natürlichen Milieus sowie speziell das dort vorhandene Bodenleben.

Draußen, in der freien Natur.

Nach dem Tode ihres Mannes (†1943) veröffentlichte Annie Francé-Harrar 1950 als große Zusammenfassung ihrer jahrzehntelangen gemeinsamen Forschungen das umfassende Werk 

Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not.

Darin wird zum ersten Mal über große historische Zeiträume hinweg der Zusammenhang und die Wechselwirkung zwischen Wald, Wasser, Luft, Humus beschrieben.
Sie weist darin nach, daß die Fruchtbarkeit der Erde von Mikroorganismen im Humus abhängt und stellt fest, daß bisher auf dem ganzen Erdball nur Humusverbrauch stattgefunden hat und damit eine stetige Verminderung der Fruchtbarkeit der Böden. Künstliche Düngung kann diesen Niedergang der Fruchtbarkeit nicht aufhalten und die mechanische Bearbeitung des Bodens beschleunigt diesen Rückgang sogar noch.

Ihr Fazit: Der stetige Rückgang der ursprünglichen Waldgebiete hat auch einen stetigen Rückgang der Humusschicht zur Folge, die allein das Wachstum der Pflanzen und insbesondere der Kulturpflanzen bewirkt.

Nur der Mischwald mit seiner vielfältigen Flora und Fauna und insbesondere den dort vorkommenden Mikroorganismen kann fruchtbaren Humus hervorbringen -sogar mehr als er selber verbraucht.

Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not besteht also in der Wiederherstellung der natürlichen Wälder und dem damit einhergehenden Humusaufbau der den fruchtbaren, gesunden und nachhaltigen Anbau unserer Kulturpflanzen ermöglicht.

Francé-Harrar setzte die mit ihrem Mann begonnenen Forschungen alleine fort und widmete sich verstärkt auch den praktischen Anwendungen ihrer Erkenntnisse beim Humusaufbau in der Landwirtschaft, u.a. in Mexiko.

Ihre Erfahrungen und Ergebnisse veröffentlichte sie in dem Werk 

Humus. Bodenleben und Fruchtbarkeit.

Darin beschreibt sie die Zusammensetzung des Naturhumus und dessen Entstehung: 
"Leben wird aus dem Stein".
Sie untersucht, wie der durch die Landwirtschaft verbrauchte Humus ersetzt werden kann und beschreibt Methoden zur Produktion von lebendigem Humus, der die Fruchtbarkeit der Böden zu erhalten und zu verbessern vermag. Ihre Vorgehensweise stützt sich auf eine veränderte Landwirtschaft, die "nach den Gesetzen des lebendigen Bodens" arbeitet und sowohl Erntesteigerung als auch Bodenschutz beinhaltet. Statt einer maschinentechnisch und chemisch basierten Landwirtschaft plädiert sie für eine Organisation der Humuswirtschaft, die als eine ökologische Kreislaufwirtschaft alle organischen Stoffe mit einbezieht.

Ihr ganzes Leben lang hat Annie France-Harrar das mikrobielle Bodenleben nicht nur nach Arten und Gattungen der Lebewesen im Boden, sondern auch in ihren zeitlichen Abläufen mit mikroskopischen und fotografischen Mitteln genau untersucht und sogar mit zahllosen eigenen Zeichnungen festgehalten.

Man kann nur erahnen, wie viel Mühe und Arbeit in diesen Zeichnungen stecken muß, wenn man bedenkt, daß man nur für nur eine Zeichnung oft Stunden benötigt. Heute gibt es moderne Mikroskope mit allen technischen Finessen und wir können unsere Bodenzusammensetzung mit unserem Interferenz- und Fluoreszenzmikroskop innerhalb einiger Minuten feststellen.

Wir waren entsetzt als uns einmal eine Praktikantin erzählte, daß sie von diesem Bodenleben ihrem landwirtschaftlichen Lehrer berichtete, worauf dieser sie grob anfuhr: "Bakterien, was haben denn die im Boden zu tun ?". Anno 2003. In der Bundesrepublik Deutschland.

Auch heute noch hat der überwiegende Teil der Landwirte - weltweit! - überhaupt keine Vorstellung vom Bodenleben und seiner Wichtigkeit für den Humusaufbau.

Auch nicht im Biolandbau.

Man glaubt "Bio" zu sein, wenn man keinen Kunstdünger, keine Pestizide und keine Herbizide verwendet, sondern nur Wirtschaftsdünger, Mist und Gülle.

