Kuriose Flugerlebnisse






Flugerlebnis vom 21.03.09


Zweitflug der Orange-E, eine Katastrophe mit glücklichem Ende

Ich habe lange überlegt ob ich dies mit aufschreibe, aber ich denke für einen Anfänger, welcher sich hier einmal verirren könnte, ist dies wichtig.

Es war am Samstag, die Sonne schien, der Winter sollte nun endlich vorbei sein und das Fliegerherz schlug schneller.
Also Flugzeug entstaubt, kurze Sichtprüfung und dann noch die notwendigen RC-Komponenten rausgesucht. Und da machte sich meine Unwissenheit und Unerfahrenheit als Anfänger bemerkbar. Da man als Anfänger noch nicht so viele RC-Komponenten besitzt, wurden diese damals von mir ausgebaut, aber ohne mir aufzuschreiben wie der Motorsturz war. Das heist wo und wieviel Unterlegscheiben waren mit dem Motor befestigt worden.
Also kurz geschaut und den Motor dran geschraubt, in der Hoffnung, ach das passt schon. Natürlich spielte auch die Ungeduld, endlich wieder zu fliegen eine große Rolle, doch Hektik und Unachtsamkeit kann beim Modellbau sehr schmerzhaft und teuer werden. Akku rein und Regler dran und dann ab auf die Flugwiese.

Mein Bruder war natürlich dabei, da ja ein erfahrener Pilot dabei sein sollte. Das Wetter war soweit ok, bis auf den Wind, der immer wieder auffrischte. Da ich aber zuvor einen anderen Depronflieger in die Lüfte schickte, ich will es mal Hin und Her bewegen nennen, mal abgesehen von ein paar Kurven in der Luft, dachte ich, der Flieger aus Holz ist schwerer und lässt sich bestimmt besser fliegen. Ich konnte von diesem Gedanken aber auch nicht abgebracht werden. Gesagt getan ab in die Luft damit. Schneller Start nach oben, rechts weg und dann gingen die Probleme los. Irgendwas stimmte nicht, bei Gas wurde er Schwanzlastig, nur ohne Gas fing er sich wieder, jedoch konnte man ihn nicht zurück holen, da es ja windig war und ohne Power der Flieger dagegen nicht ankam.
Aber anstatt Ihn irgendwie zu landen, man hatte natürlich Angst dabei das Modell zu beschädigen, haute das Modell immer weiter ab. Es kam was kommen mußte, es war irgendwann soweit entfernt das es nicht mehr sichtbar war. Was bekanntlich bei der Reichweite von 2,4 GHz sehr weit sein kann.
Was nun, die Gesichter wurden immer länger und Fragezeichen machten sich in unseren Augen breit. Na dann los zum Punkt an dem wir den Flieger ungefähr das letzte Mal gesehen hatten. Weiter, weiter, immer weiter, wir suchten und suchten, es verging mindestens eineinhalb Stunden, zum Schluß fuhren wir noch die weit entfernten Straßen und Häuser ab, jedoch ohne Erfolg. Gefrustet und ohne Erfolg fuhren wir nach Hause. Woran lag es, darüber konnten wir zu diesem Zeitpunkt nur waage Vermutungen anstellen. Fakt war eins, 120 Euro sind uns eben mal so schnell weggeflogen. So schnell kann es gehen. Hätten wir doch bloß das Modell abstürzen lassen, aber hinterher ist man immer schauer.

Es war ein verregneter Sonntag Morgen, eine schlaflose Nacht lag hinter uns, Gedanken wie, 120 Euro in den Sand gesetzt, ob das Modell noch ganz ist, wo könnte es sein, hat es beim Absturz evtl. einen Schaden angerichtet und wo könnte man noch suchen, gingen uns durch den Kopf. Wärend mein Bruder noch einmal alles mit dem Auto abfuhr, setzte ich mich an den PC und fertigte Blätter mit einem Bild, eine Bemerkung zum Finderlohn und entsprechenden Kontaktmöglichkeiten an. Ab ins Auto noch einmal rausgefahren und gesucht, Leute befragt und nebenbei die Zettel an Bäumen und Betonmasten angebracht. Der Gedanken das Modell nicht wieder zu finden wurde immer stärker mit jeder Verneinung von den Leuten, welche befragt wurden. Dann noch der Dauerregen, die Elektronik wird das wohl nicht überleben! Mit einem flauen Gefühl und der kleinen Hoffnung, dass der Flieger nicht im Wald abgestürzt, bzw. keinen Schaden angerichtet hat fuhr man nach Hause. Was soll ich sagen es war ein verregneter besch... Sonntag ohne Erfolg.

