Betreuungsgeld

Primat der Menschen oder Primat der Wirtschaft

Liebe Parteifreunde und Eltern,

vor einem Jahr schrieb ich auf Wunsch unserer Mitglieder einen offenen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Herrn Erzbischof Zolitsch mit der Bitte endlich Stellung zu Gunsten der Familien zu beziehen.

Um so mehr erfreut mich nun diese Pressemitteilung des Vorsitzenden des Familienbund der Katholiken im Bistum Augsburg Herrn Hoffmann bezüglich der Rüge an die deutsche Politik, dass das geplante Betreuungsgeld, das ab 2013 ausgezahlt werden soll, falsche Anreize setze. „Eltern einen Anreiz zu bieten, zu Hause zu bleiben und dafür Geld zu bekommen, schwächt den Arbeitsmarkt“, sagte der zuständige EU-Sozialkommissar Laszlo Andor.

Das Fazit von Herrn Hoffmann ist: „Offensichtlich verwechselt die EU-Kommission den Arbeitsmarkt mit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“
Weiterhin meinte er, "... wollte man die gesellschaftliche Teilhabe ausschließlich am Markt für bezahlte Arbeit festmachen - das würde zu einem viele Menschen ausgrenzenden und damit gefährlichen Kurzschluss führen.“ Und er stellte fest, dass "die vorgesehenen Leistungen von 100 Euro im zweiten Lebensjahr des Kindes (ab 2013) bzw. 150 Euro im zweiten und dritten Lebensjahr (ab 2014) bei weitem noch nicht ausreichend sind, um den Familien eine geeignete Absicherung zu geben. Allerdings sei das ein "Schritt in die richtige Richtung".

Die Entscheidungsfreiheit der Eltern in der Frage ob sie ihre Kinder selber aufziehen wollen, oder ob sie ihre Kinder dem Fachpersonal in Krippen, Kitas, Kindergärten etc. anvertrauen wollen ist für uns ein Aspekt der Frage, was gilt in dem Verhältnis zwischen Wirtschaft und Menschen - das Primat der Wirtschaft oder das Primat der Menschen.

Die Familien-Partei Deutschlands vertritt von jeher die Meinung, dass die Entscheidung der Eltern ihren Nachwuchs selber groß zu ziehen keine finanzielle Benachteiligung mit sich ziehen darf.
Wir Eltern möchten sehr gerne dem Wunder des neuen Lebens, das uns zu Teil wurde, unserem Kind, gebührend begegnen, uns dessen annehmen und ihm nach Kräften helfen, das in ihm steckende Potential zur Blüte und Reife zu bringen. In diesem Streben wollen wir nur unserem Gewissen verpflichtet sein und nach unserer Fasson die Akzente setzen. Der Spagat zwischen Gewissen und Fasson ist oft schon groß genug, da muss nicht noch ein Diktat der Wirtschaft die seelische Spannung zum bersten bringen.

Ehrfurcht vor der Schöpfung ist die wahre Weisheit. Das ist ein Spruch eines antiken Herrschers, dessen Weisheit legendär wurde. Diese Weisheit sollten die Mächtigen beherzigen, auch wenn es um unseren Nachwuchs geht. Da ist es Kontraproduktiv wenn ausgerechnet der Hüter für Gerechtigkeit (die Europäische Union) nun für Ungleichbehandlung plädiert.
Höchste Zeit, dass die Familien-Partei ein paar Sitze im EU-Parlament erhält. Schade, dass das neulich ausgesprochene Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Kippung der 5% Hürde für Europawahlen erst ab kommender Legislaturperiode gilt.


Erhard Lahni
Bundesvorsitzender
Familien-Partei Deutschlands

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