Richard Schumacher und die Mission Titelverteidigung

veröffentlicht um 12.07.2019, 00:19 von TuS Metzingen
Richard Schumacher und die Mission Titelverteidigung. Auf der Marathon-Strecke ist die Konkurrenz für den dreimaligen Sieger dünn gesät. 
Das Lob kommt aus berufenem Munde. „Es ist eine schöne Strecke, die Veranstaltung top organisiert. Obwohl es meist sehr heiß ist, gibt es immer genügend Wasser.

Herrlichen Eindrücke unterwegs
 Das mit den Wendepunkten ist viel besser gelöst als bei vergleichbaren Rennen. Man merkt kaum, dass man alles doppelt läuft“, sagt Richard Schumacher. Es ist also ganz einfach. Die herrlichen Eindrücke unterwegs, die Runde durchs Stadion in Bad Urach (zwei Mal) – und schon hat man einen astreinen Marathon zwischen Metzingen und Bad Urach beisammen. Wenn da nur die Tatsache nicht wäre, dass man am Ende des Tages 42,195 Kilometer in den Beinen hat. Das merkt man dann schon.
Richard Schumacher ist in seiner Karriere selbstverständlich schon andere Sachen gelaufen, sein Ding ist aber der Marathon – und Distanzen, die darüber hinaus gehen. So hat er für dieses Jahr noch ein ganz besonderes Schmankerl auf dem Wunschzettel. Die Deutsche Meisterschaft über 100 Kilometer am 21. September in Kandel. Die Vorbereitung ist darauf ausgerichtet, deshalb ist der Marathon im Ermstal eine selbstverständliche und logische Etappe für den Läufer des Sparda-Teams Rechberghausen.
 „Vom Training her geht es gar nicht anders. Auf kürzere Sachen muss man sich ganz anders vorbereiten“, erklärt der Sieger des vergangenen Jahres – und der Jahre 2015 und 2016. Noch einer und er ist der alleinige Rekordhalter, zieht an Peter Keinath vorbei. Das ist aber ein Aspekt, den das Langstrecken-Ass nicht einmal erwähnt.
 Auf den kürzeren Strecken sei sowieso alles Tempo-Bolzerei, im Marathon kommt es natürlich auch auf die Zeit an, die man am Schluss auf der Uhr hat, bis dahin ist man allerdings in eine spezielle Auseinandersetzung verstrickt. „Marathon ist eine ganz besondere Herausforderung, ein Kampf gegen sich selbst“, sagt Richard Schumacher. Den gewinnt er meistens.

Es gibt absolut keinen Schatten
Auch wenn es heiß ist. „Bei dieser Hitze ist er nicht zu schlagen“, sagte im vergangenen Jahr Michael Wetzel, ein früherer Vereinskamerad aus gemeinsamen Süßener Zeiten. Das sieht Schumacher nicht ganz so. Allerdings gibt er zu, dass er sein Trainingspensum immer durchzieht. Egal ob 30 Grad plus oder zehn minus. Das ist eben die Härte zu sich selbst.
Und wer in enormer Hitze eine lange Einheit trainingstechnisch gebacken bekommt, bei dem klappt es auch, wenn es beim Rennen richtig warm wird. Wobei, Kenner wissen es, auf der Strecke zwischen Metzingen und Bad Urach erschwerend hinzu kommt, dass es absolut keinen Schatten gibt.
 Den Kampf mit sich selbst ficht Richard Schumacher etliche Male aus. Sieben Marathons waren es im vergangenen Jahr. Aufgeben ist keine Option, es sei denn, es tritt eine Verletzung auf. Richtig schlecht gegangen ist es ihm auch schon. Zum Beispiel in diesem Jahr in Bonn. „Überall Krämpfe“, blickt jener zurück, der nach 2:41,11 Stunden trotzdem noch auf Platz fünf einlief.
 Vor dem Rennen am Sonntag ist alles bestens. Bis zu 180 Kilometer in der Woche sollten als gewissenhafte Vorbereitung reichen, das Wetter scheint mitzuspielen. Wenn es nicht ganz so heiß ist, freut dies durchaus auch Richard Schumacher. Bei der Zeit macht er sich keinen Stress. „2:35 wie im vergangenen Jahr – oder besser.“ Wir werden es überprüfen.
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