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Wenn die Not groß ist, kommt die Feuerwehr Nußloch und öffnet Türen und Fenster

veröffentlicht um 06.11.2017, 22:10 von Christian Kleindienst   [ aktualisiert: 06.11.2017, 22:10 ]

Der Nachbar hat sich seit Tagen nicht gezeigt, die Wohnung ist verschlossen, die Jalousien bleiben unten. Selbst auf heftiges Klingeln und Klopfen reagiert niemand. Was ist passiert? Ist der Nachbar verunglückt, liegt womöglich verletzt in der Wohnung, und benötigt dringend Hilfe? Ein typischer Fall, in dem die aufmerksamen Nachbarn die Polizei verständigen, und diese – dann vor Ort – die Feuerwehr rufen, um die verschlossene Wohnung zu öffnen.

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Aus so einer Situation wird also dann ein Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Nußloch, die mit einem Einsatzfahrzeug, mehreren Wehrleuten und dem notwendigen Gerät anrückt, um Polizei und Rettungskräften den Zugang ins Wohnungsinnere zu ermöglichen. Dabei ist das technische Arsenal der Wehrleute sehr umfangreich. Es beginnt bei einem eigentlich ganz simplen, aber doch ausgeklügeltem Werkzeug, mit dem sie eine einfach nur zugefallene, aber nicht verschlossene Haustür in Sekundenschnelle öffnen können.

Wenn das nicht reicht, also die Tür von außen oder innen abgeschlossen wurde, kommen Spezialwerkzeuge zum Einsatz. Wie diese fachgerecht gehandhabt werden, war Inhalt der jüngsten Übung der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch, bei der jetzt rund 30 Wehrleute per Video, fachkundiger Erklärung und schließlich einer praktischen Übung geschult wurden.
Das Ganze läuft im Feuerwehrhaus an der Carl-Metz-Straße ab, und die Teilnehmer folgen konzentriert den Ausführungen des Kommandanten Bernd Rensch. Wer als Außenstehender die Vorträge und Vorführungen verfolgt mag sich denken, dass Türen und Fenster nicht wirklich sicher verschlossen werden können. Und auf die Möglichkeiten der Feuerwehr bezogen, stimmt das. „Wir kommen immer rein“, erklärt Rensch, und das muss die Feuerwehr schließlich auch – sei es bei einem Notfall wie beschrieben, oder einen Wohnungsbrand.
Abgestuft nach der vom Wohnungsinhaber verwendeten Schließtechnik wählen die Einsatzkräfte ihr Werkzeug aus. Spezielle „Abzieher“, die das Sicherheitsschloss herausbrechen, ohne die Wohnungstür zu beschädigen, oder auch komplexere Technik, um „einbruchsgesicherte Schlössen“ zu öffnen, dann leider auch oft verbunden mit einer Beschädigung des Türbeschlags.

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Reicht dies nicht aus, gehen die Feuerwehrleute auf die Suche nach Fenstern, die sich für eine Öffnung eignen, ohne rohe Gewalt anwenden zu müssen. Auch hier verfügen die Einsatzkräfte der Nußlocher Wehr über Spezialwerkzeug, mit dem die Öffnung eines Fensters ohne nennenswerte Beschädigung gelingt. Im Zweifelsfall ist es immer noch der geringere Schaden ein Fensterglas einzuschlagen, als mit Gewalt durch die Tür einzudringen.
Das ist dann allerdings die Ultima Ratio, wenn nichts anderes möglich ist. Ein großes Loch in die Tür zu sägen bedeutet zwar, dass der Wohnungsbesitzer später ein neues Türblatt kaufen muss. Aber wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, ist dieser Preis nicht zu hoch. „Außerdem hat diese Methode den Vorteil, dass wir später das ausgesägte Loch mit einer Holzplatte verschließen können, und damit die Wohnung wieder gesichert ist“, erklärt der Feuerwehrkommandant. So oder mit weiteren, in der Ausbildung kurz erwähnten Methoden – wenn Not herrscht, finden die Wehrleute einen Weg ins Haus um Bewohner zu retten oder Feuer zu löschen.
Nach der Theorie folgt die Praxis: Die Wehrleute dürfen sich als „Schloss- und Fensterknacker“ üben, um im Ernstfall schnell und zielgerichtet genau die richtige Methode zum Eindringen in einer Wohnung wählen und diese dann auch fachmännisch ausführen zu können.

Text und Bilder: Udo Lahm

187 Dienstjahre bei der Feuerwehr Nußloch - und ein neuer Ehrenkommandant

veröffentlicht um 31.10.2017, 00:53 von Christian Kleindienst   [ aktualisiert: 31.10.2017, 00:53 ]

Der erste Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung war gleichzeitig der bedeutendste, zumindest für die Freiwilligen der Feuerwehr Nußloch: Gleich vier Mitglieder wurden besonders ausgezeichnet, für ihren langjährigen freiwilligen Dienst, und einer von ihnen erhielt den Titel „Ehrenkommandant“. 

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Kurt Schuppel, der älteste unter den geehrten, ist bereits seit 50 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr. Heute nicht mehr im aktiven Dienst, ist er aber immer noch Mitglied und ein von allen geschätzter Kamerad. Der Oberfeuerwehrmann ist Träger des Leistungsabzeichens in Gold, und er erhielt zu seinem Jubiläumstag wie die anderen drei Geehrten aus den Händen von Bürgermeister Rühl eine Urkunde sowie ein Präsent.