Aber vom Bodenleben wird kaum gesprochen. Oder von der zerstörerischen mikrobiologischen Auswirkung des Stallmistes und der Gülle auf die Umwelt und die Böden, wie man in den Büchern von 
Raoul H. France und Annie France-Harrar nachlesen kann.

Ihr letztes Werk hat Annie France-Harrar 1959 fertiggestellt:

"Handbuch des Bodenlebens"

Es faßt all ihre Erfahrungen und die ihres Mannes und die Resultate des Studiums der lebendigen Umwelt und des Humus zusammen.

Ihr Fazit am Ende des Buches:

Alle Tests, die aufgrund von Laboratoriumszüchtungen durchgeführt werden, 
sind für das natürliche Bodenleben nicht zu gebrauchen.
Das sollte man sich mit großen Buchstaben an seinen Arbeitsplatz schreiben.

Unter Laborbedingungen sind alle gezüchteten Mikroben gezwungen, entnatürlicht, 
unter künstlich zurechtgemachten Lebensbedingungen zu existieren, die es so 
im Freiland nicht gibt und auch niemals geben kann.
Sie werden in der Laborumgebung Eigenschaften und Anpassungen entwickeln, 
die sie unter den ursprünglichen, natürlichen Verhältnissen nicht besitzen.
Man darf solche, unter speziellen Verhältnissen hervorgebrachte Eigenschaften 
aber nicht ohne weiteres auf Freilandorganismen anwenden oder sie ungeprüft 
bei ihnen voraussetzen.
Tut man es dennoch, so erhält man ein völlig falsches Bild, vor allem in Hinblick 
auf das soziale Zusammenleben und seiner Voraussetzungen.
Ich kann aus meinen langjährigen Erfahrungen nicht ernsthaft genug davor warnen.

Bei meinem letzten Besuch vor ihrem Tode verwies sie noch einmal nachdrücklich 
darauf, daß wir die Grundlagen und Abläufe des Lebens in der Natur nur dann 
verstehen, wenn wir sie auch in der freien Natur erforschen;

"Es gibt keinen anderen Weg" sagte sie.

Siegfried Lübke 2010; Kommenar zu "Handbuch des Bodenlebens"

(Siegfried Lübke war oft bei Annie-Francé-Harrar zu Besuch)


Dr.-Ing. Eberhard Spohn

Käufer, Empfänger & potentieller Verleger des Original

Georg E. Siebeneicher
1938 Der junge Verlagsbuchhändler, Verlagskaufmann und Student an der Wirtschaftshochschule Berlin Georg E. Siebeneicher (1914 - 2009) führt den Selbstverlag von Ewald Könemann als Siebeneicher Verlag, Fachverlag für Landwirtschaft, Gartenbau und Landeskultur fort, eingetragen in Feldafing am Starnberger See
Hier erschienen auch Texte bekannter Wissenschaftler, wie beispielsweise die des großen Naturforschers Raoul H. Francé.
2009 Verleger und Herausgeber Georg E. Siebeneicher (Foto oben) stirbt am 13. Januar 2009 im Alter von 95 Jahren. Er war ein Wegbereiter und Pionier des Ökologischen Land- und Gartenbaus. Georg E. Siebeneicher war der erste deutsche Verleger, der sich konsequent für die Veröffentlichung von Schriften über den ökologischen Land- und Gartenbau eingesetzt hat und mit eigenen Verlagspublikationen voranschritt.
(Kontakt zu Annie-Francé-Harrar unklar)

Willi Kaiser

Entwurf des Grabstein. Annie Francé-Harrar war oft bei der Familie zu Besuch

Pierre France

Bonjour,
Mon nom est Pierre Francé. Je suis l'unique petit-fils de Raoul Francé. J'ai été très triste d'apprendre le décès de Renè Roth auquel j'avais rendu visite en 2002 au Canada. Depuis plus de 10 ans j'ai réuni un ensemble de documents concernant la vie et l'oeuvre de Raoul Francé et de sa seconde épouse Annie Harrar: livres, articles , photos, dessins , manuscrits et correspondance privée . J"ai bien connu Annie. Je suis très heureux que leur oeuvre suscite encore autant d'intêret et remercie tous ceux qui y contribuent et s'y intéressent. J'ai beaucoup de projets à ce sujet. Je comprend et parle l'allemand mais par écrit je préfère m'exprimer en français. A bientôt pour de fructueux échanges. 
Cordialement Pierre Francé

Pierre Francé war als Kind des öfteren bei Annie Francé-Harrar zu Besuch.




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