Warum kommen Menschen-Babies nicht als Hunde auf die Welt ?

Babys und Kleinkinder:
Ab in die Fremd-Betreuung ?

Studien attestieren Krippen einen latent destabilisierenden Einfluss

2015-05-19

Neuss. Schon wieder haben skrupellose Händler viel zu früh Hunde-Welpen kurz nach dem Lebenseintritt vom Muttertier getrennt und verkauft. Ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Wenn Eltern, meist durch eine stattlich-staatliche Finanzierung von ca. 1.200,- Euro pro Baby und Monat geködert werden, ihre Kinder – möglicherweise schon ab der 8 Woche – in fremde Hände zu geben, wird dieser Vorgang meist von Politikern, Medien  und Wirtschafts-Lobbyisten als ‚wichtige frühkindliche Bildungs-Initiative' zu verkaufen gesucht.

Tierschutz besser als Kleinst-Kinderschutz

Wir haben zwar eine gesetzlich geregelte Mutterschutz-Frist, aber eine Baby-Schonfrist existiert noch nicht. Der Tierschutz funktioniert demnach besser als der Kleinst-Kinderschutz. So werden etliche Babys – würden sie diese Fakten kennen – davon träumen, besser als Hund auf die Welt gekommen zu sein.

Staat als Lockvogel frühkindlichen Beziehungs- und Kontaktabbruchs

Unabhängig von den kritischen Einführungsgedanken: Kinder-Krippen und andere Formen der Tagesbetreuung von Kleinst-Kindern sind Einrichtung, welche Eltern die Wahl ermöglichen, ihre ganz persönliche Entscheidung zur Vereinbarkeit von beruflicher und häuslicher Arbeit zu treffen. Das ist wichtig und für moderne Gesellschaften unabdingbar. Nicht hinnehmbar ist, dass der Staat sich hier durch vielfältige Lock-Initiativen hervortut, ob dies die immense Subventionierung der Fremdbetreuungskosten oder der Versuch ist, den Vorgang ‚raus aus dem Elternhaus als unabdingbare Bildungs-Frühförderung zu verkaufen. Würden die Betreuungs-Kosten von den Eltern selbst übernommen, für Eltern mit geringem Einkommen gibt es überall finanzielle Sonderregelungen, käme in ganz vielen Fällen eine andere Entscheidung zustande. Wichtige Untersuchungen haben das herausgearbeitet.

Finanzielle Grundsicherung der Familien überfällig zum Schutz der Kleinstkinder

Der Staat hat somit die Aufgabe, allen Eltern eine entsprechende finanzielle Grundsicherung zu bieten. Denn wenn der Staat für ca. 1/3 der Eltern, welche sich für eine Fremdbetreuung entschieden haben, pro Monat 1.200,- Euro ausgibt, sollte er stattdessen im Rahmen der Gleichbehandlung allen Eltern 400,- Euro Erziehungsgeld für die ersten 3 Jahre zukommen lassen. Damit würde auch die schon vor Jahren vom Bundesverfassungsgericht geforderte echte Wahlfreiheit umgesetzt. Eltern sollten auf diesem Hintergrund sehr gewissenhaft prüfen, was denn fürs eigene Kind die beste Lösung ist und wie sich Vater und Mutter die Erziehungsarbeit aufteilen. Die nachfolgenden Ausführungen vermitteln einen Überblick zu wichtigen wissenschaftlichen Befunden im Sinne des Kindeswohls.

Untersuchungen frühkindlicher Entwicklung des National Institute of Child Health and Development

So gibt es inzwischen eine Reihe aussagekräftiger Untersuchungen zu Fragen der sozio-emotionalen und kognitiven Entwicklung von Kindern in Tagesbetreuung. Unter der Regie des renommierten National Institute of Child Health and Development (NICHD) entwickelte eine Gruppe weltweit führender Spezialisten für frühkindliche Entwicklung Anfang der 1990er Jahre ein ausgefeiltes Untersuchungsdesign, in dem nahezu alle Faktoren berücksichtigt wurden, die für die kindliche Entwicklung relevant sind. Mehr als 1.300 Kinder, überwiegend aus weißen Mittelschichtfamilien, im Alter von einem Monat wurden in die Studie aufgenommen. Über einen Zeitraum von 15 Jahren wurden dann die kognitive Entwicklung und das Verhalten der Kinder detailliert gemessen.

Krippenbetreuung negative Auswirkungen auf sozio-emotionale Kompetenzen der Kinder

Am beunruhigendsten war der Befund, dass Krippenbetreuung sich unabhängig von sämtlichen anderen Messfaktoren negativ auf die sozio-emotionalen Kompetenzen der Kinder auswirkt. Je mehr Zeit die Kinder kumulativ in einer Einrichtung verbrachten, desto stärker zeigten sie später dissoziales Verhalten wie Streiten, Kämpfen, Sachbeschädigungen, Prahlen, Lügen, Schikanieren, Gemeinheiten begehen, Grausamkeit, Ungehorsam oder häufiges Schreien. Unter den ganztags betreuten Kindern zeigte ein Viertel im Alter von vier Jahren Problemverhalten, das dem klinischen Risikobereich zugeordnet werden muss. Später konnten bei den inzwischen 15 Jahre alten Jugendlichen signifikante Auffälligkeiten festgestellt werden, unter anderem Tabak- und Alkoholkonsum, Rauschgiftgebrauch, Diebstahl und Vandalismus.

Qualität der Fremdbetreung spielt hinsichtlich späterer Verhaltensauffälligkeiten keine Rolle !

