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Mitmach-Tag ein voller Erfolg: Begeisterte Teilnehmer bei der Aktion der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch

veröffentlicht um 23.04.2018, 23:11 von Christian Kleindienst   [ aktualisiert: 23.04.2018, 23:12 ]

Wasser marsch, aber Schlauch festhalten!
„Da muss man ja aufpassen, dass es einen nicht umwirft!“, stellt der junge Mann fest, der mit ganzer Kraft und beiden Händen das Strahlrohr umfasst und sich gegen den Wasserdruck von sechs ATÜ stemmt. Der Wasserstrahl reicht mehr als 25 Meter weit, und alles ist recht aufregend. Genau so hatte er sich das vorgestellt: einmal Feuerwehrmann sein! Und eben diese Erfahrung zu machen ermöglichte am vergangenen Wochenende die Freiwillige Feuerwehr Nußloch bei ihrem „Mitmach-Tag“ auf dem Gelände an der Carl-Metz-Straße. Ein knappes Dutzend Männer und Frauen folgten der Einladung und durchliefen an einem Nachmittag die sechs Stationen, die für Sie aufgebaut waren. Angefangen mit der Theorie „Wie werde ich Feuerwehrmann/frau?“, ging es dann an den weiteren Stationen sehr praxisnah zu.
Ganz schön viel Nebel!
Wie lösche ich mit einem Feuerlöscher einen kleineren Brand? Nichts leichter als das, zumindest wenn man zuvor die fachkundige Einweisung durch einen erfahrenen Feuerwehrmann erhalten hat. „Sicherungsstift ziehen, oben am Löscher den roten Knopf einschlagen, und dann beherzt mit der Löschpistole in kurzen Sprühstößen gegen die Flammen vorgehen“. Nur jeweils wenige Sekunden und nur einen Teil des Löscher-Inhalts benötigten die „Probe-Feuerwehrleute“ um die aus dem mit brennendem Öl und Benzin gefüllten Metallwanne lodernden Flammen zu ersticken. „Ich hätte nicht gedacht, dass der Pulver-Löscher so einen enormen Nebel erzeugt“, stellt eine der Lösch-Frauen fest. Und sie nimmt gerne den Hinweis auf, dass für den Einsatz im Haus Wasser/Schaum-Löscher die bessere Lösung sind.
Gut gesichert geht es hoch hinaus
Hoch hinaus geht es dann an der Drehleiter. Gesichert durch ein spezielles Haltegeschirr und eine Sicherungsleine, klettern die Teilnehmer 25 Meter auf der steil stehenden Leiter in die Höhe. Dazu gehören Mut und Schwindelfreiheit, den heute alle Teilnehmer mitgebracht haben. Die anschließende Fahrt auf 30 Meter Höhe im Rettungskorb, der vorn an der Spitze der Drehleiter angebracht ist, ist dagegen eine weniger heikle, aber ebenso beeindruckende Erfahrung. Weiter geht es Schlag auf Schlag: Wie funktioniert eine Wärmebildkamera, und wann wird sie eingesetzt? Wie fühlt es sich an, eine Atemschutzmaske aufzusetzen? Ganz schön schwer – im wahrsten Sinne des Wortes – dann mit dieser Maske über dem Gesicht einen Menschen aus einer gedachten Gefahrenzone zu ziehen. Hier ist es eine lebensgroße Puppe, die aber mit ihren 80 Kilogramm und beweglichen Gliedmaßen eine sehr realistische Vorstellung davon vermittelt, wie schwierig so eine Rettungsaktion sein kann.
Die Türe klemmt, da hilft nur Technik.
Schließlich die „Unfall-Station“. Ein Schrottfahrzeug, das hier die Rolle eines verunfallten Pkw einnimmt, soll mit Spezialwerkzeug „aufgeschnitten“ werden. Ein typisches Szenario, wenn nach einem schweren Crash die Türen verklemmt sind oder sich verletzte Insassen nur durch ein abgetrenntes Dach aus dem Fahrzeug retten lassen. Die schwere Hydraulik-Schere kommt hier zum Einsatz, und der ebenso massive Hydraulik-Spreizer. Langsam, aber sicher gibt das Blech nach, die Türscharniere brechen und das Fahrzeug kann so gewaltsam, aber ohne Gefahr für die potenziellen Insassen geöffnet werden.
Die Interessenten am "Unfall"-Fahrzeug.
An diesem heißen Tag kommen alle ins Schwitzen, die Feuerwehrleute ebenso wie ihre Gäste, und so findet am Ende das bereitstehende Erfrischung-Buffet regen Zuspruch. „Eine rundum gelungene Veranstaltung“, sind sich am Ende Feuerwehr-Kommandant Bernd Rensch wie auch Bürgermeister Joachim Förster einig. Der Gemeindevorsteher bedankte sich bei den Wehrleuten für ihr großes Engagement zur Nachwuchs-Werbung, die - neben dem Mitmach-Tag als Höhepunkt - auch eine Brief- und Plakat-Aktion umfasste. „Ich würde mich sehr freuen, wenn einige der Teilnehmer sich für einen freiwilligen Dienst bei unserer Feuerwehr entschieden“, gab er den „Mitmachern“ mit auf den Weg. Und die spontane positive Resonanz der Teilnehmer gibt Anlass zu der Hoffnung, dass sich dieser Wunsch des Bürgermeisters erfüllen wird. Am liebsten gleich bei der Feuerwehr geblieben wären die Kinder der Teilnehmer, die zwischenzeitlich mit einem eigenen Programm betreut wurden und so an diesem Tag auch ihre Freude hatten.
(Text und Bilder: Udo Lahm)

