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Stadtkirche/ Geschichtliches





Evangelischen Stadtkirche  „Unser lieben Frauen“ zu Mittweida

  Seit über 500 Jahren feiern Christen hier Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten, Konfirmationen...

 In Kriegs-  und Friedenszeiten suchten Menschen hier Hilfe und Kraft für ihren Lebensalltag. In Musik und Gebet wurde und wird Gott Dank und Ehre gebracht. Für viele ist die Kirche so heute immer noch mehr als ein Baudenkmal.


 Eine Vorgängerkirche wurde im sächsischen Bruderkrieg 1450 vernichtet. Von ihr sind noch die Sakristei sowie das Figurenportal auf der Nordseite erhalten (ca. 1430). Nach Plänen Arnold von Westfalen, des bekannten Baumeisters sächsischer Spätgotik, errichtete man ab 1473 eine neue, zweischiffige Hallenkirche, die 1496 vom Bischof von Meißen geweiht wurde.


 1539 wurde die Reformation eingeführt und damit die Kirche evangelisch. Nach dem Stadtbrand von 1624 erhielt die Kirche eine barocke Gestaltung.


 Der Kirchturm - auf Mauern der alten Basilika erbaut - wurde 1522 fertig gestellt und bietet den Besuchern Interessantes sowie eine gute Aussicht auf die Stadt und ihre Umgebung. 1910 wurde die Uhr eingebaut, die nun seit 100 Jahren zeigt, was die Stunde geschlagen hat.


 Die Altarraumfenster wurden im Zuge der Regotisierungsarbeiten 1887 eingebaut und verleihen dem Raum ein andachtsvolles und warmes Licht. Sie zeigen Figuren aus dem Alten und Neuen Testament.


 Den Altar fertigten 1661 die Meißner Bildhauer und Maler Valentin Otte und Johann Richter. Er stellt eine gewaltige Bilderbibel dar und nimmt den Betrachter gefangen - vor allem durch die zentrale Christusfigur in der Mitte. Links und rechts stehen die vier Evangelisten,  von unten nach oben ist der Weg Jesu von Gründonnerstag bis Ostersonntag zu entdecken.

 

 Der neugotische Taufstein von 1887 wurde aus Rochlitzer Porphyr gefertigt. Sein Vorgänger aus dem Jahre 1560 steht im Eingangsbereich und könnte noch viel mehr erzählen von Menschen, die auf den Namen des dreieinigen Gottes getauft wurden.

 

 Die Kanzel aus Dresdner Sandstein errichtete 1667 der Dresdener Bildhauer Abraham Conrad Buchau. Für Mose als Kanzelträger diente Michelangelos berühmte Moses-Statue der Kirche San Pietro in Vincoli/Rom als Vorbild, die zu studieren der Bildhauer nach Rom gefahren ist!

 

 Die 1888 vom berühmten Orgelbauer Friedrich Ladegast eingebaute Orgel wurde 1931 von der Dresdener Orgelbaufirma Jehmlich auf nunmehr 3 Manuale und 72 Register erweitert. Im Jahr 2009 konnte eine mit der Orgelfirma Eule in Mittweida entwickelte Bypasstechnik eingebaut werden, durch die wieder alle über 5000 Pfeifen fehlerfrei zu spielen sind. Die Orgel zählt zu den bedeutenden Orgeln Sachsens. Eine ausführliche Chronik über die Orgeln der Stadt Mittweida lesen Sie am besten selbst.

 



Auskünfte und Anmeldung Führungen, Turmbesteigung:
Ev.-Luth. Pfarramt, Hainichener Str. 14 / Tel. 03727 62580



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Elias Grasemann,
07.11.2011, 09:40
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Elias Grasemann,
15.12.2011, 14:53