Noch ein weiteres, ebenfalls unerwartetes Ergebnis kristallisierte sich heraus: Die Verhaltensauffälligkeiten waren weitgehend unabhängig von der Qualität der Betreuung. Kinder, die sehr gute Einrichtungen besuchten, verhielten sich fast ebenso auffällig wie Kinder, die in Einrichtungen minderer Qualität betreut wurden. Grundsätzlich zeigte sich aber, dass das Erziehungsverhalten der Eltern einen deutlich stärkeren Einfluss auf die Entwicklung ausübt als die Betreuungseinrichtungen.

Jetzige Auffälligkeiten erst Spitze des Eisbergs

Diese in den letzten zehn Jahren erhobenen Daten belegen, so Dr. Rainer Böhm, Kinder- und Jugendarzt mit Schwerpunkt Neuropädiatrie, dass es sich bei den Verhaltensauffälligkeiten, die in der NICHD-Studie registriert wurden, nur um die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs handelt. Dank einer neuen Technik konnten Wissenschaftler in den Vereinigten Staaten Ende der 1990-erJahre bei Kleinkindern in ganztägiger Betreuung in zwei Daycare Centers erstmals das Tagesprofil des wichtigsten Stresshormons Cortisol bestimmen. Entgegen dem normalen Verlauf im Kreis der Familie – hoher Wert am Morgen und kontinuierlicher Abfall zum Abend hin – stieg die Ausschüttung des Stresshormons während der ganztägigen Betreuung im Verlauf des Tages an, ein untrügliches Zeichen einer erheblichen chronischen Stressbelastung.

Auch bei qualitativ sehr guter Betreuung Veränderung des Cotisolprofils

Eine Meta-Analyse einer niederländischen Wissenschaftlerin, die neun ähnliche Folgestudien auswertete, bestätigte diese Ergebnisse. Somit muss als gesichert gelten, dass besorgniserregende Veränderungen des Cortisolprofils vor allem bei außerfamiliärer Betreuung von Kleinkindern auftreten, und das selbst bei qualitativ sehr guter Betreuung.
Cortisol-Tagesprofile, wie sie bei Kleinkindern in Kinderkrippen nachgewiesen wurden, lassen sich am ehesten mit den Stressreaktionen von Managern vergleichen, die im Beruf extremen Anforderungen ausgesetzt sind.

Emotional massive Überforderung durch andauernde Trennung von den Eltern

Vor allem Kinder im Alter unter zwei Jahren zeigten nach fünf Monaten qualitativ durchschnittlicher Krippenbetreuung Cortisol-Tagesprofile vergleichbar mit den Werten, die in den 1990er-Jahren bei zweijährigen Kindern in rumänischen Waisenhäusern gemessen wurden. Diese Befunde lassen keinen anderen Schluss zu als den, dass eine große Zahl von Krippenkindern durch die frühe und lang andauernde Trennung von ihren Eltern und die ungenügende Bewältigung der Gruppensituation emotional massiv überfordert ist.

Krippenbetreuung kein Schutz ! Im Gegenteil !

Demnach wirkt sich die Krippenbetreuung weder kompensatorisch noch schützend aus. „Alles in allem steht fest, dass Krippenbetreuung die Stressregulation auch langfristig negativ beeinflusst." Und: Das in der Öffentlichkeit verbreitete Mantra ist falsch, alle Probleme der Krippenbetreuung ließen sich alleine mit Qualität lösen. Erhöhte Stressbelastung und vermehrte Verhaltensauffälligkeiten wurden mittlerweile auch bei ersten systematischen Untersuchungen zur U3-Betreuung in Tagespflege gefunden. Durch nichts zu belegen ist dagegen die Hoffnung auf Förderung des Sozialverhaltens, die viele Eltern derzeit einen frühen Krippenbesuch in Betracht ziehen lässt.

Hohe Rate an Gymnasialanmeldungen lediglich Anspruch der Eltern

Eine signifikante, moderate Förderung der Lernleistungen kann nur bei hoher Betreuungsqualität erwartet werden. Diese ist in deutschen Krippen derzeit nur in Ausnahmefällen anzutreffen. Die von der Bertelsmann-Stiftung mit großem publizistischen Aufwand plakatierte hohe Rate an Gymnasialanmeldungen nach Krippenbetreuung ist daher eher auf höhere Ansprüche der Eltern zurückzuführen und nicht auf einen tatsächlichen Gewinn kognitiver Fähigkeiten.“

Die ersten sieben Jahre in der Familie sind entscheidend

Diese Befunde decken sich mit einer Studie über den „Zusammenhang zwischen Quantität, Art und Dauer von externer Kinderbetreuung und Problemverhalten“, die Margit Averdijk vom Institut für Soziologie an der ETH Zürich im Januar 2012 veröffentlichte. Die Resultate zeigen klar: „Kinder, die in den ersten sieben Lebensjahren außerfamiliär in Gruppen betreut wurden, weisen mehr Problemverhalten auf. Dies äußerte sich in den Bereichen „Aggression, Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Syndrom ADHS, nichtaggressives Problemverhalten wie Lügen und Stehlen sowie Angst und Depression.“ Immerhin: «Das Problemverhalten schwächt sich mit den Jahren ab, bei elfjährigen Kindern ist es nicht mehr feststellbar», sagt ETH-Forscherin Averdijk.