Einsatz in der Kurpfalzstraße: Wohnungsbrand mit zwei Verletzten

veröffentlicht um 11.03.2018, 12:53 von Christian Kleindienst

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Drei Einsätze in drei Tagen: Ereignisreiche Tage für die Freiwillige Feuerwehr Nußloch. Zweimal wurde sie wegen eines Kaminbrands alarmiert, allerdings ohne dass es tatsächlich zu einem Schaden gekommen war. Brenzlig ging es hingegen beim Zimmerbrand im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Kurpfalzstraße zu. Die Feuerwehr Nußloch rückte mit beiden Löschfahrzeugen und der Drehleiter zum Einsatzort aus.  
Zwei Personen in der Wohnung wurden verletzt, sie konnten sofort vor Ort im Rettungswagen behandelt werden. In der Wohnung entstanden erhebliche Brandschäden, die Brandursache wird noch untersucht. Die Kurpfalzstraße war wegen des Einsatzes zwischen Staystraße und Kreisel Walldorfer Straße für eine halbe Stunde gesperrt. 
Neben der Nußlocher Feuerwehr waren auch die Kameraden der befreundeten Wehr aus Sandhausen sowie Polizei und zwei Rettungswagen vor Ort.
Text und Bilder: Udo Lahm

„Wir sind dabei. Und Du?“ - Vorstellung der Mitglieder-Werbeaktion der Feuerwehr

veröffentlicht um 11.03.2018, 12:47 von Christian Kleindienst

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Die Freiwillige Feuerwehr Nußloch hat derzeit in ihrer aktiven Mannschaft 43 Mitglieder. In den nächsten drei Jahren werden acht hiervon aus der Einsatztruppe ausscheiden, in den drei Jahren danach nochmals sechs. Um diese Abgänge auszugleichen, betreibt die Feuerwehr seit Jahren erfolgreiche Nachwuchsarbeit über die Feuerdrachen (6-9 Jahre) und die Jugendfeuerwehr (10-17 Jahre). Jetzt werden zusätzlich auch erwachsene Bürgerinnen und Bürger in Nußloch angesprochen, um sie für den Dienst in der Feuerwehr zu begeistern. Die Feuerwehr Nußloch hat dazu eine Werbekampagne entwickelt, die durch eine ständige persönliche Ansprache durch die Mitglieder noch einmal deutlich verstärken soll.  

„Wir benötigen neue Mitglieder, um unsere Einsatzbereitschaft mittelfristig zu sichern“, stellt Bernd Rensch, Kommandant der Feuerwehr Nußloch, bei der Präsentation der Werbemaßnahme fest. Und mit dieser Aufforderung hat er im neuen Bürgermeister von Nußloch, Joachim Förster, einen starken Mitstreiter. Als Gesamtverantwortlicher für den Brandschutz in der Gemeinde unterstützt er die Aktion der Feuerwehr nach Kräften. Und mit seiner Anwesenheit beim Start der Aktion im Feuerwehrhaus unterstrich er dieses Engagement. 

Die Kampagne startet in der zweiten Märzwoche mit einem persönlichen Brief an rund 4.000 Bürgerrinnen und Bürgern im Alter von 20 bis 43 Jahren. Sie erhalten ein Schreiben, in dem der neue Nußlocher Bürgermeister Joachim Förster sowie Feuerwehr-Kommandant Bernd Rensch die Notwendigkeit der Mitgliederwerbung erläutern. Dem Brief ist ein sechsseitiges Faltblatt beigelegt, in dem sich die Feuerwehr Nußloch kurz vorstellt und zur Kontaktaufnahme einlädt. 

Als zweite Maßnahme wurden Plakate entworfen, die in sieben unterschiedlichen Motiven jeweils einen aus zwei Wehrleuten bestehenden „Trupp“ zeigen, versehen mit dem als Aufforderung zu verstehenden Leitmotto „Wir sind dabei. Und Du?“. Diese Plakate im Format A1 werden an rund 20 Standorten in Nussloch aufgestellt.

Großplakate, im Format 2x3 Meter, platziert die Feuerwehr an den Ortseingängen sowie am Feuerwehrhaus. Sie zeigen eine  Gruppe von Wehrleuten vor einem Löschfahrzeug, auch diese Plakate sind mit dem Leitsatz versehen. 

