Bundesparteitag November 2009

Vatileaks (Quelle: Focus.de)

"Undichter" Papst auf Cover des Satiremagazins

Benedikt XVI. verklagt "Titanic" – und bekommt Recht


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Aktualisiert am Dienstag, 10.07.2012, 16:49

Oliver Maria Schmitt, Hardy Burmeier/Thomas Hintner / TITANICPapst Benedikt verklagt die „Titanic“ wegen ihres aktuellen Titelbildes
Wie weit darf Satire gehen? Für das Oberhaupt der katholische Kirche, Papst Benedikt XVI., hat die „Titanic“ mit ihrem aktuellen Cover die Grenze weit überschritten. Das Landgericht Hamburg hat ihm Recht gegeben.

Das Satireblatt darf den Papst nicht mehr – wie in der aktuellen Ausgabe – mit einem großen gelben Fleck vorne und einem braunen Fleck hinten auf der Soutane auf Titelbild und Rückseite zeigen, wie eine Sprecherin des Landgerichtes Hamburg am Dienstag sagte. „Titanic“ darf außerdem unter Androhung eines Zwangsgeldes die Hefte nicht weiter verbreiten und die Bilder nicht im Internet veröffentlichen. Allerdings müssten die bereits an den Handel verschickten Ausgaben nicht zurückgerufen werden.

„Titanic“ nimmt das Kirchenoberhaupt wegen der sogenannten Vatileaks-Affäre auf´s Korn, die sich um die Veröffentlichung teils brisanter interner Papiere des Vatikans dreht. Das Titelbild wird begleitet von der Schlagzeile „Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!“. Auf der Rückseite des Blatts ist der Papst von hinten zu sehen mit der Aufschrift „Noch eine undichte Stelle gefunden!“. In der „Vatileaks“ genannten Enthüllungsaffäre waren mehrfach geheime Dokumente aus dem Vatikan publik geworden. Der Kammerdiener des Papstes wurde festgenommen. Er soll eine Reihe vertraulicher Dokumente entwendet haben, die dann durch die Medien öffentlich gemacht wurden.

"Maß überschritten"


Der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, sieht in dem „Titanic“-Cover die Persönlichkeitsrechte des Heiligen Vaters verletzt. „´Titanic´ überschreitet jedes Maß an Zumutbarem. Das hat bereits eine rechtliche Prüfung bestätigt.“

„Titanic“-Chefredakteur Leo Fischer erklärte in haustypischer Weise: „Benedikt muss uns missverstanden haben.“ Das Titelbild zeige einen Papst, der nach der Aufklärung der Spitzelaffäre feiert und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschüttet hat: „Es ist allgemein bekannt, dass der Papst ein großer Freund des Erfrischungsgetränks ´Fanta´ ist.“ Man hoffe nun auf ein persönliches Gespräch mit dem Heiligen Vater, um das Missverständnis auszuräumen. Die Unterlassungserklärung werde man einstweilen nicht unterzeichnen.
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