An(ge)dacht

Ein Auftrag, der Mut benötigt

Das sind große Fußstapfen, in die Josua treten soll. Er hat von Mose die Leitung des Volkes Israel übernommen. Gut – er war schon seit vielen Jahren der Diener von Mose und immer dabei, wenn Gott durch Wunder gewirkt hatte. Er hatte auch selber für einige Aufträge die Verantwortung übernommen. Aber jetzt steht er an vorderster Stelle, ohne die Unterstützung seines Mentors Mose – er ist jetzt der Leiter des Volkes.

Er soll das Volk Israel über den Jordan in das verheißene Land führen. Und dieses Land werden sie nicht kampflos übernehmen können, das wussten sie schon seit langem. Das Land ist schon bewohnt. Es ist ein Auftrag, der Mut benötigt. Und gerade deswegen wird Josua dreimal in den ersten Versen des nach ihm benannten Buches ermutigt.

Gott spricht: „Sei stark und mutig! Hab keine Angst und verzweifle nicht. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.“ (Josua 1,9)

Das ist doch mal eine Zusage. Gott stellt sich zu seinem Diener Josua. Aber er verweist auch auf das, was Mose seinem Diener beigebracht hat. Er soll sich an die Gesetze halten, die Gott durch Mose gegeben hat. Sie regeln die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Beziehung zu Gott. Und Gott spricht ihm zu: „Ich bin bei dir, wohin du auch gehst.“ Gott ist der Auftraggeber und gleichzeitig der Handelnde.

Wo benötigst du Ermutigung in deinen Aufträgen? Vielleicht steht gerade eine Veränderung ins Haus, deren Ausgang noch ungewiss ist. Es kann aber auch sein, dass dich dein Alltag schon genug herausfordert. Manche Dinge drohen uns auch zu überfordern.

Oft stand ich während meines Theologiestudiums in Prüfungssituationen vor der Frage: Wie soll ich das schaffen? Und im Pastorenalltag komme ich auch oft in solche Situationen. Da hilft mir ein Gedanke Hans Peter Royers. Ich fange an im WIR zu beten. Ich schaue nicht auf mich und meine begrenzten menschlichen Möglichkeiten, sondern mache mir bewusst, dass Jesus in dieser Situation an meiner Seite ist. Notfalls wird er mich hindurchtragen, wenn ich nicht mehr selber kann.

Als Nachfolger Jesu haben wir eine Zusage:

„Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.“ (Matthäus 28,20)

Mit Jesus unterwegs zu sein bedeutet nicht, dass wir keine Angst mehr haben werden, dass wir keine Herausforderungen mehr haben werden. Aber wir können damit anders umgehen. Mit neuem Mut können wir uns den Herausforderungen stellen, die vor uns liegen. Und wir dürfen uns sicher sein: In den Veränderungen unseres Lebens ist der Unveränderliche dabei. Sei deswegen stark und mutig!

Stefan Thiemert