In den direkten persönlichen Kontakt mit den Bürgern treten die Mitglieder der Feuerwehr dann bei zwei Veranstaltungen. Den Anfang macht ein Info-Stand beim Brunnenfest auf dem Lindenplatz, das am Wochenende 14./15. April in Nussloch stattfindet. Hier werden Ansprechpartner der Wehr bereit stehen und Interessierte über die Aufgaben der Feuerwehr sowie den Weg in den freiwilligen Dienst erläutern. 

Höhepunkt der Kampagne ist dann der „Ü18 Mitmach-Tag“ am Samstag, 21.4., um 14 Uhr auf dem Gelände der Feuerwehr Nußloch an der Carl-Metz-Straße. Hier können alle interessierten Erwachsenen vor Ort Tuchfühlung mit den aktiven Wehrleuten aufnehmen, einzelne Gerätschaften selbst in die Hand nehmen und sich aktiv ein Bild von den Aufgaben machen. Zusätzlich wird die Feuerwehr auch noch bei weiteren Veranstaltungen mit einem Info-Stand präsent sein. Und wer darüber hinaus Fragen zum Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch hat, kann sich gerne an Kommandant Bernd Rensch oder seinen Stellvertreter Christian Kleindienst wenden.
Text und Bilder: Udo Lahm

Das Jahr 2018 steht für die Feuerwehr im Zeichen der Mitgliederwerbung

veröffentlicht um 02.03.2018, 04:35 von Christian Kleindienst

Bernd Rensch im Interview zur Mitgliederwerbung
Wie alle ehrenamtlichen Organisationen ist auch die Freiwillige Feuerwehr Nußloch darauf angewiesen, dass immer wieder neue Mitglieder eintreten und die aus Altersgründen ausscheidenden ersetzen. Das Jahr 2018 – und hier vor allem die ersten Monaten – widmet die Feuerwehr nun verstärkt der Nachwuchswerbung. Gesucht sind junge Frauen und Männer, die sich für diese anspruchsvolle und zugleich extrem wichtige Aufgabe in dieser Gemeinde melden. Dazu ein Interview mit Bernd Rensch, dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch.


Die Feuerwehr Nußloch sucht neue Mitglieder für ihre aktive Truppe. Weshalb ist das nötig?
Rensch: Unsere Mannschaft besteht aus insgesamt 43 aktiven Mitgliedern. Dabei sind alle Altersgruppen vertreten. Allerdings werden in den nächsten drei Jahren 8 Mitglieder aufgrund ihres Alters aus der Einsatztruppe ausscheiden, und in den drei Jahren danach nochmals 6. Wir brauchen neue Mitglieder, um die Mannschaftsstärke zu halten.

Seit Jahren betreibt die Feuerwehr doch auch aktive Jugendarbeit. Kommen aus diesem Kreis nicht automatisch neue erwachsene Mitglieder hinzu?
Rensch: Doch, immer wieder wechselt der eine oder andere von der Jugendfeuerwehr mit 18 Jahren auch zur Einsatzmannschaft. Aber viele junge Leute ziehen mit dem Erwachsenwerden zur Arbeit oder zur weiteren Ausbildung auch in andere Gemeinden und stehen uns dann leider nicht mehr zur Verfügung. Zumindest reicht der eigene Nachwuchs nicht aus, die zukünftigen Abgänge aus Altersgründen aufzufüllen.

Sie hatten aber gerade auch drei Neuzugänge von jungen Erwachsenen gemeldet?
Rensch: Ja, das waren bereits ausgebildete Feuerwehrleute – eine Frau und zwei Männer – die nach Nußloch gezogen sind. Diese Zugänge ersetzen aber gerade einmal diejenigen Abgänge von Mitgliedern, die aus der Gemeinde wegziehen. Es führt kein Weg vorbei an der Werbung neuer Mitglieder, die sich für den freiwilligen Dienst begeistern und bei uns eine Ausbildung absolvieren.

Was sollen denn Bewerber an persönlichen Voraussetzungen mitbringen? Und: Sind auch Frauen willkommen?
Rensch: Selbstverständlich sind Frauen bei uns herzlich willkommen, wir setzen da zu 100 Prozent auf Gleichberechtigung. Frauen erhalten dieselbe Ausbildung, und machen auch den selben Dienst. Die Erwartungen an neue Mitglieder lassen sich kurz in drei Punkten zusammenfassen: Eine gute Grundgesundheit, hohe Bereitschaft zum Engagement für die Gemeinschaft sowie ein ausgeprägter Teamgeist.

Wie wichtig sind sportliche Fitness und Mut?
Rensch: Der Dienst kann durchaus anstrengend sein, aber wir erwarten nicht, dass sich Bewerber als Sportskanonen oder Gewichtheber beweisen. Was zu tun ist beim Einsatz erfordert eine gute Ausbildung, besonnenes Handeln und manchmal auch etwas Mut, aber im Normalfall keine körperlichen Höchstleistungen. Und wo schiere Kraft benötigt wird, da haben wir entweder die entsprechenden Geräte, oder auch den einen oder anderen Muskelmann im Team, der so eine Aufgabe dann übernehmen kann.