Johann Bähr wurde für seine 40 Jahre Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch ausgezeichnet. Er ist Träger des Leistungsabzeichens in Gold und unter anderem Maschinist und Gefahrgutbeauftragter. Seit 25 Jahren dabei ist Peter Frimmel, er absolvierte in dieser Zeit wie seine Kameraden nicht nur zahllose Einsätze, sondern auch verschiedene Zusatzausbildungen wie die Truppführer-, Maschinisten- und Atemschutzausbildung. Ebenfalls ausgezeichnet für 25-jährige Mitgliedschaft wurde Andreas Stein, Träger des Leistungsabzeichens in Bronze, der schon in der Jugendfeuerwehr aktiv war und damit sogar schon über 25 Jahre Helm und Uniform trägt. Zum Festakt im Rathaus war er leider verhindert.

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Rüdiger Kaul schließlich ist mit 47 Dienstjahren nicht nur einer der erfahrensten Aktiven der Feuerwehr Nußloch, sondern auch ein besonders verdienter. Als Vorgänger des heutigen Kommandanten Bernd Rensch führte er über viele Jahre die Nußlocher Feuerwehrtruppe an, absolvierte zahlreiche Ausbildungen und ist Träger des Feuerwehr-Ehrenzeichens in Gold sowie des Deutschen Feuerwehr Ehrenkreuzes in Silber. Für seine Leistungen und Verdienste verlieh ihm der Bürgermeister den Titel des „Ehrenkommandenten der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch“.

Bürgermeister Rühl fand in seiner Ansprache für die Geehrten die passenden lobenden Worte: „Ihr selbstloser Einsatz ist bewundernswert und Vorbild für viele“, bedankte er sich bei den vier verdienten Feuerwehrleuten für ihren langjährigen, engagierten Einsatz zum Wohle der Bürger Nußlochs. Aus der Hand von Kommandant Bernd Rensch erhielten die Ehefrauen der Ausgezeichneten einen prächtigen Blumenstrauß, als letztlich nur unvollkommener Dank für die unzähligen Stunden, die sie Ihre Ehemänner entbehren mussten, damit diese bei Übungen und Einsätzen Präsenz zeigen konnten. Die zahlreichen versammelten Feuerwehrkameraden auf den Besucherstühlen im Gemeindesaal applaudierten gerne und lange.

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Eine würdige Veranstaltung im Rahmen der Gemeinderatssitzung, die vom Musikverein Feuerwehrkapelle Nußloch mit den passenden Musikstücken gekonnt umrahmt wurde.

Der Abend fand schließlich nach dem offiziellen Teil der Ehrung noch einen geselligen Abschluss im Feuerwehrhaus. Hier feierten die Kameraden ihre neuen „Urkundenträger“ und unterstrichen auch damit den guten Zusammenhalt in der Truppe.
Text und Bilder: Udo Lahm

Auch vor Publikum bewiesen DRK und die Feuerwehr Nußloch ihre Leistungsfähigkeit

veröffentlicht um 19.10.2017, 22:47 von Christian Kleindienst

Drehleiterrettung
Brustschmerz, ein Enge-Gefühl und ein fast unerträglich starker Druck im Brustkorb. Die Schmerzen strahlen in die Arme und Schulterpartie aus, vor allem auf der linken Körperseite. Auch Atemnot und starke Unruhe, begleitend von Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen. „Das sind typische Anzeichen für einen Herzinfarkt“, warnt Fabian Groß die aufmerksamen Zuhörer im Saal des Feuerwehrhauses. Der erfahrene und bestens ausgebildete Retter des Deutschen Roten Kreuzes, Einsatzbereitschaft Nußloch, weiß natürlich auch, was in solch einem Fall sofort zu tun ist, und erklärt es anschaulich den Besuchern. „Und selbstverständlich sofort die „112“ wählen, damit der Notarzt kommt!“ fügt er hinzu.

Bei der gemeinsamen Jahres-Hauptübung der Feuerwehr Nußloch mit dem DRK stand in diesem Jahr die enge Zusammenarbeit zwischen den Freiwilligen dieser beiden Organisationen im Mittelpunkt. Wie das in der Praxis aussehen kann, führten die Team der beiden Organisationen auf dem Gelände an der Carl-Metz-Straße in sechs verschiedenen Szenarien überzeugend vor. Und das begann gleich beim angenommenen Herzinfarkt. Der „Patient“ auf der Rettungsliege kann nicht durch das viel zu enge Treppenhaus zum Rettungswagen transportiert werden – so die Annahme bei dieser Übung. Also sind die Wehrleute mit der Drehleiter gefragt. 

