Allgemeines über Nachnamen

Die Chinesen waren die ersten Menschen, von denen man weiß, dass sie einen Nachnamen trugen. Nachnamen als solche, sind aber erst ab dem 12. Jahrhundert entstanden. Vorher reichte der Vorname aus, der häufig Beifügungen wie Berufsangaben, Vorname des Vaters, Stammeszugehörigkeit oder Ort der Herkunft enthielt. Obwohl dieser Brauch der Ursprung unserer heute üblichen Nachnamen ist, bezog sich der zweite Name, wie er im frühen Mittelalter zu verstehen war, nicht auf die Familie und war auch nicht erblich.

Im Jahre 1370 wurde das Wort "Nachname" erstmalig in Dokumenten festgehalten. Die Regierungen nahmen mehr und mehr Daten der Bürger zu den Akten. Die Besteuerung und der Militärdienst machten es erforderlich, die Menschen genauer zu kennzeichnen. Auf dem Lande musste die herrschaftliche Verwaltung zur Regelung der Vererbung des Landbesitzes nicht nur über Personen, sondern über ganze Familien Buch führen. Man kann sicher sein, dass spätestens im Jahre 1450 jede Person, gleich welchen sozialen Rang sie hatte, einen vererblichen Nachnamen besaß.
Der Nachname identifizierte die Familie, schuf eine Verbindung zur Vergangenheit und zur Zukunft. Es überrascht nicht, dass die Erhaltung des Familiennamens eine Sache des Familienstolzes wurde und man es sehr bedauerte, wenn kein männlicher Erbe diesen Namen weiter tragen konnte. Der Ursprung der meisten Namen ist folgender:

Beruf: z. Bsp. Schneider, Köhler, Bäcker, Schmied
Ortsangabe: z Bsp. Underberg, Feldhausen, Langenfeld
vom Namen des Vaters abgeleiteter Eigenname: mit Endung -son (England), -sen (Dänemark), -ez (Spanien) und -wiecz (Polen)
Charakteristik: z. Bsp. Klein, Schwarz, Unruh, Fromm

Viele Historiker glauben, dass Familiennamen, abgeleitet von Ortsnamen, die ersten vererbten Namen waren. Dann folgten Spitznamen oder Charakteristika. Familiennamen, abgeleitet von Berufen, folgten erst später. Die vom Vater abgeleiteten Namen wurden zuletzt vererbt.
Quelle: http://www.kirchenweb.at ]