Wieviel Zeit sollte man denn bereit sein für die Feuerwehr einzusetzen? Kann man das überhaupt neben einem Beruf leisten?
Rensch: Alle unsere aktiven Feuerwehrleute haben einen Hauptberuf, mit dem sie ihr Geld verdienen. Die Arbeitgeber sind dann bereit, im Falle eines Einsatzes stundenweise auf den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin zu verzichten – und erhalten hierfür Lohnersatz. Im vergangenen Jahr haben wir 90 Einsätze in Nußloch gezählt. Wenn man Urlaubszeiten und alles andere einberechnet kommt im Durchschnitt etwa ein Einsatz pro Woche auf jeden zu. Dazu Übungen, aber auch Freizeitveranstaltungen. Im Grunde ist der Zeitaufwand also etwa vergleichbar mit dem einer Mitgliedschaft mit einem anderen Verein, wo man sich zu Übungsabenden, Wettkämpfen oder Veranstaltungen trifft.

Und wie wird man „Feuerwehrfrau“ oder „Feuerwehrmann“?
Rensch: Wer zu uns kommt um unsere Arbeit kennen zu lernen, besucht am besten erst einmal einige Übungsabende. Wer sich dann für die Feuerwehr entscheidet, absolviert eine Ausbildung, die etwa vier Monate dauert und hier oder in einer Nachbargemeinde angeboten wird. Die Ausbildungsstunden finden einmal abends während der Woche sowie samstags statt. Das Ganze selbstverständlich schon in der Dienstkleidung, also mit Stiefeln, Jacke und Helm.
Dann legt man die Prüfung ab und ist bereit für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr. Einmal im Jahr werden dann die neuen Feuerwehrleute offiziell aufgenommen und sind dann auch formell im Dienst.

Also sollten Interessierte einfach mal vorbeischauen bei den Übungen am Feuerwehrhaus?
Rensch: Ja, genau! Wir freuen uns. Und im April wird es einen „Mitmach-Tag“ geben, bei dem Interessenten auch praktische Erfahrungen sammeln können. Auch hierzu laden wir gerne ein!
Text und Bild: Udo Lahm

Immer weiter auf der Leiter: Freiwillige Feuerwehr trainiert Einsatz unter schwierigen Bedingungen

veröffentlicht um 02.03.2018, 04:28 von Christian Kleindienst

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Wenn Menschen in den oberen Etagen eines Hauses in Gefahr geraten, oder wenn die Feuerwehrleute auf ein Dach steigen müssen um ein Feuer zu bekämpfen, bietet sich die Drehleiter als Lösung an. Auf bis zu 30 Meter ausfahrbar, können zwei Personen samt Ausrüstung damit in die Höhe gehoben oder  rettende Personen nach unten auf sicheren Boden gebracht werden. 

Doch nicht immer kann die Drehleiter zum Einsatz kommen. Wenn beispielsweise von der Gartenseite eines Hauses aus in die Höhe gestiegen werden soll, der Platz vor einem Haus zu eng für das Drehleiterfahrzeug ist oder wenn innerhalb von Hallen geklettert werden muss, brauchen die Wehrleute eine Alternative – und das ist die klassische Sprossenleiter. Gleich ein ganzes Arsenal davon wird auf den beiden Löschfahrzeugen der Nußlocher Feuerwehr mitgeführt, sie können zusammengesteckt oder zu einer Ausziehleiter mit maximal 14 Meter Länge kombiniert werden. 

Wer einmal höher als vier oder fünf Meter auf eine Leiter gestiegen ist, der weiß,  was das für eine wackelige Angelegenheit sein kann. Die Feuerwehrleute steigen mehr als doppelt so hoch hinauf, noch dazu mit schwerer Schutzkleidung und mitgeführter Ausrüstung. Spätestens wenn  das Ganze womöglich bei Nacht ausgeführt werden muss wird jedem Beobachter klar, dass dies eine extreme Herausforderung ist. Ohne regelmäßige Übung sowie die Unterstützung der Kameraden am Boden, die für die gebotene Sicherheit sorgen, ist so ein Klettereinsatz kaum zu schaffen.

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Und so steht der Umgang mit den unterschiedlichen Leitern immer wieder auf dem Übungsprogramm der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch. Mehrere unterschiedliche Einsatzszenarien werden geübt, alles am Abend, bei längst hereingebrochener Dunkelheit. Deshalb ist klar: „Wir brauchen Licht!“ Rasch sind die an den Einsatzfahrzeugen montierten Scheinwerfer in Stellung gebracht und der Stromgenerator angeworfen. Die Scheinwerfer flammen auf und die Hallenfassade, an der heute geübt wird, erstrahlt in gleißendem Licht. Die Wehrleute ziehen die auf den Fahrzeugdächern verstauten Leitern herunter, stecken sie zusammen und stellen sie an der Fassade auf. Einzeln und mit Bedacht steigen dann die Feuerwehrleute Sprosse für Sprosse hinauf: zügig, aber nicht hektisch läuft die Übung ab, und unten beobachten die Kameraden und sichern die Leitern gegen Abrutschen.  