Nach der Erstversorgung durch die DRK-Helfer und das Umbetten auf eine Spezial-Liege fährt draußen die Drehleiter vor. Rasch hat der Maschinist die Leiter ausgefahren und den oben angebrachten Rettungskorb direkt  außen vor dem Fenster des Saals in Position gebracht. Mit vereinten Kräften heben dann die Helfer drinnen den Patienten auf seiner Trage durch das Fenster. Ein Feuerwehrmann im Rettungskorb bringt die notwendigen Sicherungen an, und die Liege ist sicher befestigt und zum Herablassen auf den Boden bereit. Unten warten bereits weitere DRK-Helfer und Wehrleute, um das Herzinfarkt-Opfer weiter zu versorgen und in den bereitstehenden Rettungswagen zu transportieren. 

verunglückter Rollerfahrer
Kaum ist diese Übung erfolgreich abgeschlossen und alle Besucher wieder auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus versammelt, geht es mit den nächsten Übungs-Vorführungen weiter. Eifrig fotografiert von mehreren Pressefotografen und am Mikrofon moderiert von Christian Kleindienst als stellvertretendem Feuerwehr-Kommandanten, gilt es nun, einen gestürzten Motorroller-Fahrer zu retten, zu versorgen und in den Rettungswagen zu bringen. 

Darf bei einem gestürzten Zweiradfahrer von den ersten Helfern am Unfallort der Helm abgenommen werden? Ober können dadurch vielleicht schlimme Schäden an der Halswirbelsäule auftreten? „Den Helm nehmen wir als ausgebildete Unfallhelfer ab, weil wir wissen, worauf dabei zu achten ist“, erklärt Fabian Groß, während eine DRK-Mitarbeiterin dem „Verletzten“ eine schützende Halskrause anlegt. Auch Feuerwehrleute haben eine fundierte Ersthelfer-Ausbildung und verfügen damit dieses Know-how. Ansonsten rät Groß Ersthelfern sich auf die – hoffentlich – gelernten Notmaßnahmen zu konzentrieren, Verletzte gegebenenfalls mit einer Decke vor Wärmeverlust zu schützen und dem Opfer gut zuzusprechen bis professionelle Helfer vor Ort sind.

Auch in diesem Fall arbeiten die Freiwilligen eng zusammen: während das DRK den Verletzten versorgt, sicherte die Feuerwehr den Unfallort ab, richtet den Motorroller auf und warnt Verkehrsteilnehmer vor der Gefahrenstelle und einer Ölspur. Und so geht es dann bei der Hauptübung von Unfall zu Unfall weiter: Ein Verletzter ist vom Hallendach aus fünf Meter Höhe zu bergen. Ein Fall für die Feuerwehr, die diese Aufgabe souverän über eine an die Halle angestellte Leiter löst. Der Verletzte – hier war es eine lebensgroße Dummy-Puppe – wurde gut gesichert auf einer Trage langsam über die schräg gestellte Leiter herabgelassen. Unten warten dann die DRK-Helfer. 

Fettexplosion
Fettexplosion
Richtig heiß wird es an diesem sonnigen Tag dann kurz darauf: Papa hat den Topf mit Frittierfett auf dem eingeschalteten Herd vergessen. Wenig später entzündet sich das Fett im Topf mit lodernder Flamme, und dann kommt es, wie es kommen muss: Der Hausherr der aus Holzplatten grob zusammen gezimmerten Freilicht-Küche versucht, das Feuer mit Wasser zu löschen! Ein dramatischer Fehler, wie sich unmittelbar zeigt. Das Wasser im brennenden Fett führt zu einer Feuer-Explosion, meterhoch schlagen die Flammen aus dem Topf und gegen Wände und Decke. Im Ernstfall hätte sich der unkluge Koch sicher schwere Brandverletzungen zugezogen. Dass sich nun das Feuer auf die ganze Spanplatten-Küche ausbreitet, ist ohnehin nicht zu vermeiden.

Zum Glück ist diesmal die Feuerwehr nicht weit. Mit Blaulicht und Martinshorn saust das Löschfahrzeug an den rund 300 großen und kleinen, von der Explosion noch tief beeindruckten Besuchern vorbei zum Brandherd. Jeder der Wehrleute übernimmt seinen Part und nach nur zwei Minuten sind die Flammen gelöscht. 

Rettung eines verunfallten Autofahrers
Zum Abschluss zeigen DRK und Feuerwehr dann auch noch, wie ein auf der Seite liegendes Unfallauto mit Hydraulik-Scheren ausgeschnitten und die Insassen befreit und anschließend Notversorgt wurden. Der Freiwillige aus dem Publikum, der sich als „Unfallfahrer“ zur Verfügung gestellt und zuvor in das Auto gesetzt hatte, wurde schonend gerettet. Das bescheinigt er den Einsatzkräften am Ende, er habe sich bei der Aktion „jederzeit gut versorgt und vorsichtig behandelt gefühlt“.

Wärmebildkamera
Eindrucksvoll am Schluss dann auch der „Rauch-Raum“, in dem sich Besucher einmal ein Bild vom Szenario bei einem Brandeinsatz machen können. Ohne jede Sicht hilft nur der Tastsinn weiter. Oder eine Wärmebild-Kamera, mit der Menschen durch ihre Körpertemperatur auch in dichtem Rauch erkennbar werden. 