In Pubertät aufbrechendes Risikoverhalten

Das ist beruhigend, aber vielleicht trügerisch: Ein paar Jahre später, so zeigen Jay Belskys Studien, also bei 15-jährigen Jugendlichen, machen sich die negativen Auswirkungen wieder verstärkt bemerkbar. Belsky vermutet, dass die früheren problematischen Verhaltensmuster mit dem Eintritt in die Pubertät wieder aktiviert werden und einen Einfluss auf das Risikoverhalten und die Impulsivität haben. Dieser Negativ-Effekt wird nicht aufgehoben durch den leichten Vorsprung an kognitiven Fähigkeiten.

In Kinderkrippen: Soziales Verhalten und psychische Gesundheit leiden

Auch Jesper Juul, renommierter Familientherapeut und Gründer von Familylab International, stellt heraus: ‚Kinderkrippen sind nicht immer so toll, wie sie allenthalben angepriesen werden.' Er behauptet lakonisch: «Kinderkrippen sind nicht für das Wohlbefinden der Kinder geschaffen worden». Wissenschaftliche Studien bestätigen seine Aussage und zeigen, dass Krippenkinder nicht per se schlauer, früher entwickelt und sozial kompetenter sind. Im Gegenteil: Vor allem bei Kindern, die schon früh, also im ersten Lebensjahr, während mehr als zehn Wochenstunden in einer Krippe betreut werden, leiden das soziale Verhalten und die psychische Gesundheit.

Immer größere Anzahl betroffener Kinder

Das haben Wissenschafter rund um den Engländer Jay Belsky, heute Psychologieprofessor an der University of California in Davis, USA, mit einer groß angelegten, inzwischen 15 Jahre andauernden Langzeitstudie belegt. «Eine geringfügige Verbesserung in kognitiven Fähigkeiten wie Spracherwerb oder Lesenlernen» attestiert Belsky den untersuchten 1300 Kindern. Zugleich aber auch «vermehrt Aggressivität, unangepasstes Risikoverhalten und soziale Auffälligkeiten». Umso mehr, betont Belsky, dürfe man diese Resultate nicht vernachlässigen, auch wenn der Effekt auf den ersten Blick klein sei: Gemäß Studie können «krippenerfahrene» Kinder später mit ihrem Problemverhalten ihre Kindergarten- oder Schulklasse entscheidend prägen. Und alles in allem ist Belsky überzeugt, dass der Effekt am Ende gar nicht so gering ist: unter anderem, weil eine immer größere Anzahl von Kindern davon betroffen sein wird.

Negativ-Erfolge bei „Sprachförderung“ in Krippen

Deshalb, so monierte der Psychologe unlängst in einem Fachbeitrag, «ist es nicht länger haltbar, dass Entwicklungswissenschafter und Krippenverfechter die Auffassung verleugnen, dass frühe und extensive Krippenbetreuung, wie sie in vielen Gemeinden verfügbar ist, ein Risiko für kleine Kinder und vielleicht die ganze Gesellschaft darstellt». Auch diese Forschungsergebnisse decken sich mit der schon erwähnten Studie von Margit Averdijk vom Institut für Soziologie an der ETH Zürich:
Eine Untersuchung zum Einfluss der Sprachförderung in den Krippen Berlins ergab, dass hier kaum oder sogar negative ‚Erfolge’ feststellbar waren. Dieses Ergebnis nahmen die Sozial-Forscher eher verwundert zur Kenntnis, weil ja die politische Diskussion ständig die große Bedeutung der Sprachförderung, besonders für Kinder aus den bildungsferneren Bevölkerungsgruppen unterstrich. Kinderpsychologen überrascht dies gar nicht. Ihre Erklärung: Wie sollte im täglichen Multikulti-Gebrabbel von Krippenkindern jemand die deutsche Sprache erlernen? Dazu wäre die direkte Ansprache der Erzieherinnen und – falls vorhanden – Erzieher notwendig. Denen fehlt jedoch dazu – auch wegen eines zu großen Betreuungsschlüssels und ständigem Personalausfall –  zwischen akuten Interventions-Notwendigkeiten, Baby-Wickeln und wichtigen Orga-Arbeiten nicht nur die Zeit, sondern oft auch eine eigene Befähigung in der Anwendung der deutschen Sprache, besonders auf dem Hintergrund des großen Anteils an Krippen-MitarbeiterInnen mit eigenem Migrations-Hintergrund. Fazit eines Kinderpsychologen: Ein ständiges Wiederholen der These, dass die Krippe eine große Sprachförderung ermögliche, macht diese Behauptung keinesfalls richtiger.

Kein Ignorieren der Bedürfnisse der Kinder mehr: Feste Bezugspersonen und nicht zu früh aus dem Nest !

Anna Wahlgren, – sie gilt als Familien-Kämpferin Schwedens – und bezeichnet sich selbst als Feministin mit Blick für das Kindeswohl, in einem Interview: „Auf der ganzen Welt gibt es keinen Einjährigen, der sich freiwillig und gern von den Eltern und dem Zuhause verabschiedet, um den Tag irgendwo anders zu verbringen. Wir ignorieren die Bedürfnisse der Kleinen – und tief drinnen wissen wir das. Aber unser politisches und wirtschaftliches Denken trübt den Blick fürs Kindeswohl. Um den Kindern häusliche Geborgenheit zu ermöglichen, hält sie es für nötig und für möglich, die richtigen Prioritäten zu setzen: Dass man „ein paar Jahre lang von wenig Geld leben kann, wenn man seinen Lebensstandard herunterschraubt.“ Mehr als 70% der Schweden wollen das. Auch. Ihr Credo in Kürze: In den ersten drei Jahren brauchen Kinder feste Bezugspersonen. Im Tierreich werden die Jungen auch nicht zu früh „aus dem Nest geworfen“.