Material, das oben benötigt wird, wie zusätzliche Scheinwerfer, Kabeltrommeln oder eine Feuerwehraxt, wird von den oben Angekommenen Stück für Stück mit Seilen nach oben gezogen. Auch weitere Leitern gelangen so nach oben, um beispielsweise vom Hallendach aus andere Hindernisse zu überwinden oder noch weiter in die Höhe zu steigen. Dabei muss jeder Tritt sitzen, ein Abrutschen kann zum Absturz und schweren Verletzungen führen. Als nach ausgeführter Übung alle wieder am Boden angekommen sind, folgt nach kurzer Aufstellung der Truppe noch ein zweites und schließlich noch ein drittes Szenario, dass an diesem Abend umgesetzt wird. 

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Dass als Begleiter an diesem Abend ein eisig kalter Wind weht, der trotz Handschuhen die Finger steif werden lässt, macht es den Wehrleuten nicht einfacher. Aber Im Falle eines Einsatzes muss das Wetter auch so genommen werden wie es ist. Und so beklagt sich keiner, im Gegenteil: Die Stimmung ist gut, alle sind konzentriert bei der Sache und jeder packt zu wo es nötig ist. Nach gut einer Stunde in der winterlichen Kälte ist die Übung beendet, das Material wird wieder in und auf die Löschfahrzeuge geladen und die Mannschaft versammelt sich in der Fahrzeughalle zur Abschlussbesprechung. Und wer danach noch Zeit und Lust hat, setzt sich in der „Florianstube“ mit den Kameraden noch bei einem kleinen Imbiss zusammen und lässt die Übung oder den letzten Einsatz im Gespräch Revue passieren. 
Text und Bilder: Udo Lahm

Automatische Brandmeldeanlagen sorgen auch in Nußloch für die Sicherheit der Bürger

veröffentlicht um 21.02.2018, 11:50 von Christian Kleindienst   [ aktualisiert: 21.02.2018, 11:50 ]

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Samstagmorgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung – auch im Rewe-Center in Nußloch. Zwar brausen im Sekundentakt die Löschfahrzeuge auf den Parkplatz vor dem Markt, zwei aus Nußloch, dann zwei aus Sandhausen, dazu zwei Kommandofahrzeuge, ein Rettungswagen und ein Polizeiwagen, doch zum Glück stellt sich bald heraus, dass es kein Feuer gibt und keine Gefahr besteht.

Auslöser für den Alarm ist die automatische Brandmeldeanlage, die hier im Supermarkt installiert ist. Sie hat angeschlagen und den Alarm ausgelöst. Einer der zahlreichen Sensoren, mit dem die Anlage ausgestattet ist, hat signalisiert, dass Rauch entsteht oder ungewöhnliche Hitze. Also genau die typischen Anzeichen eines Feuers. Doch diesmal haben die Sensoren und die angeschlossene Elektronik sich täuschen lassen. 

Wie das geschehen konnte, ist im Nachhinein nicht immer feststellbar. In jedem Fall aber muss die Feuerwehr beim Auslösen der Brandmeldeanlage immer davon ausgehen, dass es brennt und Menschenleben in Gefahr sind. Deshalb hat die Feuerwehr-Leitstelle der Region in Ladenburg, gleich als sie den von der Brandmeldeanlage in Nußloch ausgelösten Alarm erhalten hat, die Freiwillige Feuerwehr in Nußloch alarmiert. Und weil tagsüber die Feuerwehrleute teilweise bereits zur Arbeit in Nachbargemeinden abgefahren sind und damit nicht für den Einsatz zur Verfügung stehen, haben die Ladenburger auch gleich die befreundete Feuerwehr Sandhausen mit alarmiert. So ist sichergestellt, dass stets eine ausreichend starke Mannschaft vor Ort ist.

„Wir sprechen in so einem Fall nicht von einem Fehlalarm“, erklärt Christian Kleindienst, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Nußloch. „Wenn die Brandmeldeanlage auslöst, gibt es dafür einen Anlass, und damit potenziell Gefahr“. Die Feuerwehr rückt dann mit der gleichen hohen Einsatzbereitschaft aus wie bei jeder anderen Alarmierung. „Einsätze mit halber Kraft gibt es für die Feuerwehr nicht!“ Dazu kommt, dass sich automatische Brandmeldeanlagen vor allem in Gebäuden befinden, bei denen ein Feuer eine besonders hohe Gefahr für Material oder Menschen bedeuten würde. In Nußloch sind Anlagen beispielsweise im Altenheim und in der Lindenschule installiert, bei Rewe und Leica, bei Betty Barclay und in der Olympiahalle. Eine automatisierte Meldung reagiert in Sekundenbruchteilen, alarmiert bereits, wo ohne eine solche Technik vielleicht aufgeregte Menschen durch die Flure rennen und nach der Notrufnummer suchen würden. Oder ein Brand bliebe nach Feierabend oder nachts längere Zeit unentdeckt, könnte sich ausbreiten und dann verheerende Folgen haben.