„Ein rundum gelungener Tag“, bedankt sich Feuerwehr-Kommandant Bernd Rensch am Ende bei allen Beteiligten, und die Besucher stimmen dem applaudierend zu.
Text und Bilder: Udo Lahm

Autounfall, Küchenbrand und Herzstillstand - Feuerwehr Nußloch und Rotes Kreuz zeigen ihr Können bei Jahresübung

veröffentlicht um 04.10.2017, 12:07 von Christian Kleindienst   [ aktualisiert: 04.10.2017, 22:43 ]

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Ein Motorradfahrer verunglückt, der verletzte Fahrer muss notversorgt und das am Unfallort ausgelaufene Öl gebunden werden, um weitere Unfälle zu verhindern. Dann noch ein Patient mit Herzstillstand, eine Küchenzeile geht in Flammen auf und ein im Unfallfahrzeug eingeklemmter Insasse muss gerettet werden. Und nicht zu vergessen der Bauarbeiter, der auf dem Hallendach verunglückt ist und über Leitern und Trage in Sicherheit gebracht wird.

Ein wahres Horrorszenario! Aber zum Glück ereignet sich dies alles nur als gestellte Übung, die von der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Ortsverband Nußloch am Samstag, 14. Oktober, auf dem Feuerwehrgelände an der Carl-Metz-Straße durchgeführt wird. Ab 15:00 Uhr beginnen die Vorführungen, bei denen die Rettungskräfte ihre Einsatzbereitschaft und ihr Können demonstrieren. Nach den Vorführungen am Ende der Veranstaltung können Fahrzeuge und Ausrüstung besichtigt und Fragen gestellt werden. „Wir freuen uns sehr, den Besuchern ein so breites Spektrum unserer Themen demonstrieren zu können“, kündigt Organisator Christian Kleindienst, stellvertretender Kommandant der Nußlocher Feuerwehr, die Veranstaltung an und lädt die gesamte Bevölkerung und selbstverständlich auch Interessierte aus der Umgebung herzlich zum Besuch ein.

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Und für alle, aber besonders die jungen Besucher, gibt es dann noch ein Suchspiel in einem ganz ungefährlichen Brandraum, bei dem die Teilnehmer ihre Entdeckungen wie die Profis per Sprechfunk melden dürfen.

Selbstverständlich gibt es nicht nur viel fürs Auge, auch für das leibliche Wohl ist gesorgt mit heißer Wurst und kühlen Getränken. Die Jugendfeuerwehr und Feuerdrachen bieten auch heiße Waffeln an. Der Abschluss der Jahres-Hauptübung ist für 17:00 Uhr vorgesehen.

Zum ersten Mal findet die Übung nicht in der Ortsmitte, sondern am Feuerwehrhaus am Ortsausgang nach St. Ilgen statt. „Hier haben wir Platz und können den Besuchern so viel besser die Vielfalt der unterschiedlichen Einsatzbereiche zeigen“, freut sich Feuerwehrkommandant Bernd Rensch. Besonders im Rampenlicht steht diesmal auch die Zusammenarbeit mit dem DRK, das als Rettungsdienst immer wieder die Feuerwehrleute wirkungsvoll unterstützt und im Notfall Menschenleben rettet.

Programm

15:00 Uhr - Patientenrettung über DLK
15:20 Uhr - Roller/Motorradunfall
15:40 Uhr - Patientenrettung von Garage
16:00 Uhr - Küchenbrand
16:20 Uhr - Verkehrsunfall
durchgehend - Suchspiel (aktive Teilnahme der Zuschauer)

Text & Bilder: Udo Lahm

Freiwillige Feuerwehr leistet technische Hilfe bei Unfällen

veröffentlicht um 27.09.2017, 22:18 von Christian Kleindienst   [ aktualisiert: 27.09.2017, 22:19 ]

Absicherung der Einsatzstelle
Ein verunglücktes Kraftfahrzeug, bei dem die verklemmten Türen geöffnet und die Insassen befreit werden müssen? Ein Unglück am Bau, mit eingestürztem Gerüst oder mit Verschütteten? Ein aus den Gleisen gesprungener Bahnwaggon oder ein umgestürzter Container? Wann und wo immer sich solche Unfälle ereignen: die Feuerwehr hilft!

Auch die Freiwillige Feuerwehr in Nußloch ist für solche Einsätze gut gerüstet und mit umfangreichen Spezialwerkzeugen ausgestattet, die auf den Einsatzfahrzeugen stets mitgeführt werden. Von der Brechstange zum Aufstemmen einer Tür bis zur technisch komplexen Hydraulik-Zange haben die Wehrleute im technischen Hilfseinsatz alles dabei was benötigt wird. 

Aber was nutzt das beste Werkzeug, wenn man es im Ernstfall, bei Wind und Wetter, bei Dunkelheit und unter Zeitdruck, nicht richtig anwendet und einsetzt? Genau deshalb übt die Feuerwehr Nußloch regelmäßig den Umgang mit diesen Gerätschaften, wie auch wieder in der vergangenen Woche auf dem Gelände rund um das Feuerwehrhaus an der Carl-Metz-Straße.

Die korrekte Bereitstellung der Werkzeuge erleichtert den Einsatz
Das Vorgehen bei einem technischen Hilfseinsatz ist klar vorgegeben. Zu Beginn, gleich nach Eintreffen der Fahrzeuge am Unglücksort, verschafft sich der Einsatzleiter ein Bild vom Geschehen. Dann gibt er die Anweisung, die benötigten Gerätschaften aus den Löschfahrzeugen zu holen und auf einer schweren, orangefarbenen Kunststoffplane auszubreiten. Damit beim Einsatz jeder Handgriff sitzt und mitten in der Arbeit nicht nach irgendwelchen Werkzeugen gesucht werden muss, gibt es einen klaren Plan wie die Gerätschaften auf der Plane ausgelegt werden sollen. Besonders wenn Eile geboten ist, oder bei widrigen Verhältnissen wie Dunkelheit oder Regen, hilft diese Ordnung den Überblick zu behalten und zügig die gestellten Aufgaben zu lösen.

