Neues von der Rundfunkgebühren-Front

Neues von der Rundfunkgebühren-Front

Seit Jahren brauche ich weder privat noch als Selbständiger Rundfunkgebühren bezahlen, bin also de facto von der Rundfunk-Gebührenpflicht befreit, sozusagen aus besonderen Gründen.
Ursache war wohl, dass ich vor Jahren einmal für das Ausfüllen und Rücksenden zahlreicher Rundfunk-Gebühren-Fragebogen eine satte Bearbeitungsgebühr (selbstverständlich mit korrekt ausgewiesener MwSt.) in Rechnung gestellt und dabei die Aufrechnung mit den Rundfunkgebühren erklärt habe.
Als kein Zahlungseingang über den Differenzbetrag und auch keine Gutschrift zu verbuchen war, erhielt ich als Antwort auf mein freundlich aber bestimmt formuliertes Mahnschreiben neben einem ausführlichen Entschuldigungsschreiben seither max. 1x jährlich einen solchen Fragebogen für meine große "Ablage P" (*1).

Kürzlich aber trat eine Premiere ein:
Am Telefon läutete eine Dame vom Bay. Rundfunk an und fragte nach mir - und ob ich ein beruflich genutztes Auto hätte, dies sei nämlich seit 2013 gebührenpflichtig, wenn es, auch nur gelegentlich, beruflich genutzt werden würde. Auf weitere Frage erklärte sie, die Gebührenpflicht sei auch unabhängig davon, ob das Auto mit einem Radio ausgestattet sei oder nicht.
Ich dachte dabei an Karl Auer's Telefonstreich (*2), den ich gerne mitspielen würde, da ich ja, trotz aller Widrigkeiten, noch immer ein fröhlicher und humorvoller Mensch bin.
Daher fragte ich vorsichtig nach, ob diese Regelung auch für Fahrräder gelten würde, was die freundliche Dame ausdrücklich verneinte. Was denn der Grund für eine Rundfunk-Gebührenpflicht für ein Auto ohne Radio sei, das konnte oder wollte sie nicht erklären.
Also mutmaßte ich, es könnte wohl - weil Rund-Funk - der Zünd-Funk(e) (*3) sein, dann dürfte die Regelung aber nicht für Diesel-betriebene Autos gelten (*4), genau wie beim Fahrrad. Sie erklärte mir höflich noch einmal, das gelte "für alle beruflich genutzten Autos, auch für nur gelegentlich beruflich genutzten Kraftfahrzeuge".
Also, so spekulierte ich weiter, könnte es vielleicht die Geräuschemission sein, die von einem Auto, genau wie von einem Radio ausgehen und den Bürger verärgern kann, weshalb quasi steuerartige Abgaben bzw. Gebühren zu entrichten sind. Dies würde auch erklären, warum man zB für den (auch nur gelegentlich beruflich benutzten) Kühlschrank keine Rundfunkgebühren zahlen müsse.
Als sie darauf - mittlerweile leicht genervt - nicht eingehen, sondern das Gespräch wieder auf ihre ursprüngliche Frage zurück lenken wollte, ich aber meiner Befürchtung Ausdruck verlieh, demnächst müsse man dann wohl auch für eine gelegentlich beruflich genutzte Bohrmaschine Rundfunkgebühren zahlen, da von der ja auch Lärmbelästigung ausgehen kann, da wurde sie etwas ungehalten und pochte auf die Beantwortung ihrer Frage.
Ich wollte nur noch schnell klären, ob man denn verpflichtet sei die Frage nach einem beruflich genutzten Auto unbekannten Telefon-Schrecken gegenüber am Telefon beantworten müsse, da schien sie etwas verärgert und drohte mir, den Außendienst bei mir vorbei zu schicken. Wir einigten uns daher schließlich drauf, dass ich, falls ich überhaupt ein Auto hätte, dies voraussichtlich nur rein privat zum fahren, nicht aber zum Radio hören nutzen würde, worüber sie sichtlich erleichtert schien und das so weitergeben wollte.
Ob sie die freundlichen Grüße an ihren Kollegen, den Telefonschreck Karl Auer
(*2), noch zur Kenntnis genommen hat, das kann ich nicht sagen. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass ich auch weiterhin stressfrei von Rundfunkgebühren verschont bleiben werde.
R.E.

*1) =  "Ablage P" freundliche und höfliche Umschreibung
             für Papierkorb. 
*2) =   Ka(r)l-Auer's Telefonstreiche von Karl Auer
             im Bay. Rundfunk 
(Bayern 3)
             und auf CD erhältlich
. Zum Beispiel:
             https://www.youtube.com/watch?v=pRaKdblFLEs
*3) =  Der Zündfunk - ein Projekt des Bay. Rundfunks
            https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCndfunk
*4)weil Diesel-Motoren sogenannte Selbstzünder sind
            und daher keine Zündkerze haben
            sondern nur eine Glühkerze für den
Kaltstart
            zur Erhöhung der Temperatur im Brennraum
            bzw. in der Vorkammer (Vorkammer-Diesel).

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