Auch die folgende Nacht verlief genauso wie die andere. Bei dem Regen hat der Flieger nicht überlebt. Selbst wenn er den Abstürtz übertstanden hat, ist die Elektronik hinüber, der Akku tiefentladen, der Motor total nass und der Rest wird aufgeweicht sein. Kurz  gesagt bestimmt alles Schrott. Mit diesen Gedanken konnte die Woche nur schlecht werden.
Doch es sollte anders kommen als gedacht.

Es war 9:30 Uhr mein Handy klingelte kurz, als ich es aus meiner Tasche holte war schon wieder aufgelegt. Hm, dachte ich da hat sich wohl einer verwählt, die Nummer wurde aber übermittelt. Nach langem überlegen dachte ich, ruf doch einfach mal an, vielleicht hat ja jemand wegen meinen Zetteln angerufen, aber eher unwahrscheinlich.  Gedacht getan und was soll ich sagen, mein Flugzeug wurde gefunden.
Schnell meinen Bruder vorbeigeschickt dieses zu holen. Wie es wohl aussehen wird, ob da noch was zu gebrauchen ist. Ersteinmal eine Erleichterung, es hat keinen Schaden angerichtet. Mehr hatte ich im Gespräch nicht in Erfahrung gebracht. Nun hies es warten und hoffen.

Spät am Nachmittag meldete sich endlich mein Bruder bei mir, da ich aber noch auf der Arbeit war konnten wir nur übers Internet per Chat kommunizieren. Nach langem Hin und Her und in einer sehr amüsanten Art und Weise teilte er mir folgendes mit:
Käpt. Kirk meldet, nachdem die Bodencrew wieder erfolgreich zurückkehrte, folgende Ereignisse. Keine äußerlichen Beschädigungen nach erster Sichtprüfung erkennbar. Technische Mängel werden derzeit noch überprüft, technisches oder menschliches Versagen kann noch nicht klar definiert werden, usw, usw. Das war, glaube ich seine Art mir zu zeigen das er auch sehr darüber erfreut war, dass ich mein Flieger unversehrt wieder habe.

Glück im Unglück nennt man so etwas. Wir konnten feststellen das es keine Mängel am Flieger gab, sämtliche Elektronik funktioniert und selbst der Akku hatte sich nicht tiefentladen und kann weiterhin genutzt werden. Nach genauerem Hinschauen, stellte mein Bruder fest, dass ich einen Fehler gemacht habe, der Motorsturz hat überhaupt nicht hingehauen, daher war der Flieger schwer steuerbar.

Fazit:
120 Euro gespart, genauer gesagt 110 Euro, da ich 10 Euro Finderlohn gegeben habe und ein Neukauf der Komponenten entfällt.
Man(n) sollte sich immer Zeit nehmen, keine Hektik und Streß beim Modellflug zulassen.
Immer alle Einstellungen beim Ausbau der RC-Komponenten notieren, damit man später auch wieder alles richtig einbaut.
Ab sofort kommt immer eine Telefonnummer an oder in das Flugzeug.
Lieber ein Modell zum Absturz bringen, aber dafür die Elektronik retten, dass spart ungemein Geld.





 
 
 

Flugerlebnis vom 11/2009

 
Übermut tut selten Gut, oder genauer gesagt, es kann teuer werden!
 

Hm, wie ich genau mal wieder anfangen soll, mit diesem Erlebnis, weiß ich nicht genau, nur soviel sei gesagt, man(n) muss beim Modellfliegen auch immer ein bisschen Glück im Unglück haben.

 

Wir schreiben den Monat November 2009 und das Wetter lies es noch zu das mein Bruder und ich mal wieder an einem schönen ruhigen Flugwettertag auf unseren Flugplatz fuhren. Da ich mit einem Segler, welchen ich zum Geburtstag dieses Jahres bekommen hatte, noch üben musste, bot sich das schöne Wetter an. Segler ausgepackt und zusammen gebaut. Den Akku rein und schon konnte es losgehen. Zuvor fragte ich natürlich noch meinen erfahreneren Bruder ob der Akku so richtig fest sitzt und er überprüfte es. Da wir mit Lehrer-Schüler-Kabel fliegen wollten, dies eignet sich hervorragend zum üben und man spart viel Geld an den Modellen, flogen wir den Segler beide. Also kurz geschaut, Akku sitzt und passt, aber lieber keine Kunstflüge machen, da musste dir mal was einfallen lassen, sagte er, da der Akku zwar fest war, aber irgendwie war dies keine Endlösung. Warum hier der Hersteller keine passende Lösung hat, den Akku so einzubauen das er nicht herausfallen kann, bleibt eine offene Frage. Trotz alledem ging es nun los und mein Kommentar war dazu, ich werde bestimmt keine Kunstflüge machen, zu mindestens keine gewollten, ha ha.