Ebenso wichtig, besonders bei Unfällen im Straßenverkehr, ist die richtige Absicherung der Unglücksstelle. Blinklichter, dreieckige Aufsteller mit reflektierender Folie und Absperrband sind hier die Mittel der Wahl. Und dann geht es an die Arbeit, mit klarer Aufgabenverteilung und der Erfahrung aus Dutzenden Übungen und Einsätzen.
Text und Bilder: Udo Lahm

Erfolgreiche Weiterbildung zum Gruppenführer

veröffentlicht um 27.09.2017, 22:11 von Christian Kleindienst   [ aktualisiert: 27.09.2017, 22:15 ]

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Zweimal fünf Tage, Vollzeit von morgens bis abends, insgesamt über einen Zeitraum von zwei Wochen: So sehen die Eckdaten der Ausbildung zum Gruppenführer bei der Freiwilligen Feuerwehr aus. Christian Hack, mit seinen 35 Jahren schon ein sehr erfahrener, aber dennoch einer der jüngeren Wehrleute in Nußloch, hat jetzt diese Ausbildung erfolgreich absolviert.

„Das war schon eine große Herausforderung“, berichtet er vom Lehrgang, den er an der Landes-Feuerwehrschule in Bruchsal absolvierte. Täglich sowohl Theorie-Unterricht wie praktische Ausbildung, und schließlich dann die Prüfung in beiden Bereichen. 62 Teilnehmer aus ganz Baden-Württemberg nahmen an dem Lehrgang teil, bei dem sehr erfahrene Feuerwehrleute erklärten, unterrichteten und praktisch zeigten, wie die einzelnen Aufgaben zu lösen sind. „Zum ersten Mal eine zehnköpfige Gruppe in einem Einsatz-Szenario zu führen, das war wirklich nicht einfach und eine echte Belastungsprobe“, schildert Christian Hack seine Eindrücke. Im Laufe der Tage dann kamen weitere Übungen dazu, die er leiten durfte und musste: „Wasser im Keller“ oder „Dacheinsturz am Bau“ lauteten die Szenarien, in denen er seine Männer dirigieren und die gestellte Rettungsaufgabe lösen musste. 

Eine besonders heiße Sache dann der „Löschangriff im Brandhaus“. Vielleicht die am meisten beeindruckende Station im vielfältigen Arsenal der Feuerwehrschule Bruchsal. Ein mit riesigen Gasbrennern in ein Flammenmeer verwandeltes Übungsgebäude, in das die Wehrleute vordringen mussten um das Feuer zu bekämpfen. „Ich habe von der Ausbildung sehr viel mitgenommen und eine Menge neuer Erfahrungen gesammelt“, freut sich Hack über die am Ende bestandene Prüfung zum Gruppenführer. Sein neu gewonnenes Wissen wird er bei den Einsätzen der Nußlocher Wehr einbringen können, und das eine oder andere vielleicht auch den Jugendlichen schildern, die er bei der Jugendfeuerwehr Nußloch betreut. 

Wir gratulieren zur bestandenen Prüfung! 
(Text und Bild: Udo Lahm)

Blaulicht und Martinshorn zwischen Squash und Badminton

veröffentlicht um 18.09.2017, 21:59 von Christian Kleindienst

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Rund 8.000 qm bebauter Fläche, größtenteils in zweistöckiger Bauweise, und in Spitzenzeiten von bis zu 600 Menschen gleichzeitig besucht: Das sind die Eckdaten des Racket Center in Nußloch, einer der beliebtesten und meistbesuchten Sportstätten in der gesamten Rhein-Neckar Region. Dr. Matthias Zimmermann, der Geschäftsführer des Sportzentrums, ist sich seiner Verantwortung für die Besucher und damit Kunden bewusst. „Ich freue mich sehr, dass wir heute die Freiwillige Feuerwehr Nußloch hier haben“, bedankt er sich bei den rund zwanzig Feuerwehrleuten, die zur Übung auf das Gelände gefahren sind um den Einsatz im Gefahrenfall zu üben. „Wir sind zur Stelle, wenn unsere Hilfe benötigt wird!“, versichert dann auch Feuerwehr-Kommandant Bernd Rensch nach Abschluss der Übung, die wieder einmal gezeigt hat, wie professionell die Freiwilligen auch schwierige Übungssituationen zu meistern wissen.