„Etwa jeder zehnte Einsatz“, so überschlägt Kleindienst, „wird in Nußloch durch eine der automatischen Brandmeldeanlagen ausgelöst, ohne dass es dann tatsächlich brennt. Unabsehbar wären die Risiken durch ein zu spät erkanntes und gemeldetes Feuer in einem der so abgesicherten Gebäude“.

Der Einsatz bei Rewe dauert an diesem Morgen rund eine halbe Stunde. Die Wehrleute müssen rund um den Sensor, der das Feuer oder den Rauch angezeigt hat, alles absuchen um sicher zu gehen, dass tatsächlich kein Feuer vorliegt. Da werden Leitern vom Löschfahrzeug herangetragen, Wehrleute mit angelegter Atemschutzausrüstung klettern im Verkaufsraum und im Lager zu den Decken hinauf und schauen unter die Verkleidungsplatten der Zwischendecke. Erst wenn alles kontrolliert ist, gibt der Einsatzeiter an seine Mannschaften den Befehl zum Abrücken. Die Supermarkt-Kunden zu dieser frühen Morgenstunde haben von dem Einsatz nicht viel mitbekommen, sehen den abfahrenden Fahrzeugen nach und erledigen wie an jedem anderen Tag unbehelligt ihre Einkäufe.
Text und Bild: Udo Lahm

Jugendfeuerwehr beweist Einsatzbereitschaft beim Einsammeln der Weihnachtsbäume

veröffentlicht um 19.02.2018, 22:48 von Christian Kleindienst   [ aktualisiert: 21.02.2018, 11:45 ]

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Das war ein langer Samstag für alle Beteiligten: Schon vor 9 Uhr trafen sich die Freiwilligen der Feuerwehr – die Einsatzmannschaft ebenso wie die Jugendfeuerwehr – zum Einsammeln der abgeräumten Weihnachtsbäume. Und erst gegen 18 Uhr waren alle Lkw leergeräumt und gesäubert, und alle wieder auf dem Heimweg. Mehr als 2.000 Tannen hatten die rund drei Dutzend Jugendlichen und Erwachsenen in dieser Zeit an den Straßenrändern in Nußloch und Maisbach eingesammelt und zum zentralen Sammelplatz gebracht.

Als Dankeschön hatten es sich viele Nußlocher Haushalte nicht nehmen lassen, den Jugendfeuerwehrleuten für ihren Aufräumdienst eine Geldspende zukommen zu lassen. Am Ende waren die Sammeldosen gut gefüllt, und der Kassensturz bestätigte die Vermutung: es kam wieder ein vierstelliger Betrag zusammen. Im Feuerwehrhaus wurde das Geld jetzt als Spende von der Feuerwehr weitergegeben. Wie im vergangenen Jahr erhielten die Vertreterinnen der fünf Kindergärten in Nußloch aus den Händen von Feuerwehrkommandant Bernd Rensch einen finanziellen Beitrag zur Verwendung in Ihren Einrichtungen. Neue Klangkörper für die „Klang-Oase“ im Waldkindergarten, Laufräder mit Feuerwehr-Design oder zusätzlich Spielmaterial für die Kindergruppen – das alles kann jetzt mit den Spendenerlösen finanziert werden.

Auch die Jugendfeuerwehr, wie auch die Kleinsten von den „Feuerdrachen“, profitieren von der Baumaktion. Ein Zeltlager und Spiele können nun finanziert werden, und damit wird für den Feuerwehrnachwuchs der „Dienst“ auch im kommenden Jahr wieder attraktive Höhepunkte haben.
Text und Bild: Udo Lahm

Freiwillige Feuerwehr ist beim Gefahrgut-Unglück auf Unterstützung durch Spezialkräfte angewiesen

veröffentlicht um 19.01.2018, 05:49 von Christian Kleindienst

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Der Tanklastzug liegt verunglückt auf der Seite, grüne Stichflammen schießen aus einem Leck im Tank, und schweflig aussehender Rauch umgibt das Szenario. Was für ein Gefahrgut hat dieser Lkw wohl geladen? Welche Gefahren gehen jetzt von der gefährlichen Last im geborstenen Tank aus? Droht eine Explosion, und wie gefährlich sind die beim Feuer entstehenden Dämpfe? Kann der Brand mit Wasser überhaupt bekämpft werden, oder macht das alles noch viel schlimmer? Wie weit um den Unglücksort muss abgesperrt werden, und mit welchen Anweisungen ist die Bevölkerung zu warnen?

Fragen über Fragen, die sich bei einem Unfall mit einem Gefahrgut-Transporter ergeben, und die die Rettungskräfte selbst einer bestens ausgebildeten freiwilligen Feuerwehr schnell an die Grenzen ihrer  Möglichkeiten bringen. Das Gleiche gilt bei einem Brand in der Chemiefabrik oder eines Gas-Lagers. Hier sind Spezialkräfte gefordert.