Zuhause geringerer Stresspegel

Carola Bindt, Kinder- und Jugendpsychiaterin an der Hamburger Universitätsklinik Eppendorf, hat bei Ihren Untersuchungen von Krippenkindern ein höherer Stresspegel, gemessen am Cortisol-Spiegel im Blut, als bei Kindern, die zu Hause oder von einer Tagesmutter betreut wurden, festgestellt. „Bei Kindern in der Krippe steigt dieser Wert im Lauf des Tages noch höher an“, Dieses Mess-Ergebnis zeigt für sie nun nicht, dass alle Kinder in Krippen dauerhaft überfordert sind. Allerdings kann ein konstant hoher Stresslevel besonders bei anfälligen Kindern zu psychischer Auffälligkeit führen: „Sie sind aggressiver, impulsiver, kommen schlechter mit Belastung zurecht und können sich schlechter sozial integrieren„, erklärt die Kinderpsychiaterin.

Betreuungszeit verringern

Dennoch widerspricht Bindt jenen Hardlinern, welche die Krippe verteufeln wollen: «Nicht die Krippen abschaffen – sondern die Qualität verbessern», fordert sie dringend. Das heisst für sie: «Altersgetrennte Gruppen, das gibt deutlich weniger Stress, und genügend Betreuungspersonen, die nicht nur pädagogisch gebildet sind, sondern vor allem feinfühlig auf die Kinder eingehen können und ihre Bedürfnisse verstehen. Und last, but not least eine möglichst geringe Betreuungszeit, vor allem bei den ganz Kleinen – wenn möglich lieber einen Vierstundenplatz statt einen Achtstundenplatz buchen und die Kinder so früh wie möglich wieder abholen.»

Günstiges familiäres Umfeld kann Krippenrisiko abschwächen

Sie findet es jedoch sehr wichtig, dass Mütter, die aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen gar keine Wahl haben, sich nicht zusätzlich von ihrem schlechten Gewissen zermürben lassen: «Kinder aus einem sozial schwachen Milieu können von einer qualitativ guten Kinderkrippe sogar profitieren, und das gelingt noch besser, wenn die Eltern sie dann entspannt wieder abholen.» Jay Belskys Langzeitstudie zeigt gar, dass ein günstiges familiäres Umfeld die negative Auswirkung von schlechten Kinderkrippen wieder aufwiegen kann.

Tagesmütter*) besser als Krippen

Auch wenn viele Anhaltspunkte dafür existieren, dass Kleinstkinder bei Tagesmüttern*) in der Regel besser aufgehoben sind als in Krippen, verlangt auch diese Betreuungsform nicht selten zu viel. Ein Beispiel aus der Nachbarschaft von guten Freunden: Jeden Morgen dasselbe Weinen, wenn die gut einjährige Sarah von ihrer als Lehrerin tätigen Mutter um Punkt 7.30 Uhr zur Tagesmutter*) gebracht wird. Täglich dasselbe Ritual: „Du musst nicht weinen, bei Frau X ist es doch so schön. Gleich kommen auch wieder die anderen Kinder.“ Das Kind weint noch schluchzender. ‚Begreif doch, ich habe jetzt keine Zeit; ich muss pünktlich in die Schule, wo all die Kinder auf mich warten. Heute Nachmittag habe ich wieder mehr Zeit. Tschüs, ich hab dich lieb!‘ So stressig beginnt in der Regel der Tag für Sarah. Jeden Morgen scheint sich erneut in ihrem kleinen Köpfchen das gleiche Gedankenkarussell zu drehen: ‚Ich bin Mama wichtig, so sagt sie, aber dann lässt sie mich hier im Stich. Also hat sie mich doch nicht lieb, bin ich ihr also nicht wichtig. – Nein, sie drückt mich doch immer so fest und gibt mir ein Küsschen. Aber die Kinder in der Schule sind ihr wichtiger, sonst bliebe sie ja bei mir.‘ – „Tschüs, ich hab dich lieb!“ Wer kann eine solche Botschaft begreifen, ohne bitterlich zu weinen!

Faktoren des Erfolgs/Misserfolgs von Aufwachsbedingungen

Bei aller Kritik an einer durch Staat, Medien, Wirtschaftsverbände und vielen Eltern favorisierten U3-Betreuung in Krippen oder bei Tagesmüttern ist das Ausmaß eines Erfolgs bzw. Misserfolgs dieser Aufwachsbedingungen von folgenden Faktoren abhängig:

  •  Kommt ein Kleinkind direkt nach der Mutterschutz-Zeit (eine Säuglings-Schutz-Zeit gibt es noch nicht) oder – eine entsprechende Reife vorausgesetzt – im Alter von gut zwei Jahren in die Betreuung?
  • Wie zeitlich-emotional einfühlsam verlief bzw. verläuft für den Säugling bzw. das Kleinstkind die Phase des Hineinfindens in die Betreuungssituation?
  • Für wie viele Stunden täglich und wie viele Tage in der Woche ist ein Kleinkind in der Betreuung?
  • Existiert eine – belegbar und nicht deklariert – gute oder indifferente Mutter-/Elternbindung?
  • Sind Vater oder Mutter bei auftretenden Problemen schnell erreich- und verfügbar?
  • Achten Eltern und Betreuungspersonal auf ein abgestimmtes erzieherisches Vorgehen und informieren sie sich täglich gegenseitig über Entwicklungsschritte oder Vorfälle?
  • Wie viel belegbare  Bindungs-/Umgangs-Zeit erhält das Kleinstkind innerhalb der Familie?
  • Handelt es sich um ein Angebot mit hoher oder durchschnittlicher Qualität und durch welche Kriterien wird dies deutlich?
  • Ist die Konstanz der Ersatz-Bezugspersonen innerhalb der Einrichtung groß oder wechseln diese häufig in der Kleinkindphase (bei Schichtdienst ist das unabhängig von einem möglichen Stellenwechsel täglich der Fall)?

