Alte Kirche Fahlenwerder - Namensliste aus alten Kirchenakten

... Nach 4 jähriger Bauzeit war die Kirche 1752 endlich vollendet. Dieses erforderte der Dorfgemeinschaft einiges ab. Die Dorfchronik schreibt, dass die Kirche im Bau "soweit gekommen, daß mit erstem darin gepredigt werden kann". Wie die neue Kirche damals ausgesehen hat, beschreibt uns die "Lutherische Kirchenmatricul" mit folgenden Worten: "Die Kirche ist aus der Erde gemauert und nachgehens von Holtz und Steinfächern aufgeführt, und mit einem guten Bretternen Zaun umgeben." So stand sie bis zum 2. Weltkrieg noch auf dem Kirchberg in ihrer alten schlichten Schönheit, nur der hölzerne Turm hat zu seiner Verstärkung eine Backsteinfront erhalten und der Bretterzaun um den Kirchhof ist einem eisernen und einer Hecke gewichen. - Die innere Ausstattung wird so angegeben: "Die Cantzel ist neu mit 2 Treppen so von Beyden Seiten heraufzugehen, unten aber der Altartisch. Der Altar hat eine Decke von blauen halbseidenen Damast mit silbernen Tressen in gleichen zwey der gleichen Vorhalt Tücher. Ein Kelch nebst der Patente und der Oblaten Schachtel von weißem Kupfer, übersilbert. Der Klingelbeutel ist von Blauem Samte mit Silbernen Tressen. Ein Zinnernes Taufbecken nebst den Einsatz ist gleichfalls vorhanden, und werden diese sämtlichen Instrumente zum gemeinschaftlichen Nutzen der reformierten und lutherischen Gemeinde gebrauchet." Die Bänke in der Kirche waren alle nummeriert. Jede Kolonistenfamilie ohne Unterschied der Konfession - die Katholiken mit inbegriffen - erhielten durch Los ihre Plätze zugeteilt. Die Frauen sitzen rechts, die Männer links im Kirchenschiff, dem Schulzen, den vier Gerichtsleuten und den vier Kirchenvorstehern wird die vorderste Querbank eingeräumt, ihre Frauen und die Küsterfrauen bekommen entsprechend ihre Plätze in der ersten Frauenbank, doch hatte die reformierte Küsterfrau das Recht, in der Küsterbank sitzen zu dürfen, wozu die Querbank an der Kanzel, rechts, ausersehen war. Dem Meier und Freimann Dießler auf dem dicken Bruch wird für seine Familie und Hausleute je eine Frauen- und Männerbank zugesprochen. Die Kinder sitzen oben in den Seitenbänken der Empore, die Knechte bleiben im Chor gegenüber der Kanzel. In dem Protokollentwurf über die Auslosung der Kirchenplätze sind uns auch die Namen der Familien aufbewahrt, die damals zur Kolonie auf dem Fahlenwerder gehörten. Da werden erwähnt:

Conrad und Johann Pfeil (oder Peil)

Joh. Weydehoff

Adam Bergeler

Joh. Lutz

Philipp und Jacob Decker

Philipp Hoeck

Adam Schuff

Ph. Froelich

Adam Schaer

Jac. Hahn (wahrscheinlich der 1. Schulze von Fahlenwerder)

Nic. Weber

Joh. Schreiber

Peter Wickert

Gürgen Neu oder Nay

Conrad Schaefer

Peter Werger (Würger)

Joh. Raab (Raabe?)

Heinr. Edeborn

Joh. Kohlmann (Kolmann)

George Meiz

Jac. Boettcher

Philipp Simon

Peter Schmidt

Martin Strumpf

Michael Winkel

Reichardt (=Richard)

Ph., Heinr. u. Peter Rauch

Ph. Eckstein

Nic. u. Mich. Hensel

Christoph Mannweiler

Christian Hempf (Hembd?)

Joh. Riep

Karl Jacobi

Heinr. Bees

Joh. George Grabe

Mat. Corben (= Corbie?) in den Kirchenbüchern auch Corbié und Corby

Friedr. Krummholtz

Peter May

Caspar Zimmer

Peter Graef (Greff)

Ph. Hoffmann

Peter Karge

Herlemann

Peter Langholtz

Bartholmes (Barthelmey) Sam. Hasselberger

George Feickert

George Wendel

Wilh. u. Conr. Harpach (Horbach)

Heinr. Bettenheimer

Nic. Fellinger

Leonh. Horn oder Born;

der Vorfahre der Familie Goettel, Valentin Goettel, erscheint schon 1749 im ref. Trauregister, wird aber hier nicht erwähnt.

Quelle: Aus "Von Gründung und Einrichtung der Gemeinde Fahlenwerder" aufgrund der ältesten Kirchenaktendargestellt. Von Richard Lagrange, Groß-Fahlenwerder.