Das Szenario der heutigen Übung: Im ersten Stock eines Gebäudeteils, in dem Wohn-Appartements zur Beherbergung von Gästen untergebracht sind, ist ein Brand ausgebrochen. Mehrere Personen sind in Lebensgefahr, und das Feuer droht auf die anderen Gebäudeteile über zu greifen. Mit beiden Löschfahrzeugen und der Drehleiter rückt die Freiwillige Feuerwehr Nußloch an. Ein Löschfahrzeug wird direkt neben dem Unglücksort platziert, das zweite auf halber Strecke zwischen dem Einsatzort und dem rund 100 Meter entfernten Hydrant, und die Besatzung des Drehleiter-Fahrzeugs übernimmt am Hydrant die Wasserentnahme. Rund 100 Meter weit wird die Wasserversorgung über ein kräftiges „B-Rohr“ aufgebaut. Das dauert einige Minuten. Doch am Einsatzort selbst können die Feuerwehrleute sofort mit der Brandbekämpfung beginnen, denn in Ihrem Löschfahrzeug führen sie 2.000 Liter Wasser mit. Das reicht für die ersten fünf bis zehn Minuten, so lange also, bis Nachschub aus dem B-Rohr herangeschafft ist. 

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Erste Priorität beim Brandeinsatz hat stets die Suche nach gefährdeten Personen und deren Rettung. Hierzu macht sich ein zweiköpfiger „Angriffstrupp“, ausgerüstet mit Atemschutz und einem Lösch-Schlauch, in das Gebäude auf. Die Räume im ersten Obergeschoss, wo der Brand gemeldet wurde, werden abgesucht (und im Ernstfall wird selbstverständlich auch gleich das Feuer bekämpft). Ein zweiter Trupp mit Atemschutz-Ausrüstung steht unten bereit und wird kurz danach vom Angriffstrupp hinzugerufen, um einen verletzten Kameraden zu retten. Per Sprechfunk halten sich die Retter untereinander auf dem Laufenden, und die Einsatzleitung kann gezielt reagieren und die notwendigen Anweisungen geben. 

„Ganz nebenbei“ fließt noch ein zweiter Übungsteil mit ein: Über eine Steckleiter steigen Wehrleute rund sechs Meter in die Höhe auf das Flachdach einer Halle, um im Übungsszenario einen zweiten Rettungsweg zu den Appartements zu schaffen. Auch hier werden viele einzelne Schläuche zu langen Leitungen zusammen gekoppelt und über die Leiter auf das Dach geschafft. Für Beobachter immer wieder beeindruckend, wie eingespielt die Feuerwehrleute Hand-in-Hand agieren, jeder seine Aufgabe kennt und die Anweisungen der Einsatzleitung rasch und gekonnt umgesetzt werden. 

Auch als die Übungsaufgabe gelöst ist und es ans Zusammenpacken geht, ist die große Kameradschaft der freiwilligen Wehrleute offensichtlich: Jeder packt mit an! Dutzende Schläuche werden „entwässert“, dann zusammengelegt oder aufgerollt. Die Atemschutz-Ausrüstung wird einem Check unterzogen, die Pressluftflaschen verladen und später im Feuerwehrhaus gegen frisch gefüllte Luftflaschen ausgetauscht. Nach jeder Übung und jedem Einsatz, wie lang dieser auch gedauert hat und wie anstrengend er auch war, muss die Ausrüstung wieder in einsatzbereiten Zustand gebracht werden. Denn der nächste Einsatz kann jederzeit erfolgen, und dann ist Schnelligkeit gefragt.

Bei der Abschlussbesprechung gibt es auch diesmal einige kleine, zwar nicht gravierende, aber wichtige Anmerkungen zu möglichen Optimierungsmaßnahmen. Diese Manöverkritik ist extrem wichtig, um jeden immer wieder auf die wichtigen Kleinigkeiten aufmerksam zu machen, die für den wirkungsvollen und erfolgreichen Einsatz der Feuerwehr elementar sind. 

Wenig später, zurück im Feuerwehrhaus, findet sich dann noch eine gesellige Runde im „Florian-Keller“ zusammen: Drei Mitglieder der Wehr hatten in den letzten Tagen Geburtstag, und jetzt lassen es sich die Kameraden nicht nehmen, ihnen zu gratulieren und mit einem Erfrischungsgetränk auf sie anzustoßen. Die Verbundenheit der Wehrleute, die sich im Einsatz 100-prozentig aufeinander verlassen, zeigt sich so auch im privaten Beisammensein.
Text und Bilder: Udo Lahm

Dachstuhlbrand in der Schubertstraße

veröffentlicht um 05.09.2017, 02:48 von Feuerwehr Nußloch   [ aktualisiert: 05.09.2017, 03:32 ]

Nußloch. Am Dienstag, den 05.09.2017, wurde die Freiwillige Feuerwehr Nußloch um 02:49 Uhr zu einem gemeldeten Dachstuhlbrand in die Schubertstraße gerufen. Aufgrund der zahlreichen Notrufe wurde durch die Integrierte Leitstelle Rhein-Neckar zeitgleich die Freiwillige Feuerwehr Sandhausen zur Unterstützung hinzu alarmiert.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen die Flammen bereits meterhoch aus dem Dachstuhl. Da zunächst unklar war, ob sich noch Personen in der Wohnung befinden, wurde umgehend eine Personensuche unter Atemschutz eingeleitet. Glücklicherweise konnte diesbezüglich schnell Entwarnung gegeben werden, sämtliche Bewohner hatten das Gebäude bereits eigenständig verlassen. Im Zuge der Brandbekämpfung konnte durch die eingesetzten Einsatzkräfte eine Katze aus der Brandwohnung gerettet und an die Besitzer übergeben werden. Zur gezielten Brandbekämpfung der Glutnester innerhalb der Dachkonstruktion mussten die Dachziegel großflächig entfernt werden. Zur Unterstützung wurde hierzu die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Wiesloch hinzugezogen. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde der gesamte Dachbereich mithilfe der Wärmebildkamera auf versteckte Glutnester hin kontrolliert, ehe der Einsatz nach rund drei Stunden gegen 6 Uhr in der Früh beendet werden konnte.