Auch dafür ist die Feuerwehr vorbereitet. In Rauenberg und Weinheim ist für unsere Region je ein Gefahrgut-Löschzug der Feuerwehr stationiert, mit entsprechender Spezialausbildung und der notwendigen technischen Ausrüstung. Auch diese Einsatzkräfte werden von Freiwilligen gebildet, allerdings im Ernstfall von hauptberuflichen Spezialkräften der Berufsfeuerwehren unterstützt, sowie den Werksfeuerwehren der Unternehmen mit Hochrisiko-Anlagen.

Allerdings müssen auch die örtlichen freiwilligen Feuerwehren gut vorbereitet sein: Damit sie im Ernstfall richtig reagieren und so die Bevölkerung schützen und gegebenenfalls in Sicherheit bringen, während die Spezialeinheiten die Brandbekämpfung und den Schutz der Umwelt vor austretenden Gasen und Flüssigkeiten übernehmen. Genau dies zu schulen war Inhalt einer Schulung, zu der sich die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch bei ihrer wöchentlichen Übung am Feuerwehrhaus in der Carl-Metz-Straße versammelt hatten.

In einem ausführlichen Vortrag erläutert Ronny Olbert unterschiedliche Szenarien von Gefahrgut-Unfällen und zeigt auf, welche Risiken drohen und wie ihnen zu begegnen ist. Menschenleben zu retten ist stets das oberste Ziel der Einsatzkräfte, aber nicht ohne den eigenen Schutz zu vernachlässigen. Schon nach wenigen Schaubildern wird allerdings deutlich, dass bei Gefahrgut-Unfällen in diesem Punkt ein Handlungskonflikt droht.

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Die Atemschutz-Ausrüstung der Feuerwehr ermöglicht den Wehrleuten zwar, bei einem „normalen“ Feuer in die Gefahrenzone vorzudringen. Bei hochgiftigen Chemie-Dämpfen jedoch ist dieser Schutz nicht ohne weiteres gegeben, da diese auch durch die Kleidung dringen und über den Hautkontakt aufgenommen werden können. Außerdem kann die Explosionsgefahr so groß sein, dass sich ein Vordringen zum Brandherd verbietet. Dann kann es zur ersten Priorität werden, den Unglücksort weiträumig abzusperren und so die Gefährdung von weiteren Menschenleben zu verhüten.

Aber nicht nur solche „Großereignisse“ fallen in die Rubrik eines Gefahrgut-Unglücks. Schon in der Nachbarschaft lauern unter Umständen große Risiken. Eine Ansammlung von mehreren Propangasflaschen in einem Kellerraum, größere Mengen von Lösungsmitteln, Farben oder Säuren in einer Garage oder der Werkshalle eines Handwerksbetriebes: auch dies alles kann zu Einsatzszenarien führen, die ein besonderes Vorgehen  der Wehrleute erfordern.

Matthias Schmersow erklärt auf der Übungsfläche vor dem Feuerwehrhaus verschiedene Handlungsoptionen. Wie beispielsweise auslaufende Gefahrstoffe in einem aus Feuerwehrleitern und einer Plane gebauten „Pool“ aufgefangen werden können, oder wie sie mit speziellem Bindemittel unschädlich gemacht werden können. Auch der Aufbau eine provisorischen Dekontaminationsstelle wird erklärt: eine wichtige Vorrichtung, damit die Feuerwehrleute nicht noch nach dem schon abgeschlossenen Einsatz mit gefährlichen Stoffen in Berührung kommen und sich verletzen.

Was nach diesem Übungsabend bleibt ist die Erkenntnis, dass in unserer Umwelt und Nachbarschaft viele gefährliche Einrichtungen und Substanzen existieren, die im Unglücksfall in hohem Maße Menschenleben gefährden können. Die Feuerwehr ist vorbereitet, aber sie kommt hier dennoch an ihre Grenzen. Die freiwillige Feuerwehr kann mit ihrer Ausrüstung solche Krisenfälle nicht in allen Fällen allein lösen, sondern ist auf Spezialisten angewiesen, die hierfür bereit stehen und angefordert werden müssen. 

Christbaum-Sammelaktion am 13.01.2018

veröffentlicht um 06.01.2018, 09:47 von Christian Kleindienst

Die alljährliche Christbaumsammelaktion der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch findet am Samstag, den 13. Januar 2018 statt. Ab ca. 9 Uhr werden die ausgedienten Weihnachtsbäume gegen eine Spende zugunsten der Nußlocher Kindergärten, des Apfelbäumchens sowie der Kinder- und Jugendabteilung der Nußlocher Wehr eingesammelt.

Bitte stellen Sie Ihre Weihnachtsbäume rechtzeitig und gut sichtbar am Straßenrand oder an Ihrem Grundstück ab. Darüber hinaus bitten wir Sie, keine Briefkuverts oder ähnliches an den Bäumen zu befestigen, leider wurden diese in der Vergangenheit häufig entwendet.