Die wichtigsten Befunde weisen in dieselbe Richtung: Je früher und länger Kleinkinder in der Krippe oder anderen außerhäusigen Betreuungs-Diensten verbringen, desto umfangreicher sollte mit mangelhafter individueller Förderung bzw. auftretenden Störungen gerechnet werden.

Die Eltern lassen sich durch nichts ersetzen

Zu diesen Zusammenhängen äußert sich der häufig als Krippen-Befürworter bemühte Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios Fthenakis in einem TAZ-Interview: „Die Bindungsqualität ist heute genauso so wichtig, wie früher (…). Die Eltern lassen sich durch nichts ersetzen (…). Man kann aber das Aufwachsen des Kindes bereichern, wenn es in eine Einrichtung von hoher Qualität geht.“ Er führt weiter aus: „Bei Kindern unter zwei Jahren muss man sehr individuell schauen. Ich empfehle den Eltern, das Kind erst ab 18 Monaten in eine Einrichtung zu bringen. Vorher sollte es aber viel Kontakt mit Gleichaltrigen haben, etwa in Spielgruppen. Das Familiensystem bloß nicht geschlossen halten.“ Aber es gibt kein Konzept für alle, jedes Kind ist anders. „Ich habe meinen Sohn in die Krippe gebracht, und als ich sah, wie er reagiert hat, habe ich ihn wieder herausgenommen.

Krippenkrieg ? Höchste Zeit zur Überprüfung der Betreuung !

Es ist höchste Zeit, die Dauer pro Tag, die Qualität der Betreuung, das Alter des Kindes, die ganz persönlichen Umständen einer Familie und die speziellen Bedürfnisse des Kindes in den Fokus der Forschung und des politischen Argumentierens zu rücken, fasst Jay Belsky zusammen. Er ruft auf, in der ganzen Diskussion, die er auch schon als «Krippenkrieg» bezeichnete, die humanitären Überlegungen nicht zu vergessen: «Was wollen nicht nur Mütter, Väter, Politiker, Wirtschaftslobbyisten und die Gesellschaft, sondern wieviel Geborgenheit in der Familie brauchen die Kinder?» 

Copyright: Dr. Albert Wunsch, 41470 Neuss, Im Hawisch 17


*) = Anmerkung von Raimund Enders:
Siehe: Rechte Spalte: "Nicht nur zur Randversorgung"

Qualifizierte Tagesmütter sind im Zuge der Emanzipation selbstverständlich mit qualifizierten Tagesvätern gleichzusetzen.
Tagespflege ist eine freiberufliche Tätigkeit, für die in Bayern für eine Pflegeerlaubnis durch das Jugendamt ein mehrstufiges Qualifizierungs-Seminar sowie jährliche Fortbildung nachzuweisen ist. Merkwürdiger Weise ist neuerdings die IHK (Industrie- und Handelskammer) für die Tagespflege-Ausbildung, -Fortbildung und -Anerkennung zuständig. Die vom Tagesvater Enders organisierten und für qualifizierte Tagespflegepersonen kostenlosen Fortbildungs- und Erfahrungs-Austausch-Seminare im Landkreis München werden seither nicht mehr als Fortbildung anerkannt. Es war den Verantwortlichen offensichtlich ein Dorn im Auge, dass Enders sich in den Semianren für die leistungsgerechte Bezahlung  der qualifizierten Tagesmütter und für die Abschiebung zur Randversorgung stark gemacht hatte:

Geht auf die Barrikaden gegen den Bildungsplan 2015. Dr. Albert Wunsch. Seine Gründe.
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Dr. Albert Wunsch
 
  Geht auf die
  Barrikaden
  gegen den     Bildungsplan
2015. 
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Dr. Albert Wunsch  ist Psychologe, Diplom Sozialpädagoge, Diplom Pädagoge und promovierter Erziehungswissenschaftler. Bevor er 2004 eine Lehrtätigkeit an der Katholischen Hochschule NRW in Köln (Bereich Sozialwesen) begann, leitete er ca. 25 Jahre das Katholische Jugendamt in Neuss. Im Jahre 2013 begann er eine hauptamtliche Lehrtätigkeit an der Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) in Essen / Neuss. Außerdem hat er seit vielen Jahren einen Lehrauftrag an der Philosophischen Fakultät der Uni Düsseldorf und arbeitet in eigener Praxis als Paar-, Erziehungs-, Lebens- und Konflikt-Berater sowie als Supervisor und Konflikt-Coach (DGSv). Er ist Vater von 2 Söhnen und Großvater von 3 Enkeltöchtern.
Seine Bücher:

  • Mit mehr Selbst zum stabilen ICH – Resilienz als Basis der Persönlichkeitsbildung,
  • Die Verwöhnungsfalle (auch in Korea und China erschienen),
  • Abschied von der Spaßpädagogik,
  • Boxenstopp für Paare,

ein starkes Medienecho aus machten ihn im deutschen Sprachbereich sehr bekannt.
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  Dr. Albert Wunsch		
  Im Hawisch 17			
  41470 Neuss	
E-Mail: info@albert-wunsch.de Web: www.albert-wunsch.de _________________________________