Über die Brandursache können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen getroffen werden, die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.


Einsatzzeit:
02:49 - 06:00 Uhr
Fahrzeuge Nußloch: KdoW, LF 16/12, DLK 23/12, LF 20/16
Fahrzeuge Sandhausen: ELW, LF 16/12, LF 20/16
Fahrzeuge Wiesloch: DLK 23/12, TLF 20/40-SL
Weitere Einsatzkräfte: Stellv. Kreisbrandmeister, Rettungsdienst, Polizei

Weiterführende Informationen: Feuerwehr Wiesloch, Mannheim24, Rhein-Neckar-Zeitung


Bericht: R. Olbert
Foto: Feuerwehr Sandhausen

Gemeinsame Übung mit der Feuerwehr Sandhausen: Wahre Freunde in der Not!

veröffentlicht um 27.08.2017, 14:49 von Christian Kleindienst

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Wie gut es ist, verlässliche Freunde zu haben, merkt man besonders in der Not. Zum Glück haben die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch solche Freunde: die Kameraden der benachbarten Wehr in Sandhausen. Und von dieser Freundschaft profitieren beide gleichermaßen, denn es ist vereinbart, dass man sich gegenseitig hilft wenn Hilfe gebraucht wird.

„Diese partnerschaftliche Vereinbarung ist für uns und alle Bürger in Nußloch ganz wichtig“, erklärt Bernd Rensch, der Kommandant der Feuerwehr Nußloch. Und er sagt auch, weshalb das so ist. „Vor allem tagsüber, wenn viele unserer Freiwilligen auswärts auf ihrer Arbeitsstelle sind, kann es bei einem Alarm zu personellen Engpässen kommen“. Wenn jemand beispielsweise in Nußloch wohnt, aber viele Kilometer entfernt seine Arbeitsstelle hat, ist er bei der Alarmierung nicht so schnell vor Ort wie es gefordert und notwendig ist. Um aber dennoch den Schutz der Bevölkerung sicher stellen zu können, wurde schon vor Jahren die enge Partnerschaft und Kooperation zwischen den Feuerwehren von Sandhausen und Nußloch geknüpft.

Im Falle einer Alarmierung durch die Leitstelle in Ladenburg werden deshalb bei allen ernsten Gefahren stets beide Wehren alarmiert. Die Nußlocher fahren nach Sandhausen und helfen, wenn dort etwas passiert ist, und die Sandhäuser revanchieren sich entsprechend. „So sind wir in beiden Orten immer mit einer starken Truppe und den entsprechenden besetzten Löschfahrzeugen vor Ort, auch wochentags zu den Arbeitszeiten der Berufstätigen“, erklärt Kommandant Rensch. Dazu kommt, dass im Feuerwehrhaus Nußloch die gemeinsame Drehleiter von Sandhausen, Leimen und Nußloch stationiert ist und von den Nußlocher Wehrleuten bedient wird.  Da ist kameradschaftliche Hilfe ohnehin geübte Praxis.

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Zwei Feuerwehren, die Hand in Hand zusammen arbeiten, wie geht das in der Praxis? Um dies zu erproben und auch gleich zu üben, findet zweimal im Jahr eine gemeinsame Übung beider Feuerwehren statt. So wie jetzt wieder, diesmal in Sandhausen. Angenommen wurde ein Feuer in der Festhalle, mit eingeschlossenen Personen im Keller. Das Szenario war so realistisch aufgebaut, dass einige Anwohner den Übungscharakter nicht bemerkten und an einen tatsächlichen Notfall glaubten. Vor allem, als dann nach den ersten Minuten, in denen die Sandhäuser Wehr den „Brand“ im Alleingang bekämpfte, auch noch die Nußlocher mit vier Fahrzeugen, Blaulicht und Martinshorn angebraust kamen.

Beim gemeinsamen Einsatz lief dann alles wie am Schnürchen, eben so, wie schon oft gemeinsam geübt: Der „Heimat-Kommandant“ aus Sandhausen gab seine Lageeinschätzung weiter, die Nußlocher übernahmen wichtige Teilaufgaben und Hand-in-Hand bekamen beide Feuerwehren gemeinsam den Großbrand in den Griff.

Zum Glück war es nur ein Teil der Übung, dass sich ein Feuerwehrmann aus Nußloch beim Einsatz verletzte. Kameraden trugen ihn an einen sicheren Ort am Rand des Geschehens, und die Hilfe der Sanitäter – hier wieder aus Sandhausen – war sofort zur Stelle und führte professionelle Erste-Hilfe Maßnahmen durch. Derweil übten sich die anderen Nußlocher Wehrleute beim Aufbau einer „Riegelstellung“. Aus zahlreichen Rohren, die über längere Schlauchleitungen versorgt wurden, sorgten sie dafür, dass das angenommene Feuer nicht auf  unversehrte Nebengebäude übergreifen konnte.