 

Und schon geleitete der Segler steil und zügig aus der Hand in Richtung Himmel. Zugegeben das Modell war für mich dann doch noch einen bisschen schwierig zu fliegen, aber meinem Bruder machte es mal wieder sichtlich Spaß, denn er konnte es mal wieder nicht lassen und musste unbedingt schnell mal ein paar Loopings machen. Toll dachte ich so, eigentlich wollten wir genau das nicht machen. War ja wieder mal klar, wenn er einen Flieger mit ein bisschen Power unter seinen Fingern hat dreht er wieder frei. Na ja dann musste natürlich kommen, was kommen musste. Ich übernahm das Steuer flog ein paar Kreise und auf einmal kippte der Segler nach vorne. Upps was war das, die Haube flog ab und ich glaubte zu mindestens gesehen zu haben, dass da noch etwas raus fiel. Wie sich später heraus stellte sollte das der Akku gewesen sein.

 

Mein Bruder übernahm sofort die Steuerung, gab noch seinen Kommentar ab, „Du sollst doch keinen Kunstflug machen!“ und mein Kommentar war nur „wer ich, alles klar, ich hab doch nischt gemacht?“. Egal, auf alle Fälle reagierte am Segler gar nichts mehr, zu mindestens war nun die Akku-Frage geklärt, es gab keinen mehr im Segler, zu mindestens war er nun Stromlos. Was nun folgte war ein hin und her, nach vorne und hinten wippender Segler, welcher unkontrolliert in Richtung Wald dahinschwebte, da der Regler und Empfänger stromlos waren. Zum Glück muss ich sagen, dass ich nicht zu weit entfernt geflogen bin und wir somit sahen wo er abstürzte und wir sofort hinrennen konnten. Mein Bruder behielt die Kabinenhaube im Visier und ich versuchte mir die Stelle zu merken wo der Segler in den Wald geflogen war. Das alles passierte in nur wenigen Minuten, so dass uns kaum Zeit blieb darüber nach zu denken, warum das überhaupt passieren konnte. Beim laufen dachte ich noch, weit kann er ja nicht sein und groß genug ist er auch, also muss man den Segler auch im Wald finden. Das sollte sich aber als große Fehleinschätzung heraus stellen.

 

So die Kabinenhaube hatten wir sofort gefunden, der Flieger konnte auch nicht mehr weit weg sein, da er gleich kurz hinter den ersten Bäumen in den Wald geflogen war. Komischerweise hörten wir aber auch keine krachen und knacken der Äste, welches Geräusch dabei eigentlich immer verursacht wird, bei so einem Aufprall. Egal, ab in den Wald und raus den Flieger dachten wir so, aber was nun folgte zeiget mal wieder wie sehr man sich doch verschätzen kann.

Wir schritten nun durch den Wald, den Blick in Richtung der Baumkronen bzw. abwechselnd auf den Boden. Unsere Blicke schweiften durch den ganzen Wald, aber vom Segler keine Spur. Das kann doch nicht sein dachten wir, der muss doch zu sehen seine. Bei einer Spannweite von 1,80m, kann der sich doch nicht so verstecken oder in Luft auflösen? Wir suchten und suchten, aber wir fanden nichts. Meine Gedanken wurden immer finsterer und trauriger. Sollte es das schon gewesen sein, mein schöner, erster, großer Segler, einfach weg, da kauft man mal einen und baut diesmal nicht und nun, nein dachte ich das gibt es doch gar nicht, so ein großes Flugzeug kann doch nicht weg sein, das muss man doch sehen. Sollten mir da eben mal so schnell 180 Euro weggeflogen sein! Nein dachte ich, doch nach guten 1,5 Stunden suchen, mussten wir leider aufgeben, da es nun leider auch schon dunkel wurde. Traurig und mit einem schlechtem Gewissen, zu mindestens glaubte ich das bei meinem Bruder, fuhren wir nach Hause. Ich machte ihm keine Vorwürfe, schließlich bin ich ja ganz allein führ mein Flugzeug verantwortlich und wenn ich dem festen Sitz des Akkus nicht vertraute, hätte ich eben nicht fliegen sollen. Dies alles ging mir so durch den Kopf und ich weiß das sich mein Bruder genauso ärgerte wie ich.