Unbefriedigende Pisa-Ergebnisse und fehlende Ich-Stabilität

Einen weiteren aktuellen Artikel von Dr. A. Wunsch
zu diesem Thema finden Sie auf ARCHE:

Unbefriedigende Pisa-Ergebnisse und fehlende Ich-Stabilität

„Sie kommen aus der Schule und lernen. Sie sagen Treffen mit Freunden ab und lernen. Für sie zählt nur die Note Eins in jedem Test und ein sehr gutes Abitur. Spielen? Spaß? Gute Laune? Selten. Was auf den ersten Blick nach vorbildlichen Schülern klingt, bereitet vielen Eltern Sorgen.“

Die Stressreaktion von Krippenkindern
ist so hoch wie bei Managern


"Wenn ein Baby bzw. Kleinkind zu viel Zeit in einer Krippe verbringt, fehlt ihm zu umfangreich die mütterlich/elterliche Geborgenheit. So wurde über Speicheltests festgestellt, dass Krippenkindern eine so hohe Stressreaktion zeigten, wie diese bei Managern häufig üblich ist. Das müsste bei den Eltern alle Warnsirenen schrillen lassen."

"Jede Subvention birgt die Gefahr, dass die Eigenverantwortung auf der Strecke bleibt, ob im Wirtschaftsbereich oder im Feld der Erziehung. Weiterhin ist mit Subventionen verbunden, dass die realen Kosten nach kurzer Zeit gar nicht mehr im Blick sind."






















Lesen Sie hierzu den Kommentar von Horst Schmeil:
Kinder werden abgerichtet für das Funktionieren in der Wirtschaft


Aus der Vortragsreihe des Symposiums
"Bindung - Bildung - Gewaltprävention"

des Instituts für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V.
am 5. Juli 2013 i
m Kongresszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung,
München (HSS)
, an der einige Mitglieder unseres Arbeitskreises
Bildung
teilgenommen haben,
sehen Sie HIER den Vortrag von
Dr. Albert Wunsch
, Erziehungswissenschaftler, Psychologe,
Supervisor (DGSv) und Konflikt-Coach.
Sein Thema: "Erziehung und Peergroup: Wer ist stärker?"

idaf-logo neu.jpg wird angezeigt.
Schon am Sympopsium 2011 des iDAF (Institut für Demographie, 
Allgemeinwohl und Familie e.V.) "Bindung-Bildung-Gewaltprävention"
im sächsischen Landtag in Dresden hat der Landesverband Bayern
mit einer kleinen Abordnung von Mitgliedern teilgenommen.
Jeder Sympoisium-Teilnehmer erhielt (mit Duldung des Veranstalters)
zu seiner Tagungsmappe eine orange Themen-Postkarte des LV Bayern.
Für den LV Bayern nahm der Landesvorsitzende Enders (in seiner
Doppelfunktion als Landesvorsitzender und freier Journalist) auch an
der Pressekonferenz teil.

Einer der Hauptreferenten war der kanadische Prof. Dr Gordon Neufeld (Thema: Bindung und Aggression, Emotionen, Vertrauen,Verantwortung).

Zur Fragerunde meldete sich Tobias Teuscher (Brandenburg Lübbenau)
als persönlicher Referent der slowakischen EU-Politikerin Anna Záborská
(KDH, rechts-konservativ, 8,54%) im Europa-Parlament. zu Wort:
"... Wir haben gehört, dass die Kinder Eltern brauchen, deren 
Liebe
und ganz besonders deren Zeit, gerade in den ersten
Lebensjahren.

Der Gesetzgeber aber kennt derzeit nur die Begriffe
"Arbeitgeber"
und "Arbeitnehmer", nicht aber den Begriff
"Eltern
.
Für Eltern
müssen zunächst die Voraussetzungen
geschaffen werden, damit
sie diese elterliche Verantwortung
wahrnehmen können.
..."

Den Eltern müssten daher elternfremde Belastungen genommen und die 
erforderliche
Zeit zum Eltern-Sein zugestanden werden. Weiter erklärte er, er kämpfe
hierfür im Europa-Parlament, forderte die Vertreter des sächsischen
Landtags auf, als Vorbild für andere Bundesländer den Eltern dieses
"Eltern-Sein" zu ermöglichen und erhielt dafür Applaus von den
Symposium-Teilnehmern. In der Pause ergab sich, dass Tobias Teuscher mit seiner Forderung
„Ohne Familie gibt es keine Zukunft" auf unserer politischen Linie
liegt und wir mit ihm einen Verbündeten im EU-Parlament sitzen haben.
Dies war der Beginn einer Koperation mit dem EU-Referenten.
Auch Prof. Dr. Ludwig Janus (Heidelberg) erklärte in seinem Referat
über pränatale Einflüsse auf die Entwicklung der Kinder, mehr als 25 %
der Eltern stünden "unter Druck", was so viel bedeutet wie sie seien überfordert.

Väterforscher Prof. Dr. Matthias Franz (Düsseldorf) sprach über die bedeutende Rolle der Väter in der kindlichen Entwicklung und die Inkubation der Depression durch Vaterlosigkeit, die
entwicklungspsychologische "Notreifung", aufgrund derer ein vaterlos aufwachsendes Kind allenfalls "pseudonormal" funktioniere. Er warnte ausdrücklich vor Abhilfe durch Psychopharmaka wie Ritalin.