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Eine Übung ist zum Üben da, und das ist auch gut so, denn nur aus Fehlern lernt man. Doch bei der Abschlussbesprechung, an der alle rund 50 Wehrleute und Helfer aus beiden Orten teilnahmen, gab es nicht viel an Verbesserungsvorschlägen. Einer nach dem anderen berichteten die Zugführer aus Sandhausen und Nußloch, wie sie den Einsatz erlebt hatten, und dabei gab es nur kleine Anmerkungen zu möglichen Optimierungen, vor allem beim Funkverkehr und den dabei zu nutzenden Kanälen.

Was dann sonst noch zu besprechen war, das hatte Zeit und kam später beim kameradschaftlichen Abschluss der Übung im Feuerwehrhaus in Sandhausen zu Sprache. Bei Grillwurst und Erfrischungsgetränken war gerade bei diesem Beieinander zu erleben, wie viele Gemeinsamkeiten zwischen den Kameradinnen und Kameraden beider Feuerwehren bestehen. (UL)

Wasser in seiner flockigsten Form: Schaumkanone erstickt den Brand

veröffentlicht um 25.08.2017, 02:47 von Christian Kleindienst

Schaum ist noch lange nicht gleich Schaum, das lernt man bei der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch. Und auch, wie man viel Schaum produziert und damit Flammen und Brände von flüssigen Substanzen erstickt.

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Marc Dykema wuchtet das schwere Teil aus dem Löschfahrzeug und trägt es zur heutigen Einsatzübung: Die Schaumkanone, ein kurzes Rohrstück mit rund 40 Zentimeter Durchmesser, das statt des üblichen Strahlrohrs vorne am Schlauchende angeflanscht wird. Die in diesem Schaumerzeuger eingebaute Technik ermöglicht es, dem Löschwasser eine spezielle chemische Substanz beizumischen, die das klare Wasser in Schaum verwandelt. Die Beimischung kommt aus 20-Liter-Kanistern, von denen jedes Löschfahrzeug stets mehrere an Bord mitführt. Und das Mischungsverhältnis entscheidet, sozusagen á la carte, welche Art von Schaum schließlich aus dem Rohr spritzt.

Schwer-Schaum hat eine große Dichte, damit haben die Wehrleute eine größere Reichweite. Wenn ein Fahrzeug brennt und vielleicht Benzin ausläuft, dass abgedeckt werden muss damit es sich nicht entzündet, kann ein großer Sicherheitsabstand geboten sein.

Mit einer geringeren Beimischung entsteht Schaum von mittlerer Dichte, die nicht so weit reicht, aber dafür noch besser abdeckt und weniger Schaummittel verbraucht. Welche Mischung gefragt ist, entscheidet sich jeweils am Einsatzort. Ein Kanister Schaummittel reicht im einen Fall für 10.000 Liter Schaum, im anderen für bis zu 30.000 Liter.

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Rüdiger Bähr, der heute diese Übungsstation leitet, lässt die Wehrleute beide Varianten ausprobieren, damit sie den Unterschied kennen lernen und selbst einschätzen können, welche Mischung im Falle eines Einsatzes die richtige ist. Und so sind in wenigen Minuten 200 Quadratmeter Erdboden hinter dem Feuerwehrhaus mit eine dichten Schaumdecke belegt, die über längere Zeit liegen bleibt. Schließlich erfüllt der Schaum ja auch nur so seine Funktion, brennbare Flüssigkeiten abzudecken und vor Entzündung zu bewahren. Aber dann löst sich der weiße Teppich doch irgendwann selbst auf, und da das eingesetzte Schaummittel umweltverträglich und leicht biologisch abbaubar ist, bleibt die Übung ohne nachhaltige Folgen für die Natur.
Kaum ist diese Übung abgeschlossenen, folgt eine zweite, die das Löschwasser in anderer Form nutzt. Das Hydroschild kommt zum Einsatz. Eine fast unscheinbare Metallkonstruktion in der Größe eines metallenen Esstellers, der auf seinem schweren Fuß am Boden platziert wird. Mit dem Schlauch verbunden und mit Wasser mit 5 bar Druck versorgt, erzeugt dieses Gerät eine Wand aus feinem Wassernebel. Bis zu zwanzig Meter breit und bis zu sechs Meter hoch baut sich eine Fontäne auf, die bei einem Brand Hitze und Rauch von der Umgebung abhalten kann. Dies kann beispielsweise helfen, vor einem Übergreifen der Flammen von einem auf ein benachbartes Objekt zu schützen.

So steht den Feuerwehrleuten Technik für Wasser in ganz verschiedenen Formen zur Verfügung, um je nach Bedarf eingesetzt zu werden: vom starken Strahl des Wasserwerfers, über die Anwendungen der unterschiedlichen Strahlrohre, bis hin zu Schaum und Hydroschild. Bei der Abschlussbesprechung wird deutlich, dass am Ende alle Wehrleute mehr oder weniger viel Wasser abbekommen haben. Das ist aber angesichts der Temperaturen an diesem warmen Sommerabend eine willkommene Erfrischung, genau wie das kühle Getränk, das bei anschließendem Zusammensitzen in lockerer Runde folgt.

Text und Bilder: Udo Lahm

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