 

Dies alles geschah an einem Sonntag und ich hatte mir fest vorgenommen meine Segler noch nicht aufzugeben und wollte unbedingt noch einmal zum Flugplatz fahren um ihn erneut zu suchen. Leider konnte ich erst am Dienstag noch einmal hinfahren, das Wetter war genauso mies wie meine Stimmung, es nieselte leicht. Trotzdem fuhr ich noch mal raus um zu suchen. Leider blieb es auch diesmal ohne Erfolg und ich musste schweren Herzens, nach 1,5 Std., völlig durchnässt und hoffnungslos, wieder nach Hause fahren. Immer wieder denkend, es kann doch nicht sein das er nicht zu finden ist! Zumal das Stück Wald überschaubar war wo er abgestürzt ist. Ich wollte gar nicht dran denken, was mit ihm passiert, wenn es richtig regnet oder schneit, wenn er irgendwann unten liegt und sich dann evtl. die Wildscheine für ihn interessieren, oh nein das kann doch nicht das Ende sein! Das einzigste was mir blieb war ein Foto, ein leerer Karton und die Kabinenhaube, noch nicht einmal den Akku hatten wir gefunden.

 

Zwei Tage später rief mein Bruder bei mir an, er war auch noch einmal draußen gewesen. Dann teilte er mir folgendes mit.

Nach ewigen suchen, so ca. 2 Std., er wollte schon aufgeben und nach Hause fahren, da hatte er etwas weißes zwischen den Ästen durchschimmern sehen. War das etwa der Segler, dachte er. Das kann doch gar nicht sein, so weit vorne, sollten wir uns so verschätzt haben und viel zu weit hinten gesucht haben? Zugegeben es wäre nicht das erste Mal gewesen, aber diesmal waren wir doch eigentlich so dicht dran gewesen und hatten gesehen wo er abgestürzt war. Auf alle Fälle, nach genauerem hinschauen stellte er fest, es ist der Segler, er war es, da schaute nur eine kleine Spitze von der Tragfläche heraus. Er muss irgendwie zwischen den Ästen hängen geblieben sein, genau auf der Baumkrone, dass erklärte auch warum wir beim Abstürz nichts hören konnten.

 

Gott sei Dank er war wieder da, mein Bruder hatte ihn gefunden. Doch was nun? Er hängt in 4m Höhe in einem Nadelbaum, da sind keine unteren Äste dran wo man mal eben so schnell hoch klettern kann. Wie sollte man diesen da runter bekommen? Den Baum fällen oder die Feuerwehr rufen, aber das wäre teurer als einen Neuen zu kaufen. Was also tun, da hatte ein Arbeitskollege von meinem Bruder eine geniale Idee. Er hat eine 4m lang ausklappbare Leiter und dann noch eine lange Stange dazu und schon könnte man den Segler runter bekommen. Gesagt und getan, der Kollege half meinem Bruder und siehe da der Segler ist wieder da. Ein paar kleine Schrammen hat er abbekommen, aber zum Glück lag er auf dem Rücken im Baum. So konnte nicht viel Wasser eindringen.Was aber noch viel wichtiger war, die Bergung des Seglers ging ohne erneutem Unglück von statten, bei der Höhe und dem nassen Waldboden nicht ganz ungefährlich.

Nun noch die Elektronik trocknen lassen und schon kann er wieder in die Lüfte steigen. Aber diesmal mit einer besseren Befestigung vom Akku, welcher aber leider nicht wieder gefunden wurde. Nun da Schnee liegt, auch derzeit nicht auffindbar, selbst wenn er im Frühjahr gefunden wird, ist es fraglich ob er dann wieder zum leben erweckt werden könnte. Aber egal der Segler war wieder da, ganz war er auch, na ja und lieber 30 Euro für einen neuen Akku ausgeben, als 180 Euro einfach so davon fliegen zu lassen, oder den Wildscheinen den Aufbau eines Segelflugzeuges zu zeigen.

 

Das Ende von der Geschicht, sitzt der Akku nicht fest, fliege lieber nicht!

 

 

 

 

 




Comments