Dr. Rudolf Hänsel
(München) belegte in seinem Referat über
Aggressionen und Gewaltbereitschaft, dass Killerspiele ursprünglich von amerikanischen Militärpsychologen entwickelt wurden, um emphatisches
Empfinden auszuschalten und durch ein "Skript für Handlung" zu ersetzen

und
um Tötungshemmungen abzubauen. Kinder werden dabei zu
kritiklosen Söldnern umerzogen.
(Siehe auch unser Titelthema
Was niemand auszusprechen wagt”)
Schulleiterin Gisela Meyer forderte in ihrem Referat ein Schulfach 
"Sozialethik", kleinere Klassen und mehr Zeit, um nicht nur dicht 
gepacktes Wissen zu vermitteln, sondern um als Führungskraft und 
Partner (nicht Kumpel) auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können.
Der Erziehungswissenschaftler Dr. Albert Wunsch forderte die Abkehr
von der Spaßpädagogik. Nicht-Können führe zu Abhängigkeit und
Anspruchshaltung. Durch Ohnmachts-Erfahrung und verweigerte
Wertschätzung gehen die Kinder in "Störungs-Betrieb" über, doch
leuchte leider keine Warnlampe auf. Eine Eltern-Qualifikation zum Erkennen der Warnhinweise sei daher unerlässlich. Für seine Forderung, Erziehungs-Kompetenz sei durch einen Bonus durch die Gesellschaft
zu honorieren, erntete er Applaus. Mit dieser Forderung liegt er sehr nahe an unserem Konzept des qualifizierten Erziehungsgehalts. 
Ausschnitte aus der Veranstaltung wurden für das sächsische Fernsehen aufgezeichnet. Zum Ende der Veranstaltung lud der Moderator Jürgen Liminski (Deutschlandfunk, WELT etc.) auch die Vertreter der Familien-Partei zusammen mit den Referenten, Abgeordneten, Politikern und anderen ausgewählten Teilnehmern zu einem Konzertbesuch in der Dresdner Semper-Oper ein.
R.E.

*) = Anmerkung:

Qualifizierte Tagesmütter sind im Zuge der Emanzipation selbstverständlich mit qualifizierten Tagesvätern gleichzusetzen, denn Kindererziehung ist keine reine Frauen-Domäne.
Tagespflege ist eine freiberufliche Tätigkeit, für die in Bayern eine Pflegeerlaubnis durch das Jugendamt nachzuweisen ist. Voraussetzung hierfür ist ein mehrstufiges Tageseltern- Qualifizierungs-Seminar sowie jährliche Fortbildung. Während ursprünglich Tageselternvereine und die VHS diese Ausbildung angeboten hatten, ist merkwürdiger Weise neuerdings die IHK (Industrie- und Handelskammer) für die Tagespflege-Ausbildung, -Fortbildung und -Anerkennung zuständig. Die vom Tagesvater Enders organisierten und für qualifizierte Tagespflegepersonen kostenlosen Fortbildungs- und Erfahrungs-Austausch-Seminare im Landkreis München werden seither nicht mehr als Fortbildung anerkannt. Es war den Verantwortlichen offensichtlich ein Dorn im Auge, dass der Familien-Politiker Enders sich in den Seminaren für die leistungsgerechte Bezahlung der qualifizierten Tagesmütter und gegen die Abschiebung von Tagesmüttern zur Randversorgung (bis zum annähernd bedarfsdeckenden Ausbau der Krippenplätze) stark gemacht hatte:

Nicht nur zur Randversorgung

Qualifizierte Tagesmütter sind im Zuge der Emanzipation selbstverständlich mit qualifizierten Tagesvätern gleichzusetzen, denn Kindererziehung ist keine reine Frauen-Domäne mehr.
Tagespflege ist eine freiberufliche Tätigkeit, für die in Bayern eine "Pflegeerlaubnis" durch das Jugendamt nachzuweisen ist. Voraussetzung hierfür ist ein mehrstufiges Tageseltern- Qualifizierungs-Seminar sowie jährliche Fortbildung. Während ursprünglich Tageselternvereine und die VHS diese Ausbildung angeboten hatten, ist merkwürdiger Weise neuerdings die IHK (Industrie- und Handelskammer) für die Tagespflege-Ausbildung, -Fortbildung und -Anerkennung zuständig. Die vom Tagesvater Enders organisierten und für qualifizierte Tagespflegepersonen kostenlosen Fortbildungs- und Erfahrungs-Austausch-Seminare im Landkreis München werden seither nicht mehr als Fortbildung anerkannt. Es war den Verantwortlichen offensichtlich ein Dorn im Auge, dass der Familien-Politiker Enders sich in den Seminaren für die leistungsgerechte Bezahlung der qualifizierten Tagesmütter und gegen die Abschiebung von Tagesmüttern zur Randversorgung (bis zum annähernd bedarfsdeckenden Ausbau der Krippenplätze) stark gemacht hatte:

Erfahrungsaustausch der Ottobrunner
Tagesmütter
und Tagesväter

Ziemlich genau 7 Monate nach dem Abschluss ihrer Ausbildung trafen sich am vergangenen Montag (22.09.08) die Tagesmütter und Tagesväter aus Ottobrunn und Umgebung zu einem Erfahrungsaustausch "al Greco" in Neubiberg. Star des Abends war die 2 Monate alte Tochter Eva der Tagesmutter Stefanie V. aus Neuperlach, die sich gerne als Anschauungs-Objekt und für praktische Übungen herumreichen ließ.
Dipl.-Päd. C. Gollwitzer aus Neubiberg hatte im vergangene Jahr die Ausbildung all dieser Tagesmütter bis zur Qualifizierung geleitet, musste aber ihre Teilnahme diesmal absagen, da sie weitere neue Tagesmütter montags im Ottobrunner "Tollhaus" in der Gartenstraße zur Deckung des stark angestiegenen Bedarfs ausbildet.
Dort hatte auch der familienpolitisch engagierte Sicherheits-Ingenieur Raimund Enders seine Qualifizierung als Tagesvater erworben. Er erklärte das Zusammenspiel der staatlichen Kinderbetreuungskonzepte und berichtete über die neuen Gesetzeslage, nach der Tagesstätten und Tagespflegeplätze bei Tagesmüttern (bzw. Tagesvätern) gleichwertig nebeneinander stehen müssen. Nicht nur wegen des Betreuungsschlüssels von maximal 5:1 sei eine Tagesmutter (bzw. ein Tagesvater) aber für die betroffenen Kinder die intensivste und individuellste Betreuungsform, die sich am besten an den persönlichen Bedürfnissen des Kindes orientieren könne. Auch für berufstätige Erziehungsberechtigte sei dies die flexibelste Lösung, da die Tagespflege nicht an starre Öffnungszeiten gebunden sei.

Er betonte, dass der Tagespflegeplatz bei einer Tagesmutter (bzw. einem Tagesvater) die für die Kommunen deutlich preiswertere Variante ist. Das Konzept Tageseltern dürfe daher nicht nur für die Randversorgung herhalten, die für öffentliche Einrichtungen unrentabel ist. Tagespflegepersonen können unter diesen Bedingungen genauso wenig wirtschaftlich arbeiten. Demzufolge sei nicht nur die Bezuschussung von Tagespflegeplätzen durch Kreis und Kommunen deutlich zu verbessern, sondern ebenso die Bundesregierung in die Pflicht zu nehmen.

Aus Sicht der Eltern bedauerte er die Forderungen der Wirtschaftslobby, die von anfänglichen hohlen Wahlversprechen in eine regelrechte Fremdbetreuungs-Hysterie ausgeartet sei. Grundsätzlich habe aber die Familie unter dem besonderen Schutz des Staates zu stehen und daher selbst zu entscheiden, ob sie die Erziehung ihrer Kinder in eigener Regie durchführen oder "in fremde Hände delegieren" wolle. Die Wahl der Betreuungsform dürfe daher nicht von ideologischen, politischen oder wirtschaftlichen Zwängen gesteuert werden sondern müsse ausschließlich bei den Eltern bleiben. Er habe sich auch aus diesem Grunde entschlossen, im kommenden Jahr für einen Sitz im 17. Deutschen Bundestag zu kandidieren. 

Ergänzt wurde der Abend durch Informationen über ein geplantes Modellprojekt im Rahmen von StartSocial 2009 zur betrieblichen Ferienbetreuung von Kindern berufstätiger Eltern, die in der Ferienzeit aus beruflichen Gründen auf ihren Familienurlaub verzichten müssen. Die so entstehenden Ferienmütter und Ferienväter (bis zu 8 Wochen derzeit gem. SGB VIII
keine Genehmigung durch das Jugendamt erforderlich) sollten jedoch aufgrund vergleichbarer Tätigkeit im wesentlichen denselben Qualifizierungs-Anforderungen unterliegen wie Tageseltern, d.h. Tagesmüttern bzw. Tagesvätern. 
Eltern, die Freude an der Betreuung und Erziehung von Kindern haben und als freiberufliche Tagesmutter oder Tagesvater und/oder als Ferien-Eltern ihr Einkommen verbessern wollen, können sich [...]


Mit kostenlosen Krippenplätzen ins gesellschaftliche Chaos

ah. Durch Gebührenfreiheit in Krippen sollen in Berlin demnächst noch mehr Kinder bereits ab dem ersten Lebensjahr staatlich versorgt werden. Darauf einigte sich die Berliner Regierungskoalition aus SPD und CDU. Die frühkindliche Eltern-Kind-Entfremdung wird weiter als wertvolle Bildungsmaßnahme verkauft. Doch Krippenbetreuung wirkt sich negativ auf die sozio-emotionalen Kompetenzen der Kinder aus. Ein Großteil der unter Dreijährigen (75 – 95 %!) leiden unter erheblichem chronischem Stress, der gravierende negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns der Kleinen hat.

Durch die sog. NICHD-Studie* wurde schon vor Jahren deutlich: Je mehr Zeit unter Dreijährige in einer Einrichtung verbrachten, desto stärker zeigten sie später aggressive Verhaltensweisen wie Streiten, Kämpfen, Sachbeschädigungen, Prahlen, Lügen, Schikanieren, Gemeinheiten begehen, Ungehorsam oder häufiges Schreien. Weil Politik und Medien seit Jahren die bekannten Gefahren einer zu frühen Fremdbetreuung ignorieren und verschweigen, entlarven sich die kostenlosen Krippenplätze als ein weiterer Faktor zur Destabilisierung der Familien und der ganzen Gesellschaft. *Studie des National Institute of Child Health and Human Development (NICHD), die in den USA durchgeführt wurde. In dieser Studie wurde die Entwicklung von mehr als 1000 Kindern vom ersten Lebensmonat an über inzwischen mehr als sieben Jahre hinweg erforscht.
Dr. med. Dorothea Böhm: Vortrag „Mutter-Kind Beziehung in den ersten Lebensjahren“, Compact Konferenz Leipzig, 23.11.2013 www.freiewelt.net/interview/krippenbetreuung-sorgt-bei-kindernfuer-stoerungen-1





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