Sollten Sie am Tag der Christbaumsammelaktion verhindert sein und die Spende nicht persönlich bei den Angehörigen der Feuerwehr Nußloch entrichten können, so können Sie die Spende auch gerne im Feuerwehrgerätehaus in der Carl-Metz-Straße 2 abgeben. Dieses ist während der gesamten Sammelaktion durchgehend besetzt und unter der Telefonnummer 10222 erreichbar.

Wenn die Not groß ist, kommt die Feuerwehr Nußloch und öffnet Türen und Fenster

veröffentlicht um 06.11.2017, 22:10 von Christian Kleindienst   [ aktualisiert: 06.11.2017, 22:10 ]

Der Nachbar hat sich seit Tagen nicht gezeigt, die Wohnung ist verschlossen, die Jalousien bleiben unten. Selbst auf heftiges Klingeln und Klopfen reagiert niemand. Was ist passiert? Ist der Nachbar verunglückt, liegt womöglich verletzt in der Wohnung, und benötigt dringend Hilfe? Ein typischer Fall, in dem die aufmerksamen Nachbarn die Polizei verständigen, und diese – dann vor Ort – die Feuerwehr rufen, um die verschlossene Wohnung zu öffnen.

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Aus so einer Situation wird also dann ein Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Nußloch, die mit einem Einsatzfahrzeug, mehreren Wehrleuten und dem notwendigen Gerät anrückt, um Polizei und Rettungskräften den Zugang ins Wohnungsinnere zu ermöglichen. Dabei ist das technische Arsenal der Wehrleute sehr umfangreich. Es beginnt bei einem eigentlich ganz simplen, aber doch ausgeklügeltem Werkzeug, mit dem sie eine einfach nur zugefallene, aber nicht verschlossene Haustür in Sekundenschnelle öffnen können.

Wenn das nicht reicht, also die Tür von außen oder innen abgeschlossen wurde, kommen Spezialwerkzeuge zum Einsatz. Wie diese fachgerecht gehandhabt werden, war Inhalt der jüngsten Übung der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch, bei der jetzt rund 30 Wehrleute per Video, fachkundiger Erklärung und schließlich einer praktischen Übung geschult wurden.
Das Ganze läuft im Feuerwehrhaus an der Carl-Metz-Straße ab, und die Teilnehmer folgen konzentriert den Ausführungen des Kommandanten Bernd Rensch. Wer als Außenstehender die Vorträge und Vorführungen verfolgt mag sich denken, dass Türen und Fenster nicht wirklich sicher verschlossen werden können. Und auf die Möglichkeiten der Feuerwehr bezogen, stimmt das. „Wir kommen immer rein“, erklärt Rensch, und das muss die Feuerwehr schließlich auch – sei es bei einem Notfall wie beschrieben, oder einen Wohnungsbrand.
Abgestuft nach der vom Wohnungsinhaber verwendeten Schließtechnik wählen die Einsatzkräfte ihr Werkzeug aus. Spezielle „Abzieher“, die das Sicherheitsschloss herausbrechen, ohne die Wohnungstür zu beschädigen, oder auch komplexere Technik, um „einbruchsgesicherte Schlössen“ zu öffnen, dann leider auch oft verbunden mit einer Beschädigung des Türbeschlags.

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Reicht dies nicht aus, gehen die Feuerwehrleute auf die Suche nach Fenstern, die sich für eine Öffnung eignen, ohne rohe Gewalt anwenden zu müssen. Auch hier verfügen die Einsatzkräfte der Nußlocher Wehr über Spezialwerkzeug, mit dem die Öffnung eines Fensters ohne nennenswerte Beschädigung gelingt. Im Zweifelsfall ist es immer noch der geringere Schaden ein Fensterglas einzuschlagen, als mit Gewalt durch die Tür einzudringen.
Das ist dann allerdings die Ultima Ratio, wenn nichts anderes möglich ist. Ein großes Loch in die Tür zu sägen bedeutet zwar, dass der Wohnungsbesitzer später ein neues Türblatt kaufen muss. Aber wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, ist dieser Preis nicht zu hoch. „Außerdem hat diese Methode den Vorteil, dass wir später das ausgesägte Loch mit einer Holzplatte verschließen können, und damit die Wohnung wieder gesichert ist“, erklärt der Feuerwehrkommandant. So oder mit weiteren, in der Ausbildung kurz erwähnten Methoden – wenn Not herrscht, finden die Wehrleute einen Weg ins Haus um Bewohner zu retten oder Feuer zu löschen.
Nach der Theorie folgt die Praxis: Die Wehrleute dürfen sich als „Schloss- und Fensterknacker“ üben, um im Ernstfall schnell und zielgerichtet genau die richtige Methode zum Eindringen in einer Wohnung wählen und diese dann auch fachmännisch ausführen zu können.

Text und Bilder: Udo Lahm

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